Erwerbungen (auch durch Schenkung) für das Münz- und Kunstkabinett von Privatpersonen, darunter Münzgraveur Haeseler (Braunschweig), Generalvikariatsrat Jaumann (Rottenburg), Prof. Memminger, den Konsulen Klett (Philadelphia) und Frank (San Franciso), Missionsprediger Schneider, königlich preußischer Generalkonsul Heinemann (Stockholm)

Verzeichnungsstufe:
Archivale
Archivaliensignatur:
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, A 20 a Bü 163
Kontext:
Kunstkammer (Kunstkabinett) >> 2. Erwerbungen und Abgaben >> 2.1 Erwerbungen und Übernahme (1624 - 1898)
Laufzeit:
1820-1830, 1859-1869
Enthältvermerke:
Übernahmen einzelner Objekte oder Konvolute in Kunstkammer und Münzkabinett aus den Jahren 1820-1869 (vgl. E 14 Bü 1575):
- Erwerb eines Rentierschlittens und eines Paars Langlaufski 1869:
Entwurf eines Briefs (des Direktors Christoph Friedrich von Stälin?) vom 13. Januar 1869 mit Bezug auf das "schwedische Geschenk".
Am 14. Januar 1869 bestätigt der königlich preußische Gesandtschaftssekretär in Württemberg, (August Hermann Graf von) Dönhoff, den Empfang von Stälins Brief vom Vortag. Er dankt, auch im Namen des Generalkonsuls (Carl von) Heinemann, für die Annahme dessen Geschenks und kündigt an, dass Heinemann sich mit Stälin in Verbindung setzen und die das Geschenk enthaltende Kiste übersenden wird.
Am 17. Februar 1869 informiert Graf von Dönhoff den Dr. von Stälin über die Absendung eines Rentierschlitten und eines Paars "Schneeschuhe" (vermutlich Langlaufski, vgl. folgendes Schreiben), die Generalkonsul (von) Heinemann der ethnographischen Abteilung der Kunst- und Altertümersammlung schenken will.
Am 30. April 1869 antwortet der Direktor der land- und forstwirtschaftlichen Akademie in Hohenheim, (Hermann) von Werner (1821-1890), dem Dr. von Stälin in Stuttgart auf seine Bitte, die Geschenke des preußischen Generalkonsuls Heinemann an die ethnographische Sammlung in Stuttgart, die in Hohenheim aufbewahrt werden, im "Staatsanzeiger für Württemberg" zu erwähnen. Er bittet seinerseits darum, dass Stälin, den Text für die Anzeige selbst verfasse, da dieser sowohl über die vorausgehende Korrespondenz als auch über die Kenntnisse zur korrekten Beschreibung der Objekte verfüge. Es folgt eine Beschreibung eines Rentierschlittens aus Holz mit Pelzbesatz sowie zweier hölzerner Ski mit Bindungen aus Blech (beschrieben als zwei "9' 8'' lange und 3'' 5''' breite vornen spizig aufgebogene Stücke Holz wie Schlittenläufer, in der Mitte mit Blech in Form eines menschlichen Fußes beschlagen und eben dort mit Riemen versehen, offenbar um damit an die Füsse gebunden zu werden").
Darin: Staatsanzeiger für Württemberg Nr. 151 vom 25. Juni 1869 (doppelt), mit Anzeige über die Schenkung des Generalkonsuls Heinemann (S. 1627 links unten).
- Am 17. Dezember 1868 schickt Kabinettschef Freiherr von Egloffstein grönländische Arbeiten (eine "Vorlage" aus Seehundsfell, Modelle eines Zeltes und zweier Boote), die König Karl von dem aus Württemberg stammenden grönländischen Missionsprediger Schneider als Geschenk erhalten hat, zur Eingliederung in die ethnographische Abteilung der Kunst- und Altertümersammlung des Staates an den Dr. von Stälin.
- Am 15. Juli 1861 berichtet Staatsrat von Gros dem Dr. von Stälin, dass König Wilhelm I. mit Interesse Einblick in den Inhalt der übersandten Kiste , "enthaltend die von Friedrich Löffler in Alexandrien geschenkten buddhistischen Gottheiten und ägyptischen Alterthümer", genommen habe und seinen Dank aussprechen lässt.
- Am 8. Juli 1859 überschickt der geheime Kabinettschef (Emil von) Maucler dem Oberstudienrat Dr. von Stälin einige indianische Gebrauchsgegenstände von Vancouver Island, die König Wilhelm von Konsul Frank in San Francisco als Geschenk erhalten hat.
- Am 5. März 1859 überschickt Außenminister Hügel dem Vorstand der ethnographischen Sammlung, Oberstudienrat Dr. (Christoph Friedrich) von Stälin, ein Paar Mokassins, das der Konsul Klett in Philadelphia als Geschenk für die Sammlung erworben hat.
