St. Moritz, den 29 Juli 1907. <Datum am Schluss> "Lieber Herr Geheimerath Nicolai Ihr werthes Schreiben vom 25t habe ich gestern erhalten und danke Ihnen für die Ausführung desselben. Ich bedaure nur sehr daß ein großes Mißverständnis vorliegt das Ich nun aufklären werde. Major von Beaulieu gab mir vor einiger Zeit Kenntniß von dem traurigen Zustand der Frau des Sergeanten (?) Wagener und gab mir Kenntniß von dem beabsichteten [sic!] Heilverfahren. Ich sagte sogleich ich wolle dem Sergeanten eine Unterstützung gewähren und Major von Beaulieu möge Ihnen von der Sache Kenntniß geben damit das Nöthige von mir angeordnet werden könne; - Es handelte sich also nicht um eine Sache der Hofverwaltung, sondern um Wohlthätigkeitsgabe. Das ist um so nöthiger als Wagener einen geringen Gehalt bezieht und deswegen auch als Abschreiber verwendet wird. Sie sehen nun daß meine Absichten mißverstanden wurden und wir daher nur eine Unterstützungssache vor uns haben. Ihren Antrag dreihundert Mark zu geben möchte ich daher nur um fünfzig Mark erhöhen und stelle dahin ob später eine Wiederholung nöthig wird. - Ich füge noch zur weiteren Klärung bei daß wenn ich die Armee Inspection niederlege alle diese Beziehungen aufhören. - Ich ersuche Sie daher dem Major von Beaulieu mitzutheilen daß wenn er nach Karlsruhe zurückgekehrt seyn wird, Sie ihm in meinem Auftrag die 350 Mark für den Sergeanten Wagener zustellen werden, als einmalige Unterstützungsgabe. Mit den Anträgen bezüglich des Fußballvereins und des Brigade Schießvereins bin ich einverstanden. Ihr dankbar ergebener Friedrich Großherzog"