Nachdem die Gemeinden Lichtenaw und Boxprun vor dem Kaiserlichen Landgericht Burggraftums Nurmberg und vor dem kaiserlichen Kammergericht um Trieb- und Hutrechte prozessiert hatten, werden sie vonseiten Lichtenau durch die von Bürgermeister und Rat zu Nurmberg dazu verordneten Pauls Krafft, Pfleger zu Liechtenaw, und Niclaus Notelein, Landpflegerschreiber vonseiten Boxprun durch die von Custos und Senior Pauls Keller und dem Kapitel des Stifts St. Gumprecht zu Onnoltzbasch verordneten Scholasticus Lic. Joseph Feyerabendt, Dr. Augustin Megerßhaimer und Prokurator Caspar Pruner nach Ortsbesichtigung und Parteienverhör wie folgt gütlich vertragen: 1. sollen beide Gemeinden miteinander Trieb und Hut vom oberen Schelmgraben am daran stoßenden, zur Gemeinde Boxprun gehörigen Wasen bis in den unteren Schelmgraben an den Wasen gegen Liechtenaw, wo Jörg Reus' Bodenacher mit Versteinung liegt, mit ihrem gehörnten Vieh haben;. 2. sollen die von Boxprun den Durchtrieb über den Wasen gegen Liechtenaw, von da über den Weg linkerhand gegen Rutzendorff bis in die Furt durch die Retzat, die rechterhand unter dem Abfall auf Caspar Willenbergers Wiesmahd liegt und nach Boxprun gehört, haben;. 3. sollen die von Boxprun von der Furt aus auf den Wiesen, wie von altersher üblich, zu offen Zeiten Wunn und Weid haben; doch wenn sie den nächsten Weg von Boxprun aus, wie er zwischen den Feldern versteint ist, zur Furt gebrauchen wollen, dürfen sie das tun, wenn den offenen Feldern dabei kein Schaden erwächst. 4. werden die aufgelaufenen Kosten zu gleichen Teilen von den Parteien getragen: jede Partei erhält Ausfertigung des Vertrags. - Siegler 1: Pauls Crafft, Pfleger zu Liechtenaw, - 2: Stift St. Gumprecht.