- Am 25. Juni 1830 bietet Heinrich Maurer, Schullehrer aus Nürtingen, der Kunstkammer zehn Hefte mit insgesamt 118 Blättern Gemälden für die Kunstkammer an. Für den Fall, dass Kielmayer die Bilder zunächst begutachten will, weist Maurer darauf hin, dass die Unkosten einer Reise nach Stuttgart für ihn als unbemittelten Mann schmerzhaft wären. Kielmayer vermerkt am gleichen Tag, dass Maurers Angebot wegen der dazu fehlenden Mittel vorerst nicht angenommen werden soll und ihm entsprechend geantwortet wurde. - Am 2. April 1830 überschickt Staatsrat Schmidlin der Direktion der öffentlichen wissenschaftlichen Sammlungen ein Basrelief aus Messing, das der Stuttgarter Graveur Albert Wagner während eines Aufenthalts in Rom nach einem Werk von (Bertel) Thorwaldsen angefertigt hat, zur Aufnahme in die Kunstkammer. Aufseher (Christoph Friedrich) Stälin bestätigt am 5. April den Empfang.
Vgl. Hauptinventar von 1792 mit Ergänzungen bis 1835 (A 20 a Bü 151, fol. 50r, Nr. 232).
- Am 17. Oktober 1825 überschickt Staatsrat Schmidlin dem Direktor Kielmayer auf höchsten Befehl Kleidungsstücke und Gebrauchsgegenstände von "Indiern des amerikanischen Festlands", die der aus England zurückgekehrt Kaufmann Friedrich Schmidt dem König Wilhelm I. geschenkt hat (Verzeichnis liegt bei). Professor Lebret bestätigt den Empfang.
- Erwerb von Münzen, die 1822 im Oberamt Welzheim gefunden wurden:
Am 4. Juni 1822 überschickt Staatsrat Schmidlin dem Bilbiotheksdirektor Kielmayer elf goldene und 23 silberne Münzen, die gemäß beiliegendem Bericht im Oberamt Welzheim bei der Grabung eines Kellers gefunden wurden, zur gutachterlichen Stellungnahme über ihre Tauglichkeit für das Münzkabinett. Kielmayer vermerkt am 7. Juni die Weiterleitung an Professor Lebret.
Zwischen dem 18. und dem 22. Juni 1822 genehmigt Staatsrat Schmidlin den Erwerb der zur Anschaffung vorgeschlagenen sieben Gold- und einer Silbermünze aus dem Welzheimer Fund und weist Kielmayer an, die Kaufsumme von 28 fl. 10 kr. an das Oberamt Welzheim zu schicken. Kielmayer vermerkt am 22. Juni die Weiterleitung an Professor Lebret.
Zu diesem Vorgang gehört auch das Schreiben vom 18. Juni 1822 in A 20 a Bü 164.
- Stellungnahme zu archäologischen Funden in Rottenburg und Erwerb von Funden aus dem Oberamt Brackenheim, 1821:
Am 18. September 1821 leitet Staatsrat (von) Schmidlin eine Eingabe des Generalvikariatsrats (Ignaz von) Jaumann (1778-1862) in Rottenburg sowie dessen Beschreibung der in Rottenburg neuerlich entdeckten römischen Altertümer an Bibliotheksdirektor Kielmayer weiter (NB: nicht im Bestand), damit dieser nach Konsultierung mit Professor Lebret dazu Stellung nehme.
Am 26. September 1821 überschickt Bibliotheksdirektor Kielmayer dem Innenminister von Otto auf die Wiedervorlage der Eingabe Jaumanns ein Gutachten des Professors Lebret über die gefundenen Objekte (NB: nicht im Bestand). Lebrets Gutachten stimme mit Jaumanns Deutung teils überein, teils korrigiere oder ergänze es sie. Kielmayer plädiert dafür, Jaumann zu einer Fortsetzung seiner Forschungen und zur Aufnahme einer fachlichen Korrespondenz mit Lebret zu ermutigen, der sich bereits längere Zeit mit der Archäologie beschäftigt habe. Weiter spricht sich Kielmayer dafür aus, dass die Rottenburger Funde nicht auseinandergerissen werden, sondern wie die kürzlich in Bebenhausen gemachten Funde als Sammlungseinheit erhalten bleiben und in Rottenburg oder Tübingen belassen werden sollen. Das Kunst- und Antikenkabinett sei dafür bereit, auf eine Auswahl von Stücken für die eigene Sammlung zu verzichten.
