Deutscher Orden, Meistertum Mergentheim, Regierung (Bestand)
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Deutscher Orden, Meistertum Mergentheim, Regierung 205.19
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1216-1805
Deutscher Orden, Meistertum Mergentheim, Regierung: Das Meistertum Mergentheim
Die Zerstörung der Burg Horneck am Neckar im Bauernkrieg 1525 machte die Einrichtung einer neuen Residenz für den am 16. September 1494 in den Reichsfürstenstand erhobenen Deutschmeister nötig. Aus strategischen Gründen fiel dabei die Wahl auf die wirtschaftlich starke und mit Blick auf die verbliebenen Ordensbesitzungen verkehrsmäßig zentral gelegene Kommende Mergentheim (heute Main-Tauber-Kreis, Baden-Württemberg), die ihre Wurzeln in einer großen Stiftung der Herrn v. Hohenlohe 1219 hatte. Die Entwicklung des Ordensstaates Preußen zum weltlichen Herzogtum unter dem ehemaligen Hochmeister Albrecht von Brandenburg brachte zudem die Notwendigkeit, das Spitzenamt des Ordens neu zu besetzen sowie für den Inhaber ebenfalls eine neue Residenz und entsprechende Pfründegüter zu finden. Kaiser Karl V. ernannte am 6. Dezember 1527 den Deutschmeister Walther v. Cronberg zum (später so genannten) "Administrator des Hochmeistertums in deutschen und welschen Landen", ein Amt, das seit dem Ende des 16. Jhs. praktisch als Habsburgische Sekundogenitur gelten kann. Die ehemals deutschmeisterschen Kammergüter dienten fortan direkt dem Unterhalt der nunmehr in Personalunion vereinten beiden Spitzenämter. Die Eingliederung der Ballei Franken in Form der kirchenrechtlichen Inkorporation 1789 brachte Mergentheim einen bedeutenden Zuwachs - und einen mit dem Namen des Archivars Wenzel Polzer verbundenen Zustrom von für Verwaltungszwecke benötigtem Schriftgut aus den Archiven und Registraturen der nunmehr als Obervogteiämter direkt Mergentheim - und eben nicht mehr der Landkommende Ellingen - nachgeordneten Kommenden. Freilich hatte es, wie die Einzugsaktionen des Archivars Franz Paul Anton Handel 1722/36 zeigen - schon früher Tendenzen gegeben, einzelne, zur Verteidigung der eigenen Rechte wichtige Stücke (v.a. Urkunden) zur Regierung oder in das Archiv zu Mergentheim zu ziehen. 1736 verzichtete der Hoch- und Deutschmeister allerdings auf die Einsendung von Originalen und hielt Kopien für ausreichend.
Nachdem verschiedene Austauschprojekte zur Gewinnung eines geschlossenen Ordensterritoriums um Mergentheim gescheitert waren, engte sich im Laufe des Jahres 1805 der Herrschaftsbereich des Ordens immer mehr auf das "Teutschmeistertum Mergentheim" ein. Bayern besetzte im November neben der Kommende Ulm auch die Ämter Würzburg, Münnerstadt und Postbauer sowie die in seinem Bereich liegenden Güter Ämter Nürnberg, Ellingen, Gelchsheim und Aub sowie Nördlingen-Reimlingen; Blumenthal, Gangkofen und Regensburg folgten. Auch eine Reihe von Kommenden und Ämtern der Ballei Elsaß und Burgund sowie Koblenz und Alten-Biesen kamen unter bayerische Hoheit.
Am 24. April 1809 hob Napoleon den Deutschen Orden in den Staaten des Rheinbundes auf - in den habsburgischen Erblanden blieb er weiterhin bestehen - und machte somit den Weg für die Besitzergreifung Mergentheims durch das Königreich Württemberg frei. Diese erfolgte am 7./13. Juni 1809, was zu einem regelrechten Volksaufstand für die alte Herrschaft führte, der aber von württembergischen Militär blutig niedergeschlagen wurde.
