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Korrespondenz von Jarno Jessen [Ps.] an Miriam Eck
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Autographensammlung van Endert/Engelmann, HHI.2016.G.1001.357
HHI.SLG van Endert/Engelmann Autographensammlung van Endert/Engelmann
Autographensammlung van Endert/Engelmann >> Archivalie – Korrespondenz
1901
Transkription:
Berlin-W.
51 Steglitzer Str.
22.7.1901.
Liebes Fräulein Miriam
Eck!
Als ich Ende Juni aus England
heimkehrte, fand ich Ihre freundliche
Grußkarte vom 25.5. vor. Sie
seufzten zwar so lieb – wehmütig
von dem dornenvollen Pfade der
Kunst, - aber ich musste die Ver-
sicherung des Wiederhalls dieses
Seufzers bis zum heutige
Tage in mir verschlossen tragen.
Um nun nicht mit Ihnen eine
Art "Klagereise" frei nach solchen
Hodlers Conception aufzuführen,
will ich in Ihren Seufzer nicht
einstimmen. Schwüle Juligluten
und eine Künstlermonographie, die
ich zu schreiben habe, würden meine
Gefühlsschwäche vielleicht auch mit
einer Motivierung umkleiden, aber
ich versuche wie stets krampfhaft
lieber auf die Seite der heroischen
Naturen überzutreten. Daher
habe ich Ihnen folgende to the
point Mitteilungen zu machen:
Zunächst hat mich Ihr Gedenken
herzlich erfreut, - trotzdem ..
einstmals im Berliner Frauen-
klub beim Diskussionsabend etc.
etc - -. Ferner hoffe ich, daß
Sie sich jetzt in der Sommerluft
Ihrer heimatlichen Berge
recht gründlich kräftigen, die Schwingen(?)
Ihrer Mühe stählen. Ich lese
gerade jetzt das Weiberdorf, (von Clara Viebig)
lese es mit der Anerkennung
eines starken Talents, aber, -
aber – mit dem Gedanken an
Ruskins Satz, daß: die höchste
Kunst auch zugleich immer die
höchste Delikatesse gewesen.
"Willst Du genau erfahren
was sich ziemt, ist heut bei unseren
Schreibenden Frauen etwas
außer Kurs gesetzt. Mein
geliebter kleiner Bruder Ernstchen,
dem heut ein so populärer Erfolg
nachläuft, wird, denke ich, einst auch
noch auf sehr anderen Bahnen
wandeln. Auch Hans von Kahlenberg
ist in solcher Wandlung begriffen.
Meine englische Studienreise in
London & Glasgow & Edinburgh
war sehr instruktiv. Ich habe
große Werke und große Menschen
genossen. Jetzt throne ich augen-
blicklich ganz einsam in meinem
lieben Heim und muß sehr fleißig
arbeiten. Anfang August soll ich
mich noch mit der lieben Mutter
& irgend einer Schwester an
der Ostsee treffen.
Machen Sie meine Redseligkeit
nach, liebe Miriam Eck.
Ich bin mit freundlichen
Grüßen Ihre
Anna Michaelson-Jessen
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.