Vor Betteke Wulfhorn, Richter des Kölner Erzbischofs zu Neheim (Neyhem), und seinem Gericht erscheint Hinrich Schulte zu Retringen (Retrinchusen), der durch den Fronen des Gerichts, Hinrich Schroder, geladen war, auch wegen des Johan Vrydach, Propst zu Oelinghausen (Vlinchusen). Der bevollmächtigte Prokurator des Propstes, Herr Wilhem Bomgarder, und Johan von Borck, Kaplan zu Oelinghausen, lassen ihn durch ihren Vorsprecher, Albert to Borne, zur Aussage auffordern, was und wieviel er jährlich an Rente aus dem Hofe zu Retringen dem Arnd Lappen von der Röhre (Rurne) gegeben habe. Daraufhin erklärt der Schulte mit Bekräftigung seines Eides, er habe elf Jahre auf dem Hofe gesessen und habe jährlich aus dem Hofe dem Arnd Lappen 12 Pfennige entrichtet. Das erste Jahr habe er die 12 Pfennige dem Johann, dem unehelichen (unechten) Sohn des Arnd Lappen gegeben, desgleichen im zweiten Jahr. Im dritten Jahr habe er das Geld dem Heyneman Holthuis, dem Vogten des Lappen, gegeben. Im vierten Jahr desgleichen und seinem Knecht Heinrich. Im 5. Jahr zahlte er die 12 Pfennige an den Knecht Heinrich, der zusammen mit Bruder Hinrich, Konverse zu Oelinghausen, auf Geheiß des Propstes kam, um ihn deswegen zu pfänden. Auch im 6. und 7. Jahr habe er die 12 Pfennige dem Bruder Hinrich Kremer, Konverse zu Oelinghausen, gezahlt, damit dieser sie an Lappe weiterreiche. Die letzten vier Jahre habe er die 12 Pfennige dem Propst gegeben. Siegelankündigung des Richters. Standgenossen des Gerichts: Johan Lopenboger, Pastor zu Bremen (Bremmen), Godert Fürstenberg (Fforstenberg), Droste zu Neheim, Johan Fürstenberg von Höllinghofen (Holcklinchoue), Johan Byggennederich, Hans Dyckehuit. Datum 1469 Juli 23 (dominica post beate Marie Magdalene). Beglaubigung durch den Notar Hermann Putteman von Menden.

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Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Westfalen
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