A Rep. 225-01 Hotelbetriebs-AG (Bestand)
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A Rep. 225-01
Landesarchiv Berlin (Archivtektonik) >> A Bestände vor 1945 >> A 6 Unternehmen der Wirtschaft >> A 6.2 Unternehmen der privaten Wirtschaft
1908 - 1939
Vorwort: A Rep. 225-01 Hotelbetriebs-AG
1. Unternehmensgeschichte
Als Reaktion auf den steigenden Fremdenverkehr in der jungen Reichshauptstadt Berlin wurde im Frühjahr 1897 die Hotelbetriebs-AG mit Sitz in Berlin gegründet. Maßgeblich daran beteiligt war der Geheime Kommerzienrat Leopold Koppel, Inhaber des Berliner Bankhauses Koppel & Co. und zugleich Großaktionär der Auergesellschaft/Deutsche Gasglühlicht-AG, später Osram GmbH. Im Juli 1904 wurde der Firmenname zu "Hotelbetriebs-AG, Conrad Uhl's Hotel Bristol - Centralhotel" erweitert - ein Zusatz, der im Jahre 1927 wieder rückgängig gemacht wurde.
Das Unternehmen entwickelte sich im Laufe der Jahre zum führenden Betreiber von Luxushotels in Berlin, wie dem 1890/91 errichteten Hotel Bristol, dem Hotel Bellevue, und dem am Bahnhof Friedrichstraße gelegenen Centralhotel. Es nannte aber auch verschiedene Restaurants, Konditoreien und Cafés sein eigen. Darunter waren Etablissements der gehobenen Klasse, wie die 1825 von dem aus Österreich stammenden preußischen Hofkonditor Johann Georg Kranzler gegründete Konditorei Kranzler Unter den Linden, die 1932 eine Filiale am Kurfürstendamm eröffnete, oder das seit 1877 bestehende Café Bauer. Andere Einrichtungen, wie das Restaurant Zum Heidelberger oder das Varieté Wintergarten - beide im Centralhotel gelegen - bedienten dagegen ein Massenpublikum.
Der für die Häuser notwendige Bedarf an Lebensmitteln machte die Hotelbetriebs-AG für die Aschinger's Aktien-Gesellschaft interessant. Sie suchte zur besseren Auslastung ihrer Speise- und Getränkebetriebe größere Absatzstellen. Zudem war sie mit den Hotels Fürstenhof und Palasthotel sowie zahlreichen Bierquellen, Konditoreien und Restaurants ebenfalls im Hotel- und Gaststättengewerbe tätig.
Mitte des Jahres 1926 erwarb Aschinger daher die Hotelbetriebs-AG unter Einsatz außerordentlich hoher Summen fremden Kapitals und belastete damit seine eigene Geschäftstätigkeit schwer. Um die Schulden zu minimieren, erfolgte zwar 1927 der Verkauf der Aschinger eigenen Berliner Hotel-Gesellschaft mit ihren Luxushotels Kaiserhof und Baltic sowie der ebenfalls zu Aschinger gehörigen "Geka" Geschäfts- und Kontorhaus AG an die Hotelbetriebs-AG. Das reichte aber trotz weiterer Maßnahmen nicht aus, die finanzielle Belastung abzubauen. Aus diesem Grunde veräußerte Aschinger die Hotelbetriebs-AG, zu der geschäftliche Bindungen nur unzureichend entwickelt waren, Mitte der 1930er Jahre wieder.
Infolge des Zweiten Weltkriegs verlor die Hotelbetriebs-AG einen Großteil ihres Vermögens. Zunächst wurden ihre Hotels und Gaststätten, die zumeist im Bezirk Mitte lagen, teilweise oder vollständig zerstört. Sodann wurde die Gesellschaft 1949 vom Ost-Berliner Magistrat enteignet. Der Neuanfang begann nunmehr in bescheidenerem Umfang im Westteil Berlins sowie mit der Einrichtung von Filialbetrieben in Westdeutschland, wie der Eröffnung eines Café Kranzler in Bonn 1949. Die Rückkehr zu alter Größe erfolgte erst mit dem Erwerb der M. Kempinski & Co. GmbH im Jahre 1953. Auf diesem Wege übernahm die Hotelbetriebs-AG das Hotel Kempinski am Kurfürstendamm, das eines der wenigen Luxushotels der oberen Klasse in Berlin (West) war und zum Stammhaus für weitere Luxusherbergen des Unternehmens in aller Welt wurde. Das Ansehen, das mit dem Namen Kempinski in Hotelkreisen fortan verbunden wurde, führte schließlich zu den Umbenennungen der Hotelbetriebs-AG in "Kempinski Hotelbetriebs-AG" 1970 und "Kempinski AG" 1977.
