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Stadt Warendorf Urkunden
1616 Januar 23
Regest: Der Warendorfer Stadtsekretär Henrich Hertzbroch und die Zeugen Johann Rhadtbartz und Henrich Brokamp protestieren beim Freckenhorster Amtmann Henrich Polmann dagegen, daß dieser den Freckenhorster Einwohnern verboten habe, in Warendorf Brot, Öl, Heringe und andere Waren zu verkaufen. Der Amtmann antwortete, er habe dies auf Befehl der Freckenhorster Äbtissin getan, "dan als Ihr gnaden jünst alda zu Freckenhorst gewesen, habe dieselb ihm ein solches denen einwöhnern anzusagen befohlen, insonderlich aber wegen des brodes, dan ihr gnaden haben wollen, daß selbig alda zu Freckenhorst eben so gut als es binnen Warendorff solte gebacken werden, damit alda auch nahrung sein mochte den anderen waren belangent sein dieselb, weile die luft der pest halber zu Warendorf infiniert, abzuholen, verbotten". Der Sekretär protestiert am 30. Januar mit den Zeugen Henrich Haverkamp und Johann Wrede erneut. Notariatsprotokoll des Hermann Wordemann.
Ausfertigung - 2 Foliobogen, Notariatssignet als Stempel aufgedruckt mit Initialen WHN und Devise: Dolorem comitatur gaudium. Alt: Abt. 2 D XIV 1, jetzt: A 772.
Urkunden
Angaben zum entzogenen Vermögen
Sonstige Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.