Urfehde Nr. 274
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A 2 e (Urfehden u.a.) Nr. A 2 e (Urfehden u.a.) Nr. 7355
A 2 e (Urfehden u.a.) Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 19, 21-22, 26)
Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 19, 21-22, 26) >> Bd. 19 Urfehden
(15)70 Dezember 20
Regest: Hans jung Sperling, Bürger zu Reutlingen, bekennt, dass er unziemlich hausgehalten, sich oftmals vollgesoffen, dann daheim mit seiner Hausfrau einen Hader angefangen, sie geschlagen und gestossen hat, was einem Biedermann nicht ansteht, und dabei so unchristlich und unmenschlich geschworen (= geflucht) und greulich Gott gelästert hat, dass kein Wunder wäre, wenn sich das Erdreich aufgetan und ihn verschlungen hätte. Dadurch hätte er überflüssig (= mehr als genug) verdient, dass man ihm die Zung hinten zu dem Nacken heraus gezogen und ihn so eines greulichen Tods gestraft hätte. Der Rat zu Reutlingen hat ihn ins Gefängnis gelegt, eine Zeitlang darin enthalten (= behalten), ihm das Recht (= Gerichtsverfahren) vorgeschlagen und ergehen lassen wollen. Das wollte er aber nicht annehmen. Auf seine Bitte um Gnade haben ihm die Herren die Strenge des Rechts erlassen und ihn des Gefängnisses entledigt. Er schwor einen Eid, wegen dieser Sache und des Gefängnisses ewiglich Urfehde zu halten und sich nie zu rächen. Er soll und will bei seinem Eid keinen Degen, Messer oder andere Waffe tragen, in keine öffentliche Zech noch irgendeine Versammlung ohne Erlaubnis kommen, niemand in sein Haus zum Zechen berufen, aus dem Zehenten (= Gebiet der Stadt), abgesehen von seinen Weingärten, nicht ohne Erlaubnis gehen, ferner sich mit seiner Hausfrau so verhalten, wie einem Biedermann gebührt, und für solche gnädige Straf sein Leben lang den Herrn Dank sagen und beweisen. Wenn er über kurz oder lang eine Forderung gegen sie oder die Ihren hätte, will er sie bei ihren ordentlichen Gerichten bleiben lassen. Würde er aber diesen Eid und Urfehde nicht halten, so will er heissen und sein ein treuloser, meineidiger und zum Tod verurteilter Mann, den die Herren zu Reutlingen richten oder richten lassen mögen, mit was Pen (= Strafe) des Tods sie wollen.
Dorsal-/Marginalvermerke: Auf der Rückseite: Am 16. Juni (15)76 ist dem jungen Sperling seine Urfehde auf Wohlverhalten aufgehoben und er in seine vorige Ehre gesetzt worden.
Dorsal-/Marginalvermerke: Auf der Rückseite: Am 16. Juni (15)76 ist dem jungen Sperling seine Urfehde auf Wohlverhalten aufgehoben und er in seine vorige Ehre gesetzt worden.
Beschreibstoff: Pg.
Archivale
Zeugen / Siegler / Unterschriften: Siegler: Hans Khönggott, Bürger zu Reutlingen
Siegel (Erhaltung): Siegel vorhanden, undeutlich
Genetisches Stadium: Or.
Verweis: Urfehde Nr. 275 fehlt
Siegel (Erhaltung): Siegel vorhanden, undeutlich
Genetisches Stadium: Or.
Verweis: Urfehde Nr. 275 fehlt
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
20.03.2025, 11:14 AM CET