Weltliche Lagerbücher: OA Böblingen (Bestand)
Show full title
Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, H 101/9
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Selekte >> Altwürttembergische Lagerbücher >> Hauptreihen des Kammer- und Kirchenguts >> Weltliche Lagerbücher der Oberämter (gesamt)
(1437-) 1495-1818
Überlieferungsgeschichte
s. Rep.
1. Zur Geschichte des Oberamts Böblingen: Um die Mitte des 14. Jahrhunderts erwarben die Grafen von Württemberg Böblingen mit zugehörigen Dörfern von den Pfalzgrafen von Tübingen. Weitere Orte, vor allem Sindelfingen, Schönaich und Maichingen, kamen bald hinzu und rundeten den württembergischen Besitz ab, der dann in einem Amt organisiert wurde. Um 1800 gehörten zu diesem Amt Böblingen neben dem Amtsort selbst Aidlingen, Dagersheim, Darmsheim, Döffingen, Ehningen, Holzgerlingen mit dem Schaichhof, Magstadt, Maichingen, Schönaich, des weiteren (seit 1699) der Kammergutsort Deufringen und Mauren. Als 1807 das Oberamt Böblingen gebildet wurde, wurden das zwischenzeitlich abgeteilte Oberamt Sindelfingen sowie einige Orte aus dem Klosteroberamt Bebenhausen zum Oberamt Böblingen geschlagen, ebenso wie das Dorf Schaffhausen und der Ritterort Dätzingen. Dettenhausen, Malmsheim und Ostelsheim wurden an andere Ämter abgegeben.
2. Zur Geschichte und Ordnung des Bestandes: In Württemberg wurden seit 1422/23 bei der von der Rentkammer zentral gesteuerten, systematischen Aufzeichnung von Besitzungen, Rechten und Einkünften in Lagerbüchern mehrere gleichlautende Reinschriften erstellt: Ein Exemplar verblieb in der Kanzlei der Rentkammer, ein zweites wurde im Archiv hinterlegt, eine dritte Reinschrift erhielt die zuständige Kellerei, die in der Zeit des aktuellen Gebrauchs Nachträge vermerkte. Das heutige Lagerbuchselekt führt verschiedene ältere Reihen zusammen: 1. Die altwürttembergische Reihe "weltliche Lagerbücher" Ursprünglich umfaßte diese Reihe die Archivexemplare, die meist den Außenvermerk "Archiv" tragen. Durch Hinzufügung von Konzepten, Mehrfertigungen und Lagerbüchern der 1806 neu erworbenen Herrschaften entstand allmählich ein Mischbestand, der 1938 anläßlich der Neugliederung der Bestände durch K.O. Müller die Bestandsbezeichnung H 1 erhielt. 2. "Dublettenreihe" Unter der etwas irreführenden Bezeichnung Dublettenreihe wurden seit 1908 Mehrfertigungen, aber auch Konzepte und Abschriften von altwürttembergischen weltlichen und geistlichen sowie neuwürttembergischen Lagerbüchern zusammengeführt. Der Bestand gelangte in das Staatsarchiv Ludwigsburg und erhielt die Signatur H 6. 3. Lagerbuchreihe des Finanzarchivs Im Rahmen der Neuordnung 1806 wurde der überwiegende Teil der altwürttembergischen Lagerbücher der Registraturen der Bezirksämter den Kameralämtern übergeben, die ausgehend von den aktuellen Verwaltungsbedürfnissen umfangreiche Kassationen und Umordnungen vornahmen. Allmählich gaben die Kameralämter die Lagerbücher an das 1822 eingerichtete Finanzarchiv ab. Nach erneuten Kassationen und uneinheitlicher Ordnung wurden hier für ungefähr die Hälfte der Überlieferung provisorische Verzeichnisse erstellt. Die dabei vergebenen rund 4200 Zahlensignaturen sind mit Blaustift auf dem Vorderdeckel vermerkt. 