Wilhelm Graf von Arnsberg bekundet, wegen des Markenrechts von Herdringen (Herderinge) sei zwischen dem Bruder Rutger, Propst, und dem Konvent zu Oelinghausen (Volinchusen) auf der einen Seite und Godefrid gen. Vrobosen und den Markengenossen zu Herdringen auf der anderen Seite vor ihm zu Herdringen vor dem Holzgericht, das "holtdinch" heiße und dem Konrad von Wicheln (Wichlo) vorstand, gestritten worden. Godefried behauptete für sich und die Markengenossen, das Kloster Oelinghausen habe keinen Anteil an den zur Mark gehörenden Weiderechten, die in der Volkssprache "waldemene" oder "vewede" genannt werden. Der Propst führte dagegen an, dem Kloster Oelinghausen stehe ein Drittel des Markenrechts mit allen Nutzungen, die "opkvome" heißen, zu und legte zum Beweis die besiegelte Urkunde des Grafen Godefrid von Arnsberg, des Großvaters des jetzigen Grafen, vom 23. April 1212 vor: (folgt Text der Urkunde) [siehe Nr. 26]. In dem Wunsch, den Spuren seines Vorfahren zu folgen, erklärt Graf Wilhelm, daß das Kloster ungerechtfertigterweise belästigt werde und bestimmt, daß die Urkunde des Grafen Godfrid als gültig beachtet werde. Zur Bestätigung der in der Urkunde enthaltenen Rechte auf Bitten seiner Schwester Mechildis, Nonne zu Oelinghausen, und des Konvents Siegelankündigung des Grafen. Zeugen bzw. Prüfer der vorgelegten Urkunde: Godefrid, Dompropst in Münster (Monasteriensis), Bruder des Grafen Wilhelm, Adolf von Waldeck (Waltechke), Kanoniker zu Utrecht (Traiectensis), Edelherr Godefrid von Rüdenberg (Ruden-), Bernhard gen. Wulf (Wlf), Hermann von Ole, Godefrid von Meschede, Hermann von Plettenberg (-brath), alles Ritter, Heinrich Pape von Binole, Heinrich gen. Vrede, Konrad gen. Ketelere, Dietrich von Affeln (Aflen), Reynher, Notar des Grafen, Konrad Kegelere, Konrad von Ense, Hermann von Neheim (Neyhem), Henemann von Berdinch, Godefrid und Hermann gen. Dobere, Godefrid und Rutger gen. Spirinch. Von allen Umstehenden wurde zusätzlich gebilligt, daß die Kirche von Oelinghausen für die 11 Hufen, die sich innerhalb der Einfriedung seines Haupthofs befinden (infra septa curie sue manentibus) und für jede von ihnen gemäß der genannten Urkunde ihren Anteil an den Nutzungsrechten der Mark haben solle. Gegeben 1312 Dez. 30 (IIIo Kalendas Ianuarii).