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Concert für Soli, Chor und Orchester
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NZfM 66 (17.6.1879), S. 235: „Im höchsten Grade fesselnd aber war für uns die geniale Weise, in der Liszt den musikalischen Theil der Aufgabe gelöst hatte. Auch für diesen Meister war es vor Allem maßgebend gewesen, daß es hier vor Allem galt, B e e t h o v e n zu feiern; andrerseits war es sein offenbares Streben, diese Fest-Cantate zu einer populären im höheren Sinne zu erheben: Beide Ziele hat er auf’s Glücklichste erreicht, ohne doch in irgend einer Weise seinen Principien oder seinem Style untreu geworden zu sein. Im Gegentheil, das Werk trägt in jedem Satze, in jeder Periode so vollständig den Stempel des Liszt’schen Genius, wie nur irgend ein früheres, und besitzt doch wieder sein nur ihm Eigenartiges, specifisch charakteristisches. [...] Die Instrumental-Einleitung zur Cantate bildet das vollständige Andante mit Variationen aus dem großen Bdur-Trio (Op. 97) von Beethoven. Ein genialer Gedanke, ebenso genial ausgeführt. Wem wäre auch nur eine Note jenes wunderbaren sphärengesanges nicht bekannt und theuer; – und doch, wie neu, wie überraschend erschien uns Allen der Dialog jener drei Instrumente hier, in seiner mannigfaltigeren, glänzenderen Farbengebung, gleichsam als ätherische Zwiesprache des ganzen Orchesters zur Verherrlichung des Unsterblichen. Es war, als ob das scheidende Sonnenlicht, in seinem lichten Farbenelemente aufgelöst, am Himmel empor zum Regenbogen sich wölbte! Dieses durchaus selbständig für sich ausführbare, ächt Beethoven’ sche Instrumentalbild – denn anders können wir diese prachtvolle Introduction nicht nennen – wird, wenn uns nicht Alles täuscht, bald genug seinen Weg durch alle Concertsäle antreten, auch da, wo sich der Vorführung der ganzen Cantate Hindernisse entgegen stellen sollten. Wir können die Aufnahme dieses Beethoven-Liszt’schen A n d a n t e c a n t a b i l e allein einsichtigen (d. h. nicht einseitigen) Concertdirectionen nicht dringend genug empfehlen. Uebrigens war die Wirkung dieser Introduction auch allgemein eine so überwältigende, daß die große Anzahl der theils als Mitwirkende, theils als Zuhörer anwesenden Künstler schon von selbst für die Verbreitung dieses Instrumentalwerkes sorgen wird.“