Messerer (Bestand)
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E 5/45
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Die für Nürnberg erstmals 1259 erwähnten Messerschmiede waren der wichtigste Bereich der Messer- und Klingen- (auch Waffen-) herstellenden Gewerbe. Während sie zunächst alle Arbeitsgänge der Messerherstellung (Schmieden, Schleifen, Beschalen) selbst ausübten, gaben sie seit etwa 1300 das Schmieden und Schleifen an die Klingenschmiede bzw. -schleifer (Schleiferhandwerke) ab und behielten sich selbst nur das Beschalen und den Verkauf ihrer Ware vor; die Schalen (Griffe) wurden teils von den Messerern selbst hergestellt, teils in einfacherer Qualität von den Schalenschrötern geliefert.Nach langen Gewerbestreitigkeiten wurden 1527 die (erstmals 1285 erwähnten) Schwertfeger als Sondergruppe in das Messererhandwerk inkorporiert. Nach der 1531 erlassenen gemeinsamen Ordnung der 'vier vereinigten Werkstätten' der Messerer und Klingenschmiede zu Nürnberg, Schwabach, Roth und Wendelstein waren die Produkte mit einem Meisterzeichen zu versehen und unterlagen der Schau. Verlagswesen und Stückarbeit (Fertigung durch unselbständige Meister, Stückwerker) waren weit verbreitet, womit die Messerer die anderen Handwerke in ihre Abhängigkeit brachten. 1573 gab es ca. 250 Messererwerkstätten in Nürnberg, die etwa 1/4 bis 1/3 aller Betriebe der Eisenverarbeitung ausmachten. Zuarbeit leisteten die Rinkelmacher (Verzierungen), Gürtler (Scheidenbeschläge aus Messing), Hauben- und Kreuzschmiede (verschiedene Teile des Schwertgriffs), Ortbandmacher (Blechbänder an den Spitzen von Schwertscheiden) und andere. Das Scheidenmachen war eine Freie Kunst. Spezialprodukte wie z.B. Schermesser, Schabmesser oder Schnitzklingen wurden von besonderen Handwerken hergestellt (Schermesserer, Neberschmiede, Zirkelschmiede).Der vorliegende Bestand enthält diverse Ordnungen, Einschreibbücher insbesondere der Gesellen, Unterlagen über Rechnungs- und Vermögensangelegenheiten, Stiftungssachen, Korrespondenzen im Zusammenhang mit der Bildung und Verwaltung der vier vereinigten Werkstätten (siehe oben), zu Streitigkeiten mit anderen Gewerben, Einzelverträge mit dem Messererhandwerk, den Handel mit Messern und ähnliches mehr. Besonders zu erwähnen sind u.a. ein Handwerks- und Meisterbuch der Messerer 1537-1724 mit Einträgen zu Gang und Ordnung des Handwerks, ein Handwerksbuch enthaltend die Gesetze und Ordnungen der Messerschmiede und -gesellen, der Schwertfeger, der Klingenschmiede, der Schermesserer und Läuterer (Härter) sowie Verträge zwischen den Handwerkern in Nürnberg, Wendelstein, Schwabach und Roth (angelegt 1615) und ein Einschreibbuch über die Zeichen der Meister 1634-1803. Vorhanden sind auch die Satzungen des freien Vereins der Nürnberger Messerschmiede und Schwertfeger von 1869.
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Bestand
Deutsch
Einschreibbücher
Eisenverarbeitung
Gürtler
Handel
Handwerksarchive (Einzelbestände)
Handwerksbuch
Handwerksordnungen
Haubenschmiede
Klingenschmiede
Kreuzschmiede
Meisterbuch
Meisterzeichen
Messerer (Handwerksarchiv)
Messerschmiede
Ortbandmacher
Rechnungsangelegenheiten
Rinkelmacher
Roth
Schau
Schleiferhandwerk
Schwabach
Schwertfeger
Stiftungssachen
Streitigkeiten
Waffenschmiede
Wendelstein
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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05.06.2025, 11:18 AM CEST