Hilla von Leichlingen (Lechlinghen), Dienerin der Hilla, der Witwe des Bonner Bürgers Walram, errichtete ihr Testament: Zu ihren Treuhändern oder Fideikommissaren bestellte sie den anwesenden Mathias Walrami, Kanoniker der Kirche St. Cassius zu Bonn, sowie den Meister Lambert Lamberti, Goldschmied, und die vorgenannte Hilla Walrami, Bürger zu Bonn, unter den üblichen Bestimmungen: Ausführung durch einen oder zwei, Verpflichtung der Exekutoren nur bis zum Wert der Hinterlassenschaft und Verfügungsermächtigung. Sie vermachte dem Erzbischof von Köln 1 Rheinischen Gulden, der Fabrik der Kölner Domkirche 1 Gulden, der Kirche St. Cassius für ihre jährlich am nächsten Werktag nach Mathiastag [24. Februar] in der Kapelle der heiligen Barbara bei derselben Kirche mit Vigilien, Messen und Kommendationen von den Kanonikern und Vikaren von St. Cassius zu begehende Ewigmemorie einen Erbzins von 5 Gulden, die jährlich aus dem Haus zo dem Rodenschilde beim Markt der Stadt Bonn zu zahlen und unter den Kanonikern und Vikaren, die an jenem Tag die Messen an ihren Altären feiern, auszuteilen sind, dem Minoritenkonvent zu Bonn aus demselben Haus 1 Gulden und aus dem Haus zo dem Hasen in der Minoritenstraße 8 Schilling Kölner Pagaments Erbzinse, die dem Konvent jährlich für ihre dort am vorgenannten Tag zu feiernde Memorie zu zahlen sind, dem Kaplan der Kirche St. Remigius zu Bonn 1 Gulden und den anderen dort Messen zelebrierenden Priestern 1/2 Gulden, die diesen jährlich und erblich aus dem Haus zo den Rodenschilde zu zahlen und gleichmäßig für die am Jahrgedächtnis der Erblasserin dort zu begehende jährliche Memorie auszuteilen sind, demselben Kaplan 1 Mark einmalig, dem Glöckner von St. Remigius 6 Schilling kölnisch. Sie wollte, dass zu ihrem Seelenheil bis zum Dreißigsten täglich 3 Priester 3 Messen feiern sollen, denen sie als Lohn 7 Gulden einmalig zugedachte. Weiterhin vermachte sie für eine jährliche Messe, die gleich nach ihrem Tod zu beginnen ist, den Priestern, die diese an den einzelnen Tagen das ganze Jahr hindurch für ihre, ihrer Eltern und Freunde Seelen feiern und treulich fortsetzen, einmalig 24 Gulden, ferner der Fabrik des Klosters in Graurheindorf (Grauwen Riindorp) 1 Gulden, der Fabrik des Klosters St. Maria der Eremiten 1 Gulden, ihrem Treuhänder Mathias Walrami ein Haus gen. Romenrich in der Bischofsgasse (in platea Episcopi) zwischen den Häusern des Henselin und des Johann Konynxbergh, ihrem Treuhänder Lambert 2 Gulden, den 5 Mendikantenorden, den Predigern, Minoriten, Augustinern, Karmeliten und Kreuzbrüdern zu Köln, 3 Gulden, gleichmäßig zu verteilen, dem Konvent St. Mariengarten in Köln 1 Gulden, den Klausen der Heiligen Reinold, Cäcilia, Meren beim Elendigenkirchhof, Nikolaus bei den Augustinern und beim Kloster St. Clara in Köln jeweils 1 Mark kölnisch, dem Konvent zu St. Antonius ebendort 1/2 Gulden, den 8 Armengasthäusern in Köln und dem Gasthaus in Deutz (in Tuitio) jeweils 1 Mark, dem Gasthaus zu Bonn 1 Mark, dem Konvent von Engelthal (Vallisangelorum) in Bonn 1 Gulden, den Inklusen von St. Gertrud ebenda 1/2 Gulden, den Inklusen der Klause St. Ulrich bei Bonn 1 Mark, den Inklusen der Klause St. Isidor 1 Mark, den Inklusen zu Alfter (Alffter) 1/2 Gulden, der Klause in Mondorf (Mundorp) 1 Mark, den 3 Konventen in Bonn reddituarii videlicet Ludolphi et inder Bongassen jeweils 1 Mark, der Klause iuxta campis 1 Gulden. Ferner vermachte sie Mathias, dem natürlichen Sohn der Catherina von Alfter 1/2 Morgen Wingert in der Flur Marvlachten, Barbara, der Schwester desselben Mathias, Inkluse in der Klause St. Isidor, einen Erbjahrzins von 6 Mark, den Richard van me Kosen alias de Aureo capite, Bonner Bürger, von dem Haus gen. zo Beme in der Pisternenstraße [zu Bonn] zahlt, Konrad, dem Neffen der Erblasserin, Vikar in St. Gereon zu Köln, 6 Gulden, Bela, der Schwester desselben Konrad, 6 Gulden und 2 schlichte Gewänder gen. rantzen. Des weiteren überwies sie ihrem Bruder Jakob von Leichlingen 8 Gulden, dessen Kindern Peter, Gobelin, Johann dem Älteren und dem Jüngeren und Nesa je 6 Gulden, dem Priester Friedrich von Aachen (de Aquisgrani) 1 Gulden und der Druda gen. Segelers 1 Mark. Sie erklärte, dass sie folgende Wingerte besitzt: 1 Morgen in der Flur gen. Scherffghiin, 1/2 Morgen in der alten Flur gen. die Alde vlacht und 3 Viertel in dem Haich. Sie bestimmte, dass ihre Treuhänder diese verkaufen und mit dem erlösten Geld die vorstehenden Legate bezahlen sollten. Was nach Auszahlung der Legate von ihrem gesamten Gut noch übrig blieb, sollten die Testamentsvollstrecker zum Seelenheil der Erblasserin den Armen austeilen, indes vorab die Kosten eines gebührlichen Begräbnisses und ihre erweislichen Schulden begleichen. Sie behielt sich vor, diese Verfügungen nach Gutdünken zu widerrufen und zu ändern, und wünschte, dass dieses ihr Testament zumindest die Rechtskraft der Kodizille oder der Schenkung unter Lebenden oder von Todes wegen haben sollte. - Instrumentierungsersuchen der Erblasserin. - Zeugen: Seger von Segen und Nikolaus, die Schneider, Bürger von Bonn. ... 1419 indictione duodecima mensis Februarii die quarta ... Acta fuerunt hec Bonne in domo habitationis Hille Walrami prememorate sita in vico dicto Busschoffgassen ...