Der Notar Julian Wielandt, gebürtig aus Straßburg, derzeit Stadtschreiber zu Buchen, beurkundet auf Verlangen Hans Heinrich von Heusenstamms, kurmainzischen Rats und Amtmanns zu Amorbach, Buchen und Walldürn (Thurn), in Gegenwart der nachbenannten Zeugen (ein auf Papier ausgefertigtes Protokoll des Vorgangs liegt bereits vor und wird hiermit als instrumentum publicum auf Pergament ausgefertigt): Nachdem Hans Heinrich von Heusenstamm, kurmainzischer Marschall etc., gelegentlich einer Tagsatzung im April 1594 in Buchen von Philipp Ernst von Berlichingen zu Sennfeld das Schloss und Gut Hornberg gekauft hatte, ließ er am 23. Juli [st. a.] durch seine Bevollmächtigten Hans Endres Moßbach von Lindenfels, Amtmann zu Krautheim, und Ambrosius Brosamer, Hofmeister zu Seligental, von der Burg und ihren Zugehörungen Besitz ergreifen. Zuerst besuchte man in Neckarzimmern die Kirche, wo "neben den undertanen das wort Gottes angehört worden". Nach der Predigt entband Dr. iur. Samuel Hornwaldt namens des Verkäufers den Pfarrer und Mesner von ihren Pflichten gegenüber Berlichingen. Nach Zusicherung seitens der neuen Herrschaft, die "kirchenceremonien und -ordnung nach laut der Augspurgischen Confession onverandert pleiben zu laßen und zu exercirn", wurden Pfarrer und Mesner namens Heusenstamm neuerlich in Pflicht genommen. Anschließend wurden auf dem Schloss Hornberg "im obern hoff vor der küchen" die anwesenden Untertanen von ihrer Pflicht gegenüber Berlichingen entbunden und für Heusenstamm neu in Pflicht genommen, jedoch mit der "protestation, das der von Berlichingen seine spruch, forderung, gebürlich recht undt gerechtigkeit der straff halben gegen ettlichen undertanen, ihres ungehorsams und verbrechens halben, hiemit per expressum vorbehalten haben wolle, in maßen er dann bei Heusenstamm alß nunmehr obrigkeit solches zu suchen protestando vorbehalten tut. Nach disem Hannß Tromer, der schultheiß, neben den gerichtspersonen weiter beschwernusweiß anbrachte, weiln er und ettlich mererteilß alß gehorsame gerichtspersonen von den ungehorsmen undertanen bißhero vilfeltig an ihren ehren geschmecht und verletzt, also daß si auch vor ihnen nit wol pleiben, noch weniger ongeandet laßen könden, mit pitt, die obrigkeit wollte ihnen hierinnen die handt und hülff pieten, welches ihnen dergestalt (warzu sie befugt) zugesagt worden." Daraufhin leisteten der Schultheiß, die Gerichtspersonen (Hans Wägner, Konrad Seitz, Kilian Scherger, Hans Herttig, Hans Tromer von Steinbach, Martin Walther und Bastian Farenbach) und die Untertanen aus der Gemeinde (Martin Humpfermann, Hans Krechler, Klaus Welchh, Jörg Vngerer de Jüngere, Hans Zettler zu Stockbronn, Daniel Eisenmenger der Alte, Bartel Eisenmenger, Hans Seitz, Stephan Vngerer, Bastian Braun, Hans Leibelstatt, Jörg Volkh, Konrad Volkh, Thomas Zimmermann, Lienhard Reidenberger, Wolf Dreschher, Hans Wägner, der Weber, Wolf Hekhale, Matthias Melbaur, Jörg Vngerer der Alte, Hans Derr, Hans Singer der Jüngere, Christmann Würtz, Konrad Singer, Hans Vogel, Jörg Reidenburger, Ludwig Reidenbusch, Peter Heinrich, Ulrich Kugler, der Müller, Peter Weffert, Hans Meelbaur, Martin Funkh, Hans Goß, Nickel Wörner und Martin Tromer) "mit handtgebenden treuen" den Huldigungseid (Wortlaut). Ein erschienener ungehorsamer Untertan aus Neckarzimmern (Peter Braun) verweigerte die Huldigung und erklärte, er wolle sich erst dann verpflichten lassen, wenn eine entsprechende kaiserliche Entscheidung ergangen sei, "weiln der junkher ime mit abnemmung der dreißig gulden straff nit gehalten, wer doch ungewiß, ob er junkher die straff ernden [solle] oder nit". Fürs erste wurde darauf verzichtet, diesbezüglich Maßnahmen zu ergreifen. Nach vollzogener Huldigung wurde die Inventarisation des Schlosses vorgenommen (erwähnte Gebäude und Räume u.a.: Mantelkeller, kleiner Keller des Neuen Baus, Mittelkeller, oberer Keller des Schlosses, zwei Kelterhäuser zu Neckarzimmern, Junkerstube, große gemeine Essstube, Kirchkammer, kleines Stüblein oben im Neuen Bau, Backstube, Brotkämmerlein, Küche, Küchenkämmerlein, Speisekammer, hoher Turm, unterer Turm, Badstube, Garnkammer, Heuscheuer zu Zimmern, Viehstüblein, Fuhrstall, Schmiede etc.). Im "brieffgewölb" zu Hornberg wurden Urkunden, Register, Zins-, Gült- und Salbücher sowie Rechnungen detailliert verzeichnet.