Ferdinandeische Missionen / Urkunden (Bestand)
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B 161u
Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen (Archivtektonik) >> 1. Territorien des Alten Reiches bis 1802/03 einschließlich Kirchen, Stifter, Klöster, Städte u.ä. >> 1.2. Westfälische Fürstbistümer (B) >> 1.2.1. Fürstbistum Münster >> 1.2.1.3. Studienfonds und Missionen
1567-1727
Bestandsgeschichte: Von Fürstbischof Ferdinand von Fürstenberg (1678-1683) 1682 gegründet; Stiftung zur Unterstützung der Jesuitenmission.
Form und Inhalt: Am 5. April 1682 stiftete Ferdinand von Fürstenberg, Bischof von Paderborn und Münster, mit einem Fonds von über 100 000 Taler aus seinem Privatvermögen die Ferdinandeische Mission. Sie war geplant "für 15 Missionsbezirke und 16 Missionarien, davon kam eine Mission mit 8 Priestern auf China und Japan, die übrigen auf Deutschland und den Norden, zu dessen apostolischem Vicar er seit dem 16. Sept. 1680 ernannt war, nämlich auf die Bisthümer Münster, Paderborn, auf das Emsland, das Herzogtum Westfalen, das Siegerland, die Wesergegend mit dem Sitze Hameln, Hannover mit Celle oder Hannover, oder falls hier der Sitz verweigert würde, mit Hildesheim, Niedersachsen mit Magdeburg oder Halberstadt je eine, die letzten 6 auf den Norden, auf Bremen, Hamburg, Lübeck, Glückstadt, Friedrichsstadt mit Holstein, und Fridericia in Jütland. Der Jesuitenorden nahm die Fundation dankend an und stellt vorerst die Missionare an, der jeweilige Bischof von Paderborn, sowie das Haupt der Fürstenberger Familie erhielten das Protectorat, drei geistliche Würdenträger zu Paderborn das Curatorium der Stiftung. Später sorgte der Bischof von Paderborn für die fünf Missionen Westfalens und die ihnen zustehenden Fonds, der Bischof von Münster verwaltete der größeren nachmals durch Ranzauisches Vermächtniß erweiterten Theil der Stiftung, welcher den nordischen und asiatischen Missionaren zu Gute kam".
(Nordhoff, Ferdinand von Fürstenberg, in: ADB VI, S. 702-709, hier S. 705).
Der zu Münster gehörende Teil der Mission wurde durch Konservatoren und die Münstersche Pfennigkammer verwaltet. Zur Gründung der Mission vgl. Fürstbistum Münster, Landesarchiv.
Zur Verwaltung und zur Aufsicht durch die Kriegs- und Domänenkammer Münster nach dem Anfall Münsters an Preußen vgl. Fürstbistum Münster, Kabinettsregistratur, Regierungskommission und Auseinandersetzungskommission Münster.
Zur Person Ferdinands zuletzt: Helmut Lahrkamp, Ferdinand von Fürstenberg, in: Fürstenbergsche Geschichte, Bd. 3, Münster 1971, S. 119-149.
Zum Bestand der heute großenteils verlorenen Obligationen vgl. das alte Findbuch (AR 673). Kopiar der Obligationen siehe Studienfonds Münster Nr. 5143.
29. 4. 1980 Knackstedt
Form und Inhalt: Am 5. April 1682 stiftete Ferdinand von Fürstenberg, Bischof von Paderborn und Münster, mit einem Fonds von über 100 000 Taler aus seinem Privatvermögen die Ferdinandeische Mission. Sie war geplant "für 15 Missionsbezirke und 16 Missionarien, davon kam eine Mission mit 8 Priestern auf China und Japan, die übrigen auf Deutschland und den Norden, zu dessen apostolischem Vicar er seit dem 16. Sept. 1680 ernannt war, nämlich auf die Bisthümer Münster, Paderborn, auf das Emsland, das Herzogtum Westfalen, das Siegerland, die Wesergegend mit dem Sitze Hameln, Hannover mit Celle oder Hannover, oder falls hier der Sitz verweigert würde, mit Hildesheim, Niedersachsen mit Magdeburg oder Halberstadt je eine, die letzten 6 auf den Norden, auf Bremen, Hamburg, Lübeck, Glückstadt, Friedrichsstadt mit Holstein, und Fridericia in Jütland. Der Jesuitenorden nahm die Fundation dankend an und stellt vorerst die Missionare an, der jeweilige Bischof von Paderborn, sowie das Haupt der Fürstenberger Familie erhielten das Protectorat, drei geistliche Würdenträger zu Paderborn das Curatorium der Stiftung. Später sorgte der Bischof von Paderborn für die fünf Missionen Westfalens und die ihnen zustehenden Fonds, der Bischof von Münster verwaltete der größeren nachmals durch Ranzauisches Vermächtniß erweiterten Theil der Stiftung, welcher den nordischen und asiatischen Missionaren zu Gute kam".
(Nordhoff, Ferdinand von Fürstenberg, in: ADB VI, S. 702-709, hier S. 705).
Der zu Münster gehörende Teil der Mission wurde durch Konservatoren und die Münstersche Pfennigkammer verwaltet. Zur Gründung der Mission vgl. Fürstbistum Münster, Landesarchiv.
Zur Verwaltung und zur Aufsicht durch die Kriegs- und Domänenkammer Münster nach dem Anfall Münsters an Preußen vgl. Fürstbistum Münster, Kabinettsregistratur, Regierungskommission und Auseinandersetzungskommission Münster.
Zur Person Ferdinands zuletzt: Helmut Lahrkamp, Ferdinand von Fürstenberg, in: Fürstenbergsche Geschichte, Bd. 3, Münster 1971, S. 119-149.
Zum Bestand der heute großenteils verlorenen Obligationen vgl. das alte Findbuch (AR 673). Kopiar der Obligationen siehe Studienfonds Münster Nr. 5143.
29. 4. 1980 Knackstedt
31 Urkunden.; 31 Urkunden, Findbuch B 161u.
Bestand
German
Ferdinand Molinski. (Hg.), Ferdinand von Fürstenberg, Fürstbischof von Paderborn und Münster 1661-1683, Paderborn 1963; Jörg Ernesti, Ferdinand von Fürstenberg (1626-1683); geistiges Profil eines barocken Fürstbischofs (Studien und Quellen zur westfälischen Geschichte 51), Paderborn 2003.
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
05.11.2025, 2:00 PM CET
Hierarchy
Hierarchy detail view
- Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Westfalen
- Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen (Archivtektonik)
- 1. Territorien des Alten Reiches bis 1802/03 einschließlich Kirchen, Stifter, Klöster, Städte u.ä. (Archival tectonics)
- 1.2. Westfälische Fürstbistümer (B) (Archival tectonics)
- 1.2.1. Fürstbistum Münster (Archival tectonics)
- 1.2.1.3. Studienfonds und Missionen (Archival tectonics)
- Ferdinandeische Missionen / Urkunden (Archival holding)