Hans Jakob Lenz d. J., von Haigerloch gebürtig, 25 Jahre alt, ist von der Fürstin Maria Klara zu Hohenzollern, geb. Gräfin von Berg, und dem Graf Franz Anton zu Hohenzollern, hohenzollernsch sigmaringischer Vormundsadministration, am 26. Oktober (?) zu Haigerloch in Haft genommen und auf die von Johann Michael Widmann, Scharfrichter zu Nürnberg, beigebrachten Indicia und schriftlichen Beweise examiniert worden. Er bekennt sehr große Angriffe und Diebstähle (zweimal mit und ohne Beihilfe) von 1.000 Reichstalern, 1 silbernen Schlössel und 1 silbern-vergoldeten Löffel, Fälschung eines Passes und einigen Schreiben mit der [angeblichen] väterlichen Zustimmung zur geplanten Heirat mit der Tochter des Scharfrtrs., der er die Ehe versprochen hatte, mit einer Magd getriebene Unzucht, unwahre Angaben beim Verhör und freventlichen Ausbruch aus dem Gefängnis. Auf Fürbitten geistlicher und weltlicher Personen und nach einem Vergleich mit dem bestohlenen Scharfrichter, Ersatz des gestohlenen Guts und der Unkosten wird ihm das Leben geschenkt. Er schwört Urfehde und muß, nachdem er 1/2 Stunde am Pranger gestanden hat und vom Scharfrichter mit Ruten "ausgeschwungen" worden ist, auf Lebenszeit die Grafschaften und Herrschaften in 10 Meilen Umkreis verlassen
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Hans Jakob Lenz d. J., von Haigerloch gebürtig, 25 Jahre alt, ist von der Fürstin Maria Klara zu Hohenzollern, geb. Gräfin von Berg, und dem Graf Franz Anton zu Hohenzollern, hohenzollernsch sigmaringischer Vormundsadministration, am 26. Oktober (?) zu Haigerloch in Haft genommen und auf die von Johann Michael Widmann, Scharfrichter zu Nürnberg, beigebrachten Indicia und schriftlichen Beweise examiniert worden. Er bekennt sehr große Angriffe und Diebstähle (zweimal mit und ohne Beihilfe) von 1.000 Reichstalern, 1 silbernen Schlössel und 1 silbern-vergoldeten Löffel, Fälschung eines Passes und einigen Schreiben mit der [angeblichen] väterlichen Zustimmung zur geplanten Heirat mit der Tochter des Scharfrtrs., der er die Ehe versprochen hatte, mit einer Magd getriebene Unzucht, unwahre Angaben beim Verhör und freventlichen Ausbruch aus dem Gefängnis. Auf Fürbitten geistlicher und weltlicher Personen und nach einem Vergleich mit dem bestohlenen Scharfrichter, Ersatz des gestohlenen Guts und der Unkosten wird ihm das Leben geschenkt. Er schwört Urfehde und muß, nachdem er 1/2 Stunde am Pranger gestanden hat und vom Scharfrichter mit Ruten "ausgeschwungen" worden ist, auf Lebenszeit die Grafschaften und Herrschaften in 10 Meilen Umkreis verlassen
Abt. Staatsarchiv Sigmaringen, Ho 177 T 2 Nr. 154
Repert. X, A Nr. 12 (Kasten E, Fach 36)
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Sigmaringen, Ho 177 T 2 Herrschaft Haigerloch-Wehrstein: Urfehden
Herrschaft Haigerloch-Wehrstein: Urfehden >> 1. Urkunden
1693 Juni 5
Urkunden
Ausstellungsort: Sigmaringen
Siegler: Siegelankündigung: Schultheiß, Bürgermeister und Rat zu Sigmaringen
Überlieferungsart: Abschrift
Siegelbeschreibung: Stadtsiegel
Vermerke: Abschrift [um 1700], 4 Blatt||Dorsualvermerk: Lit. M||unten auf der 1. Seite: 173/7 Lenz Joh. Jacob/Urphed 1693
Beglaubigungs- und Notarzeichen: Unterschriftsankündigung des Austellers
Siegler: Siegelankündigung: Schultheiß, Bürgermeister und Rat zu Sigmaringen
Überlieferungsart: Abschrift
Siegelbeschreibung: Stadtsiegel
Vermerke: Abschrift [um 1700], 4 Blatt||Dorsualvermerk: Lit. M||unten auf der 1. Seite: 173/7 Lenz Joh. Jacob/Urphed 1693
Beglaubigungs- und Notarzeichen: Unterschriftsankündigung des Austellers
Lenz, Jung Hans Jakob; Haigerloch
Widmann, Johann Michael; Scharfrichter zu Nürnberg
Haigerloch BL
Nürnberg N
Sigmaringen SIG
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
03.04.2025, 13:47 MESZ
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