210,40/Velhagen & Klasing (Bestand)
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210,040/Velh. & Klasing
Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek Bielefeld (Archivtektonik) >> Nichtamtliches Schriftgut >> Firmenarchive
Form und Inhalt: Vorwort zum Bestand 210,40/Velhagen & Klasing
Zur Verlagsgeschichte
1832 eröffnete August Velhagen im Alter von 23 Jahren eine Sortimentsbuchhandlung in Bielefeld. Drei Jahre später wird sein Schulfreund August Klasing Teilhaber. Zusammen beschlossen sie, sich auch verlegerisch zu betätigen: die Verlagsbuchhandlung Velhagen & Klasing war geboren. Die erste wichtige Veröffentlichung von V & K erschien im Mai 1936, das "Musée francais", eine als Wochenzeitschrift dargebotene Auswahl alter und neuer französischer Schriftsteller. Der Sammlung wurde schon im Januar 1937 eine englische Ausgabe, "The British Museum", an die Seite gestellt. Das Hauptaugenmerk des Verlags lag jedoch zunächst auf theologischer Fachliteratur und populärer religiöser Belletristik.
1864 wurde eine Filiale in Leipzig gegründet, in der die sittlich-religiöse Familienzeitschrift "Daheim" erschien. Dieser Niederlassung wurde 1873 die Geographische Anstalt Velhagen & Klasing angegliedert. Verlagsschwerpunkte waren nun geografische Werke, Atlanten (u. a. Putzger historischer Weltatlas), illustrierte Monografien ("Künstler-Monographien", "Monographien zur Weltgeschichte" u. a.), Zeitschriften, Geschichtswerke und Schulbücher. Seit 1886 erschienen die weit verbreiteten illustrierten "Velhagen & Klasings Monatshefte". 1882 kaufte der Verlag die Stubenrauchsche Buchhandlung (mit Schulbuchverlag) in Berlin. 1907 folgte der Ankauf der Rengerschen Buchhandlung (Gebhard & Wielisch) sowie 1914 der Ankauf der Firma Carl Meyer Hannover.
Zu den Erfolgsautoren des 19. Jahrhunderts, die bei Velhagen & Klasing (beispielsweise in der Zeitschrift Daheim) veröffentlichten, gehörten Ottilie Wildermuth und Henriette Davidis.
In der Zeit des Nationalsozialismus verhielt der Verlag sich linientreu und verlegte z. B. den führenden antisemitischen Propagandisten Johann von Leers.
Der Verlag wurde 1954 vom Cornelsen Verlag übernommen. Aufgrund steuerlicher Vorteile gliederte Cornelsen 1961 die Buchhandlung organisatorisch aus und führte diese als eine selbstständige GmbH fort. Eine Buchhändlerin und Mitinhaberin war verantwortlich für die Geschäftsführung an der nun entstandenen Velhagen & Klasing Buchhandlung GmbH und Co. Die Führung der Geschäfte verlief nicht ordnungsgemäß und die Buchhandlung GmbH und Co. meldete 1964 Konkurs an.
August Klasings Sohn Johannes Klasing gründete 1911 den Delius Klasing Verlag, der formal unabhängig war.
Zur Bestandsgeschichte
Das Verlagsgebäude der Zweigstelle in Leipzig wurde 1943 total ausgebombt. Dadurch wurden die dort gelagerten Bestände vernichtet. Buchbestände sind auch nicht im Stadtarchiv Leipzig und im Sächsischen Staatsarchiv Leipzig vorhanden. Beim Stadtarchiv Leipzig gibt es nur eine Akte zum Verlag V&K, diese betrifft die Neulizenzierung im Zeitraum von 1945 bis 1950.
Der größte Teil des Aktenbestandes ist beim Übergang des Verlages an Franz Cornelsen 1954 ins Stadtarchiv gelangt. Eine zweite Ablieferung, die v.a. Akten zum Konkurs der Buchhandlung 1964 zum Inhalt hat, ist später erfolgt. Die rund 1900 Akten enthalten einen Zeitruam von 1831 bis 1985. Einige Akten sind aus datenschutzrechtlichen Gründen noch gesperrt. Es kann ein Antrag auf Sperrfristverkürzung gestellt werden.
Archivalienbestellungen: 210,40/Velhagen und Klasing Nr.