1924 übernahm das Staatsarchiv Ludwigsburg die Lagerbuchbestände des aufgelösten Finanzarchivs und wies sie der Bestandsgruppe H 6-10 zu. 4. "Sonderreihe" des Staatsarchivs Ludwigsburg Bruchstückhaft blieb um 1930 der Versuch, aus der Überlieferung des Finanzarchivs diejenigen Erneuerungen in einer Reihe zusammenzuziehen, die in den Stuttgarter Lagerbuchbeständen fehlten. 5. Beständebereinigung durch K.O. Müller K.O. Müller löste den Mischbestand H 1 (s.o.) auf, indem er die altwürttembergischen Lagerbücher im Bestand A 295 zusammenfaßte und die neuwürttembergischen Lagerbücher den Reihen B 1-5 zuwies. Nach Abgabe der in Ludwigsburg befindlichen Lagerbücher an das Hauptstaatsarchiv Stuttgart im Juli 1950 wurde unter der Leitung von F. Pietsch der gesamte Überlieferungskomplex neu gegliedert. Aus pragmatischen Gründen verzichtete man dabei auf die Rekonstruktion der Registraturen der Kanzlei, des Archivs sowie der Kellereien in eigenen Reihen. Vielmehr vereint der heutige Bestand H 101, gruppiert nach Oberämtern, alle überlieferten Exemplare einer Erneuerung - also Konzepte, Reinschriften, Abschriften - in einer Reihe. Literatur: Beschreibung des Oberamts Böblingen, hg. v. Königlichen statistisch-topographischen Bureau, Stuttgart 1850 Herding, Otto: Das Urbar als orts- und zeitgeschichtliche Quelle im Herzogtum Württemberg, in: ZWLG 10 (1951) S. 72-108 Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Bd. III, hg. von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg, Stuttgart 1978, S. 83 ff. Maurer, Hans-Martin (Bearb.): Übersicht über die Bestände des Hauptstaatsarchivs Stuttgart. Sonderbestände(Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Bd. 35) Stuttgart 1980, S. 122-125 Natale, Herbert: Die Lagerbuchbestände des Hauptstaatsarchivs Stuttgart. Ordnung - Verzeichnung - Benutzung, in: Aus der Arbeit des Archivars. Festschrift für Eberhard Gönner, hg. von Gregor Richter (Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg Bd. 44) Stutt gart 1986, S. 67-76 Pietsch, Friedrich: Die Lagerbücher im Hauptstaatsarchiv Stuttgart ..., in: ZWLG 27 (1968) S. 361-369 Richter, Gregor: Lagerbücher- oder Urbarlehre. Hilfswissenschaftliche Grundzüge nach württembergischen Quellen (Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg Bd. 36) Stuttgart 1979
