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G 447 - Evangelisches Pfarramt Ottenhausen (Bestand)
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Landeskirchliches Archiv Stuttgart (Archivtektonik) >> G - Pfarrarchive >> Orte mit O
1550-2012
Einleitung: ===== Ortskirchengeschichte =====
Ottenhausen ist ein Teil der Gemeinde Straubenhardt und liegt im Krähenbachtal im Enzkreis. Die Pfarrei gehört zum Dekanatamt Neuenbürg.
Aufgrund eines Reliefs der römischen Jagdgöttin Diana, das an einer Außenwand des Pfarrhauses angebracht war, wird angenommen, dass der Ort bereits römisch besiedelt war. Die erste urkundliche Erwähnung findet sich als Rudmersbach (Rutmerspach, WUB VI, Nr. 1656) im Jahr 1262. Rudmersbach ging in Ottenhausen, das in den Quellen erstmals 1327 als Ottenhusen erwähnt wird, auf und ist seit dem offiziellen Zusammenschluss am 1. April 1909 dessen Ortsteil.
Ottenhausen war im Mittelalter zu unterschiedlichen Teilen in wechselndem Besitz regionaler Adelsgeschlechter. Seit dem 12. Jahrhundert lassen sich vor allem die Herren von Strubenhart als Besitzer nachweisen. Im ersten Drittel des 15. Jahrhunderts erwarb Gumpolt von Gültlingen einen großen Teil, ab 1418 gehörte die Ortschaft überwiegend der Grafschaft Württemberg. Gleichzeitig hatte Markgraf Bernhard I. von Baden dort umfassenden Besitz, sodass Württemberg und Baden den Ort von 1442 bis zum Jahr 1528, auch in kirchlicher Hinsicht, gemeinsam verwalteten.
Ursprünglich gehörte Ottenhausen zur Pfarrei Gräfenhausen. Die Ottenhausener Kapelle, die unter dem Patrozinium St. Nikolaus und Magdalena stand, war ab 1471 eigene Kaplanei. Die zweite Kapelle am Ort war St. Leonhard in Rudmersbach, die vermutlich bereits zu romanischer Zeit erbaut und später zum Pfarrhaus wurde. 1529 wurde Ottenhausen von Gräfenhausen getrennt und zu einer eigenen Pfarrei erhoben, in die Rudmersbach eingegliedert wurde.
Im Zuge der Reformation wurde Ottenhausen 1535 evangelisch, Rudmersbach blieb noch bis zum Kauf durch die Württemberger 1598 katholisch. Der Dreißigjährige Krieg und damit einhergehende Plünderungen erfassten Ottenhausen spätestens 1634. Während des Krieges war die Pfarrei zeitweise unbesetzt, Vertretungen erfolgten von Langenbrand beziehungsweise Schömberg.
Die heutige Nikolauskirche in Ottenhausen wurde 1790 erbaut, 1877 erhielt sie eine neue Orgel. Während des Zweiten Weltkrieges musste die Kirche ihre Glocken abgeben, die nach Kriegsende vor allem mittels Spenden ersetzt und im September 1950 geweiht werden konnten. Ebenso wurden in den 1950er bis 1960er Jahren umfassende Instandsetzungsarbeiten in und an der Kirche vorgenommen: So erfolgten unter anderem die Erneuerung des Kirchengestühls (1954) sowie die Einsetzung einer elektrischen Fußbankheizung (1957) und einer elektrischen Glockenläutemaschine (1961). 1966 wurde schließlich der Gemeindesaal im Pfarrhaus renoviert.
Am 10. Juli 1968 verwüstete ein Tornado vor allem den Ortsteil Rudmersbach und forderte dort seine einzigen beiden Todesopfer. Auch die Kirche, das Pfarrhaus und die Pfarrscheuer wurden schwer beschädigt. Im Zuge der Renovierungsarbeiten wurde beschlossen, die Scheuer beim Wiederaufbau in ein Gemeindehaus umzuwandeln; dieses wurde 1988 eingeweiht.
Eine bekannte Persönlichkeit des Ortes war die Schriftstellerin Helene Christaller (1872-1953), die von 1894 bis 1902 Pfarrfrau in Ottenhausen war.
===== Bestandsgeschichte =====
Auf der Grundlage eines Kirchengemeinderatsbeschlusses wurde das Archiv des Pfarramtes Ottenhausen am 1. Oktober 2015 zur Verwahrung und Verwaltung an das Landeskirchliche Archiv Stuttgart abgegeben. Der Bestand wurde im Frühjahr 2017 von Patrizia Hartich geordnet und verzeichnet. Er erstreckt sich über ca. vier laufende Meter und besteht aus 226 Bestellnummern. Die Abschlussredaktion (Klassifikation und Indizierung) erfolgte durch Bertram Fink im Sommer 2017.
Das Pfarrarchiv setzt sich zusammen aus den Hauptgattungen Amtsbücher, Akten und Rechnungsunterlagen. Das älteste Archivale, ein Kirchenbuch, wurde im Jahr 1559 angelegt, die Laufzeit des jüngsten Archivale, ein Vortragsbuch, endet 2012.
Die Erschließung der Akten orientierte sich am Registraturplan für die Pfarrämter von 1901. Die Mehrfachüberlieferung wurde ausgeschieden.
Aus Bestandserhaltungsgründen sind die historischen Kirchenbücher vor 1876 für die Benutzung gesperrt. Sie stehen aber der Familienforschung im Kirchenbuchportal Archion auf https://www.archion.de/ zur Verfügung. Für die Benutzung der Kirchenbücher nach 1875, die auf dem Pfarramt verblieben sind, gilt die jeweils aktuelle Kirchenregisterordnung. Aus Datenschutzgründen mussten manche Bestellnummern mit Sperrfristen versehen werden.
