Nachlass Rudolf Schlie (Bestand)
Vollständigen Titel anzeigenLandeskirchliches Archiv der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
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N 141
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1924-1975
Bestandsgeschichte: Rudolf Schlie (1901-1985) wurde am 3. Januar 1901 in Harburg geboren. Nach dem Theologiestudium (1920-1924) an verschiedenen Universitäten besuchte er das Predigerseminar des Klosters Loccum (1925-1927). Die 1. und 2. Theologische Prüfung bestand er 1924 und 1927 jeweils mit der Note gut. Nach seiner Ordination in Hildesheim im Jahre 1927 war Rudolf Schlie zunächst für ein Jahr als Hilfsgeistlicher in Fallersleben tätig, bevor er Pastor in Engter (1928-1937) und schließlich Superintendent in Pattensen wurde . Während der langen Zeit als Superintendent (1937-1969) hatte Schlie mehrere Positionen in verschiedenen Ämtern und Organisationen inne. So war er Mitglied der Landessynode (18 Jahre lang; 14., 15. und 16. Landessynode) und der Prüfungskommission für die 1. und 2. theologische Prüfung, Leiter des Evangelischen Dorfhelferinnenwerks Niedersachsen (13 Jahre lang), sowie Vorsitzender des Landeskirchlichen Baurates, des Bauplanungsausschusses für den Sprengel Calenberg-Hoya und des Arbeitsausschusses für den kirchlichen Dienst auf dem Lande. Während des Zweiten Weltkrieges unterbrach Rudolf Schlie seine Tätigkeit als Superintendent und leistete zwei Jahre lang Wehrdienst (Entlassung aus dem Wehrdienst am 26. Juli 1945). Im Jahre 1948 wurde ein Entnazifizierungsverfahren gegen Schlie eingeleitet, im Zuge dessen er jedoch in die Kategorie V eingestuft und somit entlastet wurde. Mit seiner Frau (1970 gest.) hatte er einen Sohn (Rolf Schlie) adoptiert, leibliche Kinder hingegen hatte das Paar nicht. Rudolf Schlie starb am 8. Januar 1985 in Hannover. Bei der Deponierung des Ephoralarchivs Pattensen wurde dem Landeskirchlichen Archiv Hannover 1986 auch der 0,7 Regalmeter umfassende Nachlass von Rudolf Schlie übergeben. Er besteht überwiegend aus Predigtmanuskripten, die größtenteils nach dem Kirchenkalender geordnet worden sind. Zusätzlich sind die Manuskripte innerhalb der jeweiligen Kirchenfeste chronologisch sortiert worden, wenn auch teilweise fehlerhaft. Die von Schlie überwiegend handschriftlich verfassten Predigten umfassen dabei den Zeitraum von 1924 -1975. Einen weiteren, allerdings sehr kleinen Teil des Bestandes bilden predigtbezogene Materialien. Zu diesen gehören u. a. Kirchenbroschüren, Gebetshefte, Briefe und Zeitungsausschnitte.Die vorgefundene Ordnung der Predigtmanuskripte wurde bei der Verzeichnung beibehalten, die Fehler in der Chronologie jedoch berichtigt. Der Bestand wurde im September 2007 verzeichnet und ist uneingeschränkt benutzbar. Zur Ergänzung können weitere Archivbestände des Landeskirchlichen Archivs Hannover mit herangezogen werden: B 7 (Persoanlakten von Pastoren) Nr. 730 (Personal-Akte von Rudolf Schlie); D 13 (Ephoralarchiv Laatzen-Pattensen); L5d (Landessuperintendentur Hannover).
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
01.04.2025, 13:47 MESZ
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