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Staatsarchiv Nürnberg (Archivtektonik) >> Beständetektonik des Staatsarchivs Nürnberg >> I. Altbestände (Territorien und Institutionen des Alten Reichs) >> Reichsstadt Nürnberg >> Klöster, Spitäler, Stiftungen und Stiftungsverwaltungen (reichsstädtischer Zeit) - siehe auch Ämterrechnungen >> Spitalamt (Verwaltung des Heilig-Geist-Spitals)
1314-1792
Vorwort: 1. Notizen zur Geschichte Das Heilig-Geist-Spital wurde 1339 von dem Nürnberger Patrizier und Großkaufmann Konrad Groß (gest. 1356) gegründet und der Verwaltung des Rates unterstellt. Zur Unterscheidung vom älteren Elisabethspital des Deutschen Ordens wurde das Heiliggeist-Spital auch als "Neues Spital" bezeichnet. Der im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte Gebäudekomplex (Spitalgasse 16, längs des Hans-Sachs-Platzes) liegt am rechten Ufer des Nordarms der Pegnitz, unweit der Insel Schütt. Durch einen Erweiterungsbau (1511-1527), der auf großen Bögen den Nordarm der Pegnitz bis zu einer kleinen Insel überspannt, erhielt das Spital sein charakteristisches Bild. Die Funktion des Heiliggeist-Spitals bestand ursprünglich in der Kranken- und Altenpflege, wobei die Kapazität zunächst für 200 Personen berechnet war. Später wurden dem Spital weitere Funktionen übertragen, etwa als Gebärhaus und Wöchnerinnenheim. Dem Spital kamen im Laufe der Zeit zahlreiche weitere Zustiftungen zugute, deren bedeutendste wohl jene des Herdegen Valzner (gest. 1423) war, dessen Grabmal neben dem des Konrad Groß erhalten ist. Besonderes erwähnt werden soll das Heiliggeist-Spital auch als Aufbewahrungsort der Reichskleinodien von 1424 bis 1796. Das Stiftungsvermögen bestand weitgehend aus Grundbesitz; im 18. Jahrhundert zählten hierzu rund 700 Bauernhöfe in über 150 Ortschaften. Seit der Reformation war die Verwaltung des umfangreichen Spitalbetriebs und -besitzes als "Spitalamt" organisiert. Dieses unterstand einem patrizischen Pfleger, der seinerseits den fünf Ratswählern rechenschaftspflichtig war. Den täglichen Spitalbetrieb leitete der Spitalmeister, die Buchführung lag beim Kornmeister, während die Grundherrschaft vom Überreiter beaufsichtigt wurde. 1596 übernahm der Spitalpfleger zugleich die Verwaltung des Katharinenamtes, 1753/98 wurde die Rieter'sche Stiftung übernommen. 1808 wurde das Heilig-Geist-Spital im Zuge der bayerischen Stiftungsreformen verstaatlicht und 1818 rekommunalisiert. Als städtisches Altersheim ist es noch heute in Betrieb. 2. Bestandsgeschichte Das 1855 fertiggestellte Repertorium (Reichsstadt Nürnberg, Heilig-Geist-Spital, Urkunden; nun: StAN, Veraltete Repertorien Nr. 667) folgte ohne Trennung nach Schriftgutarten einer Sachgliederung: I. Päpstliche Bullen, II. Jahrtäge und Bruderschaften, III. Stiftungen, Legate und Seelgeräte, IV. Pfründbriefe, V. Kaiserliche Privilegien, VI. Stiftung des goldenen Trunkes, VII. Spital-Rechnungen, VIII. Die Zwölf-Knaben-Anstalt im Spital, IX. Zum neuen Spital gehörige Orte und Güter, X. Miscellanea. 1888 und 1909 wurden etliche Urkunden und Akten an die Stadt Nürnberg abgegeben (nun: Stadtarchiv Nürnberg). Die Akten wurden 1950 in das "Repertorium Reichsstadt Nürnberg, Heilig-Geist-Spital, Akten" umgelegt. Nach Rückkehr der Urkunden vor 1401 im Zuge der innerbayerischen Beständebereinigung 1993 konnten die im 19. Jh. an das k. Allgemeine Reichsarchiv in München gelangten Bestände zurückgegliedert werden. Die Urkundenregesten wurden, wohl gleichzeitig mit der Erstellung des Bandrepertoriums, mit erweiterten Angaben noch einmal auf Einzelblätter abgeschrieben, die später in eine chronologische Reihe aller im damaligen Kreisarchiv Nürnberg verwahrten (reichsstädtisch-nürnbergischen?) Urkunden eingehen sollte. Zu dieser Gesamtreihe ist es aber nie gekommen. Diese Regestenzettel bilden die Grundlage für diese, von der Archivbeschäftigten Emma Langolf im Jahr 2009 erstellte Abschrift. 3. Literaturhinweise Gemperlein, August: Konrad Groß. Der Stifter des Nürnberger Heiliggeist-Spitals, und seine Beziehungen zu Kaiser Ludwig. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg MVGN 39 (1944), S. 83-126. Löhlein, Georg: Die Gründungsurkunde des Nürnberger Heilig-Geistspitals von 1339. In: MVGN 52 (1963/64), S. 65 Knefelkamp, Ulrich: Das Heilig-Geist-Spital in Nürnberg vom 14.-17. Jahrhundert. Geschichte, Struktur, Alltag, Nürnberg 1989. Diefenbacher, Michael: 650 Jahre Hospital zum Heiligen Geist in Nürnberg 1339-1989. Eine Ausstellung des Stadtarchivs Nürnberg 9. November - 1. Dezember 1989, Nürnberg 1989. Böckel, Annamaria: Heilig-Geist in Nürnberg. Spitalstiftung Aufbewahrungsort der Reichskleinodien, Nürnberg 1990. Diefenbacher, Michael: Das älteste Urbar des Nürnberger Heilig-Geist-Spitals, Nürnberg 1991. Fleischmann, Peter: Rat und Patriziat in Nürnberg. Die Herrschaft der Ratsgeschlechter vom 13. bis zum 18. Jahrhundert. Band 2: Ratsherren und Ratsgeschlechter (Nürnberger Forschungen 31, 2), Nürnberg 2008.
Ergänzende Hinweise: in EDV komplett erfasst; Online-Findmittel vorhanden; Digitalisate online vorhanden (Monasterium.net); Interne Vermerke: Die Register sind noch nicht erarbeitet; Nummerierung im Vergleich zum Papierfindbuch prüfen
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.