Erwerbungen und Übernahmen von Privatpersonen (auch durch Vermittlung des Herzogs bzw. Kurfürsten oder Königs oder von Behörden), darunter: der russische Gesandte von Bühler; Prof. Jahn, Ludwigsburg; Silberarbeiter Hipp, Stuttgart; Schreiber Franz Christoph Friedrich...

Verzeichnungsstufe:
Archivale
Vollständiger Titel:
Erwerbungen und Übernahmen von Privatpersonen (auch durch Vermittlung des Herzogs bzw. Kurfürsten oder Königs oder von Behörden), darunter: der russische Gesandte von Bühler; Prof. Jahn, Ludwigsburg; Silberarbeiter Hipp, Stuttgart; Schreiber Franz Christoph Friedrich Mark; Staatsminister Graf von Wintzingeroda; Präzeptor M. Memminger, Cannstatt; Prof. Schultheiß, Rottweil; Weltumsegler Krusenstern, aus den Nachlässen Hofrat Grüneisen und Spezial Gratianus, Weinsberg; Gutachten Lebrets über angebotene Gegenstände
Archivaliensignatur:
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, A 20 a Bü 162
Alt-/Vorsignatur:
5.13, 5.14
Kontext:
Kunstkammer (Kunstkabinett) >> 2. Erwerbungen und Abgaben >> 2.1 Erwerbungen und Übernahme (1624 - 1898)
Laufzeit:
o.D. (1771), 1780-1817
Enthältvermerke:
Übernahmen einzelner Objekte oder Konvolute in Kunstkammer und Münzkabinett aus den Jahren 1780-1817 in umgekehrt chronologischer Anordnung:
- Ankauf von Antiquitäten durch Königin Katharina, August 1817:
Am 27. August 1817 bittet (Kollegienrat) von Buschmann (den Staatsrat Karl Friedrich Kielmayer) um Begutachtung einiger Antiquitäten, die eine arme Frau der Königin (Katharina (1788-1819), Königin von Württemberg 1816-1819) zum Kauf für die Kunstkammer angeboten hat.
Am gleichen Tag leitet Kielmayer die Anfrage und die Objekte an (den Aufseher der Kunstkammer, Professor Karl Friedrich Lebret) weiter und bittet ihn um eine Schätzung ihres historischen und materiellen Werts. (Lebret) antwortet auf demselben Blatt, dass zumindest eine im Konvolut enthaltene Figur, die er als Darstellung einer vergöttlichten römischen Kaiserin deutet, "von hohem Alterthum" sei, und schätzt den Geldwert auf 15-18 fl.
Am 28. August informiert Buschmann Kielmayer über den vollzogenen Ankauf der Gegenstände durch die Königin und überschickt das Konvolut zur Eingliederung in die Kunstkammer.
Am 29. August formuliert Kielmayer ein Dankschreiben an die Königin (Konzept).
- Am 9. Juni 1817 informiert der Minister für Kirchen- und Schulwesen (Karl August von) Wangenheim den Professor Lebret, dass der König den Ankauf von drei Posten Münzen für 408 fl. von dem Kaufmann Binder aus Augsburg (vgl. u. 22. August 1808) genehmigt hat, und weist ihn an, die nötigen Schritte zu veranlassen.
- Am 14. Juni 1817 teilt Kerner dem Professor Lebret mit, dass der König den Antrag, von den bei Hildrizhausen im Oberamt Herrenberg gefundenen Münzen jene anzukaufen, die dem königlichen Münzkabinett noch fehlen, genehmigt habe. Als Kaufpreis wird der doppelte Materialwert der Münzen angeschlagen. Lebret wird angewiesen, die entsprechenden Stücke auszuwählen und die übrigen mit seiner Schätzung ihres materiellen Werts wieder zurückzuschicken.
- Am 21. Mai 1817 schickt Königin Katharina dem Professor Lebret einige japanische Kunstprodukte, die sie von dem Weltumsegler (Adam Johann von) Krusenstern (1770-1846) erhalten hat, zur Aufnahme in das Kunst- und Naturalienkabinett.