3. Zur Verzeichnung des Bestandes: Nach der Zusammenführung der Lagerbuchbestände im Hauptstaatsarchiv Stuttgart 1950 und Neuordnung der Überlieferung, die um 1960 im wesentlichen ihren Abschluß fand, wurde die Neuverzeichnung eingeleitet. 1974 entwarfen H.-M. Maurer und H. Natale "Richtlinien zur Kurzverzeichnung von Lagerbüchern" nach denen fortan vorwiegend Auszubildende und Aushilfskräfte die Erschließung der Lagerbuchselekte betrieben. Inzwischen liegen für den kompletten Bestand H 101 Konzeptverzeichnungen vor, die allerdings nur sehr eingeschränkt benutzt werden können. Bei der laufenden Überarbeitung dieser Konzeptverzeichnung wird auf die in den Richtlinien vorgesehene Erfassung von Reskripten und Notizen verzichtet. Der Verzeichnung liegt somit folgendes Schema zugrunde: 1. Bandnummer, 2. Jahr der Anlage, 3. Titel, 4. Genetische Stufe und Behördenprovenienz, 5. Renovator, 6. Einleitung, 7. Orte, 8. Urkundenabschriften, 9. Besondere Einträge (Karten, Pläne, Risse, Siegel, Notarschreibung), 10. lose Einlagen, 11. äußere Bandbeschreibung, 12. alte Signatur. Weiterhin erfolgt eine Neusignierung entsprechend dem gängigen Signaturenschema der Lagerbuchselekte: Die bestehende Durchnumerierung wird durch Zwischennummern für die einzelnen Ämter (H 101/1 Altensteig - H 101/64 Winnenden) mit jeweiliger Neuzählung der einzelnen Bände ersetzt. Alte und neue Signaturen können der Konkordanz entnommen werden. Die Bearbeitung der vorhandenen Titelaufnahmen des Bestandes H 101/9 übernahmen 2003 unter Anleitung des Unterzeichneten die Referendare Claudia Oertel und Frank Godthardt, welche die vorhandenen Konzeptverzeichnungen überprüften, korrigierten und in MIDOSA 95 erfaßten. Die Endredaktion leistete der Unterzeichnete, die weitere Textverarbeitung Gisela Filipitsch, die Verpackung Rudolf Bezold. Die Konzeptverzeichnungen wurden dem Bestand A 605 zugeordnet. Der Bestand umfaßt nun 56 Bände (5,8 lfd. m). Stuttgart, im Dezember 2003 Dr. Peter Rückert
Abkürzungen:
A. Aussteller
abg. abgegangen
Abschr. Abschrift
Bd. Band
begl. beglaubigt
Bl. Blatt
fl. Gulden (florin)
h. Heller
kr. Kreuzer
Nr. Nummer
o. J. ohne Jahr
publ. publiziert
r recto
U Urkunde
v verso
Übersicht:
Band Jahr der Anlage Genetische Stufe und Provenienz
1 1495 Reinschrift Archiv
2 1523 Reinschrift Kellerei I
3 1523 Reinschrift Kellerei II
4/1-2 1578/80 Konzept I
5 1579/81 Konzept I
6/1-3 1579/80 Konzept II
7 1578 Reinschrift Archiv I
8 1579 Reinschrift Archiv II
9 1580 Reinschrift Archiv III
10 1580 Reinschrift Archiv IV
11 1578 Reinschrift Kellerei I
12 1579 Reinschrift Kellerei II
13 1580 Reinschrift Kellerei IIIa
14 1580 Reinschrift Kellerei IIIb
15 1580 Reinschrift Kellerei IV
16 1677/80 Reinschrift Archiv III
17 1680 Reinschrift Archiv IV
18 1690 Reinschrift Archiv V
19 1699 Reinschrift Archiv VI
20 1665 Reinschrift Kellerei I
21 1664 Reinschrift Kellerei II
22 1677 Reinschrift Kellerei III
23 1677 Reinschrift Kellerei IV
24 1690 Reinschrift Archiv V
25 1699/1701 Reinschrift Kellerei VI
26 1677/80 Abschrift III
27 1680 Abschrift IIIb
28 1680 Abschrift IV
29 1690 Reinschrift V
30 1690 Abschrift V
31 1699 Abschrift VI
32 1699 Abschrift II (?)
33 1665 Auszug I
34 1664 Auszug II
35 1677 Auszug III
36 1702/06 Reinschrift Archiv I
37 1707 Reinschrift Archiv II
38 1702/06 Reinschrift Kellerei I
39 1707 Reinschrift Kellerei II
40 1701 Reinschrift Kellerei (?)