2. Bestandsgeschichte
Die Unterlagen, die in den fünf Beständen der Bestandsgruppe Aschinger-Konzern zusammengefasst sind, gelangten im Jahre 1973 (Acc. 468/73) und 1979 (Acc. 603/79) ins Stadtarchiv Berlin, das wiederum 1991 mit dem West-Berliner Landesarchiv zum Landesarchiv Berlin fusionierte.
Abgegeben wurden sie vom VEB Backwaren-Kombinat Berlin, der als Nachfolger der Aschinger’s Aktien-Gesellschaft seinen Sitz in deren früherer Zentralverwaltung in der Saarbrücker Straße 34/38 hatte. Im Stadtarchiv und dann im Landesarchiv wurden die Papiere ohne Rücksicht auf ihre Provenienz einheitlich als Bestand A Rep. 225 Aschinger’s Aktien-Gesellschaft geführt. Bis zur hier vorliegenden Neuerschließung existierte eine grobe Verzeichnung des Bestandes auf Karteikarten. Diese genügte allerdings weder den heutigen archivischen Ansprüchen noch wurde sie in ihrer Oberflächlichkeit und teilweisen Parteilichkeit der außerordentlichen Vielfalt der Unterlagen gerecht. Außerdem ließ sie 85 Archivguteinheiten unberücksichtigt und blieb somit unvollständig.
A. Bestandstrennung
Die in den Jahren 2002 / 2003 erfolgte Neu- bzw. Erstverzeichnung, die mit einer Umbettung der häufig in Schnellheftern abgelegten Papiere in säurearme Materialien einherging, erbrachte nicht nur einen tieferen Erschließungsgrad, der dem wachsenden Interesse an Kultur- und Wirtschaftsgeschichte entgegenkommen soll. Sie ermöglichte auch, die Unterlagen entsprechend ihrer tatsächlichen Herkunft zu trennen und nach dem Provenienzprinzip zu eigenen Beständen zu formieren. Auf diese Weise wird der eigenständige Rechtscharakter der einzelnen Unternehmen betont. Andererseits zeigt ihre Einordnung als Unterbestände der Bestandsgruppe A Rep. 225 die enge Bindung der Tochterunternehmen an die Muttergesellschaft. Entsprechen die Bestände A Rep. 225-01 Hotelbetriebs-AG, A Rep. 225-03 „Geka“ Geschäfts- und Kontorhaus AG und A Rep. 225-04 J.G. Kranzler Schokoladen- und Konfitüren-Fabrik GmbH dabei in ihrer archivischen Bezeichnung auch dem tatsächlichen, zuletzt verwandten Firmennamen, so verhält es sich mit der
Bezeichnung des Bestandes A Rep. 225-02 anders. Hier wurde nicht der letztgültige, aus politischen Gründen geführte Name F.W. Borchardt gewählt. Es erschien in keiner Weise gerechtfertigt, aus archivischen Prinzipien an der Auslöschung eines jüdischen Namens festzuhalten und so zu vollenden, was der Nationalsozialismus aus ideologischen Gründen erstrebt hatte. Stattdessen wurde in der Bestandsbezeichnung bewusst der Name M. Kempinski & Co. wieder aufgenommen, allerdings in Form der Weinhaus und Handelsgesellschaft mbH, um so zugleich die seit 1937 bestehende Zugehörigkeit zu Aschinger ausreichend zu berücksichtigen.
Neben den fünf Beständen wurden Archivalien überdies dem Bestand C Rep. 751-01 zugeordnet, der den in Berlin (Ost) ansässigen Nachfolgebetrieb der Aschinger’s Aktien-Gesellschaft, den VEB „Aktivist“, bezeichnet. Stichdatum für die Trennung bildete die Enteignung der Aschinger’s Aktien-Gesellschaft am 8. Februar 1949.
Generell ließen sich die Provenienzen eindeutig scheiden. Gleichwohl war in Einzelfällen eine Zuordnung von Akten zu den entsprechenden Beständen problematisch. In solchen Fällen wurden die Unterlagen in der Regel dem Bestand der darin behandelten Firma zugewiesen. Beispielhaft hierfür sind Wirtschaftschaftsprüfungsberichte von Tochterunternehmen, die, wie zahlreiche Bericht erstattende Papiere auch, bei der Aschinger’s Aktien-Gesellschaft abgelegt worden oder aber, wie bei der Verzeichnung vorausgesetzt, bei dem jeweils geprüften Betrieb angefallen sein könnten. Wirtschaftsprüfungsberichte sind ferner ein Beispiel für jene Unterlagen, die in mehrfacher Ausfertigung vorlagen und somit eine Kassation erlaubten.
