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Papst Clemens X. gewährt [Kardinal Bernhard Gustav Graf von
Baden-Durlach, Abt von Fulda] eine erneute Provision für ein Kanonikat
samt Präbende a...
Urk. 75 Fulda: Reichsabtei, Stift [ehemals: Urkunden R I a]
Fulda: Reichsabtei, Stift [ehemals: Urkunden R I a] >> Reichsabtei, Stift >> 1671-1680
1674 Januar 10
Kopie, Papier, Notarssiegel
Urkunde
Identifikation (Urkunde): Originaldatierung: Datum Romae apud sanctam Mariam maiorem sub annulo piscatoris die X Ianuarii MDCLXXIV pontificatus nostri anno quarto
Vermerke (Urkunde): (Voll-) Regest: Papst Clemens X. gewährt [Kardinal Bernhard Gustav Graf von Baden-Durlach, Abt von Fulda] eine erneute Provision für ein Kanonikat samt Präbende am Kölner Dom. Bernhard Gustav hat dem Papst kürzlich mitgeteilt, dass bereits Clemens IX. Bernhard Gustav mit den niederen Weihen (in minoribus constitutus) das Tragen des Habits des Benediktinerordens gestattet hat, er aber nie die übliche Konfess abgelegt hat; zudem ist er immer noch im Besitz des Domkanonikats samt Präbende der Metropolitankirche von Köln; später wurde er zum Koadjutor von Fulda mit dem Recht auf Nachfolge im Amt bestimmt; gemäß einer mit einer Bleibulle besiegelten Urkunde Clemens IX. hat Bernhard Gustav seine Profess [als Mönch] als Turnar des Kölner Domkapitels im Oktober 1668 abgelegt; da dies in einem geraden Monat (mense ordinario) stattfand, sind das Kanonikat und Präbende in Köln vakant geworden und an Ferdinand Graf von Fürstenberg, Kleriker der Diözese Köln oder einer anderen [!]; nach langem Streit hat Bernhard Gustav dann zu Studienzwecken in die Hände des ordentlichen Kollators auf Kanonikat und Präbende in Köln verzichtet woraufhin der ordentliche Kollator ihm ein durch den Tod des letzten Inhabers vakant gewordenes Kanonikat samt Präbende übertragen hat; nach Ableistung der strengen Residenz wurde Bernhard Gustav in das Kölner Domkapitel aufgenommen. Da aber gemäß den Bestimmungen des letzten [5.] Laterankonzils Pfründen mit einem Jahreseinkommen in Höhe von nicht mehr als 200 Kammer-Golddukaten nicht an Kardinäle verliehen werden dürfen, besteht an der Gültigkeit der Provision durch den ordentlichen Kollator ein begründeter Zweifel. Daher hat Bernhard Gustav sich an den Papst gewandt und um eine passende Provision gebeten. Der Papst gewährt Bernhard Gustav in Andenken an sein Kardinalat die gewünschte Provision für das ihm vom ordentlichen Kollator bereits übertragene Kanonikat samt Präbende am Kölner Domkapitel; er lässt ihn zur Aufnahme der strengen Residenz zu, sichert ihm die ihm zustehenden Rechte und Gewohnheiten zu, dispensiert ihn von allen möglichen Defekten; er darf sämtliche regelgemäß erworbenen Pfründen mit und ohne Seelsorge lebenslänglich behalten; mit dem Kanonikat in Köln sind Einkünfte in Höhe von 24 Kammer-Golddukaten verbunden; wenn Bernhard Gustav auf die Präbende an der Kurie oder vor Notar und Zeugen verzichtet, fällt die Kollatur gemäß den Bestimmungen des Kirchenrechts, besonders gemäß dem Devolutionsrecht der Statuten des [4.] Laterankonzils und den allgemeinen Reservationen an den Papst; daher kann der Papst Gustav Bernhard erneut providieren; die Fehler der ersten Provision sind damit geheilt. [Opizio Pallavicini], päpstlicher Nuntius für das Rheinland und Niederdeutschland [in Köln] und [Gerhard Kämper], Offizial von Münster, werden -, gemeinsam oder einer von diesen, zur Publikation des päpstlichen Mandats aufgerufen sowie zum Schutz Bernhard Gustavs berufen. Sie haben das Recht mit Kirchenstrafen für den Schutz der Rechte zu sorgen und die weltliche Gewalt zu Hilfe zu rufen; gemäß den Bestimmungen Bonifatius VIII. und der allgemeinen Konzilien, insbesondere des letzten [5.] Laterankonzils sollen Gerichtsorte nicht mehr als zwei oder drei Tagesreisen entfernt angesetzt werden. Bestimmungen, wonach Ordensgeistliche nicht in das Kölner Domkapitel gelangen sollen, gelten hier nicht. Ausstellungsort: Rom, Sta. Maria Maggiore. Circumspectionis tuae in nos. Beglaubigungsvermerk des Johann Peter (Petrus) Rabich aus Fulda, Notar päpstlicher und kaiserlicher Autorität. Siegelankündigung. Notarszeichen. (siehe Abbildungen: Seite 1, Seite 2 und 3, Seite 4 und 5, Seite 6 und 7, Rückseite; Siegel: Papiersiegel)
Vermerke (Urkunde): Unterschriften: (I. G. Slusius)
Entnommen aus StaM Best. 94, Nr. 1040, f. 15-18.
Clemens IX. [1667-1669].
Ferdinand Graf von Fürstenberg, u. a. Bischof von Paderborn [1661-1683].
Information on confiscated assets
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BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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