41 1702/06 Abschrift I
42 1707 Abschrift II
43 1725 Konzept
44 1727 Reinschrift Archiv
45 1727 Reinschrift Kellerei
46 1727 Abschrift
47 1744 Reinschrift Archiv
48 1745 Reinschrift Kellerei
49 1746 Reinschrift Kellerei
50 1744 Abschrift
51 1744 Abschrift
52 1781 Abschrift
53 1781 Abschrift
54 1781 Beilagerbuch
55 1771-1794 Beilagerbuch I
56 1793-1818 Beilagerbuch II
Konkordanz:
Alte Signatur. Neue Signatur
H 101 Bd. 199 Bd. 1
H 101 Bd. 200 Bd. 2
H 101 Bd. 201 Bd. 3
H 101 Bd. 202 Bd. 4/1-2
H 101 Bd. 203 Bd. 5
H 101 Bd. 204 Bd. 6/1-3
H 101 Bd. 205 Bd. 7
H 101 Bd. 206 Bd. 8
H 101 Bd. 207 Bd. 9
H 101 Bd. 208 Bd. 10
H 101 Bd. 209 Bd. 11
H 101 Bd. 210 Bd. 12
H 101 Bd. 211 Bd. 13
H 101 Bd. 212 Bd. 14
H 101 Bd. 213 Bd. 15
H 101 Bd. 216 Bd. 16
H 101 Bd. 217 Bd. 17
H 101 Bd. 218 Bd. 18
H 101 Bd. 219 Bd. 19
H 101 Bd. 219 a Bd. 20
H 101 Bd. 219 b Bd. 21
H 101 Bd. 219 c Bd. 22
H 101 Bd. 219 d Bd. 23
H 101 Bd. 220 Bd. 24
H 101 Bd. 221 Bd. 25
H 101 Bd. 222 Bd. 26
H 101 Bd. 222 a Bd. 27
H 101 Bd. 223 Bd. 28
H 101 Bd. 224 Bd. 29
H 101 Bd. 225 Bd. 30
H 101 Bd. 226 Bd. 31
H 101 Bd. 227 Bd. 32
H 101 Bd. 227 a Bd. 33
H 101 Bd. 227 b Bd. 34
H 101 Bd. 227 c Bd. 35
H 101 Bd. 228 Bd. 36
H 101 Bd. 229 Bd. 37
H 101 Bd. 230 Bd. 38
H 101 Bd. 231 Bd. 39
H 101 Bd. 232 Bd. 40
H 101 Bd. 233 Bd. 41
H 101 Bd. 234 Bd. 42
H 101 Bd. 235 Bd. 43
H 101 Bd. 236 Bd. 44
H 101 Bd. 237 Bd. 45
H 101 Bd. 238 Bd. 46
H 101 Bd. 239 Bd. 47
H 101 Bd. 240 Bd. 48
H 101 Bd. 240a Bd. 49
H 101 Bd. 241 Bd. 50
H 101 Bd. 242 Bd. 51
H 101 Bd. 243 Bd. 52
H 101 Bd. 244 Bd. 53
H 101 Bd. 245 Bd. 54
H 101 Bd. 246 Bd. 55
H 101 Bd. 247 Bd. 56
s. Rep.
1. Zur Geschichte des Oberamts Böblingen: Um die Mitte des 14. Jahrhunderts erwarben die Grafen von Württemberg Böblingen mit zugehörigen Dörfern von den Pfalzgrafen von Tübingen. Weitere Orte, vor allem Sindelfingen, Schönaich und Maichingen, kamen bald hinzu und rundeten den württembergischen Besitz ab, der dann in einem Amt organisiert wurde. Um 1800 gehörten zu diesem Amt Böblingen neben dem Amtsort selbst Aidlingen, Dagersheim, Darmsheim, Döffingen, Ehningen, Holzgerlingen mit dem Schaichhof, Magstadt, Maichingen, Schönaich, des weiteren (seit 1699) der Kammergutsort Deufringen und Mauren. Als 1807 das Oberamt Böblingen gebildet wurde, wurden das zwischenzeitlich abgeteilte Oberamt Sindelfingen sowie einige Orte aus dem Klosteroberamt Bebenhausen zum Oberamt Böblingen geschlagen, ebenso wie das Dorf Schaffhausen und der Ritterort Dätzingen. Dettenhausen, Malmsheim und Ostelsheim wurden an andere Ämter abgegeben.