Um in allen Beständen einheitliche Nummernfolgen zu erreichen und zudem seinerzeit vergebene Unternummern aufzulösen, die datentechnisch schwer zu verarbeiten sind, wurden die Archivalien jedes Bestandes beginnend mit „1“ fortlaufend neu durchgezählt. Diese Maßnahme erschien auch vor dem Hintergrund vertretbar, dass der bisherige Einheitsbestand A Rep. 225 Aschinger’s Aktien-Gesellschaft nur von einem kleinen Benutzerkreis eingesehen worden ist und in einer noch geringeren Anzahl von Publikationen zitiert wird.
B. Klassifikation
Da trotz vereinzelter Aktenzeichen eine durchgehende Aktenordnung in keinem Bestand zu erkennen war und Aktenpläne fehlten, wurden in allen Fällen neue Klassifikationen erarbeitet. Sie lehnte sich für den Bestand A Rep. 225 Aschinger’s Aktien-Gesellschaft an den Organisationsplan vom 6. November 1936 an, der in seiner starken Differenzierung der Arbeitsbereiche eine ebenso differenzierte und damit transparente Zuordnung des Schriftgutes zu einzelnen Klassifikationspunkten zuließ.
Eine der bedeutendsten Abteilungen stellte dabei das Juristische Büro dar. Wie aus den Akten selbst ersichtlich, war es nicht nur mit Rechtsfragen befasst. Zu seinem Aufgabenbereich zählten ebenso die Verwaltung und Finanzierung der unzähligen Häuser und Grundstücke. Außerdem behandelte es Obligationsangelegenheiten. Da eine eigenständige Finanzabteilung bei Aschinger offensichtlich fehlte, wurden dem Juristischen Büro bei der Neuverzeichnung daher auch weitere die Finanzen betreffende Akten zugeordnet. Pressemitteilungen und Zeitungsausschnitte wurden der Werbeabteilung zugewiesen.
Zu einem gesonderten Klassifikationspunkt wurden die Berichte und Unterlagen der Tochtergesellschaften zusammengefasst, für deren Behandlung anscheinend die Direktion selbst verantwortlich zeichnete. Eine Aussage hierüber trifft der Organisationsplan von 1936 nicht. Dabei finden sich Archivalien zu den Hotels Baltic und Kaiserhof bis zur Übernahme ihrer ersten Eigentümerin, der Berliner Hotelgesellschaft, durch die Hotelbetriebsgesellschaft 1927 bei der ersteren, für Papiere aus der Zeit danach bei letzterer. In ähnlicher Weise wurde beim Bestand A Rep. 225-02 M. Kempinski & Co. Weinhaus und Handelsgesellschaft mbH verfahren. Hier lag der Klassifikation ein Organigramm aus der Zeit nach 1937 zugrunde, das eine deutliche Nähe zur Betriebsgliederung der Aschinger’s Aktien-Gesellschaft aufweist. In Anlehnung an diese beiden verwandten Organisationsstrukturen wurde daher auch die Klassifikation für den Bestand A Rep. 225-01 Hotelbetriebs-AG erstellt, von der keine Organisationsstruktur überliefert ist.
C. Umfänge
Den umfassendsten Zeitraum decken die 1377 AE (32,40 lfm) des Bestandes A Rep. 225 Aschinger’s Aktien-Gesellschaft ab. Mit seinen frühesten Papieren, einem Erbpachtvertrag über die Insel Werlsee, reicht er bis ins Jahr 1777 zurück und endet im Jahre 1951. Sein zeitlicher Schwerpunkt liegt dabei in den Jahren 1901 bis 1945.
Demgegenüber erstreckt sich der Bestand A Rep. 225-01 Hotelbetriebs-AG über die Jahre 1908 bis 1939, wobei sich hauptsächlich Unterlagen aus dem Zeitraum von Mitte der zwanziger bis Mitte der dreißiger Jahre finden. Er zählt insgesamt 149 AE (1,35 lfm).
Von vergleichbarem Umfang mit 115 AE (3,30 lfm) ist der Bestand A Rep. 225-02 M. Kempinski & Co. Weinhaus und Handelsgesellschaft mbH, dessen Unterlagen aus den Jahren von 1899 bis 1949 mit Schwerpunkt späte dreißiger Jahre stammen.
Kleiner sind die Bestände A Rep. 225-03 „Geka“ Geschäfts- und Kontorhaus AG (20 AE / 0,45 lfm) mit dem Zeitraum von 1910 bis 1947 und A Rep. 225-04 J.G. Kranzler Schokoladen- und Konfitüren-Fabrik GmbH (10 AE / 0,15 lfm) aus den Jahren von 1915 bis 1937.
