Schuld des Schneidermeisters Friedrich Wehr in Herpersdorf
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E 49/II Nr. 511
E 49/II Holzschuher/Akten und Rechnungen
Holzschuher/Akten und Rechnungen
1856 - 1858
Enthält:
(1.) Protokoll, Oberreichenbach 1858 März 16. Anwesend: Rentenverwalter Martin, Oberreichenbach, und der Schneidermeister Friedrich Wehr von Herpersdorf. Der Schneider hat 400 Gulden bei der gräflich Castellischen Credit-Kasse als Darlehen aufgenommen, womit er ein Darlehen gleicher Höhe bei der Holzschuherischen Familienstiftung zurückzahlen will. Bittet um Anweisung an die Castellsche Kasse. Bei Erhalt des Hypothekenbriefs und der Zessionsurkunde will er bar an die Stiftung zahlen. Als Bürgen stellt er den Handelsmann Hirsch Gemundenstein von Scheinfeld.
(2.) Schreiben der Stiftung an Martin, s.d. Bestätigung des Erhalts des Protokolls, sowie von 16 Gulden Jahreszinsen für 1856/57. Der Antrag des Wehr wird abgelehnt, da man die Urkunde nicht herausgeben kann, ohne einen Kreuzer von der Valuta gesehen zu haben. Überdies sieht man sich außerstande, sich "auf die anerbotene Bürgschaft eines mir völlig unbekannten Israeliten einzulassen."
(3.) Schreiben des Verwalters Martin, 1858 April 27: Antrag des Wehr, das Kapital noch etwas stehen zu lassen. Teilverkauf von Gebäude und Hof, was sich aber bezüglich Hypothek und Haftung nicht auswirken soll.
Darin: Notiz, dass Martin am 2. Mai gebeten wurde, Wehr mitzuteilen, dass das fragliche Kapital anderweitig genutzt werden wird, sodass Wehr bis 16. Juni bar zu zahlen hat.
(1.) Protokoll, Oberreichenbach 1858 März 16. Anwesend: Rentenverwalter Martin, Oberreichenbach, und der Schneidermeister Friedrich Wehr von Herpersdorf. Der Schneider hat 400 Gulden bei der gräflich Castellischen Credit-Kasse als Darlehen aufgenommen, womit er ein Darlehen gleicher Höhe bei der Holzschuherischen Familienstiftung zurückzahlen will. Bittet um Anweisung an die Castellsche Kasse. Bei Erhalt des Hypothekenbriefs und der Zessionsurkunde will er bar an die Stiftung zahlen. Als Bürgen stellt er den Handelsmann Hirsch Gemundenstein von Scheinfeld.
(2.) Schreiben der Stiftung an Martin, s.d. Bestätigung des Erhalts des Protokolls, sowie von 16 Gulden Jahreszinsen für 1856/57. Der Antrag des Wehr wird abgelehnt, da man die Urkunde nicht herausgeben kann, ohne einen Kreuzer von der Valuta gesehen zu haben. Überdies sieht man sich außerstande, sich "auf die anerbotene Bürgschaft eines mir völlig unbekannten Israeliten einzulassen."
(3.) Schreiben des Verwalters Martin, 1858 April 27: Antrag des Wehr, das Kapital noch etwas stehen zu lassen. Teilverkauf von Gebäude und Hof, was sich aber bezüglich Hypothek und Haftung nicht auswirken soll.
Darin: Notiz, dass Martin am 2. Mai gebeten wurde, Wehr mitzuteilen, dass das fragliche Kapital anderweitig genutzt werden wird, sodass Wehr bis 16. Juni bar zu zahlen hat.
Archivale
Indexbegriff Person: Gemundenstein, Hirsch
Indexbegriff Person: Martin, N (Rentenverwalter)
Indexbegriff Person: Wehr, Friedrich
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Darlehen und Hypotheken (Gläubiger)
Indexbegriff Person: Martin, N (Rentenverwalter)
Indexbegriff Person: Wehr, Friedrich
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Darlehen und Hypotheken (Gläubiger)
Herpersdorf
Oberreichenbach
Scheinfeld
Schneidermeister
Darlehen
Familienstiftung, Holzschuher
Castell'sche Creditcassa
Rentenverwalter
Handelsmann
Bürgschaft
Zession
Hypothekenbrief
Zinsen
Bürgschaft abgelehnt
Jude
Teilverkauf
Haftung
Haus
Hof
Zahlungsaufforderung
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.06.2025, 13:00 MESZ