Pfaffe Hermann Kraft, ehemals Pfarrer zu Ulm, stiftet mit Zustimmung und Förderung seiner Brüder Ulrich, Hans und Ott der Kräft und seiner Schwester Lucie der Ehingerin eine ewige Messe in Unser-Frauen-Pfarrkirche zu Ulm auf jenen Altar, den er zu Ehren der Heiligen Bartholomäus, Nikolaus, Laurentius und Oswald errichten ließ und den er derzeit dem Priester Herrn Eberhard dem Schacher von Blaubeuren verliehen hat. Er stiftet dazu Haus und Hofraite neben seinem Anwesen in Ulm, das derzeit Pfaffe Eberhard der Schacher bewohnt, Vorzinse , Afterzinse und Hühnergülten aus genau beschriebenen Anwesen in und vor Ulm, ferner Vorzinse, Afterzinse und Hühnergülten aus genau beschriebenen Anwesen in und vor Ulm, in Pfuhl (Pfuole), Schwaighofen (Schwaikhouen) und Offenhausen (Offenhusen), die der Aussteller seiner Kellerin Anna der Rainstetterin auf Lebenszeit überlassen hat und die nach ihrem Tod der Pfründe zufallen, ferner das Gut zu Asselfingen (Auslabingen), das Ruos der Häring gegen genannte Gülten besitzt, sowie 2 Kelche, 2 silberne Ampeln (ampellan), eine Monstranz mit Patella (ainem patillen), 1 Missale, 1 Tagzeitbuch (zitbuoch) und zwei Meßgewänder. Der Aussteller verzichtet für sich und seine Erben auf alle Ansprüche an das Stiftungsgut, besonders auf Abgaben und Fronen vom Hof zu Asselfingen. Der Pfründinhaber hat auf dem Altar täglich eine Messe zu lesen. Er hat im Pfründhaus zu wohnen und die Pfründe unverändert zu belassen bei Strafe der Entziehung. Die Verleihung der Pfründe obliegt dem Spitalmeister (spitaler) zu Ulm in Zusammenwirken mit dem Kraft. Verweigern diese die Mitwirkung, so verleiht der Spitaler die Pfründe allein; er hat jedoch dafür weder etwas zu fordern noch dem Pfründner der Pfründe wegen zu gebieten. Anne die Rainstetterin gibt für sich und ihre Erben hierzu ihre Zustimmung. Ulrich, Hans und Ott der Kräft, Brüder, und Lucie die Ehingerin, ihre Schwester, geben ebenfalls ihre Zustimmung. Beschädigung der Urkunde oder ihrer Siegel beeinträchtigt die Stiftung nicht.