Zitation: Stadtarchiv Bielefeld oder StArchBI, 210,40/Velhagen und Klasing Nr.
Bielefeld, im August 2018
Kristina Ruppel
Zur Verlagsgeschichte
1832 eröffnete August Velhagen im Alter von 23 Jahren eine Sortimentsbuchhandlung in Bielefeld. Drei Jahre später wird sein Schulfreund August Klasing Teilhaber. Zusammen beschlossen sie, sich auch verlegerisch zu betätigen: die Verlagsbuchhandlung Velhagen & Klasing war geboren. Die erste wichtige Veröffentlichung von V & K erschien im Mai 1936, das "Musée francais", eine als Wochenzeitschrift dargebotene Auswahl alter und neuer französischer Schriftsteller. Der Sammlung wurde schon im Januar 1937 eine englische Ausgabe, "The British Museum", an die Seite gestellt. Das Hauptaugenmerk des Verlags lag jedoch zunächst auf theologischer Fachliteratur und populärer religiöser Belletristik.
1864 wurde eine Filiale in Leipzig gegründet, in der die sittlich-religiöse Familienzeitschrift "Daheim" erschien. Dieser Niederlassung wurde 1873 die Geographische Anstalt Velhagen & Klasing angegliedert. Verlagsschwerpunkte waren nun geografische Werke, Atlanten (u. a. Putzger historischer Weltatlas), illustrierte Monografien ("Künstler-Monographien", "Monographien zur Weltgeschichte" u. a.), Zeitschriften, Geschichtswerke und Schulbücher. Seit 1886 erschienen die weit verbreiteten illustrierten "Velhagen & Klasings Monatshefte". 1882 kaufte der Verlag die Stubenrauchsche Buchhandlung (mit Schulbuchverlag) in Berlin. 1907 folgte der Ankauf der Rengerschen Buchhandlung (Gebhard & Wielisch) sowie 1914 der Ankauf der Firma Carl Meyer Hannover.
Zu den Erfolgsautoren des 19. Jahrhunderts, die bei Velhagen & Klasing (beispielsweise in der Zeitschrift Daheim) veröffentlichten, gehörten Ottilie Wildermuth und Henriette Davidis.
In der Zeit des Nationalsozialismus verhielt der Verlag sich linientreu und verlegte z. B. den führenden antisemitischen Propagandisten Johann von Leers.
Der Verlag wurde 1954 vom Cornelsen Verlag übernommen. Aufgrund steuerlicher Vorteile gliederte Cornelsen 1961 die Buchhandlung organisatorisch aus und führte diese als eine selbstständige GmbH fort. Eine Buchhändlerin und Mitinhaberin war verantwortlich für die Geschäftsführung an der nun entstandenen Velhagen & Klasing Buchhandlung GmbH und Co. Die Führung der Geschäfte verlief nicht ordnungsgemäß und die Buchhandlung GmbH und Co. meldete 1964 Konkurs an.
August Klasings Sohn Johannes Klasing gründete 1911 den Delius Klasing Verlag, der formal unabhängig war.
Zur Bestandsgeschichte
Das Verlagsgebäude der Zweigstelle in Leipzig wurde 1943 total ausgebombt. Dadurch wurden die dort gelagerten Bestände vernichtet. Buchbestände sind auch nicht im Stadtarchiv Leipzig und im Sächsischen Staatsarchiv Leipzig vorhanden. Beim Stadtarchiv Leipzig gibt es nur eine Akte zum Verlag V&K, diese betrifft die Neulizenzierung im Zeitraum von 1945 bis 1950.
Der größte Teil des Aktenbestandes ist beim Übergang des Verlages an Franz Cornelsen 1954 ins Stadtarchiv gelangt. Eine zweite Ablieferung, die v.a. Akten zum Konkurs der Buchhandlung 1964 zum Inhalt hat, ist später erfolgt. Die rund 1900 Akten enthalten einen Zeitruam von 1831 bis 1985. Einige Akten sind aus datenschutzrechtlichen Gründen noch gesperrt. Es kann ein Antrag auf Sperrfristverkürzung gestellt werden.
Archivalienbestellungen: 210,40/Velhagen und Klasing Nr.
Zitation: Stadtarchiv Bielefeld oder StArchBI, 210,40/Velhagen und Klasing Nr.
Bielefeld, im August 2018
Kristina Ruppel
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.11.2025, 13:59 MEZ