Mattheus Herbrot, Notar und Bürger zu Augsburg, wohnhaft in Ravensburg, beurkundet eine von Christoph Creutzer ("Kreyzer") namens des Abts Gerwig [Blarer] von Weingarten und Ochsenhausen, des Koadjutors und der Konventualen sowie der weltlichen Amtleute des Klosters Weingarten vorgenommene Protestation. Sie betrifft die Sterbfallabgabe, die dem Kloster beim kinderlosen Tod einer leibeigenen Person zusteht. Diese besteht aus dem Hauptrecht, d.h. dem besten Gewand, mit dem die Person am Stolzen Montag zur Kirche und Straße geht, und dem besten Hauptvieh, sowie eines Drittels des Nachlasses. Als das Kloster diese Abgabe nach dem Tod der Eheleute Jakob und Margreta Sinner oder Siener in Marbach erheben wollte, verboten die erbtruchsessischen Amtleute zu der Scheer ("Schär") sowie der Amman in Marbach den Erben, die Abgabe zu leisten. Weingarten protestiert gegen diese Spoliation oder Beraubung und behält sich Schadenersatzforderungen gegen die Truchsessischen vor, falls die Erben den Nachlaß verschwenden. Rückvermerk mit Bericht des Notars über die am 11. November erfolgte Zustellung bei den waldburgischen Amtleuten in Scheer David Goldstainer, Obervogt, Wilhelm Amberg, Untervogt, und Martin Stainebrun, Hausvogt, sowie bei Hans Apt, Ammann in Marbach.
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Mattheus Herbrot, Notar und Bürger zu Augsburg, wohnhaft in Ravensburg, beurkundet eine von Christoph Creutzer ("Kreyzer") namens des Abts Gerwig [Blarer] von Weingarten und Ochsenhausen, des Koadjutors und der Konventualen sowie der weltlichen Amtleute des Klosters Weingarten vorgenommene Protestation. Sie betrifft die Sterbfallabgabe, die dem Kloster beim kinderlosen Tod einer leibeigenen Person zusteht. Diese besteht aus dem Hauptrecht, d.h. dem besten Gewand, mit dem die Person am Stolzen Montag zur Kirche und Straße geht, und dem besten Hauptvieh, sowie eines Drittels des Nachlasses. Als das Kloster diese Abgabe nach dem Tod der Eheleute Jakob und Margreta Sinner oder Siener in Marbach erheben wollte, verboten die erbtruchsessischen Amtleute zu der Scheer ("Schär") sowie der Amman in Marbach den Erben, die Abgabe zu leisten. Weingarten protestiert gegen diese Spoliation oder Beraubung und behält sich Schadenersatzforderungen gegen die Truchsessischen vor, falls die Erben den Nachlaß verschwenden. Rückvermerk mit Bericht des Notars über die am 11. November erfolgte Zustellung bei den waldburgischen Amtleuten in Scheer David Goldstainer, Obervogt, Wilhelm Amberg, Untervogt, und Martin Stainebrun, Hausvogt, sowie bei Hans Apt, Ammann in Marbach.
Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, B 522 I U 1367
09576
B 522 II U 1277
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, B 522 I Weingarten, Benediktinerkloster: Urkunden I
Weingarten, Benediktinerkloster: Urkunden I >> Urkunden
1567 August 26 (zinstag den sechs und zwaintzigisten tag monats Augusti)
58,9 x 72,2 (Höhe x Breite)
Urkunden
Deutsch
Aussteller: Mattheus Herbrot, Notar und Bürger zu Augsburg, wohnhaft in Ravensburg
Empfänger: Gerwig [Blarer], Abt von Weingarten und Ochsenhausen
Zeugen: Konrad Spon, Ammann zu Fronhofen, Balthus Resch, Einwohner von Altdorf, Jerg Kock und Lenz Lambrecht von Marbach
Überlieferungsart: Ausfertigung
Beglaubigungs- und Notarzeichen: Signet des Ausstellers
Empfänger: Gerwig [Blarer], Abt von Weingarten und Ochsenhausen
Zeugen: Konrad Spon, Ammann zu Fronhofen, Balthus Resch, Einwohner von Altdorf, Jerg Kock und Lenz Lambrecht von Marbach
Überlieferungsart: Ausfertigung
Beglaubigungs- und Notarzeichen: Signet des Ausstellers
Amberg, Wilhelm, Untervogt
Apt, Hans, Ammann
Creutzer, Christoph; Sekretär und Oberamtmann
Goldstainer, David, Obervogt
Herbrot, Matthäus; Notar
Kock, Jörg
Lambrecht, Lenz
Resch, Balthus
Siener, Jakob
Siener, Margretha
Sinner, Jakob
Sinner, Margretha
Spon, Konrad, Ammann
Stainebrun, Martin, Hausvogt
Altdorf = Weingarten RV; Einwohner
Augsburg A; Einwohner
Augsburg A; Notare
Fronhofen : Fronreute RV; Ammann
Marbach : Herbertingen SIG; Ammann
Marbach : Herbertingen SIG; Einwohner
Ravensburg RV; Notar
Scheer SIG; Amtleute
Scheer SIG; Hausvogt
Scheer SIG; Obervogt
Scheer SIG; Untervogt
Weingarten RV; Kloster, Amtleute
Weingarten RV; Kloster, Koadjutor
Weingarten RV; Kloster, Konvent
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
21.11.2025, 15:19 MEZ
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