Haus der Heimat (Hedemünden) / Dienststelle für Vertriebenen- und Spätaussiedlerarbeit im Amt für Gemeindedienst / Konvent der zerstreuten ev. Ostkirchen (Bestand)
Show full titleLandeskirchliches Archiv der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
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E 70
Landeskirchliches Archiv Hannover (Archivtektonik) >> Gliederung >> Landeskirchliches Archiv >> E - Einrichtungen der Landeskirche, Werke, Vereine
1926-1994
Bestandsgeschichte: Der vorliegende Bestand umfasst die Schriftgutüberlieferung dreier Einrichtungen der landeskirchlichen Vertriebenen- und Spätaussiedlerarbeit, die zeitweilig durch eine gemeinsame Geschäftsstelle betreut wurden: Der aus dem Landesflüchtlingspfarramt hervorgegangenen Dienststelle für Vertriebenen- und Spätaussiedlerarbeit im Amt für Gemeindedienst, des Konvents der zerstreuten ev. Ostkirchen sowie der Altenwohn- und Tagungsstätte "Haus der Heimat" in Hedemünden und ihres Trägervereins. Zur kirchlichen Integration und seelsorgerlichen Betreuung der Flüchtlinge und Ostvertriebenen wurde von 1950 bis 1958 der bessarabiendeutsche Oberpastor Immanuel Baumann mit der Funktion eines Landesflüchtlingspastors betraut. 1958-1963 amtierte Pastor Johannes Alfred Schmidt in Wettmar nebenamtlich als Landesflüchtlingspastor. Zum 1. August 1963 lief das Amt aus. Seine Aufgaben wurden mit Verfügung vom 17. Juli 1963 der Landesstelle Hannover des Konvents der zerstreuten ev. Ostkirchen übertragen. Das bisherige Büro des Landesflüchtlingspfarrers erhielt die Bezeichnung "Dienststelle für die landeskirchliche Vertriebenenarbeit". Die Leitung der Dienststelle wurde dem Hannoveraner Stadtflüchtlingspastor und Vorsitzenden des Konvents der zerstreuten ev. Ostkirchen, Pastor Dr. Werner Petersmann und dessen Stellvertreter, Verwaltungsdirektor Gerhard Rauhut, übertragen. 1967 wurde die Dienststelle nach Hedemünden verlegt und Pastor Erwin Meyer in Hannover-Kirchrode zum Leiter ernannt. Mit dessen Ausscheiden am 1. August 1972 wurde der Leiter der Stadtmission Hannover, Pastor Ernst-August Marburg, zu dessen Nachfolger bestimmt (bis 31. Januar 1986). Ihm folgten im Amt: Pastor D. theol. Hans-Henning Neß und Pastor Siegfred Springer. Zum 1. Januar 1981 kehrte die Dienststelle von Hedemünden nach Hannover zurück. Zusätzlich wurde ein zweiter Geschäftsführer für die intensive Betreuung der Aussiedler im Raum Gifhorn-Wolfsburg eingestellt, der insbesondere die Leitung des als Gemeinschaftshaus für Spätaussiedler neuerrichteten Birger-Forell-Hauses in Gifhorn-Gamsen übernahm. Der Dienststelle zugeordnet war seit 1981 der Evangelische Jugenddienst für Ost-West-Begegnung e. V. (seit 2003: Gesellschaft für Ost-West-Begegnung). Die Dienststelle für landeskirchliche Vertriebenen- und Spätaussiedlerarbeit wurde im Oktober 1990 in Ostkirchen- und Aussiedlerarbeit im Amt für Gemeindedienst umbenannt. Mit dem 1. Juni 1991 trat eine neue Ordnung für die Einrichtung in Kraft, die den Arbeitsschwerpunkt mit der Förderung der kirchlichen Integration der evangelischen Aussiedler aus Osteuropa durch Beratung, Begegnung und Bildungsarbeit bestimmte. Der Konvent der zerstreuten evangelischen Ostkirchen war der Zusammenschluss von zwölf Hilfskomitees. Seine Geschäftsführung wurde 1966 mit der der Dienststelle für Vertriebenen- und Spätaussiedlerarbeit verbunden. Die zunehmende Alterung der Vertriebenen legte schon Ende der 1950er Jahre den Gedanken an die