Physikalisch-Technische Reichsanstalt (Bestand)
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BArch R 1519
call number: R 1519
Bundesarchiv (Archivtektonik) >> Norddeutscher Bund und Deutsches Reich (1867/1871-1945) >> Kultus, Wissenschaft, Propaganda
1869-1950
Geschichte des Bestandsbildners: Die Physikalisch-Technische Reichsanstalt (PTR), als eine dem Reichsministerium des Innern nachgeordnete wissenschaftliche Einrichtung 1887 gegründet und ab 1934 dem Reichsminis-terium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung unterstellt, war das Ergebnis jahrelan-ger Bemühungen um eine staatliche Organisation der experimentellen Naturforschung und Präzisionstechnik.
Die Durchführung umfangreicher wissenschaftlich-physikalischer Untersuchungen sowie die gleichzeitige praxisbezogene Umsetzung der Ergebnisse in der Präzisionsmechanik und Tech-nik ließ die PTR in der Grundlagenforschung schnell eine wesentliche Rolle einnehmen.
Die Leitung dieser wissenschaftlichen Einrichtung lag bei ihrem Präsidenten und einem zur fachlichen Aufsicht und Beratung gebildeten Kuratorium.
Präsidenten der PTR waren:
Hermann von Helmholtz 1887-1892
Friedrich Kohlrausch 1895-1905
Emil Warburg 1905-1922
Walther Nernst 1922-1924
Friedrich Paschen 1924-1933
Johannes Stark 1933-1939
Abraham Esau 1939-1945
Im Jahre 1923 wurde die 1919 aus der Normaleichungskommission hervorgegangene Reichs-anstalt für Maß und Gewicht mit der PTR vereinigt. Ständig anwachsende bzw. spezieller werdende Aufgabengebiete führten im Laufe der Jahre zu Veränderungen der Abteilungs-struktur.
In der Präsidialabteilung waren Laboratorien, Hauptwerkstatt, Hauptbibliothek sowie Verwal-tungsleitung dem Präsidenten unmittelbar unterstellt. Es folgten:
Abteilung I: Maß und Gewicht (unter Einbeziehung der Reichsanstalt für Maß und Gewicht
seit 1923)
Abteilung II: Elektrizität (ab 1936: für Elektrizität und Magnetismus)
Abteilung III: Wärme und Druck
Abteilung IV: Optik
Abteilung V: Atomphysik und physikalische Chemie (seit 1939)
Abteilung VI: Feinmechanik und Akustik (seit 1939)
Nach 1945 gingen die Aufgaben der PTR auf die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (Braunschweig) und das Deutsche Amt für Maß und Gewicht (Berlin) über.
Bestandsbeschreibung: 1977 und 1981 gelangten Akten der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt und der Normaleichungskommission (NEK) vom Amt für Standardisierung und Messwesen der DDR in das Zentrale Staatsarchiv Potsdam. Sie wurden unter der Bezeichnung PTR zu einem Bestand
(R 1519) zusammengefasst. Lückenhaft überliefert sind vor allem Akten der Abteilungen III bis VI der PTR sowie zu Organisation und Geschäftsbetrieb der NEK.
Die vormals in das Bundesarchiv in Koblenz gelangten Aktensplitter zu Schall-, Schwingungs- und Druckmessungen bei Torpedo- und Minenentwicklung und Weiterentwicklung von Präzisionsmessgeräten für die Olympischen Spiele 1936 (Bestand R 105) wurden 1996 in Berlin dem Bestand R 1519 zugeordnet.
Inhaltliche Charakterisierung: Einen wichtigen Teil der Wissenschaftspolitik des NS-Staates dokumentieren die vorhandenen Unterlagen über Leitung, Organisation, Planung und Berichterstattung der PTR. Weitere Schwerpunkte bilden Vorgänge zu Forschungs- und Ausbildungsfragen, vor allem der Abteilungen I Maß und Gewicht bzw. II Elektrizität und Magnetismus. Überliefert sind gleichfalls Unterlagen zur Entwicklung und Erprobung einer Ziel-Zeit-Kamera, die während der Olympischen Spiele 1936 in Berlin zum Einsatz kam sowie einige Akten zur Torpedo- und Minenentwicklung der Jahre 1940 bis 1944.
Erschließungszustand: Findbuch, Online-Findbuch (2005)
Zitierweise: BArch R 1519/...
Die Durchführung umfangreicher wissenschaftlich-physikalischer Untersuchungen sowie die gleichzeitige praxisbezogene Umsetzung der Ergebnisse in der Präzisionsmechanik und Tech-nik ließ die PTR in der Grundlagenforschung schnell eine wesentliche Rolle einnehmen.
Die Leitung dieser wissenschaftlichen Einrichtung lag bei ihrem Präsidenten und einem zur fachlichen Aufsicht und Beratung gebildeten Kuratorium.
Präsidenten der PTR waren:
Hermann von Helmholtz 1887-1892
Friedrich Kohlrausch 1895-1905
Emil Warburg 1905-1922
Walther Nernst 1922-1924
Friedrich Paschen 1924-1933
Johannes Stark 1933-1939
Abraham Esau 1939-1945
Im Jahre 1923 wurde die 1919 aus der Normaleichungskommission hervorgegangene Reichs-anstalt für Maß und Gewicht mit der PTR vereinigt. Ständig anwachsende bzw. spezieller werdende Aufgabengebiete führten im Laufe der Jahre zu Veränderungen der Abteilungs-struktur.
