Das Madonnenländchen - Zwischen Odenwald und Tauber
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 4/013 S024047/301
V
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 4/013 Fernsehsendungen von Südwest Fernsehen aus dem Jahre 2002
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18. Mai 2002
Die Madonnen geben der Landschaft ihren Namen. Bildstöcke und Heiligenfiguren an Häuserwänden, auf Brücken und im freien Feld. Keine Gegend Deutschlands ist so reich gesegnet mit religiösen Darstellungen. Die schlichten steinernen Denkmäler verdanken ihr Entstehen in der Regel einem Gelübde, erzählen von Leid und Not, Unglücken oder freudigen Ereignissen. Bildstöcke als Ausdruck der Volksseele. Vor allem das Barock hat diese Kunstdenkmäler geschaffen. Vom Odenwald bis zum Taubertal erstreckt sich das Madonnenländchen, auch badisches Bauland genannt. Orte wie Walldürn, Hardheim, Buchen Mudau, Osterburken und Boxberg sind Mittelpunkte einer Landschaft, die ihren bäuerlichen Charakter bewahrt hat. Das Fehlen großer Durchgangsstraßen kommt dem Gebiet zugute: es ist noch still und unberührt, offen und heiter. Das Madonnenländchen strahlt Ruhe aus. "Hier liegt der Frieden auf der Schwelle", so Eduard Mörike. Eine Landschaft reich an Geschichte und Kultur. Die Römer bauten hier ihren Limes - Reste der Wehranlagen erinnern daran -, die Horden um Götz von Berlichingen zogen während des Bauernkrieges plündernd durch das Land und hinterließen eine Spur der Verwüstung. Ausdruck der fränkischen Frömmigkeit sind auch die alljährlichen Wallfahrten zum Heilig-Blut-Altar in Walldürn. Sie begannen 1408, schon um 1600 kamen Pilgerscharen von weither nach Walldürn. Fußgängerprozessionen aus vielen Teilen Deutschlands prägen bis heute das Bild der Wallfahrt.
Das benachbarte Buchen ist vor allem durch die traditionelle Fasenacht bekannt. Dieses Jahr wurde sie zum 555. Mal gefeiert. Joseph Martin Kraus verbrachte hier seine Jugend, später als "Odenwälder Mozart" und Kapellmeister am schwedischen Königshof hoch geehrt. Seine Kompositionen erklingen alljährlich bei festlichen Konzerten in Buchen. Das "Worpswede des Odenwalds" war das winzige Dorf Hollerbach bei Buchen. Anfang des 20. Jahrhunderts ließen sich hier Maler der Karlsruher Kunstakademie nieder: "hinaus in die Natur" war ihre Devise. Die Bilder der Künstler schmücken heute viele Wohnstuben und Gasthäuser im Madonnenländchen. Das Madonnenländchen oder Bauland ist Bauernland. Als Spezialität gedeiht der Dinkel hier, eine der ältesten Getreidesorten. Aus ihm wird Grünkern gewonnen, das Gebiet besaß lange Zeit das Weltmonopol im Anbau. "Badischer Reis" nennt der Volksmund den Dinkel, der als spezielle Getreideart auf den kargen Böden des Baulandes wächst. An der Tauber geht das Madonnenländchen in die Fremdenverkehrsregion "Liebliches Taubertal" über. Hier wurde in den letzten Jahren in Bronnbach die 1151 gegründete Zisterzienserabtei beispielhaft renoviert. Bundesweit hat dieses Bauvorhaben Modellcharakter. Seit kurzem leben auch wieder Mönche im Kloster.
Das benachbarte Buchen ist vor allem durch die traditionelle Fasenacht bekannt. Dieses Jahr wurde sie zum 555. Mal gefeiert. Joseph Martin Kraus verbrachte hier seine Jugend, später als "Odenwälder Mozart" und Kapellmeister am schwedischen Königshof hoch geehrt. Seine Kompositionen erklingen alljährlich bei festlichen Konzerten in Buchen. Das "Worpswede des Odenwalds" war das winzige Dorf Hollerbach bei Buchen. Anfang des 20. Jahrhunderts ließen sich hier Maler der Karlsruher Kunstakademie nieder: "hinaus in die Natur" war ihre Devise. Die Bilder der Künstler schmücken heute viele Wohnstuben und Gasthäuser im Madonnenländchen. Das Madonnenländchen oder Bauland ist Bauernland. Als Spezialität gedeiht der Dinkel hier, eine der ältesten Getreidesorten. Aus ihm wird Grünkern gewonnen, das Gebiet besaß lange Zeit das Weltmonopol im Anbau. "Badischer Reis" nennt der Volksmund den Dinkel, der als spezielle Getreideart auf den kargen Böden des Baulandes wächst. An der Tauber geht das Madonnenländchen in die Fremdenverkehrsregion "Liebliches Taubertal" über. Hier wurde in den letzten Jahren in Bronnbach die 1151 gegründete Zisterzienserabtei beispielhaft renoviert. Bundesweit hat dieses Bauvorhaben Modellcharakter. Seit kurzem leben auch wieder Mönche im Kloster.
0:43:30; 0'43
Audio-Visuelle Medien
Herkunft: Bilderbuch Deutschland
Collenberg, Edith Ruit von
Denzer, Georg; Kommunalpolitiker, Landrat, 1942-
Dörr, Elfriede
Englert, Rainer
Hemberger, Kurt
Ilzhöfer, Werner
Kraus, Josef Martin
Lang, Richard; Hutmodist
Maulhardt, Gebhard
Zang, Waldemar
Bronnbach : Reicholzheim, Wertheim TBB
Buchen (Odenwald) MOS
Hardheim MOS
Hollerbach : Buchen (Odenwald) MOS
Osterburken MOS
Walldürn MOS
Bauwerk: Limes
Brauchtum; Wallfahrt
Denkmal; Kleindenkmal
Essen und Trinken; Grünkern
Fastnacht
Kirche
Landschaft; Bauland
Landschaft; Madonnenländchen
Landwirtschaft
Malerei
Pflanze: Dinkel
Porträt [Journalismus]
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
21.11.2025, 15:24 MEZ
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