Nachlass Liborius Meyer (Bestand)
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V 064
Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen (Archivtektonik) >> 4. Nichtstaatliches Schriftgut / Archivische Sammlungen >> 4.4. Nachlässe und Sammlungen (V) >> 4.4.1. Nachlässe und Sammlungen von einzelnen Personen
Urkundenabschriften in Vorbereitung von Urkundenbüchern und wissenschaftliche (z. T. unveröffentlichte) Manuskripte zur Geschichte.Ostwestwestfalens
Bestandsgeschichte: Ignaz Theodor Liborius Meyer (1773-1843), Domkanoniker, ab 1822 bis zu seinem Tod Leiter des Archivdepots Paderborn.
Form und Inhalt: Ignaz Theodor Liborius Meyer wurde am 29. Mai 1773 in Paderborn geboren und starb dort am 18. September 1843. Er wurde 1790 Kanoniker am Busdorfstift in Paderborn bis zu dessen Aufhebung 1812, 1823 Domkapitular ebenda. Er studierte in Würzburg und Göttingen, wurde 1799 Referendar am Hof- und Offizialatsgericht Paderborn, 1807 Assessor ebenda bis zur Auflösung des Gerichts. 1811 wurde er Assessor des Vikariats. Außerdem war er Mitglied der städtischen Armenkommission, was die Akte Nr. 2 in seinem Nachlass erklärt.
1816 wurde er vom Konsistorium in Münster beauftragt, die aus dem Domstift sowie den Klöstern Abdinghof und Neuenheerse stammenden Urkunden (einschleßlich der Papyrusurkunde), die 1812 an den Diplomatischen Apparat der Universität Göttingen abgegeben worden waren, als Sachverständiger nach Paderborn zurückzuholen. Daraus resultierte ein Vorschlag Meyers zur Zusammenführung und Regestierung der Urkunden aus dem Hochstift Paderborn mit der anschließenden Beauftragung (1817), dieses Vorhaben durchzuführen. Oberpräsident Vincke nahm die Gedanken Meyers auf, die letztlich 1821 in der Gründung der fünf Archivdepots in Paderborn, Minden, Höxter, Arnsberg und Münster mündeten. 1822 wurde Meyer als Archivkommissar und Leiter des neuerrichteten Archivdepots in Paderborn berufen, eine Tätigkeit, die er bis zu seinem Tod ausübte. Nach dem Weggang Paul Wigands aus Höxter 1833 war er auch für das dortige Archivdepot verantwortlich. 1822 äußerte er erstmals Vincke gegenüber die Idee eines westfälischen Urkundenbuchs.
1824 wurde in seinem Gartenhaus der Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Paderborn, gegründet, zu dessen Gründungsmitgliedern er folglich gehört und den er maßgeblich prägte.
Es ist nicht nachzuvollziehen, wann der Nachlass ins Haus kam. Er enthielt auch Unterlagen, die wohl erst später hinzugefügt wurden, nämlich Urkundenabschriften von Ernst Friedrich Mooyer aus Minden (1798-1861) aus den Jahren 1842 bis 1845, Grundlage für zwei Aufsätze Mooyers, die in der Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde 9, 1845 erschienen (über die Familie von Vincke und die Grafen von Sternberg). Sie wurden dem Bestand W 005 Manuscripte VII als Nummern 269 und 3604 zugefügt, der auch weitere Manuskripte und Urkundenabschriften Mooyers enthält. Außerdem fanden sich drei Akten, die zum Nachlass V 112 Roger Wilmans (1812-1881, 1854-1881 Direktor des Provinzial- später Staatsarchivs) gehören und dort nun als Nummern 36 bis 38 einsortiert wurden. Roger Wilmans hat sich nachweislich auf Urkundenabschriften Meyers berufen (vgl. Nr. 9) und den Nachlass benutzt.
Literatur:
Heinrich August Erhard, Ignaz Theodor Liborius Meyer, in: Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde Westfalens 6, 1843, S. 310-341 mit einer vollständigen Publikationsliste S. 336f.