Die Überlieferung
Der bayerisch-württembergischen Grenzbereinigung von 1810/14 folgte in mehreren Schüben der Austausch der entsprechenden Archivalien nach dem Ortsbetreffprinzip, der bis in das erste Jahrzehnt des 20. Jhs. andauerte. Die damals an Bayern gekommenen Unterlagen, die in Mergentheim und in den zugehörigen Kammerämtern gebildet bzw. deren Verwaltungsvorgänge von dortigen Behörden abgeschlossen worden waren, wurden um das Jahr 2000 von Jens Martin M.A. und Jürgen Wyschkon auf ihre Provenienz hin analysiert und sind nunmehr unter dem Fonds "Meistertum Mergentheim" zusammengefasst. Im Einzelnen handelt es sich dabei um die nach den jeweiligen Registraturbildnern aufgestellten provenienzreine Bestände Regierung, Hofkammer, Geistlicher Rat, General-Visitations-Kommission, Kontributionsamt sowie Archiv. Gemäß ihrer Provenienz gehören sie in das Staatsarchiv Ludwigsburg, ein diesbezüglicher Archivalienaustausch mit Baden-Württemberg ist bisher jedoch nicht erfolgt.
Auch die Überlieferung des zum Meistertum Mergentheim gehörigen Amts Gelchsheim sowie einschlägige, nach dem Ortsbetreffsprinzip an Bayern abgegebene Archivalien der Provenienzen Landkommende Altshausen, der Kommenden Heilbronn, Kapfenburg (nebst zugehörigen Amt Lauchingen) sowie der Kommende Ulm (mit zugehörigen Amt Zöschingen) werden bis auf weiteres im Staatsarchiv Nürnberg verwahrt. Anzumerken ist noch, dass Archivalien der Kommende Regensburg und der Kommende Speyer an das Bayerische Hauptstaatsarchiv abgegeben worden sind.
Die 2247 Archivalieneinheiten wurden von Jürgen Wyschkon verzeichnet und formiert. Auf eine strukturierende Gliederung des Bestands nach Sachgruppen mittels eines Thesaurus wurde jedoch aufgrund des provisorischen Charakters der Verwahrung ebenso verzichtet wie auf eine tiefere Erschließung, eine fortlaufende (Neu-)Nummerierung und eine Schadensbestimmung.
Literatur (in Auswahl)
Bott, Gerhard; Arnold, Udo (Hg.): 800 Jahre Deutscher Orden. Internationale Historische Kommission zur Erforschung des Deutschen Ordens. Gütersloh 1990
Demel, Bernhard: Der Deutsche Orden zwischen Bauernkrieg (1525) und Napoleon (1809). Ein Beitrag zur neuzeitlichen Ordensgeschichte, in: Arnold, Udo (Hg.): Von Akkon bis Wien. Studien zur Deutschordensgeschichte vom 13. bis zum 20. Jahrhundert. Festschrift Marian Tumler (Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens 20), Marburg 1978, S. 177-207
Demel, Bernhard: Mergentheim - Residenz des Deutschen Ordens (1525-1809), in: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 34/35 (1975/1976), S. 42-212
Diefenbacher, Michael: Der Deutsche Orden in Bayern (Hefte zur bayerischen Geschichte und Kultur 10), München 1990
Hofmann, Hanns-Hubert: Der Staat des Deutschmeisters. Studien zu einer Geschichte des Deutschen Ordens im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation (Studien zur bayerischen verfassungs- und Sozialgeschichte, Bd. 3). München 1964
Jaroschka, Walter: Probleme der Schriftgutüberlieferung des Deutschen Ordens in Bayern, in: Mitteilungen für die Archivpflege in Bayern 22 (1976) S. 3-14
Kirn, Daniel: Der Mergentheimer Aufstand des Jahres 1809 und das Ende des Meistertums Mergentheim, in: Württembergisch-Franken 90/91 (2006), S. 91-129
Klebes, Bernhard: Der Deutsche Orden in der Region Mergentheim im Mittelalter. Kommende, Stadt- und Territorialherrschaft (1219/20-ca. 1525) (Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens 58), Marburg 2002
Lampe, Karl H.: Die Auflösung des Deutschordenshauptarchives zu Mergentheim, in: Archivalische Zeitschrift 57 (1961), S. 66-130
Seiler, Alois: Horneck - Mergentheim - Ludwigsburg: Zur Überlieferungsgeschichte der Archive des Deutschen Ordens in Südwestdeutschland, in: Udo Arnold u.a. (Hg.): Horneck, Königsberg und Mergentheim. Zu Quellen und Ereignissen in Preußen und im Reich vom 13. bis 19. Jahrhundert (Schriftenreihe Nordost-Archiv 19). Lüneburg 1980, S. 53-102
Weiß, Dieter J.: Die Geschichte der Deutschordens-Ballei Franken im Mittelalter (Veröffentlichungen der Gesellschaft für fränkische Geschichte Reihe IX, Bd. 39). Neustadt a.d. Aisch, v.a. S. 2-12
