Bericht über die aktuelle Lage verschiedener Angelegenheiten (Gespräch Napoleon III: Abgüsse des Römisch-Germanischen Zentralmuseums, Fotographien von Alesia für Lindenschmit etc.)
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LLA 029/007
LLA Lindenschmit, Ludwig d. Ä.
Lindenschmit, Ludwig d. Ä. >> Korrespondenz >> Korrespondenz Hof Napoleon III.
1863-04-25
Inhalt/Beschreibung/Darin: "Verehrter Herr Lindenschmit
Ich beantworte spät Ihr sehr willkommenes Schreiben vom 17 Februar. Aber mein Mann, mein Bruder, und mein kleines Ich waren den ganzen Winter krank, und so sind alle meine Correspondenzen liegen geblieben. Doch ein Zeichen von mir haben Sie erhalten. Ich schickte für Sie, im Auftrag des Kaisers an die Mainzer Bibliothek, zwei Lieferungen der voyage en Bythinie & von Perrot mit der grossen [angnatischen?] Inschrift von [Anigra?]. Prof. Ritschl liess es Ihnen zukommen. Die Fortsetzung werden Sie nach und nach bekommen, auch hoffe ich die Reise nach Makedonien, Thessalien und [...] von [Henzey?], das nächstens erscheinen wird. Dem Kaiser wurde Ihr Brief vorgelesen und die Entdeckung der Geschütz-Monition hat ihn sehr interessiert. Was haben diese Herren schöne militarische Gegenstände im Mainzer Museum sagte er mir und wie gerne möchte ich dies Alles sehen. Meinen Ordnungs-Offizier will ich diesen Sommer hinschicken (ein Elsässer) und der soll mir schöne Gipsabgüsse davon bringen. Letzten Sonntag erzählte er mir von jenem gallo-romischen Museum in St. Germain das er besucht hat. Es wird auch glaube ich, was ich höre, etwas schönes. Aber seine Lieblinge sind die Funde bei Alesie. Da kommt viel heraus: fünf oder sechs pilum aber einer wie nagelneu mit den vier Haken oder vielmehr Kanten. Auch die berühmten [dreihacken?] die in die Erde eingegraben wurden um den Weg unmöglich zu machen wie nennt sie denn Caesar? Der davon schreibt? Dolche, Schwerter, romisch und gallisch, gemischt unter einander. Von Caesars Zeit? Das ist die Frage. Was die Photographien anbetrifft die Sie verlangen, bis jetzt sind sie nicht gemacht, aber da der Kaiser als Collegue im Sammeln Ihnen gern angenehm ist, so wird er sie wohl machen lassen extra für Sie. Morgen werde ich darüber mit ihm sprechen. Hr. von Cohausen habe ich nicht zu sehen bekommen, was mir leid that. Wenn Sie Hrn Thomsen schreiben empfehlen Sie uns durch ihn. Und nun leben Sie wohl, verehrter Herr Lindenschmit, schreiben Sie mir doch, ohne sich durch meine Nachlassigkeit im Antworten abhalten zu lassen. Ja, in Ulm da haben wir uns wie auf einem Telegraphen sitzend gesehen. Später ging ich nach München aber da waren Sie nicht mehr da. [...] komme ich dieses Jahr nach Mainz. Sobald ich die Photographien habe schicke ich sie Ihnen. Eine [...] mit den Lieferungen nämlich die einer silbernen Vase, in den Schanzungen bei Alesie gefunden. Der Kaiser meint Caesar hätte daraus getrunken.
Ganz zu Gebote
Hortense Cornu"
Ich beantworte spät Ihr sehr willkommenes Schreiben vom 17 Februar. Aber mein Mann, mein Bruder, und mein kleines Ich waren den ganzen Winter krank, und so sind alle meine Correspondenzen liegen geblieben. Doch ein Zeichen von mir haben Sie erhalten. Ich schickte für Sie, im Auftrag des Kaisers an die Mainzer Bibliothek, zwei Lieferungen der voyage en Bythinie & von Perrot mit der grossen [angnatischen?] Inschrift von [Anigra?]. Prof. Ritschl liess es Ihnen zukommen. Die Fortsetzung werden Sie nach und nach bekommen, auch hoffe ich die Reise nach Makedonien, Thessalien und [...] von [Henzey?], das nächstens erscheinen wird. Dem Kaiser wurde Ihr Brief vorgelesen und die Entdeckung der Geschütz-Monition hat ihn sehr interessiert. Was haben diese Herren schöne militarische Gegenstände im Mainzer Museum sagte er mir und wie gerne möchte ich dies Alles sehen. Meinen Ordnungs-Offizier will ich diesen Sommer hinschicken (ein Elsässer) und der soll mir schöne Gipsabgüsse davon bringen. Letzten Sonntag erzählte er mir von jenem gallo-romischen Museum in St. Germain das er besucht hat. Es wird auch glaube ich, was ich höre, etwas schönes. Aber seine Lieblinge sind die Funde bei Alesie. Da kommt viel heraus: fünf oder sechs pilum aber einer wie nagelneu mit den vier Haken oder vielmehr Kanten. Auch die berühmten [dreihacken?] die in die Erde eingegraben wurden um den Weg unmöglich zu machen wie nennt sie denn Caesar? Der davon schreibt? Dolche, Schwerter, romisch und gallisch, gemischt unter einander. Von Caesars Zeit? Das ist die Frage. Was die Photographien anbetrifft die Sie verlangen, bis jetzt sind sie nicht gemacht, aber da der Kaiser als Collegue im Sammeln Ihnen gern angenehm ist, so wird er sie wohl machen lassen extra für Sie. Morgen werde ich darüber mit ihm sprechen. Hr. von Cohausen habe ich nicht zu sehen bekommen, was mir leid that. Wenn Sie Hrn Thomsen schreiben empfehlen Sie uns durch ihn. Und nun leben Sie wohl, verehrter Herr Lindenschmit, schreiben Sie mir doch, ohne sich durch meine Nachlassigkeit im Antworten abhalten zu lassen. Ja, in Ulm da haben wir uns wie auf einem Telegraphen sitzend gesehen. Später ging ich nach München aber da waren Sie nicht mehr da. [...] komme ich dieses Jahr nach Mainz. Sobald ich die Photographien habe schicke ich sie Ihnen. Eine [...] mit den Lieferungen nämlich die einer silbernen Vase, in den Schanzungen bei Alesie gefunden. Der Kaiser meint Caesar hätte daraus getrunken.
Ganz zu Gebote
Hortense Cornu"
Brief
Rücksprache
Cornu, Sébastien - Erwähnt
Musée des antiquités
nationales - Erwähnt
Alesia (Frankreich) - Erwähnt
München - Erwähnt
Mainz - Erwähnt
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
13.05.2026, 11:29 MESZ