Die Bestand ist wie folgt zu zitieren:
Landesarchiv Berlin A Rep. 225-01 Hotelbetriebs-AG, Nr. …
Vereinzelte Unterlagen sind auf Grund archivgesetzlicher Bestimmungen bzw. der EU-Datenschutz-Grundverordnung für die Benutzung befristet gesperrt. Eine Verkürzung der Schutzfristen kann auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es der besonderen Zustimmung des Landesarchivs Berlin.
3. Korrespondierende Bestände
LAB A Rep. 005-07 Hauptamt für Kriegssachschäden
LAB A Pr. Br. Rep. 030 Polizeipräsidium Berlin (u.a. Nr. 1259: Auskunfterteilung über Hans Kempinski und Richard Salomon Unger, 1910 - 1917, Nr. 1878: Rauchbelästigung im Kultusministerium durch Schornstein des Hotels Bristol, 1906 - 1915)
LAB A Rep. 093-03 Finanzamt Moabit-West (Nr. 50202: Vermögenseinziehung Unger)
LAB B Rep. 207 Bezirksamt Charlottenburg von Berlin
LAB C Rep. 105 Magistrat von Berlin / Finanzen (u.a. Enteignungakten Aschinger: Nr.1539, Hotelbetriebs-AG: Nr. 4089, F.W. Borchardt GmbH: Nr.1540)
LAB C Rep. 751 VEB Backwaren-Kombinat Berlin
LAB C Rep. 751-01 VEB Nahrungsmittelwerk „Aktivist“
LAB F Rep. 290 Allgemeine Fotosammlung
4. Literatur- und Quellenverzeichnis
Allen, Keith R.: Hungrige Metropole. Essen, Wohlfahrt und Kommerz in Berlin, Hamburg 2002.
Aschenbrenner, Hans: 18. Juni 1949: Bei Aschinger – fast wie früher, in: Berlinische Monatsschrift, hrsg. in der Edition Luisenstadt v. Ernst Goder u.a., H. 6/1999, Berlin 1999, S.82-85.
Bernhagen, Wolfgang / Schlottke, Heinz: Vom Gasthof zum Luxushotel. Ein Streifzug durch die Berliner Hotelgeschichte - Von den Anfängen bis zur Gegenwart, hrsg. v. d. Interhotel DDR Generaldirektion, o. O. o. J. [1988].
Brandenburgia. Monatsblatt der Gesellschaft für Heimatkunde der Provinz Brandenburg zu Berlin. Unter Mitwirkung des Märkischen Provinzial-Museums hrsg. v. Gesellschafts-Vorstande, Berlin
- Besichtigung der Aschingerschen Centrale in den Stadtbahnbogen, Straße an der Stadtbahn, IX. Jg. (1900/01), S.65-67;
- [Besichtigung des Hotels Fürstenhof], XVI. Jg. (1907/08), S.448-451;
- [Besichtigung des Weinhauses M. Kempinski & Co., Leipziger Straße 25], XVIII. Jg. (1909/10), S.147-150;
- Besichtigung der Centralbetriebsstelle von Aschinger’s Aktiengesellschaft, XXII. Jg. (1914), S.81-86.
„Haus Rheingold“ in Berlin. Eine Meisterschöpfung von Bruno Schmitz, in: Deutsche Kunst und Dekoration. Illustrierte Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst und künstlerische Frauenarbeiten, Darmstadt 1907, S.1-60.
Köster, Baldur: Berliner Gaststätten von der Jahrhundertwende bis zum Ersten Weltkrieg, Berlin (Diss.) 1964.
Petras, Renate: Das Café Bauer in Berlin, Berlin 1994.
Der Potsdamer Platz. Eine Geschichte in Wort und Bild, mit Beiträgen von Ulrike Plewnia u.a., Berlin 1995.
Pracht, Elfi: M. Kempinski & Co., hrsg. v. d. Historischen Kommission zu Berlin, Berlin 1994.
Berlin, im Oktober 2003 Michael Klein
1. Unternehmensgeschichte
Als Reaktion auf den steigenden Fremdenverkehr in der jungen Reichshauptstadt Berlin wurde im Frühjahr 1897 die Hotelbetriebs-AG mit Sitz in Berlin gegründet. Maßgeblich daran beteiligt war der Geheime Kommerzienrat Leopold Koppel, Inhaber des Berliner Bankhauses Koppel & Co. und zugleich Großaktionär der Auergesellschaft/Deutsche Gasglühlicht-AG, später Osram GmbH. Im Juli 1904 wurde der Firmenname zu "Hotelbetriebs-AG, Conrad Uhl's Hotel Bristol - Centralhotel" erweitert - ein Zusatz, der im Jahre 1927 wieder rückgängig gemacht wurde.