- "Kurze Beschreibung eines Oldenburgischen Bauernhauses", Manuskript des (herzoglich oldenburgischen Hofbaumeisters) H(einrich) C(arl) Slevogt (1787-1832) mit Datum Oldenburg, 23. April 1817; erläuternde Beilage zu Modell und Skizze eines entsprechenden 100 x 51 Fuß großen Hauses mit Einrichtung; laut Vermerk am 31. Dezember 1830 an die Gewerbeschule abgegeben.
- Am 10. April 1817 überschickt Wangenheim dem Professor Lebret eine Lade mit römischen Altertümern, die der Präzeptor M. (Johann Daniel Georg) Memminger in Cannstatt (1773-1840, Lehrer in Cannstatt 1802-1824) entdeckt hat, sowie einen Fundbericht Memmingers mit Beschreibung der Fundstücke (Bruchstücke von Metall- und Keramikgefäßen, eine römische Inschrift, römische Münzen aus Silber und Metall) vom 24. März 1814.
- Am 2. Februar 1817 teilt die Oberhofintendanz dem Professor Lebret mit, dass der König den Ankauf der "ersten Classe" der angebotenen Münzsammlung des Rechnungsrats Haerlin genehmigt habe, und schickt Lebret das von Haerlin vorgelegte Verzeichnis zurück sowie eine Liste der Münzen, die angekauft werden sollen. Letztere Liste liegt bei (das Verzeichnis nicht). - Am 28. April 1816 überschickt Vellnagel dem Professor Lebret ein Schwert, das laut Auszug des Berichts des Oberamts Cannstatt im Weinberg des Stadtschreibers (Johann Friedrich) Scholl daselbst gefunden wurde, sowie neun Münzen, die beim Abriss eines Hauses beim Kronprinzlichen Palais in den Grundmauern gefunden wurden, zur Aufnahme in Kunst- und Münzkabinett. Dem beiliegenden Auszug des Berichts vom 21. April zufolge lag das Schwert in einem von vier Gräbern, die in vier bis fünf Fuß Tiefe auf Scholls Weinberg "in den sogenannten Halden reutten" gefunden wurden. Scholl vermutete eine Verbindung zu einer sagenhaften Burg ("Altenburg"), die im Mittelalter dort gestanden haben soll, konnte diese Deutung allerdings nicht verifizieren.
- Am 14. August 1814 überschickt (Johann Heinrich von) Menoth (1753-1835) dem Professor Lebret auf königlichen Befehl eine vom Münzmedailleur (Johann Ludwig) Wagner zu Stuttgart eingesandte goldene Gedenkmünze auf die Siege des Kronprinzen zur Aufnahme in das Münzkabinett.
- Ebenso erhält Lebret am 19. Juli 1814 durch den Staatssekretär Graf von Sontheim die von Legationsrat (Eduard) Schaul eingesandten antiken Silbermünzen, die für 12 Louisd'or angekauft wurden.
- Ebenso am 26. September 1813 durch Vellnagel eine durch den Kammerjunker und Assessor (Ludwig Heinrich August von) Blomberg (zu Iggenhausen) eingesandte Goldmünze mit dem Abbild des Herzogs Christoph, die von einem Bauern gefunden wurde.
- Ebenso am 22. Juli 1813 durch Vellnagel eine am Vortag durch den Pfarrer Seifferheld in Hall eingeschickte Münze, die in "Thailfingen" gefunden wurde und die Lebret begutachten soll.
- Am 10. März 1812 weist Generaloberintendant (Karl Ludwig Emanuel Graf) von Dillen den Professor Lebret an, einen Aufstellungsort für ein 23 Fuß langes Brückenmodell zu finden, dass König Friedrich dem Zimmermeister Keinhäuser aus Ravensburg für 300 fl. abgekauft hat.
- Am 30. Juni 1811 überschickt Graf von Dillen dem Professor Lebret 14 in Schorndorf gefundene alte Silbermünzen zur Übernahme in das Münzkabinett.
