Klage der Stadt Ratibor gegen die Herrschaft Ratibor wegen einer Bewässerungsanlage (Akte des Justizkommissars Nobiling in Berlin wegen der ihm übertragenen Rechtsangelegenheiten des Oberkammerherrn Fürsten von Wittgenstein)
Show full title
BPH, Rep. 192 Nl Wittgenstein, W. L. G. zu, VII E Nr. 2
BPH, Rep. 192 Nl Wittgenstein, W. L. G. zu Wittgenstein, Wilhelm Ludwig Georg Fürst zu Sayn-W.
Wittgenstein, Wilhelm Ludwig Georg Fürst zu Sayn-W. >> 07 Verschiedenes >> 07.04 Rechtsfragen und Streitigkeiten Wittgensteins, 1810 - 1847
1810, 1836, 1845
Enthält:
- Forderungen der Kasseler Bank Ruben H. Goldschmidt, 1836. Als Zeuge tritt auf Geheimer Hofrat Gottlob Thomas Friedrich Steinbach, 54 Jahre alt, besorgt alle Privatgeschäfte Wittgensteins seit 1810
- Wittgenstein an Justizrat Nobiling: "Ich habe im Jahr 1811 von dem verstorbenen Grafen Maximilian Friedrich von Plettenberg-Mietingen für eine bedeutende Forderung die Herrschaft Ratibor übernehmen müssen, die ich aber im Jahre 1812 an den damaligen Kurprinzen, jetzigen Kurfürsten von Hessen verkaufte, welcher außer dieser Herrschaft auch das säkularisierte Stift Rauden akquirierte. Da der Kurfürst diese Akquisition ohne Vorwissen und Genehmigung seines Herrn Vaters gemacht hatte und daher wünschte, daß dieser davon keine Kenntnis erhalten möchte, so wurde der Besitztitel nicht auf den Namen des ersteren berichtigt und die Herrschaft Ratibor noch ferner in meinem Namen, in gleicher Weise auch die Herrschaft Rauden, verwaltet. Die Verwaltung übertrug der Kurfürst dem in Münster verstorbenen General-Kommissar Hauptmann Brockmann, welcher im Jahre 1810 den Zustand der Herrschaft Ratibor untersuchte und daher mit den dortigen Verhältnissen näher bekannt war. Brockmann erhielt von dem Kurfürsten eine Bestallung und seine Legitimation, bei den Behörden eine von mir ausgestellte Vollmacht.
Der Kurfürst überließ 1820 die Herrschaft Ratibor und Rauden dem verstorbenen Landgrafen von Hessen-Rotenburg und diese Herrschaften wurden hierauf von dem König zu einem Medial-Herzogtum erhoben. Der Landgraf richtete zugunsten der Prinzen Victor und Chlodwig von Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst ein Fideikommiß ein, das aus dem Herzogtum Ratibor, dem Fürstentum Corvey und anderen Besitzungen bestand und nach dem 1834 erfolgten Tode des Landgrafen kam das Herzogtum Ratibor in den Besitz des erstgenannten Prinzen. 11.6.1845."
- Forderungen der Kasseler Bank Ruben H. Goldschmidt, 1836. Als Zeuge tritt auf Geheimer Hofrat Gottlob Thomas Friedrich Steinbach, 54 Jahre alt, besorgt alle Privatgeschäfte Wittgensteins seit 1810
- Wittgenstein an Justizrat Nobiling: "Ich habe im Jahr 1811 von dem verstorbenen Grafen Maximilian Friedrich von Plettenberg-Mietingen für eine bedeutende Forderung die Herrschaft Ratibor übernehmen müssen, die ich aber im Jahre 1812 an den damaligen Kurprinzen, jetzigen Kurfürsten von Hessen verkaufte, welcher außer dieser Herrschaft auch das säkularisierte Stift Rauden akquirierte. Da der Kurfürst diese Akquisition ohne Vorwissen und Genehmigung seines Herrn Vaters gemacht hatte und daher wünschte, daß dieser davon keine Kenntnis erhalten möchte, so wurde der Besitztitel nicht auf den Namen des ersteren berichtigt und die Herrschaft Ratibor noch ferner in meinem Namen, in gleicher Weise auch die Herrschaft Rauden, verwaltet. Die Verwaltung übertrug der Kurfürst dem in Münster verstorbenen General-Kommissar Hauptmann Brockmann, welcher im Jahre 1810 den Zustand der Herrschaft Ratibor untersuchte und daher mit den dortigen Verhältnissen näher bekannt war. Brockmann erhielt von dem Kurfürsten eine Bestallung und seine Legitimation, bei den Behörden eine von mir ausgestellte Vollmacht.
Der Kurfürst überließ 1820 die Herrschaft Ratibor und Rauden dem verstorbenen Landgrafen von Hessen-Rotenburg und diese Herrschaften wurden hierauf von dem König zu einem Medial-Herzogtum erhoben. Der Landgraf richtete zugunsten der Prinzen Victor und Chlodwig von Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst ein Fideikommiß ein, das aus dem Herzogtum Ratibor, dem Fürstentum Corvey und anderen Besitzungen bestand und nach dem 1834 erfolgten Tode des Landgrafen kam das Herzogtum Ratibor in den Besitz des erstgenannten Prinzen. 11.6.1845."
Archivale
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
20.08.2025, 1:38 PM CEST
Hierarchy
Hierarchy detail view
- Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz
- Tektonik
- NICHTSTAATLICHE PROVENIENZEN (Archival tectonics)
- Firmen, Familien und Personen (Archival tectonics)
- Personen (Archival tectonics)
- Haus und Hof der Hohenzollern (Archival tectonics)
- Hausminister (Archival tectonics)
- Wittgenstein, Wilhelm Ludwig Georg Fürst zu Sayn-W. (Archival holding)
- 07 Verschiedenes (Classification)
- 07.04 Rechtsfragen und Streitigkeiten Wittgensteins, 1810 - 1847 (Classification)