Schaffung eines besonderen Altersheims nahe, in dem evangelische Flüchtlinge und Übersiedler aus den Ostgebieten gemeinsam Aufnahme finden könnten. Auf Initiative von Landesflüchtlingspastor Johannes A. Schmidt wurde 1959 nach Prüfung durch den Baudezernenten des Landeskirchenamts das ehemalige Eichelberg-Sanatorium in Hedemünden angekauft. Die Trägerschaft übernahm der "Haus der Heimat e. V." Angesichts der überalterten Mitgliederstruktur und der Probleme bei der Weiterführung des Altenheims leitete die Mitgliederversammlung vom 13. Juli 1990 die Auflösung des Vereins ein. Durch die Mitgliederversammlung vom 11. März 1993 wurde dann allerdings die Fortführung und die Förderung von dem Satzungszweck entsprechenden Projekten anderer Träger beschlossen. Das nachmalige "Haus der Heimat" wurde 1904 als Sanatorium im Kaufunger Wald durch Prof. Dr. Lauenstein errichtet, ging später in den Besitz des Arztes Eichelberg über, der es bis 1942 weiterbetrieb. Seither diente es als Erholungsheim der Fa. Henschel in Kassel, ab 1947 als Altersheim des Landkreises Münden. Die Gebr. Eichelberg als Besitzer verkauften es an die Kirche, wobei die Familie bestimmte Nutzungsrechte an Haus und Nebengebäuden behielt. Als "Haus der Heimat" wurde es am 1. April 1960 eröffnet und am Himmelfahrtstag 1960 durch Oberlandeskirchenrat Bartels (Hannover) eingeweiht. Mit der Geschäftsführung des Hauses wie des Trägervereins wurde Gerda Zottmaier betraut. Noch 1960 wurde mit Hilfe eines ökumenischen Aufbaulagers eine Kapelle eingerichtet. 1966 erfolgte der Anbau eines Kongresssaals, 1974 des sogenannten "Siebenbürgen-Raums" mit Bibliothek und Archiv. Seit 1988 diente das Haus auch als Pflegeheim. Wegen mangelnder Rentabilität wurde das Haus 1990 verkauft. Der Bestand wurde dem Landeskirchlichen Archiv Hannover im September 2001 mit einem Umfang von 5 m ungeordnet und ohne Ablieferungsverzeichnis durch das Amt für Gemeindedienst übergeben. Im September 2007 wurde er neu gegliedert, geordnet und verzeichnet. Er umfasst noch 2,4 Meter. Im Bestand ist ein Nachlasssplitter des aus Russland stammenden Pastors Leo Torinus mit historischen Aufzeichnungen über die Geschichte der evangelischen Gemeinden in Russland und die deutschen Pastoren daselbst enthalten. Ebenso finden sich im Bestand zwei Bände mit privater Korrespondenz des Landesvorsitzenden des Konvents der zerstreuten ev. Ostkirchen und zeitweiligen Stadtflüchtlingspastors Werner Petersmann. Er umfasst überwiegend Schriftverkehr mit Vorstand und Mitgliedern der Notgemeinschaft evangelischer Deutscher. Verwandte Bestände: B 1 (Generalakten des Landeskirchenamtes) Nr. 6844 C (Flüchtlingsseelsorge, Allgemeines), 6844 E (Flüchtlingsseelsorge, Hilfskomitees), 6844 G (Landesflüchtlingspastor/Dienststelle für landeskirchliche Vertriebenen- und Spätaussiedlerarbeit), 68445 (Flüchtlingsseelsorge Stadt Hannover), 6849 (Heimkehrer und Aussiedler), 6849-1 (Birger-Forell-Haus), 6136 (Haus der Heimat Hedemünden); B 7 (Personalakten von Pastoren): Personalakten der Landesflüchtlingspastoren bzw. Leiter der Dienststelle für Vertriebenen- und Spätaussiedlerarbeit Immanuel Baumann (Nr. 476), Johannes A. Schmidt (Nr. 737), Werner Petersmann (Nr. 2813 I-IV), Erwin Meyer (Nr. 1373, 3839) und Ernst-August Marburg (Nr. 233); E 55 (Stadtmission Hannover)
2,4 lfd. M.
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
01.04.2025, 1:47 PM CEST
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