Das Unternehmen entwickelte sich im Laufe der Jahre zum führenden Betreiber von Luxushotels in Berlin, wie dem 1890/91 errichteten Hotel Bristol, dem Hotel Bellevue, und dem am Bahnhof Friedrichstraße gelegenen Centralhotel. Es nannte aber auch verschiedene Restaurants, Konditoreien und Cafés sein eigen. Darunter waren Etablissements der gehobenen Klasse, wie die 1825 von dem aus Österreich stammenden preußischen Hofkonditor Johann Georg Kranzler gegründete Konditorei Kranzler Unter den Linden, die 1932 eine Filiale am Kurfürstendamm eröffnete, oder das seit 1877 bestehende Café Bauer. Andere Einrichtungen, wie das Restaurant Zum Heidelberger oder das Varieté Wintergarten - beide im Centralhotel gelegen - bedienten dagegen ein Massenpublikum.
Der für die Häuser notwendige Bedarf an Lebensmitteln machte die Hotelbetriebs-AG für die Aschinger's Aktien-Gesellschaft interessant. Sie suchte zur besseren Auslastung ihrer Speise- und Getränkebetriebe größere Absatzstellen. Zudem war sie mit den Hotels Fürstenhof und Palasthotel sowie zahlreichen Bierquellen, Konditoreien und Restaurants ebenfalls im Hotel- und Gaststättengewerbe tätig.
Mitte des Jahres 1926 erwarb Aschinger daher die Hotelbetriebs-AG unter Einsatz außerordentlich hoher Summen fremden Kapitals und belastete damit seine eigene Geschäftstätigkeit schwer. Um die Schulden zu minimieren, erfolgte zwar 1927 der Verkauf der Aschinger eigenen Berliner Hotel-Gesellschaft mit ihren Luxushotels Kaiserhof und Baltic sowie der ebenfalls zu Aschinger gehörigen "Geka" Geschäfts- und Kontorhaus AG an die Hotelbetriebs-AG. Das reichte aber trotz weiterer Maßnahmen nicht aus, die finanzielle Belastung abzubauen. Aus diesem Grunde veräußerte Aschinger die Hotelbetriebs-AG, zu der geschäftliche Bindungen nur unzureichend entwickelt waren, Mitte der 1930er Jahre wieder.
Infolge des Zweiten Weltkriegs verlor die Hotelbetriebs-AG einen Großteil ihres Vermögens. Zunächst wurden ihre Hotels und Gaststätten, die zumeist im Bezirk Mitte lagen, teilweise oder vollständig zerstört. Sodann wurde die Gesellschaft 1949 vom Ost-Berliner Magistrat enteignet. Der Neuanfang begann nunmehr in bescheidenerem Umfang im Westteil Berlins sowie mit der Einrichtung von Filialbetrieben in Westdeutschland, wie der Eröffnung eines Café Kranzler in Bonn 1949. Die Rückkehr zu alter Größe erfolgte erst mit dem Erwerb der M. Kempinski & Co. GmbH im Jahre 1953. Auf diesem Wege übernahm die Hotelbetriebs-AG das Hotel Kempinski am Kurfürstendamm, das eines der wenigen Luxushotels der oberen Klasse in Berlin (West) war und zum Stammhaus für weitere Luxusherbergen des Unternehmens in aller Welt wurde. Das Ansehen, das mit dem Namen Kempinski in Hotelkreisen fortan verbunden wurde, führte schließlich zu den Umbenennungen der Hotelbetriebs-AG in "Kempinski Hotelbetriebs-AG" 1970 und "Kempinski AG" 1977.
2. Bestandsgeschichte
Die Unterlagen, die in den fünf Beständen der Bestandsgruppe Aschinger-Konzern zusammengefasst sind, gelangten im Jahre 1973 (Acc. 468/73) und 1979 (Acc. 603/79) ins Stadtarchiv Berlin, das wiederum 1991 mit dem West-Berliner Landesarchiv zum Landesarchiv Berlin fusionierte.