In der Präsidialabteilung waren Laboratorien, Hauptwerkstatt, Hauptbibliothek sowie Verwal-tungsleitung dem Präsidenten unmittelbar unterstellt. Es folgten:
Abteilung I: Maß und Gewicht (unter Einbeziehung der Reichsanstalt für Maß und Gewicht
seit 1923)
Abteilung II: Elektrizität (ab 1936: für Elektrizität und Magnetismus)
Abteilung III: Wärme und Druck
Abteilung IV: Optik
Abteilung V: Atomphysik und physikalische Chemie (seit 1939)
Abteilung VI: Feinmechanik und Akustik (seit 1939)
Nach 1945 gingen die Aufgaben der PTR auf die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (Braunschweig) und das Deutsche Amt für Maß und Gewicht (Berlin) über.
Bestandsbeschreibung: 1977 und 1981 gelangten Akten der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt und der Normaleichungskommission (NEK) vom Amt für Standardisierung und Messwesen der DDR in das Zentrale Staatsarchiv Potsdam. Sie wurden unter der Bezeichnung PTR zu einem Bestand
(R 1519) zusammengefasst. Lückenhaft überliefert sind vor allem Akten der Abteilungen III bis VI der PTR sowie zu Organisation und Geschäftsbetrieb der NEK.
Die vormals in das Bundesarchiv in Koblenz gelangten Aktensplitter zu Schall-, Schwingungs- und Druckmessungen bei Torpedo- und Minenentwicklung und Weiterentwicklung von Präzisionsmessgeräten für die Olympischen Spiele 1936 (Bestand R 105) wurden 1996 in Berlin dem Bestand R 1519 zugeordnet.
Inhaltliche Charakterisierung: Einen wichtigen Teil der Wissenschaftspolitik des NS-Staates dokumentieren die vorhandenen Unterlagen über Leitung, Organisation, Planung und Berichterstattung der PTR. Weitere Schwerpunkte bilden Vorgänge zu Forschungs- und Ausbildungsfragen, vor allem der Abteilungen I Maß und Gewicht bzw. II Elektrizität und Magnetismus. Überliefert sind gleichfalls Unterlagen zur Entwicklung und Erprobung einer Ziel-Zeit-Kamera, die während der Olympischen Spiele 1936 in Berlin zum Einsatz kam sowie einige Akten zur Torpedo- und Minenentwicklung der Jahre 1940 bis 1944.
Erschließungszustand: Findbuch, Online-Findbuch (2005)
Zitierweise: BArch R 1519/...
Physikalisch-Technische Reichsanstalt (PTR), 1887-1945
905 Aufbewahrungseinheiten
Archivbestand
deutsch
Fremde Archive: In der Berliner Außenstelle der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt Braunschweig sind weitere Unterlagen vorhanden.
Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv: R 4901, R 73, R 43, R 1501
Amtliche Druckschriften: Mitteilungen der Kaiserlichen Normal-Eichungs-Kommission, 1886-1918.
Mitteilungen der Reichsanstalt für Maß und Gewicht 1919-1922.
Mitteilungen der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt, Abteilung I für Maß und Gewicht 1923-1937.
Amtsblatt der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt 1938-1945. Jg. 1942 und 1941.Nr.1 (RD 40/10).
Literatur: Rudolf Stenzel, Zusammenfassungen der Sitzungsprotokolle der Plenar- bzw. Vollver‧sammlungen der Normal-Eichungs-Kommission des Norddeutschen Bundes, der Kaiserli‧chen Normal-Eichungs-Kommission, der Reichsanstalt für Maß und Gewicht, der Physika‧lisch-Technischen Reichsanstalt (Abteilung I) und der Physikalisch-Technischen Bundesan‧stalt von 1869 bis 1970. In: PTB-Bericht IB 2/72, Berlin 1972.
Cahan, David: Meister der Messung. Die Physikalisch-Technische Reichsanstalt im Deutschen Kaiserreich, Weinheim 1992.
Kern, Ulrich: Forschung und Präzisionsmessung. Die PTR zwischen 1918 und 1948, Weinheim 1994.
Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hrsg. von Heinz Boberach, München 1991/1995, Teil 1, S. 273, Teil 2, S.196.
Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv: R 4901, R 73, R 43, R 1501
Amtliche Druckschriften: Mitteilungen der Kaiserlichen Normal-Eichungs-Kommission, 1886-1918.
Mitteilungen der Reichsanstalt für Maß und Gewicht 1919-1922.
Mitteilungen der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt, Abteilung I für Maß und Gewicht 1923-1937.
Amtsblatt der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt 1938-1945. Jg. 1942 und 1941.Nr.1 (RD 40/10).
Literatur: Rudolf Stenzel, Zusammenfassungen der Sitzungsprotokolle der Plenar- bzw. Vollver‧sammlungen der Normal-Eichungs-Kommission des Norddeutschen Bundes, der Kaiserli‧chen Normal-Eichungs-Kommission, der Reichsanstalt für Maß und Gewicht, der Physika‧lisch-Technischen Reichsanstalt (Abteilung I) und der Physikalisch-Technischen Bundesan‧stalt von 1869 bis 1970. In: PTB-Bericht IB 2/72, Berlin 1972.
Cahan, David: Meister der Messung. Die Physikalisch-Technische Reichsanstalt im Deutschen Kaiserreich, Weinheim 1992.
Kern, Ulrich: Forschung und Präzisionsmessung. Die PTR zwischen 1918 und 1948, Weinheim 1994.
Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hrsg. von Heinz Boberach, München 1991/1995, Teil 1, S. 273, Teil 2, S.196.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
24.04.2026, 10:58 MESZ