- Angebot einer Sammlung französischer Medaillen von Christian Binder aus Augsburg, 1808:
Am 22. August 1808 überschickt Christian Binder aus Augsburg ("in dem Hause des Herrn Banquiers von Halden") eine Sammlung französischer Medaillen mit Verzeichnis, die er König Friedrich I. zum Kauf anbietet. Zugleich weist er darauf hin, dass er über gute Beziehungen zu anderen Liebhabern und Sammlern sowie über eine große eigene Sammlung von alten und seltenen Münzen verfügt, die er dem König anbieten könnte, und schenkt ihm zugleich zwei kleine Münzen Herzog Hermanns I. von Schwaben (926-949). Die beiliegende Liste umfasst 115 Posten, die jeweils mit Preisangaben versehen sind.
Am 31. August 1808 antwortet König Friedrich dem Professor Lebret auf seinen Bericht zu Binders Angebot (vom 22.), sendet Sammlung und Verzeichnis an ihn zurück und weist ihn an, die 52 zum Kauf vorgeschlagenen Stücke zu entnehmen, die übrigen mit der beigefügten Summe von 287 fl. an Binder zurückzuschicken und sich mit diesem über den Kaufpreis zu verständigen.
Vgl. o. Schreiben vom 9. August 1817.
- Übernahme eines beweglichen Modells einer Schmiede in die Kunstkammer, 1808:
Johann Paul Mühlberger, Schreinermeister aus Schnaitheim im Oberamt Heidenheim, überschickt König (Friedrich I.) ein bewegliches Modell des Schnaitheimer Schmiedewerks, nachdem der König bereits Modelle des Schnaitheimer Schmelzofens und der Bergwerke der Umgebung angenommen hat.
Laut Begleitnotiz vom 21. Mai 1808 soll das Modell in die Kunstkammer aufgenommen werden. - Ankauf von Teilen der Sammlung Fleischmann aus Tübingen, März 1808:
Am 12. März 1808 bietet Heinerike Fleischmann aus Tübingen, Witwe des Oberhelfers Fleischmann, König Friedrich eine Sammlung von Silbermünzen aus der Verlassenschaft ihres Mannes an. Das Schreiben mit dem Verzeichnis wird am 14. März zur Begutachtung an Professor Lebret weitergeleitet.
Verzeichnis von 31 Posten neuzeitlicher Silbermünzen.
Am 18. März 1808 weist König Friedrich den Professor Lebret auf seinen Bericht vom Vortag hin an, der Witwe Fleischmann diejenigen Stücke aus seiner Sammlung abzukaufen, die im Münzkabinett noch fehlen.
- Am 22. November 1814 überschickt Herzog Friedrich II. dem Professor Lebret eine silberne Kette, die von einem Itzelberger Knecht auf einem Acker eine halbe Stunde von Schnaitheim entfernt gefunden und von Diakon (Ludwig Friedrich) Göritz aus Heidenheim als Teil von einem "Pferdtgeschmeide" aus dem 30-jährigen Krieg identifiziert wurde, zur Übernahme in die Kunstkammer.
- Übernahme einer Goldrupie in die Kunstkammer, November 1806:
Am 12. November 1806 überschickt Karl Heinrich Ernst Paulus, Rat und Stabskeller zu Asperg, dem König eine angeblich aus dem Jahr 1145 stammende exotische Münze. Laut Nachtrag von Lebret handelt es sich um eine Goldrupie aus "Moorschedabad im R(eich) Bengalen" (d.h. Murshidabad, Hauptstadt von Bengalen 1704-1790; heute Indien, Bundesstaat Westbengalen) mit Prägejahr 1766.
Am 13. November 1806 schickt König Friedrich die Münze an Professor Lebret zur Übernahme in das Münzkabinett.