Einleitung: Ottenhausen ist ein Teil der Gemeinde Straubenhardt und liegt im Krähenbachtal im Enzkreis. Die Pfarrei gehört zum Dekanatamt Neuenbürg.
Aufgrund eines Reliefs der römischen Jagdgöttin Diana, das an einer Außenwand des Pfarrhauses angebracht war, wird angenommen, dass der Ort bereits römisch besiedelt war. Die erste urkundliche Erwähnung findet sich als Rudmersbach (Rutmerspach, WUB VI, Nr. 1656) im Jahr 1262. Rudmersbach ging in Ottenhausen, das in den Quellen erstmals 1327 als Ottenhusen erwähnt wird, auf und ist seit dem offiziellen Zusammenschluss am 1. April 1909 dessen Ortsteil.
Ottenhausen war im Mittelalter zu unterschiedlichen Teilen in wechselndem Besitz regionaler Adelsgeschlechter. Seit dem 12. Jahrhundert lassen sich vor allem die Herren von Strubenhart als Besitzer nachweisen. Im ersten Drittel des 15. Jahrhunderts erwarb Gumpolt von Gültlingen einen großen Teil, ab 1418 gehörte die Ortschaft überwiegend der Grafschaft Württemberg. Gleichzeitig hatte Markgraf Bernhard I. von Baden dort umfassenden Besitz, sodass Württemberg und Baden den Ort von 1442 bis zum Jahr 1528, auch in kirchlicher Hinsicht, gemeinsam verwalteten.
Ursprünglich gehörte Ottenhausen zur Pfarrei Gräfenhausen. Die Ottenhausener Kapelle, die unter dem Patrozinium St. Nikolaus und Magdalena stand, war ab 1471 eigene Kaplanei. Die zweite Kapelle am Ort war St. Leonhard in Rudmersbach, die vermutlich bereits zu romanischer Zeit erbaut und später zum Pfarrhaus wurde. 1529 wurde Ottenhausen von Gräfenhausen getrennt und zu einer eigenen Pfarrei erhoben, in die Rudmersbach eingegliedert wurde.
Im Zuge der Reformation wurde Ottenhausen 1535 evangelisch, Rudmersbach blieb noch bis zum Kauf durch die Württemberger 1598 katholisch. Der Dreißigjährige Krieg und damit einhergehende Plünderungen erfassten Ottenhausen spätestens 1634. Während des Krieges war die Pfarrei zeitweise unbesetzt, Vertretungen erfolgten von Langenbrand beziehungsweise Schömberg.
Die heutige Nikolauskirche in Ottenhausen wurde 1790 erbaut, 1877 erhielt sie eine neue Orgel. Während des Zweiten Weltkrieges musste die Kirche ihre Glocken abgeben, die nach Kriegsende vor allem mittels Spenden ersetzt und im September 1950 geweiht werden konnten. Ebenso wurden in den 1950er bis 1960er Jahren umfassende Instandsetzungsarbeiten in und an der Kirche vorgenommen: So erfolgten unter anderem die Erneuerung des Kirchengestühls (1954) sowie die Einsetzung einer elektrischen Fußbankheizung (1957) und einer elektrischen Glockenläutemaschine (1961). 1966 wurde schließlich der Gemeindesaal im Pfarrhaus renoviert.
Am 10. Juli 1968 verwüstete ein Tornado vor allem den Ortsteil Rudmersbach und forderte dort seine einzigen beiden Todesopfer. Auch die Kirche, das Pfarrhaus und die Pfarrscheuer wurden schwer beschädigt. Im Zuge der Renovierungsarbeiten wurde beschlossen, die Scheuer beim Wiederaufbau in ein Gemeindehaus umzuwandeln; dieses wurde 1988 eingeweiht.
Eine bekannte Persönlichkeit des Ortes war die Schriftstellerin Helene Christaller (1872-1953), die von 1894 bis 1902 Pfarrfrau in Ottenhausen war.
Auf der Grundlage eines Kirchengemeinderatsbeschlusses wurde das Archiv des Pfarramtes Ottenhausen am 1. Oktober 2015 zur Verwahrung und Verwaltung an das Landeskirchliche Archiv Stuttgart abgegeben. Der Bestand wurde im Frühjahr 2017 von Patrizia Hartich geordnet und verzeichnet. Er erstreckt sich über ca. vier laufende Meter und besteht aus 226 Bestellnummern. Die Abschlussredaktion (Klassifikation und Indizierung) erfolgte durch Bertram Fink im Sommer 2017.
Das Pfarrarchiv setzt sich zusammen aus den Hauptgattungen Amtsbücher, Akten und Rechnungsunterlagen. Das älteste Archivale, ein Kirchenbuch, wurde im Jahr 1559 angelegt, die Laufzeit des jüngsten Archivale, ein Vortragsbuch, endet 2012.
Die Erschließung der Akten orientierte sich am Registraturplan für die Pfarrämter von 1901. Die Mehrfachüberlieferung wurde ausgeschieden.
Aus Bestandserhaltungsgründen sind die historischen Kirchenbücher vor 1876 für die Benutzung gesperrt. Sie stehen aber der Familienforschung im Kirchenbuchportal Archion auf https://www.archion.de/ zur Verfügung. Für die Benutzung der Kirchenbücher nach 1875, die auf dem Pfarramt verblieben sind, gilt die jeweils aktuelle Kirchenregisterordnung. Aus Datenschutzgründen mussten manche Bestellnummern mit Sperrfristen versehen werden.
Evangelisches Pfarramt Ottenhausen
4 lfd. m
Bestand
Ottenhausen, Straubenhardt, Enzkreis
Angaben zum entzogenen Vermögen
Sonstige Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.