2. Zur Geschichte und Ordnung des Bestandes: In Württemberg wurden seit 1422/23 bei der von der Rentkammer zentral gesteuerten, systematischen Aufzeichnung von Besitzungen, Rechten und Einkünften in Lagerbüchern mehrere gleichlautende Reinschriften erstellt: Ein Exemplar verblieb in der Kanzlei der Rentkammer, ein zweites wurde im Archiv hinterlegt, eine dritte Reinschrift erhielt die zuständige Kellerei, die in der Zeit des aktuellen Gebrauchs Nachträge vermerkte. Das heutige Lagerbuchselekt führt verschiedene ältere Reihen zusammen: 1. Die altwürttembergische Reihe "weltliche Lagerbücher" Ursprünglich umfaßte diese Reihe die Archivexemplare, die meist den Außenvermerk "Archiv" tragen. Durch Hinzufügung von Konzepten, Mehrfertigungen und Lagerbüchern der 1806 neu erworbenen Herrschaften entstand allmählich ein Mischbestand, der 1938 anläßlich der Neugliederung der Bestände durch K.O. Müller die Bestandsbezeichnung H 1 erhielt. 2. "Dublettenreihe" Unter der etwas irreführenden Bezeichnung Dublettenreihe wurden seit 1908 Mehrfertigungen, aber auch Konzepte und Abschriften von altwürttembergischen weltlichen und geistlichen sowie neuwürttembergischen Lagerbüchern zusammengeführt. Der Bestand gelangte in das Staatsarchiv Ludwigsburg und erhielt die Signatur H 6. 3. Lagerbuchreihe des Finanzarchivs Im Rahmen der Neuordnung 1806 wurde der überwiegende Teil der altwürttembergischen Lagerbücher der Registraturen der Bezirksämter den Kameralämtern übergeben, die ausgehend von den aktuellen Verwaltungsbedürfnissen umfangreiche Kassationen und Umordnungen vornahmen. Allmählich gaben die Kameralämter die Lagerbücher an das 1822 eingerichtete Finanzarchiv ab. Nach erneuten Kassationen und uneinheitlicher Ordnung wurden hier für ungefähr die Hälfte der Überlieferung provisorische Verzeichnisse erstellt. Die dabei vergebenen rund 4200 Zahlensignaturen sind mit Blaustift auf dem Vorderdeckel vermerkt. 1924 übernahm das Staatsarchiv Ludwigsburg die Lagerbuchbestände des aufgelösten Finanzarchivs und wies sie der Bestandsgruppe H 6-10 zu. 4. "Sonderreihe" des Staatsarchivs Ludwigsburg Bruchstückhaft blieb um 1930 der Versuch, aus der Überlieferung des Finanzarchivs diejenigen Erneuerungen in einer Reihe zusammenzuziehen, die in den Stuttgarter Lagerbuchbeständen fehlten. 5. Beständebereinigung durch K.O. Müller K.O. Müller löste den Mischbestand H 1 (s.o.) auf, indem er die altwürttembergischen Lagerbücher im Bestand A 295 zusammenfaßte und die neuwürttembergischen Lagerbücher den Reihen B 1-5 zuwies. Nach Abgabe der in Ludwigsburg befindlichen Lagerbücher an das Hauptstaatsarchiv Stuttgart im Juli 1950 wurde unter der Leitung von F. Pietsch der gesamte Überlieferungskomplex neu gegliedert. Aus pragmatischen Gründen verzichtete man dabei auf die Rekonstruktion der Registraturen der Kanzlei, des Archivs sowie der Kellereien in eigenen Reihen. Vielmehr vereint der heutige Bestand H 101, gruppiert nach Oberämtern, alle überlieferten Exemplare einer Erneuerung - also Konzepte, Reinschriften, Abschriften - in einer Reihe. Literatur: Beschreibung des Oberamts Böblingen, hg. v. Königlichen statistisch-topographischen Bureau, Stuttgart 1850 Herding, Otto: Das Urbar als orts- und zeitgeschichtliche Quelle im Herzogtum Württemberg, in: ZWLG 10 (1951) S. 72-108 Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Bd. III, hg. von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg, Stuttgart 1978, S. 83 ff. Maurer, Hans-Martin (Bearb.): Übersicht über die Bestände des Hauptstaatsarchivs Stuttgart. Sonderbestände(Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Bd. 35) Stuttgart 1980, S. 122-125 Natale, Herbert: Die Lagerbuchbestände des Hauptstaatsarchivs Stuttgart. Ordnung - Verzeichnung - Benutzung, in: Aus der Arbeit des Archivars. Festschrift für Eberhard Gönner, hg. von Gregor Richter (Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg Bd. 44) Stutt gart 1986, S. 67-76 Pietsch, Friedrich: Die Lagerbücher im Hauptstaatsarchiv Stuttgart ..., in: ZWLG 27 (1968) S. 361-369 Richter, Gregor: Lagerbücher- oder Urbarlehre. Hilfswissenschaftliche Grundzüge nach württembergischen Quellen (Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg Bd. 36) Stuttgart 1979