- Übernahme von acht in Rohracker gefundenen Goldmünzen in das Münzkabinett, November 1805:
Am 6. November informiert (Graf Ernst Levin von) Wintzingerode (1752-1834) den Professor Lebret über den Befehl des Herzogs, acht goldene Gulden aus dem 15. Jahrhundert in das Münzkabinett zu übernehmen, die der Weingärtner Friedrich Klein und sein Dienstknecht aus Rohracker, Oberamt Cannstatt, bei der Anlegung eines neuen Weinbergs gefunden haben, und weist ihn an, diese bei der kurfürstlichen Regierung in Empfang zu nehmen.
Am 13. November 1805 überschicken Pfaff und Wächter dem Professor Lebret die Münzen.
- Am 29. März 1804 überschickt König Friedrich dem Professor Lebret zwei Dolche in Futteralen, die Leutnant Treffz von seiner Reise nach Ostindien mitgebracht hat, zur Übernahme in die Kunstkammer.
- Am 8. August 1803 überschickt König Friedrich dem Professor Lebret zwölf alte Münzen und einen antiken Ring, die Professor Schultheiß aus Rottweil in der Gegend von Rottenmünster gefunden hat, zur Übernahme in die Kunstkammer.
- Am 7. Februar 1803 überschickt Herzog Friedrich II. dem Professor Lebret eine Sammlung von silbernen Medaillen, die Hofbankier und Rat (Wolf von) Kaulla aus dem Nachlass des Fürsten (Kraft Ernst) von Öttingen-Wallerstein (1748-1802) erworben und dem Herzog angeboten hat, mit der Anweisung, die Stücke zu begutachten und Bericht zu erstatten, welche dem Münzkabinett noch fehlen.
- Am 17. Dezember 1802 weist Herzog Friedrich II. Professor Lebret auf seine Anfrage an Staats- und Konferenzminister Graf von Winzingerode an, die ihm zugestellten Münzen in das Münzkabinett aufzunehmen.
- Am gleichen Tag weist Herzog Friedrich II. Professor Lebret auf dessen Bericht über die von Kanzleipraktikant Fischer eingeschickten Goldmünzen hin an, diese an den Eigentümer zurückzuschicken, jedoch die beiden zum Kauf vorgeschlagenen Silbermünzen für 4 fl. 39 kr. für das Münzkabinett zu erwerben. - Ankauf eines Kruzifixes und eines Manuskripts von (Philipp Christoph) Gratianus, Spezial in Weinsberg, März 1802:
Am 28. März 1802 setzt Herzog Friedrich II. den Oberbibliothekar und Hofrat (Johann Gottlieb) Schott (1751-1813) darüber in Kenntnis, dass die Rentkammer beauftragt wurde, der Witwe des Spezials Gratianus aus Weinsberg für das von ihr gekaufte Crucifix und Manuskript 110 fl. auszuzahlen, wobei ersteres dem Professor Lebret für die Kunstkammer übergeben, letzteres von der Bibliothek übernommen werden soll.
Am 8. März bittet die Witwe Gratianus den Hofrat (Schott?), Herzog Friedrich II. ihren Dank dafür auszurichten, dass er ihr das Crucifix abnimmt.
- Am 31. Dezember 1795 genehmigen (Christian Friedrich) von Behr (+ 1831) und (Johann Friedrich) Kauffmann vom Oberhofmarschallamt im Namen des Herzogs dem Professor Lebret, zwei Kataloge der modernen Gold - und Silbermünzen des k.u.k. Münzkabinetts aus dem Nachlass des Professor Grohs anzukaufen, mit der Auflage, den Katalog der Silbermünzen danach weiterzuverkaufen, da er bereits in der Bibliothek vorhanden ist.
- Am 13. Dezember 1792 berichtet Professor Lebret dem Herzog Karl Eugen über eine bedeutende Münzsammlung, die demnächst öffentlich versteigert werden soll, und legt eine Liste jener Münzen aus der Sammlung vor, deren Erwerb er für das Münzkabinett empfiehlt. In einem Randvermerk vom 14. Dezember wird Lebret daraufhin angewiesen, nähere Angaben zu den Dubletten zu machen, die gegen die für die Sammlung tauglichen Stücke abgegeben werden könnten.
