Architekt Heinrich Stiegemann, Warstein - Pläne (Bestand)
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Kreisarchiv Soest (Archivtektonik) >> Archivgut anderer Herkunft >> Familien- und Hofesarchive, Nachlässe, privates Schriftgut >> Architekt Heinrich Stiegemann, Warstein
Kurzbeschreibung: Pläne des Architekturbüros Dipl.-Ing. Heinrich Stiegemann, Warstein, Depositum. Pläne zu im Kreis Soest und darüber hinaus im Erzbistum Paderborn durchgeführte Bauvorhaben und Restaurierungsmaßnahmen an Sakralbauten und profane Bauvorhaben.
Vorwort: Heinrich Johannes Stiegemann wurde am 23.12.1909 als Sohn des Steinmetzmeisters Bern-hard Stiegemann und seiner Frau Dorothea, geb. Behrens, in Krefeld geboren. Er besuchte von 1916 an die Oberrealschule in Krefeld und machte dort 1928 sein Abitur. Anschließend studierte er Architektur an den Technischen Hochschulen in Aachen bei den Professoren Theodor Veil, Otto Gruber, Theodore von Kármán, August von Brandis (Freihandzeichnen) und Stuttgart bei Paul Bonatz und Paul Schmitthenner.
Nach der 1933 bestandenen Diplom-Prüfung war er zunächst drei Jahre in Krefeld freischaf-fend für Behörden und in der Denkmalpflege tätig, wo er nach dem Tod des Vaters interims-weise das Steinmetzgeschäft leitete. Es folgten drei Jahre bei der Reichspostdirektion in Braunschweig, wo er als Postbaureferendar mit dem bombensicheren Ausbau von Verstär-kerämtern befasst war und im Montanblock-Baustab, Prof. Rimpl, Berlin, Abteilung 7 in Salz-gitter.
1939 bis 1945 Soldat, kam er im November 1944 schwer verwundet mit einem Lazarettzug nach Warstein und ließ sich hier nach Kriegsende als selbständiger Architekt nieder. In den ersten Jahren entstanden neben Ein- und Mehrfamilienhäusern gewerbliche und betriebliche Bauten in Warstein und im Möhnetal. Die Wilhelm-Bergenthal-Siedlung im Norden der Stadt Warstein mit 200 Grundstücken wurde 1947 erschlossen und beplant. Ab der Mitte der 1950er Jahre verlagerte sich der Schwerpunkt seiner Tätigkeit auf den Bau und die Restau-rierung von Kirchen, hauptsächlich im Erzbistum Paderborn, einige wenige Kirchen gehören zum Bistum Münster.
Zu den größten Aufgaben gehörte die Gesamtrestaurierung des St. Patrokli-Doms in Soest in den Jahren 1973 bis 1978 und die grundlegende Restaurierung der Hohen Domkirche St. Marien, St. Liborius und St. Kilian zu Paderborn, mit der Heinrich Stiegemann im Jahre 1978 begann, deren Vollendung er jedoch nicht mehr erlebte.
Zu seinen Bauprojekten zählten auch weiterhin Profanbauten und private Bauten. Für seine Verdienste um den Wiederaufbau der Kirchen und Kulturdenkmäler erhielt Heinrich Stiege-mann 1980 das Bundesverdienstkreuz (Akte im Kreisarchiv Soest, Bestand Krs.So-A Nr. 3860). Er verstarb am 17.05.1989 in Warstein.
Der Nachlass des Architekten Heinrich Stiegemann befindet sich seit 1991 als Depositum im Kreisarchiv Soest. Anfang 2024 wurde das Despositum in eine Schenkung umgewandelt.
Die Übernahme des Nachlasses war eine der letzten Amtshandlungen des damaligen Ober-kreisdirektors Rudolf Harling. Bevor Rudolf Harling in den Ruhestand wechselte, widmete er einen Untergeschossraum im neuen Kreishaus der Unterbringung des Nachlasses. Architekt Franz-Josef Hense, seit 1947 Mitarbeiter von Heinrich Stiegemann, hatte dann den Raum im Keller des Soester Kreishauses eingerichtet. Nach dem Umzug des Kreisarchivs Soest in neue Räumlichkeiten im Frühjahr 2021 ist der Bestand nunmehr direkt im Kreisarchiv unter-gebracht, da dessen Magazine optimale klimatische Lagerungsbedingungen bieten.
Aus dem Depositum wurde der Bestand P 2 gebildet. Es wurden zwei Teilbestände gebildet. Der Bestand P 2/1 beinhaltet Akten aus der Zeit 1945-1993, 16 Akten beginnen vor 1945. Der Bestand P 2/2 umfasst Zeichnungen und Pläne aus der Zeit 1928-1990, davon sind 42 aus der Zeit vor 1928 datiert, 4 Zeichnungen sind aus dem 19. Jahrhundert. Bei 102 Zeichnungen und Plänen konnten keine Angaben zur Datierung gemacht werden, bzw. die Datierung konn-te auch aus Akten und anderen Quellen nicht ermittelt werden.