3. Zur Verzeichnung des Bestandes: Nach der Zusammenführung der Lagerbuchbestände im Hauptstaatsarchiv Stuttgart 1950 und Neuordnung der Überlieferung, die um 1960 im wesentlichen ihren Abschluß fand, wurde die Neuverzeichnung eingeleitet. 1974 entwarfen H.-M. Maurer und H. Natale "Richtlinien zur Kurzverzeichnung von Lagerbüchern" nach denen fortan vorwiegend Auszubildende und Aushilfskräfte die Erschließung der Lagerbuchselekte betrieben. Inzwischen liegen für den kompletten Bestand H 101 Konzeptverzeichnungen vor, die allerdings nur sehr eingeschränkt benutzt werden können. Bei der laufenden Überarbeitung dieser Konzeptverzeichnung wird auf die in den Richtlinien vorgesehene Erfassung von Reskripten und Notizen verzichtet. Der Verzeichnung liegt somit folgendes Schema zugrunde: 1. Bandnummer, 2. Jahr der Anlage, 3. Titel, 4. Genetische Stufe und Behördenprovenienz, 5. Renovator, 6. Einleitung, 7. Orte, 8. Urkundenabschriften, 9. Besondere Einträge (Karten, Pläne, Risse, Siegel, Notarschreibung), 10. lose Einlagen, 11. äußere Bandbeschreibung, 12. alte Signatur. Weiterhin erfolgt eine Neusignierung entsprechend dem gängigen Signaturenschema der Lagerbuchselekte: Die bestehende Durchnumerierung wird durch Zwischennummern für die einzelnen Ämter (H 101/1 Altensteig - H 101/64 Winnenden) mit jeweiliger Neuzählung der einzelnen Bände ersetzt. Alte und neue Signaturen können der Konkordanz entnommen werden. Die Bearbeitung der vorhandenen Titelaufnahmen des Bestandes H 101/9 übernahmen 2003 unter Anleitung des Unterzeichneten die Referendare Claudia Oertel und Frank Godthardt, welche die vorhandenen Konzeptverzeichnungen überprüften, korrigierten und in MIDOSA 95 erfaßten. Die Endredaktion leistete der Unterzeichnete, die weitere Textverarbeitung Gisela Filipitsch, die Verpackung Rudolf Bezold. Die Konzeptverzeichnungen wurden dem Bestand A 605 zugeordnet. Der Bestand umfaßt nun 56 Bände (5,8 lfd. m). Stuttgart, im Dezember 2003 Dr. Peter Rückert
Abkürzungen:
A. Aussteller
abg. abgegangen
Abschr. Abschrift
Bd. Band
begl. beglaubigt
Bl. Blatt
fl. Gulden (florin)
h. Heller
kr. Kreuzer
Nr. Nummer
o. J. ohne Jahr
publ. publiziert
r recto
U Urkunde
v verso
Übersicht:
Band Jahr der Anlage Genetische Stufe und Provenienz
1 1495 Reinschrift Archiv
2 1523 Reinschrift Kellerei I
3 1523 Reinschrift Kellerei II
4/1-2 1578/80 Konzept I
5 1579/81 Konzept I
6/1-3 1579/80 Konzept II
7 1578 Reinschrift Archiv I
8 1579 Reinschrift Archiv II
9 1580 Reinschrift Archiv III
10 1580 Reinschrift Archiv IV
11 1578 Reinschrift Kellerei I
12 1579 Reinschrift Kellerei II
13 1580 Reinschrift Kellerei IIIa
14 1580 Reinschrift Kellerei IIIb
15 1580 Reinschrift Kellerei IV
16 1677/80 Reinschrift Archiv III
17 1680 Reinschrift Archiv IV
18 1690 Reinschrift Archiv V
19 1699 Reinschrift Archiv VI
20 1665 Reinschrift Kellerei I
21 1664 Reinschrift Kellerei II
22 1677 Reinschrift Kellerei III
23 1677 Reinschrift Kellerei IV
24 1690 Reinschrift Archiv V
25 1699/1701 Reinschrift Kellerei VI
26 1677/80 Abschrift III
27 1680 Abschrift IIIb
28 1680 Abschrift IV
29 1690 Reinschrift V
30 1690 Abschrift V
31 1699 Abschrift VI
32 1699 Abschrift II (?)