- Am 2. August 1792 empfiehlt Professor Lebret den Ankauf einer genau beschriebenen römischen Münze, die in Güglingen gefunden wurde, und spricht sich dafür aus, den "im Schoße des Vaterlandes" gefundenen antiken Münzen einen besonderen Platz in der Sammlungssystematik zu geben. In einem Randvermerk vom 3. August erhält Lebret die Erlaubnis, die Münze für einen Reichstaler anzukaufen.
- Nachdem Professor Lebret den Ankauf von drei genau beschriebenen "Prägstücken" von dem Stuttgarter Silberarbeiter Hipp empfohlen hat, erhält er in einem Randvermerk vom 21. April 1792 die Erlaubnis, die drei Stücke gegen Dubletten einzutauschen.
- Am 18. November 1791 empfiehlt Professor Lebret in einem Schreiben an Herzog Karl Eugen den Kauf der Münze eines Deutschordensmeisters aus dem Jahr 1614 von einem Gardisten des zweiten Bataillons der herzoglichen Legion, Enslin. Weiter schildert er den Plan eines Verzeichnisses sämtlicher Dubletten in der herzoglichen Sammlung, das nach Billigung durch den Herzog oder ein von diesem bestimmtes Kollegium gedruckt und anderen Sammlern vorgelegt werden könnte. Auf diese Weise könnten durch den Tausch von Dubletten die Kosten einer Erweiterung der Sammlung gesenkt werden. Hierfür seien vor allem die an Dubletten besonders reichen Bestände der griechischen und römischen Münzen interessant. Laut Vermerk vom 21. November 1791 erteilt der Herzog die Genehmigung zum Kauf der Münze und erwartet im Übrigen das angekündigte Dublettenverzeichnis, das er persönlich einsehen will.
- Am 16. September 1791 erstattet Lebret Bericht über ein Kaufangebot (sieben Münzen aus Gold, Silber und Kupfer, z. T. antik), das er von einem Bekannten aus Köln erhalten hat, sowie über vier türkische und russische Münzen, die der russische Gesandte Karl von Bühler (1748-1811) dem Münzkabinett gestiftet hat. In einem Vermerk vom 12. Oktober wird Lebret daraufhin angewiesen, dem Gesandten von Bühler für seine Gabe zu danken und die angebotenen Münzen mit Geld aus der Generalkasse zu erwerben. - Am 28. Juni 1790 weist Herzog Karl Eugen den Professor Lebret auf seine Anfrage hin an, einen in Murrhard gefundenen antiken römischen Ring für vier Louisd'or zu erwerben.
- Kauf von antiken Münzen von Hauptzoller Salzer aus Weinsberg, Dezember 1790:
Am 9. Dezember 1790 bietet Hauptzoller Karl Christian Salzer aus Weinsberg dem Herzog Karl Eugen zwei römische Münzen für seine Sammlung an, von denen er die eine beim Umgraben seines Gartens gefunden, die andere durch Zufall erhalten hat. Außerdem berichtet er über eine chemische Entdeckung, die er gemacht hat (eine alkalische Lösung zum Löschen von Bränden).
Am 19. Dezember erstattet Lebret auf Befehl des Herzogs Bericht über die von Salzer eingeschickten Münzen, deren Ankauf er empfiehlt, und richtet ihm eine Danksagung von Leonhard Bregenzer aus Schorndorf aus, dem der Herzog mehrere württembergische Münzen abgekauft hatte. In einem Vermerk vom 22. Dezember wird der Kauf der von Salzer angebotenen Stücke genehmigt.