Die Akten, Zeichnungen und Pläne beinhalten u.a. Informationen zu Kirchen und Kapellen, Pfarrhäusern, Pfarrheimen, Jugendheimen, Vikarien, Altenheimen und Kindergärten. Insbe-sondere zu Warstein, dem Wohnort Heinrich Stiegemanns, sind viele Akten, Zeichnungen und Pläne vorhanden, u.a. zu den Kirchen, aber auch zu Wohn- und Geschäftshäusern, Firmen und Fabriken und öffentlichen Gebäuden.
Der Bestand wurde von Archivarin Iris Zwitzers in den Jahren 2012 bis 2014 verzeichnet und in das EDV-Programm Augias Archiv eingegeben. Zuerst wurden die Akten im Bestand P 2/1 verzeichnet, großformatige und nichtauseinanderfaltbare Zeichnungen und Pläne wurden entnommen und mit einem Verweis im Datensatz in den Bestand P 2/2 eingegliedert, Bsp.: 5 Pläne (Signatur P 2/2 Nr. 1-5). In die Akten wurden entsprechend Verweiszettel eingelegt. Fotos, Negative und Dias sind im Bestand P 2/1 im Darin-Vermerk verzeichnet. Aufgrund der Bedeutung des Bestandes wurde nichts mehr kassiert.
Die Klassifikation wurde zusammen mit Kreisarchivarin Beatrix Pusch erarbeitet. Es wurden folgende Gruppen gebildet:
1. Zeichnungen aus der Studienzeit
2. Kirchliche und private Bauten: Allgemeine Entwürfe
3. Kirchen und kirchliche Bauten
4. Private und öffentliche Bauten
5. Kirchliche, private und öffentliche Bauten: Architektenverträge, Statische Berechnungen und Gutachten
6. Verschiedenes
Die Gruppen 2 und 3 sind innerhalb alphabetisch nach Orten gegliedert. Die Akten, Pläne und Zeichnungen wurden nach dieser Klassifikation klassifiziert. Nach Abschluss der Ordnungs- und Verzeichnungsarbeiten wurde der Bestand indiziert. Gebildet wurden ein Körperschafts-index, ein Namensindex, ein Objektindex und ein Ortsindex. Dieser verweist auf die Indexnummer beim Datensatz.
Einige Unterlagen dieses Teilbestandes unterliegen noch Schutzfristen gem. Archivgesetz NRW und stehen daher für eine Benutzung nicht zur Verfügung. Zur Bestellung der Archivalien im Lesesaal und als Zitierweise bei Veröffentlichungen ist die Signatur (Bestandskürzel und Nummer, z.B. P 2/1 1) anzugeben.
Stand: 29.01.2024
Vorwort: Heinrich Johannes Stiegemann wurde am 23.12.1909 als Sohn des Steinmetzmeisters Bern-hard Stiegemann und seiner Frau Dorothea, geb. Behrens, in Krefeld geboren. Er besuchte von 1916 an die Oberrealschule in Krefeld und machte dort 1928 sein Abitur. Anschließend studierte er Architektur an den Technischen Hochschulen in Aachen bei den Professoren Theodor Veil, Otto Gruber, Theodore von Kármán, August von Brandis (Freihandzeichnen) und Stuttgart bei Paul Bonatz und Paul Schmitthenner.
Nach der 1933 bestandenen Diplom-Prüfung war er zunächst drei Jahre in Krefeld freischaf-fend für Behörden und in der Denkmalpflege tätig, wo er nach dem Tod des Vaters interims-weise das Steinmetzgeschäft leitete. Es folgten drei Jahre bei der Reichspostdirektion in Braunschweig, wo er als Postbaureferendar mit dem bombensicheren Ausbau von Verstär-kerämtern befasst war und im Montanblock-Baustab, Prof. Rimpl, Berlin, Abteilung 7 in Salz-gitter.
1939 bis 1945 Soldat, kam er im November 1944 schwer verwundet mit einem Lazarettzug nach Warstein und ließ sich hier nach Kriegsende als selbständiger Architekt nieder. In den ersten Jahren entstanden neben Ein- und Mehrfamilienhäusern gewerbliche und betriebliche Bauten in Warstein und im Möhnetal. Die Wilhelm-Bergenthal-Siedlung im Norden der Stadt Warstein mit 200 Grundstücken wurde 1947 erschlossen und beplant. Ab der Mitte der 1950er Jahre verlagerte sich der Schwerpunkt seiner Tätigkeit auf den Bau und die Restau-rierung von Kirchen, hauptsächlich im Erzbistum Paderborn, einige wenige Kirchen gehören zum Bistum Münster.
Zu den größten Aufgaben gehörte die Gesamtrestaurierung des St. Patrokli-Doms in Soest in den Jahren 1973 bis 1978 und die grundlegende Restaurierung der Hohen Domkirche St. Marien, St. Liborius und St. Kilian zu Paderborn, mit der Heinrich Stiegemann im Jahre 1978 begann, deren Vollendung er jedoch nicht mehr erlebte.