Weiß, Dieter J.: Deutscher Orden: Territorium und Verwaltung, in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: (21.11.2011)
Die Zerstörung der Burg Horneck am Neckar im Bauernkrieg 1525 machte die Einrichtung einer neuen Residenz für den am 16. September 1494 in den Reichsfürstenstand erhobenen Deutschmeister nötig. Aus strategischen Gründen fiel dabei die Wahl auf die wirtschaftlich starke und mit Blick auf die verbliebenen Ordensbesitzungen verkehrsmäßig zentral gelegene Kommende Mergentheim (heute Main-Tauber-Kreis, Baden-Württemberg), die ihre Wurzeln in einer großen Stiftung der Herrn v. Hohenlohe 1219 hatte. Die Entwicklung des Ordensstaates Preußen zum weltlichen Herzogtum unter dem ehemaligen Hochmeister Albrecht von Brandenburg brachte zudem die Notwendigkeit, das Spitzenamt des Ordens neu zu besetzen sowie für den Inhaber ebenfalls eine neue Residenz und entsprechende Pfründegüter zu finden. Kaiser Karl V. ernannte am 6. Dezember 1527 den Deutschmeister Walther v. Cronberg zum (später so genannten) "Administrator des Hochmeistertums in deutschen und welschen Landen", ein Amt, das seit dem Ende des 16. Jhs. praktisch als Habsburgische Sekundogenitur gelten kann. Die ehemals deutschmeisterschen Kammergüter dienten fortan direkt dem Unterhalt der nunmehr in Personalunion vereinten beiden Spitzenämter. Die Eingliederung der Ballei Franken in Form der kirchenrechtlichen Inkorporation 1789 brachte Mergentheim einen bedeutenden Zuwachs - und einen mit dem Namen des Archivars Wenzel Polzer verbundenen Zustrom von für Verwaltungszwecke benötigtem Schriftgut aus den Archiven und Registraturen der nunmehr als Obervogteiämter direkt Mergentheim - und eben nicht mehr der Landkommende Ellingen - nachgeordneten Kommenden. Freilich hatte es, wie die Einzugsaktionen des Archivars Franz Paul Anton Handel 1722/36 zeigen - schon früher Tendenzen gegeben, einzelne, zur Verteidigung der eigenen Rechte wichtige Stücke (v.a. Urkunden) zur Regierung oder in das Archiv zu Mergentheim zu ziehen. 1736 verzichtete der Hoch- und Deutschmeister allerdings auf die Einsendung von Originalen und hielt Kopien für ausreichend.
Nachdem verschiedene Austauschprojekte zur Gewinnung eines geschlossenen Ordensterritoriums um Mergentheim gescheitert waren, engte sich im Laufe des Jahres 1805 der Herrschaftsbereich des Ordens immer mehr auf das "Teutschmeistertum Mergentheim" ein. Bayern besetzte im November neben der Kommende Ulm auch die Ämter Würzburg, Münnerstadt und Postbauer sowie die in seinem Bereich liegenden Güter Ämter Nürnberg, Ellingen, Gelchsheim und Aub sowie Nördlingen-Reimlingen; Blumenthal, Gangkofen und Regensburg folgten. Auch eine Reihe von Kommenden und Ämtern der Ballei Elsaß und Burgund sowie Koblenz und Alten-Biesen kamen unter bayerische Hoheit.
Am 24. April 1809 hob Napoleon den Deutschen Orden in den Staaten des Rheinbundes auf - in den habsburgischen Erblanden blieb er weiterhin bestehen - und machte somit den Weg für die Besitzergreifung Mergentheims durch das Königreich Württemberg frei. Diese erfolgte am 7./13. Juni 1809, was zu einem regelrechten Volksaufstand für die alte Herrschaft führte, der aber von württembergischen Militär blutig niedergeschlagen wurde.
Die Überlieferung
Der bayerisch-württembergischen Grenzbereinigung von 1810/14 folgte in mehreren Schüben der Austausch der entsprechenden Archivalien nach dem Ortsbetreffprinzip, der bis in das erste Jahrzehnt des 20. Jhs. andauerte. Die damals an Bayern gekommenen Unterlagen, die in Mergentheim und in den zugehörigen Kammerämtern gebildet bzw. deren Verwaltungsvorgänge von dortigen Behörden abgeschlossen worden waren, wurden um das Jahr 2000 von Jens Martin M.A. und Jürgen Wyschkon auf ihre Provenienz hin analysiert und sind nunmehr unter dem Fonds "Meistertum Mergentheim" zusammengefasst. Im Einzelnen handelt es sich dabei um die nach den jeweiligen Registraturbildnern aufgestellten provenienzreine Bestände Regierung, Hofkammer, Geistlicher Rat, General-Visitations-Kommission, Kontributionsamt sowie Archiv. Gemäß ihrer Provenienz gehören sie in das Staatsarchiv Ludwigsburg, ein diesbezüglicher Archivalienaustausch mit Baden-Württemberg ist bisher jedoch nicht erfolgt.