Abgegeben wurden sie vom VEB Backwaren-Kombinat Berlin, der als Nachfolger der Aschinger’s Aktien-Gesellschaft seinen Sitz in deren früherer Zentralverwaltung in der Saarbrücker Straße 34/38 hatte. Im Stadtarchiv und dann im Landesarchiv wurden die Papiere ohne Rücksicht auf ihre Provenienz einheitlich als Bestand A Rep. 225 Aschinger’s Aktien-Gesellschaft geführt. Bis zur hier vorliegenden Neuerschließung existierte eine grobe Verzeichnung des Bestandes auf Karteikarten. Diese genügte allerdings weder den heutigen archivischen Ansprüchen noch wurde sie in ihrer Oberflächlichkeit und teilweisen Parteilichkeit der außerordentlichen Vielfalt der Unterlagen gerecht. Außerdem ließ sie 85 Archivguteinheiten unberücksichtigt und blieb somit unvollständig.
A. Bestandstrennung
Die in den Jahren 2002 / 2003 erfolgte Neu- bzw. Erstverzeichnung, die mit einer Umbettung der häufig in Schnellheftern abgelegten Papiere in säurearme Materialien einherging, erbrachte nicht nur einen tieferen Erschließungsgrad, der dem wachsenden Interesse an Kultur- und Wirtschaftsgeschichte entgegenkommen soll. Sie ermöglichte auch, die Unterlagen entsprechend ihrer tatsächlichen Herkunft zu trennen und nach dem Provenienzprinzip zu eigenen Beständen zu formieren. Auf diese Weise wird der eigenständige Rechtscharakter der einzelnen Unternehmen betont. Andererseits zeigt ihre Einordnung als Unterbestände der Bestandsgruppe A Rep. 225 die enge Bindung der Tochterunternehmen an die Muttergesellschaft. Entsprechen die Bestände A Rep. 225-01 Hotelbetriebs-AG, A Rep. 225-03 „Geka“ Geschäfts- und Kontorhaus AG und A Rep. 225-04 J.G. Kranzler Schokoladen- und Konfitüren-Fabrik GmbH dabei in ihrer archivischen Bezeichnung auch dem tatsächlichen, zuletzt verwandten Firmennamen, so verhält es sich mit der
Bezeichnung des Bestandes A Rep. 225-02 anders. Hier wurde nicht der letztgültige, aus politischen Gründen geführte Name F.W. Borchardt gewählt. Es erschien in keiner Weise gerechtfertigt, aus archivischen Prinzipien an der Auslöschung eines jüdischen Namens festzuhalten und so zu vollenden, was der Nationalsozialismus aus ideologischen Gründen erstrebt hatte. Stattdessen wurde in der Bestandsbezeichnung bewusst der Name M. Kempinski & Co. wieder aufgenommen, allerdings in Form der Weinhaus und Handelsgesellschaft mbH, um so zugleich die seit 1937 bestehende Zugehörigkeit zu Aschinger ausreichend zu berücksichtigen.
Neben den fünf Beständen wurden Archivalien überdies dem Bestand C Rep. 751-01 zugeordnet, der den in Berlin (Ost) ansässigen Nachfolgebetrieb der Aschinger’s Aktien-Gesellschaft, den VEB „Aktivist“, bezeichnet. Stichdatum für die Trennung bildete die Enteignung der Aschinger’s Aktien-Gesellschaft am 8. Februar 1949.
Generell ließen sich die Provenienzen eindeutig scheiden. Gleichwohl war in Einzelfällen eine Zuordnung von Akten zu den entsprechenden Beständen problematisch. In solchen Fällen wurden die Unterlagen in der Regel dem Bestand der darin behandelten Firma zugewiesen. Beispielhaft hierfür sind Wirtschaftschaftsprüfungsberichte von Tochterunternehmen, die, wie zahlreiche Bericht erstattende Papiere auch, bei der Aschinger’s Aktien-Gesellschaft abgelegt worden oder aber, wie bei der Verzeichnung vorausgesetzt, bei dem jeweils geprüften Betrieb angefallen sein könnten. Wirtschaftsprüfungsberichte sind ferner ein Beispiel für jene Unterlagen, die in mehrfacher Ausfertigung vorlagen und somit eine Kassation erlaubten.
Um in allen Beständen einheitliche Nummernfolgen zu erreichen und zudem seinerzeit vergebene Unternummern aufzulösen, die datentechnisch schwer zu verarbeiten sind, wurden die Archivalien jedes Bestandes beginnend mit „1“ fortlaufend neu durchgezählt. Diese Maßnahme erschien auch vor dem Hintergrund vertretbar, dass der bisherige Einheitsbestand A Rep. 225 Aschinger’s Aktien-Gesellschaft nur von einem kleinen Benutzerkreis eingesehen worden ist und in einer noch geringeren Anzahl von Publikationen zitiert wird.