33 1665 Auszug I
34 1664 Auszug II
35 1677 Auszug III
36 1702/06 Reinschrift Archiv I
37 1707 Reinschrift Archiv II
38 1702/06 Reinschrift Kellerei I
39 1707 Reinschrift Kellerei II
40 1701 Reinschrift Kellerei (?)
41 1702/06 Abschrift I
42 1707 Abschrift II
43 1725 Konzept
44 1727 Reinschrift Archiv
45 1727 Reinschrift Kellerei
46 1727 Abschrift
47 1744 Reinschrift Archiv
48 1745 Reinschrift Kellerei
49 1746 Reinschrift Kellerei
50 1744 Abschrift
51 1744 Abschrift
52 1781 Abschrift
53 1781 Abschrift
54 1781 Beilagerbuch
55 1771-1794 Beilagerbuch I
56 1793-1818 Beilagerbuch II
Konkordanz:
Alte Signatur. Neue Signatur
H 101 Bd. 199 Bd. 1
H 101 Bd. 200 Bd. 2
H 101 Bd. 201 Bd. 3
H 101 Bd. 202 Bd. 4/1-2
H 101 Bd. 203 Bd. 5
H 101 Bd. 204 Bd. 6/1-3
H 101 Bd. 205 Bd. 7
H 101 Bd. 206 Bd. 8
H 101 Bd. 207 Bd. 9
H 101 Bd. 208 Bd. 10
H 101 Bd. 209 Bd. 11
H 101 Bd. 210 Bd. 12
H 101 Bd. 211 Bd. 13
H 101 Bd. 212 Bd. 14
H 101 Bd. 213 Bd. 15
H 101 Bd. 216 Bd. 16
H 101 Bd. 217 Bd. 17
H 101 Bd. 218 Bd. 18
H 101 Bd. 219 Bd. 19
H 101 Bd. 219 a Bd. 20
H 101 Bd. 219 b Bd. 21
H 101 Bd. 219 c Bd. 22
H 101 Bd. 219 d Bd. 23
H 101 Bd. 220 Bd. 24
H 101 Bd. 221 Bd. 25
H 101 Bd. 222 Bd. 26
H 101 Bd. 222 a Bd. 27
H 101 Bd. 223 Bd. 28
H 101 Bd. 224 Bd. 29
H 101 Bd. 225 Bd. 30
H 101 Bd. 226 Bd. 31
H 101 Bd. 227 Bd. 32
H 101 Bd. 227 a Bd. 33
H 101 Bd. 227 b Bd. 34
H 101 Bd. 227 c Bd. 35
H 101 Bd. 228 Bd. 36
H 101 Bd. 229 Bd. 37
H 101 Bd. 230 Bd. 38
H 101 Bd. 231 Bd. 39
H 101 Bd. 232 Bd. 40
H 101 Bd. 233 Bd. 41
H 101 Bd. 234 Bd. 42
H 101 Bd. 235 Bd. 43
H 101 Bd. 236 Bd. 44
H 101 Bd. 237 Bd. 45
H 101 Bd. 238 Bd. 46
H 101 Bd. 239 Bd. 47
H 101 Bd. 240 Bd. 48
H 101 Bd. 240a Bd. 49
H 101 Bd. 241 Bd. 50
H 101 Bd. 242 Bd. 51
H 101 Bd. 243 Bd. 52
H 101 Bd. 244 Bd. 53
H 101 Bd. 245 Bd. 54
H 101 Bd. 246 Bd. 55
H 101 Bd. 247 Bd. 56
56 Bände
Bestand
s. Vorbemerkung im Rep.
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 2:39 PM CET
Hierarchy
Hierarchy detail view
- Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik)
- Selekte (Archival tectonics)
- Altwürttembergische Lagerbücher (Archival tectonics)
- Hauptreihen des Kammer- und Kirchenguts (Archival tectonics)
- Weltliche Lagerbücher der Oberämter (gesamt) (Archival tectonics)
- Weltliche Lagerbücher: OA Böblingen (Archival holding)