Am 30. Januar 1782 schickt Franz Christoph Friedrich Martz eine Opferschale aus Metall mit einem Cicero-Profil und der Umschrift "Marcus Tulius Cicero" an die Bibliothek und erstattet Bericht über die Fundumstände: Herzog Karl Eugen hatte ihn nach Marbach und nach Steinheim an der Murr geschickt, um dort in alten Kirchen befindliche Grabsteine ausgestorbener Geschlechter in Augenschein zu nehmen. Anschließend habe der Herzog ihn angewiesen, die in Steinheim aufgefundenen vier Steine von Äbtissinnen und Priorinnen aus den Familien Hohenlohe, Gaisberg und Ramenstein aus dem 13.-15. Jahrhundert ("seculis 12. 13. und 1400") abzuholen und nach Hohenheim zu bringen. Bei dieser Gelegenheit kamen Martz und der Rat und Klosterhofmeister (Reinhard Friedrich) Scheid, der ihn bei der Abholung vor Ort unterstützen sollte, auf die Idee, dass sich in der verfallenen Klosterkirche noch weitere Altertümer befinden könnten. Nachdem sie den Schutt oberflächlich umgegraben hatten, fanden sie im Chor am 16. Juli 1781 die eingesandte Opferschale. Martz empfiehlt, eine gründlichere Grabung vor Ort durchzuführen, von der er zunächst Abstand genommen hatte, weil er keinen entsprechenden Befehl dazu hatte.
- Erwerb eines Schachspiels aus Bernstein aus dem Nachlass des württembergischen Hofrats Grüneisen, 1780:
Am 30. Juni 1780 bietet Dr. Spittler, Pfleger der Söhne des verstorbenen württembergischen Hofrats "Grüneisen" (d.h. Johann Franz Greineis, + 4. Mai 1780), die sich zur Zeit als Eleven an der herzoglichen Militärakademie aufhalten, dem Professor (Johann Friedrich) Vischer ein Schachspiel aus Bernstein, das aus der Verlassenschaftsmasse Grüneisen stammt, zum Kauf an und bittet Vischer, das Angebot an den Herzog weiterzutragen.
Am 1. Juli 1780 gibt Vischer das Angebot an Herzog Karl Eugen weiter, mit der Einschätzung, dass das Stück zwar keinen hohen Materialwert habe, aber aufgrund seiner Königsberger Bernsteinschnitzereien bemerkenswert sei, und schlägt einen Preis von drei Carolins bis maximal 40 fl. vor. In einem Vermerk vom gleichen Tag wird Vischer angewiesen, den Grüneisen'schen Erben 35 fl. für das Stück zu bieten.
Am 3. Juli informiert Vischer den Herzog darüber, dass Spittler im Namen von Grüneisens Erben das Angebot mit Dank annehme. Ein Vermerk vom 8. Juli hält fest, dass das Geld ausbezahlt wurde.
Vgl. Verzeichnis der Zugänge in die Kunstkammer von 1776-1783 (A 20 a Bü 117 Nr. 1).
- "Kurz gefaßte Devisen in deutschen Versen" auf die Flüsse, Städte und Seltenheiten Württembergs, wie sie zusammen mit mythologischen Themen auf Bildsäulen vor der Solitude dargestellt sind, von Christian Ludwig Pfeilsticker, Pfarrer zu Gerlingen, dem Herzog vorgelegt, o.D. (1771)
Umfang:
