Papiere Weinland und Feuerbach (Bestand)
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, J 53/1
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Sammlungen >> Familienpapiere und genealogische Sammlungen >> Familienpapiere württembergischer Beamter 18.-20. Jahrhundert
1778-1816, Vorakten ab 1582
Überlieferungsgeschichte
Wie aus dem bisher als Findbuch dienenden Übergabeverzeichnis sowie den Geschäftsakten (F 59) des Hauptstaatsarchivs hervorgeht, kam der Bestand am 20. Oktober 1880 von Rechtsanwalt und Justizrat a. D. Paul Feuerbach, dem Sohn des Staatsrats Johann Peter Feuerbach, in dreizehn umfangreichen Faszikeln bei der Archivdirektion Stuttgart ein. Von den dreizehn Faszikeln wurden jedoch die Faszikel I, II, IV und XIII von Feuerbach zurückgenommen, nachdem die Archivdirektion sie für unbedeutend und historisch nicht von Wert befunden hatte. Sie enthielten persönliche Papiere der Familie Feuerbach sowie Unterlagen über Vermögen und Erbschaften Weinlands, insbesondere dessen Haus am Esslinger Hafenmarkt. An Weinlands Enkel August Christoph Friedrich Weinland, Pfarrer a. D. in Esslingen, wurden im Juli 1904 nach langwierigen Verhandlungen auch noch die Faszikel V, VI und XII zurückgegeben. Sie betrafen vor allem die Vorfahren Weinlands und seiner Gattin, sodann seine Anstellung und Ämter in Mecklenburg, und sie umfaßten auch seinen privaten Briefwechsel. Das gesamte Material sollte Bestandteil des weinlandischen Familienfideikommisses werden. Im Besitz der Archivverwaltung blieben die Faszikel III, VII, VIII, IX, X und XI.
Der Bestand lagerte ab 1880 im Staatsfilialarchiv Ludwigsburg und wurde 1969 in das Hauptstaatsarchiv Stuttgart überführt.
Seit der Beständegliederung durch Karl Otto Müller bildeten die Unterlagen den Hauptteil des SammelbeStands J 4 - 5 Familienpapiere württembergischer Beamter, der seit dem Erscheinen der neuen J-Beständeübersicht im Jahr 1974 die Signatur J 53 trägt. Der Umfang der Unterlagen mit immer noch 1,3 lfd. m legte nahe, den Bestand aus dem Sammelbestand J 53 herauszunehmen und als gesonderte Provenienz unter der Signatur J 53/1 zu führen. Die Verzeichnung des Bestands erfolgte in den Monaten Dezember 1978 bis Februar 1979 als Teil der Ausbildung von Inspektoranwärterin Gerlinde Adler und wurde 2007 online gestellt. Der Bestand umfasst 138 Büschel.
Inhalt und Bewertung
1. Zur Biographie Weinlands und Feuerbachs
Ehrhard Friedrich Weinland entstammte einer Familie der Reichsstadt Esslingen. Als einziger Sohn des Esslinger Bürgermeisters Dr. jur. Andreas Friedrich Weinland wurde er am 20. Oktober 1745 in Esslingen geboren. Nach vierjährigen Rechtstudien bei seinem Vater schrieb er sich am 9. November 1764 in die juristische Fakultät der Universität Tübingen ein.
Im Jahr 1768 fand er seine erste Stellung als Hofmeister des Barons von Holz in Jena, wo er nebenbei noch als privater Rechtsberater dreier kursächsischer Gesandter - den Grafen Carl Heinrich von Goerz, Adolph Nicolaus von Gersdorff und Carl Friedrich Wilhelm von Bose - tätig war. Als Rat und Konsistorialfiskal am Hof des Herzogs Friedrich von Mecklenburg-Schwerin begegnen wir Weinland von 1772 bis 1781.
Am 30. November 1781 ernannte ihn der Ritterkanton Kocher zu seinem zweiten Konsulenten. Weinland kehrte in seine Vaterstadt Esslingen zurück, blieb aber gleichzeitig mit Angelegenheiten des Hauses Mecklenburg-Schwerin betraut. Im Jahr 1789 übernahm er das Amt des ersten Konsulenten. Sein Schwiegersohn, der am 1. August 1761 in Wetzlar als Sohn eines Strumpfwebers geborene, spätere württembergische Staatsrat und Bevollmächtigte beim Wiener Kongress, Johann Peter Feuerbach, wurde zum zweiten Konsulenten ernannt. Etwa gleichzeitig mit Weinlands Rückkehr nach Esslingen erfolgte seine Wiederaufnahme in das Bürgerrecht der Stadt und die Wahl in den Esslinger Senat. Des weiteren war er Verwalter der Witwenkasse der Herzogin Franziska von Württemberg sowie - nach der Mediatisierung der Stadt und des Kantons bis zu seinem Tod im Jahr 1812 - Mitglied des königlichen Oberjustizkollegiums in Esslingen.
Die biographischen Hinweise nach J 53/1 Bü 122.
2. Zum Inhalt des Bestandes
Das im Bestand enthaltene Schriftgut entstand im wesentlichen seit Weinlands Rückkehr nach Esslingen. Es spiegelt in erster Linie seine von hier aus entfaltete Tätigkeit zugunsten des Hauses Mecklenburg-Schwerin und des Ritterkantons Kocher. Den Niederschlag privater Freundschaft stellt Weinlands Korrespondenz mit Baron von Nettelbladt dar. Aus dem Nachlass Feuerbach liegt nur wenig Schriftgut vor. Es erwuchs im Rahmen der Mission Feuerbachs am Wiener Hof.
