Hintergrund des Verfahrens ist ein Streit um den Nachlaß des Bruders des Appellanten, Johann von Seggerde, der offenbar Kapitular in Verden war. Das vorinstanzliche Urteil erlegte dem Kapitel zu Verden die Erstellung eines Inventars über dessen Nachlaß samt Informationen darüber auf, welche Posten bereits bezahlt seien, und legte Regelungen über die Begleichung der Schulden bei den Gläubigern fest. Auf Teile des Nachlasses hatte die Mutter von Claus Dietrich und Johann von Seggerde Ansprüche geltend gemacht. Der Appellant erklärt, weder Erbe seines Bruders noch seiner Mutter zu sein, und wendet sich dagegen, für deren Schulden herangezogen zu werden. Seiblin bat um Fristverlängerung zur Reproduktion, da der RKG-Bote wegen des Winterwetters nicht rechtzeitig zurückgekommen sei. Krapff erklärte, die Ladung sei nicht ordnungsgemäß und aus Verschulden des Appellanten zu spät zugestellt worden, und weigerte sich, sich zu legitimieren. Nach einem Completum-Vermerk vom 13. September 1615 folgen im Protokoll nur noch (Re- )Visum-Vermerke.
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Hintergrund des Verfahrens ist ein Streit um den Nachlaß des Bruders des Appellanten, Johann von Seggerde, der offenbar Kapitular in Verden war. Das vorinstanzliche Urteil erlegte dem Kapitel zu Verden die Erstellung eines Inventars über dessen Nachlaß samt Informationen darüber auf, welche Posten bereits bezahlt seien, und legte Regelungen über die Begleichung der Schulden bei den Gläubigern fest. Auf Teile des Nachlasses hatte die Mutter von Claus Dietrich und Johann von Seggerde Ansprüche geltend gemacht. Der Appellant erklärt, weder Erbe seines Bruders noch seiner Mutter zu sein, und wendet sich dagegen, für deren Schulden herangezogen zu werden. Seiblin bat um Fristverlängerung zur Reproduktion, da der RKG-Bote wegen des Winterwetters nicht rechtzeitig zurückgekommen sei. Krapff erklärte, die Ladung sei nicht ordnungsgemäß und aus Verschulden des Appellanten zu spät zugestellt worden, und weigerte sich, sich zu legitimieren. Nach einem Completum-Vermerk vom 13. September 1615 folgen im Protokoll nur noch (Re- )Visum-Vermerke.
AA 0627, 5117 - S 1120/3968
AA 0627 Reichskammergericht, Teil VIII: S-T
Reichskammergericht, Teil VIII: S-T >> 1. Buchstabe S
1615 - 1619 (1614 - 1615)
Enthaeltvermerke: Kläger: Claus Dietrich von Seggerde zu Seggerde Beklagter: Die seggerdischen Kreditoren, nämlich als Kreditoren des Johann von Seggerde Propst, Dekan und Kapitel der Domkirche zu Verden; Andreas Palme; Bernhard Hanneker als Vikar des Verstorbenen; Dr. med. Johann Baptist Servilius; Dr. med. Hatzfeldt; Williusius von der Hoya, Advokat; Heinrich Nieman, Notar; Johann Rademacher, Notar; Alheit von Minden; Lutger Eggers; Anne Hauerlands; Augustin Schrader; Heinrich Rodenwaldt; Hermann Früeling; Stats Schulerman; Margrethe Cluvers; Dietrich Nieman; Anne von Lintel; Franz Panningk; Siebel Rippen; Hermann Ganstens Witwe; Friedrich von Rothmers Erben; Andreas Borneman, Kantor; Johann Bocks Witwe; Stats Nieman, Schneider; Heinrich Guhrad, Grobschmied; Hans Schwarze, Kleinschmied; Hans Vöge, Grobschmied; Dietrich Groppendorf; Cord Sandman; Heinrich Hase, Grobschmied; Christoph Pallitz, Goldschmied; Christoph von Gandersheim, Glaser; Heinrich Hurleke zur Rula; Johann Badenhop; Heinrich Bötticher; Christoph Niemeyer; Dietrich Klunden; Witwe von Born; Heinrich Rönneckhe; Jobst von der Hude; Hermann Sebastian, Kramer zu Rotenburg; Cord Lohman; Johann Piltzer; Berend Zwillenmeyers Witwe; Dietmar Kenebhels Witwe, zumeist wohnhaft in Verden und Umgebung Prokuratoren (Kl.): Seiblin (1615) Prokuratoren (Bekl.): Krapff (1615) Prozeßart: Appellationis Instanzen: 1. Bischöflich Verdensches Hofgericht (? - 1614) - 2. RKG 1615 - 1619 (1614 - 1615) Beschreibung: 14 Bl., lose; Q 1 - 2.
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
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28.04.2026, 8:30 AM CEST