Wolfgang Leesch, Die deutschen Archivare 1500-1945, S. 405f.
Mechthild Black-Veldtrup, 2021
Bestandsgeschichte: Ignaz Theodor Liborius Meyer (1773-1843), Domkanoniker, ab 1822 bis zu seinem Tod Leiter des Archivdepots Paderborn.
Form und Inhalt: Ignaz Theodor Liborius Meyer wurde am 29. Mai 1773 in Paderborn geboren und starb dort am 18. September 1843. Er wurde 1790 Kanoniker am Busdorfstift in Paderborn bis zu dessen Aufhebung 1812, 1823 Domkapitular ebenda. Er studierte in Würzburg und Göttingen, wurde 1799 Referendar am Hof- und Offizialatsgericht Paderborn, 1807 Assessor ebenda bis zur Auflösung des Gerichts. 1811 wurde er Assessor des Vikariats. Außerdem war er Mitglied der städtischen Armenkommission, was die Akte Nr. 2 in seinem Nachlass erklärt.
1816 wurde er vom Konsistorium in Münster beauftragt, die aus dem Domstift sowie den Klöstern Abdinghof und Neuenheerse stammenden Urkunden (einschleßlich der Papyrusurkunde), die 1812 an den Diplomatischen Apparat der Universität Göttingen abgegeben worden waren, als Sachverständiger nach Paderborn zurückzuholen. Daraus resultierte ein Vorschlag Meyers zur Zusammenführung und Regestierung der Urkunden aus dem Hochstift Paderborn mit der anschließenden Beauftragung (1817), dieses Vorhaben durchzuführen. Oberpräsident Vincke nahm die Gedanken Meyers auf, die letztlich 1821 in der Gründung der fünf Archivdepots in Paderborn, Minden, Höxter, Arnsberg und Münster mündeten. 1822 wurde Meyer als Archivkommissar und Leiter des neuerrichteten Archivdepots in Paderborn berufen, eine Tätigkeit, die er bis zu seinem Tod ausübte. Nach dem Weggang Paul Wigands aus Höxter 1833 war er auch für das dortige Archivdepot verantwortlich. 1822 äußerte er erstmals Vincke gegenüber die Idee eines westfälischen Urkundenbuchs.
1824 wurde in seinem Gartenhaus der Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Paderborn, gegründet, zu dessen Gründungsmitgliedern er folglich gehört und den er maßgeblich prägte.
Es ist nicht nachzuvollziehen, wann der Nachlass ins Haus kam. Er enthielt auch Unterlagen, die wohl erst später hinzugefügt wurden, nämlich Urkundenabschriften von Ernst Friedrich Mooyer aus Minden (1798-1861) aus den Jahren 1842 bis 1845, Grundlage für zwei Aufsätze Mooyers, die in der Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde 9, 1845 erschienen (über die Familie von Vincke und die Grafen von Sternberg). Sie wurden dem Bestand W 005 Manuscripte VII als Nummern 269 und 3604 zugefügt, der auch weitere Manuskripte und Urkundenabschriften Mooyers enthält. Außerdem fanden sich drei Akten, die zum Nachlass V 112 Roger Wilmans (1812-1881, 1854-1881 Direktor des Provinzial- später Staatsarchivs) gehören und dort nun als Nummern 36 bis 38 einsortiert wurden. Roger Wilmans hat sich nachweislich auf Urkundenabschriften Meyers berufen (vgl. Nr. 9) und den Nachlass benutzt.
Literatur:
Heinrich August Erhard, Ignaz Theodor Liborius Meyer, in: Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde Westfalens 6, 1843, S. 310-341 mit einer vollständigen Publikationsliste S. 336f.
Wolfgang Leesch, Die deutschen Archivare 1500-1945, S. 405f.
Mechthild Black-Veldtrup, 2021
29 Akten.
Bestand
German
Wolfgang Leesch, Die deutschen Archivare 1500-1945, Bd. 2, München-London-New York-Paris 1992, S. 405f.
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
05.11.2025, 1:59 PM CET
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