Am 2. Oktober 1821 dankt Professor Memminger dem Direktor Kielmayer für die erteilte Auskunft über Jaumanns Eingabe und schickt ihm die verlangten Figuren, die ihm aus dem Oberamt Brackenheim zugeschickt wurden, wobei er darauf hinweist, dass das Kästchen dem Ökonomierat Sick gehört. - Erwerb von Münzen aus dem Besitz des Chirurgen Pommer, Feuerbach, 1821:
Am 24. April 1821 überschickt Innenminister von Otto dem Bilbiotheksdirektor Kielmayer 19 alte Münzen, die der Chirurg Pommer aus Feuerbach im Oberamt Stuttgart angeboten hat, zur gutachterlichen Stellungnahme über ihre Tauglichkeit für das Münzkabinett.
Am 3. Mai 1821 befürwortet Kielmayer auf das Gutachten des Professors Lebret den Erwerb von zwei der angebotenen Münzen (römische Kaisermünzen aus dem 3. Jahrhundert).
Am 15. Mai 1821 genehmigt Innenminister von Otto den Erwerb der zur Anschaffung vorgeschlagenen beiden Münzen und weist ihn an, die übrigen Exemplare an den Einsender zurückzuschicken. Kielmayer vermerkt am 17. Mai die Weiterleitung an Professor Lebret.
- Am 7. Februar 1821 weist Innenminister von Otto den Bibliotheksdirektor Kielmayer auf dessen Bericht vom 30. Januar an, die in der Nähe des Rothenbergs gefundenen Antiquitäten in die Kunstkammer aufzunehmen und den Findern, Joseph Wünsch und Tobias Klein aus Uhlbach, 11 fl. aus dem Fonds der Kunst- und Antikensammlung dafür auszuzahlen. Kielmayer bestätigt am 8. Februar die Weitergabe dieser Weisung und der Objekte an Professor Lebret.
- Erwerb einer Gedenkmünze zu Ehren des Herzogs von Braunschweig-Wolfenbüttel-Oels, 1820:
Am 20. Juli 1820 überschickt (Karl) Häseler, Münzgraveur zu Braunschweig dem König (Wilhelm I. von Württemberg) eine Gedenkmünze zu Ehren des Herzogs (Friedrich Wilhelm von Braunschweig-Wolfenbüttel-Oels, 1771-1815), der fünf Jahre zuvor in der Schlacht von Quatre-Bras im Kampf gegen Napoleon gefallen war (NB: Herzog Friedrich Wilhelm war der Bruder der Mutter des Königs).
Am 21. August 1820 leitet Innenminister von Otto Häselers Schreiben und die Medaille zur Übernahme in das Münzkabinett an Staatsrat (Karl Friedrich von) Kielmayer weiter, der sich außerdem über die Höhe einer angemessenen Vergütung für Häseler äußern soll. Kielmayer vermerkt am 23. August, dass er seinerseits beide Schreiben an Professor (Karl Friedrich) Lebret weitergeleitet hat.
Darin: Gedruckte Beschreibung der Gedenkmünze in deutscher und französischer Sprache.
Am 29. August 1820 weist Innenminister von Otto den Staatsrat Kielmayer auf dessen Bericht vom 27. August an, den Aufseher über das Münzkabinett Professor Lebret zu beauftragen, dem Münzgraveur Häseler über die Aufnahme seiner Medaille in die königliche Sammlung zu berichten und ihm als Anerkennung für seine Aufmerksamkeit einen Friedrichsd'or aus dem Fonds des Münzkabinetts zu senden. Kielmayer vermerkt am 31. August die Weitergabe dieser Weisung an Lebret.
Umfang:
1 Fasz.
Indexbegriffe Ort:
Bebenhausen : Tübingen TÜ
Brackenheim HN; Amt
Braunschweig BS
Feuerbach : Stuttgart S
Philadelphia, Bundesstaat Pennsylvania [USA]
Rotenberg : Stuttgart S
Rottenburg am Neckar TÜ
San Francisco, Bundesstaat Kalifornien [USA]
Stockholm [S]
Uhlbach : Stuttgart S
Welzheim WN; Amt
Indexbegriffe Sache:
Württembergische Kunstkammer; Antiquitäten, Archäologie
Württembergische Kunstkammer; Edles Metall
Württembergische Kunstkammer; Exotica
Württembergische Kunstkammer; Figuren
Württembergische Kunstkammer; Gemälde, Grafiken, Handschriften
Württembergische Kunstkammer; Medaillen, Münzen
Württembergische Kunstkammer; Schmuck, Accessoires, Bekleidung
Württembergische Kunstkammer; Technische Modelle
Württembergische Kunstkammer; Textilien
Württembergische Kunstkammer; Unedles Metall
Digitalisat im Angebot des Archivs:
Bestand:
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, A 20 a Kunstkammer (Kunstkabinett)
Online-Findbuch im Angebot des Archivs:

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