B. Klassifikation
Da trotz vereinzelter Aktenzeichen eine durchgehende Aktenordnung in keinem Bestand zu erkennen war und Aktenpläne fehlten, wurden in allen Fällen neue Klassifikationen erarbeitet. Sie lehnte sich für den Bestand A Rep. 225 Aschinger’s Aktien-Gesellschaft an den Organisationsplan vom 6. November 1936 an, der in seiner starken Differenzierung der Arbeitsbereiche eine ebenso differenzierte und damit transparente Zuordnung des Schriftgutes zu einzelnen Klassifikationspunkten zuließ.
Eine der bedeutendsten Abteilungen stellte dabei das Juristische Büro dar. Wie aus den Akten selbst ersichtlich, war es nicht nur mit Rechtsfragen befasst. Zu seinem Aufgabenbereich zählten ebenso die Verwaltung und Finanzierung der unzähligen Häuser und Grundstücke. Außerdem behandelte es Obligationsangelegenheiten. Da eine eigenständige Finanzabteilung bei Aschinger offensichtlich fehlte, wurden dem Juristischen Büro bei der Neuverzeichnung daher auch weitere die Finanzen betreffende Akten zugeordnet. Pressemitteilungen und Zeitungsausschnitte wurden der Werbeabteilung zugewiesen.
Zu einem gesonderten Klassifikationspunkt wurden die Berichte und Unterlagen der Tochtergesellschaften zusammengefasst, für deren Behandlung anscheinend die Direktion selbst verantwortlich zeichnete. Eine Aussage hierüber trifft der Organisationsplan von 1936 nicht. Dabei finden sich Archivalien zu den Hotels Baltic und Kaiserhof bis zur Übernahme ihrer ersten Eigentümerin, der Berliner Hotelgesellschaft, durch die Hotelbetriebsgesellschaft 1927 bei der ersteren, für Papiere aus der Zeit danach bei letzterer. In ähnlicher Weise wurde beim Bestand A Rep. 225-02 M. Kempinski & Co. Weinhaus und Handelsgesellschaft mbH verfahren. Hier lag der Klassifikation ein Organigramm aus der Zeit nach 1937 zugrunde, das eine deutliche Nähe zur Betriebsgliederung der Aschinger’s Aktien-Gesellschaft aufweist. In Anlehnung an diese beiden verwandten Organisationsstrukturen wurde daher auch die Klassifikation für den Bestand A Rep. 225-01 Hotelbetriebs-AG erstellt, von der keine Organisationsstruktur überliefert ist.
C. Umfänge
Den umfassendsten Zeitraum decken die 1377 AE (32,40 lfm) des Bestandes A Rep. 225 Aschinger’s Aktien-Gesellschaft ab. Mit seinen frühesten Papieren, einem Erbpachtvertrag über die Insel Werlsee, reicht er bis ins Jahr 1777 zurück und endet im Jahre 1951. Sein zeitlicher Schwerpunkt liegt dabei in den Jahren 1901 bis 1945.
Demgegenüber erstreckt sich der Bestand A Rep. 225-01 Hotelbetriebs-AG über die Jahre 1908 bis 1939, wobei sich hauptsächlich Unterlagen aus dem Zeitraum von Mitte der zwanziger bis Mitte der dreißiger Jahre finden. Er zählt insgesamt 149 AE (1,35 lfm).
Von vergleichbarem Umfang mit 115 AE (3,30 lfm) ist der Bestand A Rep. 225-02 M. Kempinski & Co. Weinhaus und Handelsgesellschaft mbH, dessen Unterlagen aus den Jahren von 1899 bis 1949 mit Schwerpunkt späte dreißiger Jahre stammen.
Kleiner sind die Bestände A Rep. 225-03 „Geka“ Geschäfts- und Kontorhaus AG (20 AE / 0,45 lfm) mit dem Zeitraum von 1910 bis 1947 und A Rep. 225-04 J.G. Kranzler Schokoladen- und Konfitüren-Fabrik GmbH (10 AE / 0,15 lfm) aus den Jahren von 1915 bis 1937.
Die Bestand ist wie folgt zu zitieren:
Landesarchiv Berlin A Rep. 225-01 Hotelbetriebs-AG, Nr. …
Vereinzelte Unterlagen sind auf Grund archivgesetzlicher Bestimmungen bzw. der EU-Datenschutz-Grundverordnung für die Benutzung befristet gesperrt. Eine Verkürzung der Schutzfristen kann auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es der besonderen Zustimmung des Landesarchivs Berlin.