Zu seinen Bauprojekten zählten auch weiterhin Profanbauten und private Bauten. Für seine Verdienste um den Wiederaufbau der Kirchen und Kulturdenkmäler erhielt Heinrich Stiege-mann 1980 das Bundesverdienstkreuz (Akte im Kreisarchiv Soest, Bestand Krs.So-A Nr. 3860). Er verstarb am 17.05.1989 in Warstein.
Der Nachlass des Architekten Heinrich Stiegemann befindet sich seit 1991 als Depositum im Kreisarchiv Soest. Anfang 2024 wurde das Despositum in eine Schenkung umgewandelt.
Die Übernahme des Nachlasses war eine der letzten Amtshandlungen des damaligen Ober-kreisdirektors Rudolf Harling. Bevor Rudolf Harling in den Ruhestand wechselte, widmete er einen Untergeschossraum im neuen Kreishaus der Unterbringung des Nachlasses. Architekt Franz-Josef Hense, seit 1947 Mitarbeiter von Heinrich Stiegemann, hatte dann den Raum im Keller des Soester Kreishauses eingerichtet. Nach dem Umzug des Kreisarchivs Soest in neue Räumlichkeiten im Frühjahr 2021 ist der Bestand nunmehr direkt im Kreisarchiv unter-gebracht, da dessen Magazine optimale klimatische Lagerungsbedingungen bieten.
Aus dem Depositum wurde der Bestand P 2 gebildet. Es wurden zwei Teilbestände gebildet. Der Bestand P 2/1 beinhaltet Akten aus der Zeit 1945-1993, 16 Akten beginnen vor 1945. Der Bestand P 2/2 umfasst Zeichnungen und Pläne aus der Zeit 1928-1990, davon sind 42 aus der Zeit vor 1928 datiert, 4 Zeichnungen sind aus dem 19. Jahrhundert. Bei 102 Zeichnungen und Plänen konnten keine Angaben zur Datierung gemacht werden, bzw. die Datierung konn-te auch aus Akten und anderen Quellen nicht ermittelt werden.
Die Akten, Zeichnungen und Pläne beinhalten u.a. Informationen zu Kirchen und Kapellen, Pfarrhäusern, Pfarrheimen, Jugendheimen, Vikarien, Altenheimen und Kindergärten. Insbe-sondere zu Warstein, dem Wohnort Heinrich Stiegemanns, sind viele Akten, Zeichnungen und Pläne vorhanden, u.a. zu den Kirchen, aber auch zu Wohn- und Geschäftshäusern, Firmen und Fabriken und öffentlichen Gebäuden.
Der Bestand wurde von Archivarin Iris Zwitzers in den Jahren 2012 bis 2014 verzeichnet und in das EDV-Programm Augias Archiv eingegeben. Zuerst wurden die Akten im Bestand P 2/1 verzeichnet, großformatige und nichtauseinanderfaltbare Zeichnungen und Pläne wurden entnommen und mit einem Verweis im Datensatz in den Bestand P 2/2 eingegliedert, Bsp.: 5 Pläne (Signatur P 2/2 Nr. 1-5). In die Akten wurden entsprechend Verweiszettel eingelegt. Fotos, Negative und Dias sind im Bestand P 2/1 im Darin-Vermerk verzeichnet. Aufgrund der Bedeutung des Bestandes wurde nichts mehr kassiert.
Die Klassifikation wurde zusammen mit Kreisarchivarin Beatrix Pusch erarbeitet. Es wurden folgende Gruppen gebildet:
1. Zeichnungen aus der Studienzeit
2. Kirchliche und private Bauten: Allgemeine Entwürfe
3. Kirchen und kirchliche Bauten
4. Private und öffentliche Bauten
5. Kirchliche, private und öffentliche Bauten: Architektenverträge, Statische Berechnungen und Gutachten
6. Verschiedenes
Die Gruppen 2 und 3 sind innerhalb alphabetisch nach Orten gegliedert. Die Akten, Pläne und Zeichnungen wurden nach dieser Klassifikation klassifiziert. Nach Abschluss der Ordnungs- und Verzeichnungsarbeiten wurde der Bestand indiziert. Gebildet wurden ein Körperschafts-index, ein Namensindex, ein Objektindex und ein Ortsindex. Dieser verweist auf die Indexnummer beim Datensatz.
Einige Unterlagen dieses Teilbestandes unterliegen noch Schutzfristen gem. Archivgesetz NRW und stehen daher für eine Benutzung nicht zur Verfügung. Zur Bestellung der Archivalien im Lesesaal und als Zitierweise bei Veröffentlichungen ist die Signatur (Bestandskürzel und Nummer, z.B. P 2/1 1) anzugeben.
Stand: 29.01.2024
9380 Verzeichnungseinheiten
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.11.2025, 13:59 MEZ