1 Fasz.
Indexbegriffe Person:
Binder, Kunsthändler, Augsburg
Blomberg, August Ludwig von; Gesandter, 1790-1857
Bregenzer, Leonhard; Schorndorf
Bühler, Karl von; Diplomat, 1749-1811
Buschmann, von; Kollegienrat
Dillen, Karl Ludwig Emanuel von; Generaloberintendant, 1777-1841
Enslin, Gardist
Fischer; Kanzleipraktikant
Fleischmann, Heinerike; Tübingen
Fleischmann, Oberhelfer, Tübingen
Gaisberg, von; Familie
Göritz, Ludwig Friedrich; Dekan, 1764-1823
Gratianus, Philipp Christoph; Dekan, Schriftsteller, Pfarrer, Theologe, 1742-1799
Gratianus; Witwe
Greineis, Johann Franz; Hofrat
Grohs; Professor
Grüneisen, Georg Philipp; Hofrat
Haerlin, Rechnungsrat
Hipp; Silberarbeiter, Stuttgart
Hohenlohe, von; Familie
Jahn, Johann Friedrich; Lehrer, Pädagoge, 1728-1800
Kauffmann, Johann Friedrich; Regierungsrat
Kaulla, Wolff von; Bankier, 1768-1841
Kielmeyer, Karl Friedrich von; Zoologe, Botaniker, Chemiker, Arzt, 1765-1844
Klein, Friedrich; Rohracker
Krusenstern, Adam Johann von; Admiral, Reisender, 1770-1846
Lebret, Karl Friedrich von; Oberbibliothekar, Oberstudienrat, 1764-1829
Mark, Franz Christoph Friedrich
Memminger, Johann Daniel Georg von; Geograph, Statistiker, 1773-1840
Menoth, Johann Heinrich von; Geheimer und Staatsrat
Mühlberger, Johann Paul; Schreinermeister
Oettingen-Wallerstein, Kraft Ernst; Fürst; 1748-1802
Paulus, Karl Heinrich Ernst; Rechtsanwalt, 1766-1857
Pfaff
Pfeilsticker, Christian Ludwig; Pfarrer, 1738-1796
Ramenstein, von; Familie
Salzer, Karl Christian; Hauptzoller, Weinsberg
Schaul, Eduard; Kanzlist, Legationsrat
Scheid, Reinhard Friedrich; Rat und Geistlicher Verwalter, Klosterhofmeister
Scholl, Johann Friedrich; Stadtschreiber, Cannstatt
Schott, Johann Gottlieb; Bibliothekar, Hofrat, 1751-1813
Schultheiß, Professor, Rottweil
Seifferheld; Pfarrer, Schwäbisch Hall
Slevogt, Heinrich Carl; Architekt, 1787-1832
Sontheim, Graf von
Spittler, Dr. jur.
Treffz; Leutnant
Vellnagel
Vischer, Johann Friedrich; Professor
Wächter
Wagner, Johann Ludwig; Medailleur, 1773-1845
Wangenheim, Karl August von; Politiker, 1773-1850
Wintzingerode, Georg Ernst Levin von; Staatsminister, 1752-1834
Württemberg, Friedrich I.; König, 1754-1816
Württemberg, Friedrich II.; Herzog, 1754-1816, siehe Friedrich I. König von
Württemberg, Karl Eugen; Herzog, 1728-1793
Württemberg, Katharina Pawlowna; Königin, 1788-1819
Indexbegriffe Ort:
Bad Cannstatt : Stuttgart S
Gerlingen LB
Güglingen HN
Heidenheim an der Brenz HDH; Amt
Herrenberg BB; Amt
Hildrizhausen BB
Hohenheim : Stuttgart S
Itzelberg : Königsbronn HDH
Köln K
Königsberg, Obl. Kaliningrad [RUS]
Murrhardt WN
Rottweil RW
Schnaitheim : Heidenheim an der Brenz HDH
Steinheim an der Murr LB
Steinheim an der Murr LB; Kloster
Steinheim an der Murr LB; Klosterhofmeisterei
Stuttgart S; Kronprinzenpalais
Indexbegriffe Sache:
Württembergische Kunstkammer; Antiquitäten, Archäologie
Württembergische Kunstkammer; Edles Metall
Württembergische Kunstkammer; Exotica
Württembergische Kunstkammer; Figuren
Württembergische Kunstkammer; Geschirr
Württembergische Kunstkammer; Keramik, Gips
Württembergische Kunstkammer; Medaillen, Münzen
Württembergische Kunstkammer; Religiöses
Württembergische Kunstkammer; Rest-Organik
Württembergische Kunstkammer; Schmuck, Accessoires, Bekleidung
Württembergische Kunstkammer; Spiele
Württembergische Kunstkammer; Technische Modelle
Württembergische Kunstkammer; Unedles Metall
Württembergische Kunstkammer; Waffen, Werkzeug, Reit- und Jagdausrüstung
Digitalisat im Angebot des Archivs:
Bestand:
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, A 20 a Kunstkammer (Kunstkabinett)
Online-Findbuch im Angebot des Archivs:

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