3. Korrespondierende Bestände
LAB A Rep. 005-07 Hauptamt für Kriegssachschäden
LAB A Pr. Br. Rep. 030 Polizeipräsidium Berlin (u.a. Nr. 1259: Auskunfterteilung über Hans Kempinski und Richard Salomon Unger, 1910 - 1917, Nr. 1878: Rauchbelästigung im Kultusministerium durch Schornstein des Hotels Bristol, 1906 - 1915)
LAB A Rep. 093-03 Finanzamt Moabit-West (Nr. 50202: Vermögenseinziehung Unger)
LAB B Rep. 207 Bezirksamt Charlottenburg von Berlin
LAB C Rep. 105 Magistrat von Berlin / Finanzen (u.a. Enteignungakten Aschinger: Nr.1539, Hotelbetriebs-AG: Nr. 4089, F.W. Borchardt GmbH: Nr.1540)
LAB C Rep. 751 VEB Backwaren-Kombinat Berlin
LAB C Rep. 751-01 VEB Nahrungsmittelwerk „Aktivist“
LAB F Rep. 290 Allgemeine Fotosammlung
4. Literatur- und Quellenverzeichnis
Allen, Keith R.: Hungrige Metropole. Essen, Wohlfahrt und Kommerz in Berlin, Hamburg 2002.
Aschenbrenner, Hans: 18. Juni 1949: Bei Aschinger – fast wie früher, in: Berlinische Monatsschrift, hrsg. in der Edition Luisenstadt v. Ernst Goder u.a., H. 6/1999, Berlin 1999, S.82-85.
Bernhagen, Wolfgang / Schlottke, Heinz: Vom Gasthof zum Luxushotel. Ein Streifzug durch die Berliner Hotelgeschichte - Von den Anfängen bis zur Gegenwart, hrsg. v. d. Interhotel DDR Generaldirektion, o. O. o. J. [1988].
Brandenburgia. Monatsblatt der Gesellschaft für Heimatkunde der Provinz Brandenburg zu Berlin. Unter Mitwirkung des Märkischen Provinzial-Museums hrsg. v. Gesellschafts-Vorstande, Berlin
- Besichtigung der Aschingerschen Centrale in den Stadtbahnbogen, Straße an der Stadtbahn, IX. Jg. (1900/01), S.65-67;
- [Besichtigung des Hotels Fürstenhof], XVI. Jg. (1907/08), S.448-451;
- [Besichtigung des Weinhauses M. Kempinski & Co., Leipziger Straße 25], XVIII. Jg. (1909/10), S.147-150;
- Besichtigung der Centralbetriebsstelle von Aschinger’s Aktiengesellschaft, XXII. Jg. (1914), S.81-86.
„Haus Rheingold“ in Berlin. Eine Meisterschöpfung von Bruno Schmitz, in: Deutsche Kunst und Dekoration. Illustrierte Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst und künstlerische Frauenarbeiten, Darmstadt 1907, S.1-60.
Köster, Baldur: Berliner Gaststätten von der Jahrhundertwende bis zum Ersten Weltkrieg, Berlin (Diss.) 1964.
Petras, Renate: Das Café Bauer in Berlin, Berlin 1994.
Der Potsdamer Platz. Eine Geschichte in Wort und Bild, mit Beiträgen von Ulrike Plewnia u.a., Berlin 1995.
Pracht, Elfi: M. Kempinski & Co., hrsg. v. d. Historischen Kommission zu Berlin, Berlin 1994.
Berlin, im Oktober 2003 Michael Klein
Bestand
Verwandte Verzeichnungseinheiten: LAB A Rep. 225 Aschinger's Aktien-Gesellschaft
LAB A Rep. 225-02 M. Kempinski & Co. Weinhaus und Handelsgesellschaft mbH
LAB A Rep. 225-03 "Geka" Geschäfts- und Kontorhaus AG
LAB A Rep. 225-04 J. G. Kranzler Schokoladen- und Konfitüren-Fabrik GmbH
LAB C Rep. 105 Magistrat von Berlin, Abteilung Finanzen
LAB A Rep. 225-02 M. Kempinski & Co. Weinhaus und Handelsgesellschaft mbH
LAB A Rep. 225-03 "Geka" Geschäfts- und Kontorhaus AG
LAB A Rep. 225-04 J. G. Kranzler Schokoladen- und Konfitüren-Fabrik GmbH
LAB C Rep. 105 Magistrat von Berlin, Abteilung Finanzen
Zugangsbestimmungen: Zahlreiche Akten sind auf Grund archivgesetzlicher Bestimmungen bzw. der EU-Datenschutz-Grundverordnung für die Benutzung befristet gesperrt. Eine Verkürzung der Schutzfristen kann auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es der besonderen Zustimmung des Landesar
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
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22.08.2025, 11:21 MESZ