Wie aus dem bisher als Findbuch dienenden Übergabeverzeichnis sowie den Geschäftsakten (F 59) des Hauptstaatsarchivs hervorgeht, kam der Bestand am 20. Oktober 1880 von Rechtsanwalt und Justizrat a. D. Paul Feuerbach, dem Sohn des Staatsrats Johann Peter Feuerbach, in dreizehn umfangreichen Faszikeln bei der Archivdirektion Stuttgart ein. Von den dreizehn Faszikeln wurden jedoch die Faszikel I, II, IV und XIII von Feuerbach zurückgenommen, nachdem die Archivdirektion sie für unbedeutend und historisch nicht von Wert befunden hatte. Sie enthielten persönliche Papiere der Familie Feuerbach sowie Unterlagen über Vermögen und Erbschaften Weinlands, insbesondere dessen Haus am Esslinger Hafenmarkt. An Weinlands Enkel August Christoph Friedrich Weinland, Pfarrer a. D. in Esslingen, wurden im Juli 1904 nach langwierigen Verhandlungen auch noch die Faszikel V, VI und XII zurückgegeben. Sie betrafen vor allem die Vorfahren Weinlands und seiner Gattin, sodann seine Anstellung und Ämter in Mecklenburg, und sie umfaßten auch seinen privaten Briefwechsel. Das gesamte Material sollte Bestandteil des weinlandischen Familienfideikommisses werden. Im Besitz der Archivverwaltung blieben die Faszikel III, VII, VIII, IX, X und XI.
Der Bestand lagerte ab 1880 im Staatsfilialarchiv Ludwigsburg und wurde 1969 in das Hauptstaatsarchiv Stuttgart überführt.
Seit der Beständegliederung durch Karl Otto Müller bildeten die Unterlagen den Hauptteil des SammelbeStands J 4 - 5 Familienpapiere württembergischer Beamter, der seit dem Erscheinen der neuen J-Beständeübersicht im Jahr 1974 die Signatur J 53 trägt. Der Umfang der Unterlagen mit immer noch 1,3 lfd. m legte nahe, den Bestand aus dem Sammelbestand J 53 herauszunehmen und als gesonderte Provenienz unter der Signatur J 53/1 zu führen. Die Verzeichnung des Bestands erfolgte in den Monaten Dezember 1978 bis Februar 1979 als Teil der Ausbildung von Inspektoranwärterin Gerlinde Adler und wurde 2007 online gestellt. Der Bestand umfasst 138 Büschel.
Inhalt und Bewertung
1. Zur Biographie Weinlands und Feuerbachs
Ehrhard Friedrich Weinland entstammte einer Familie der Reichsstadt Esslingen. Als einziger Sohn des Esslinger Bürgermeisters Dr. jur. Andreas Friedrich Weinland wurde er am 20. Oktober 1745 in Esslingen geboren. Nach vierjährigen Rechtstudien bei seinem Vater schrieb er sich am 9. November 1764 in die juristische Fakultät der Universität Tübingen ein.
Im Jahr 1768 fand er seine erste Stellung als Hofmeister des Barons von Holz in Jena, wo er nebenbei noch als privater Rechtsberater dreier kursächsischer Gesandter - den Grafen Carl Heinrich von Goerz, Adolph Nicolaus von Gersdorff und Carl Friedrich Wilhelm von Bose - tätig war. Als Rat und Konsistorialfiskal am Hof des Herzogs Friedrich von Mecklenburg-Schwerin begegnen wir Weinland von 1772 bis 1781.
Am 30. November 1781 ernannte ihn der Ritterkanton Kocher zu seinem zweiten Konsulenten. Weinland kehrte in seine Vaterstadt Esslingen zurück, blieb aber gleichzeitig mit Angelegenheiten des Hauses Mecklenburg-Schwerin betraut. Im Jahr 1789 übernahm er das Amt des ersten Konsulenten. Sein Schwiegersohn, der am 1. August 1761 in Wetzlar als Sohn eines Strumpfwebers geborene, spätere württembergische Staatsrat und Bevollmächtigte beim Wiener Kongress, Johann Peter Feuerbach, wurde zum zweiten Konsulenten ernannt. Etwa gleichzeitig mit Weinlands Rückkehr nach Esslingen erfolgte seine Wiederaufnahme in das Bürgerrecht der Stadt und die Wahl in den Esslinger Senat. Des weiteren war er Verwalter der Witwenkasse der Herzogin Franziska von Württemberg sowie - nach der Mediatisierung der Stadt und des Kantons bis zu seinem Tod im Jahr 1812 - Mitglied des königlichen Oberjustizkollegiums in Esslingen.
Die biographischen Hinweise nach J 53/1 Bü 122.
2. Zum Inhalt des Bestandes
Das im Bestand enthaltene Schriftgut entstand im wesentlichen seit Weinlands Rückkehr nach Esslingen. Es spiegelt in erster Linie seine von hier aus entfaltete Tätigkeit zugunsten des Hauses Mecklenburg-Schwerin und des Ritterkantons Kocher. Den Niederschlag privater Freundschaft stellt Weinlands Korrespondenz mit Baron von Nettelbladt dar. Aus dem Nachlass Feuerbach liegt nur wenig Schriftgut vor. Es erwuchs im Rahmen der Mission Feuerbachs am Wiener Hof.
138 Büschel
Bestand
Weinland, Erhard Friedrich; Justizrat, Kriminalrat, 1745-1812
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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13.11.2025, 2:39 PM CET
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