Auch die Überlieferung des zum Meistertum Mergentheim gehörigen Amts Gelchsheim sowie einschlägige, nach dem Ortsbetreffsprinzip an Bayern abgegebene Archivalien der Provenienzen Landkommende Altshausen, der Kommenden Heilbronn, Kapfenburg (nebst zugehörigen Amt Lauchingen) sowie der Kommende Ulm (mit zugehörigen Amt Zöschingen) werden bis auf weiteres im Staatsarchiv Nürnberg verwahrt. Anzumerken ist noch, dass Archivalien der Kommende Regensburg und der Kommende Speyer an das Bayerische Hauptstaatsarchiv abgegeben worden sind.
Die 2247 Archivalieneinheiten wurden von Jürgen Wyschkon verzeichnet und formiert. Auf eine strukturierende Gliederung des Bestands nach Sachgruppen mittels eines Thesaurus wurde jedoch aufgrund des provisorischen Charakters der Verwahrung ebenso verzichtet wie auf eine tiefere Erschließung, eine fortlaufende (Neu-)Nummerierung und eine Schadensbestimmung.
Literatur (in Auswahl)
Bott, Gerhard; Arnold, Udo (Hg.): 800 Jahre Deutscher Orden. Internationale Historische Kommission zur Erforschung des Deutschen Ordens. Gütersloh 1990
Demel, Bernhard: Der Deutsche Orden zwischen Bauernkrieg (1525) und Napoleon (1809). Ein Beitrag zur neuzeitlichen Ordensgeschichte, in: Arnold, Udo (Hg.): Von Akkon bis Wien. Studien zur Deutschordensgeschichte vom 13. bis zum 20. Jahrhundert. Festschrift Marian Tumler (Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens 20), Marburg 1978, S. 177-207
Demel, Bernhard: Mergentheim - Residenz des Deutschen Ordens (1525-1809), in: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 34/35 (1975/1976), S. 42-212
Diefenbacher, Michael: Der Deutsche Orden in Bayern (Hefte zur bayerischen Geschichte und Kultur 10), München 1990
Hofmann, Hanns-Hubert: Der Staat des Deutschmeisters. Studien zu einer Geschichte des Deutschen Ordens im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation (Studien zur bayerischen verfassungs- und Sozialgeschichte, Bd. 3). München 1964
Jaroschka, Walter: Probleme der Schriftgutüberlieferung des Deutschen Ordens in Bayern, in: Mitteilungen für die Archivpflege in Bayern 22 (1976) S. 3-14
Kirn, Daniel: Der Mergentheimer Aufstand des Jahres 1809 und das Ende des Meistertums Mergentheim, in: Württembergisch-Franken 90/91 (2006), S. 91-129
Klebes, Bernhard: Der Deutsche Orden in der Region Mergentheim im Mittelalter. Kommende, Stadt- und Territorialherrschaft (1219/20-ca. 1525) (Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens 58), Marburg 2002
Lampe, Karl H.: Die Auflösung des Deutschordenshauptarchives zu Mergentheim, in: Archivalische Zeitschrift 57 (1961), S. 66-130
Seiler, Alois: Horneck - Mergentheim - Ludwigsburg: Zur Überlieferungsgeschichte der Archive des Deutschen Ordens in Südwestdeutschland, in: Udo Arnold u.a. (Hg.): Horneck, Königsberg und Mergentheim. Zu Quellen und Ereignissen in Preußen und im Reich vom 13. bis 19. Jahrhundert (Schriftenreihe Nordost-Archiv 19). Lüneburg 1980, S. 53-102
Weiß, Dieter J.: Die Geschichte der Deutschordens-Ballei Franken im Mittelalter (Veröffentlichungen der Gesellschaft für fränkische Geschichte Reihe IX, Bd. 39). Neustadt a.d. Aisch, v.a. S. 2-12
Weiß, Dieter J.: Deutscher Orden: Territorium und Verwaltung, in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: (21.11.2011)
Deutscher Orden, Meistertum Mergentheim, Regierung
2447
Bestand
Akten
deutsch
_uuid_aus alter Datenbank: 043080fc-b15f-455f-9bf6-283321e1313e
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
23.05.2025, 9:30 AM CEST
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