Pfändung der Sichel der Frau des Hans Loos jr. in Oberartelshofen durch den Dorfvierer Georg Bauer, nebst Taxation des Mobiliars des Hans Wolf in Hirschbach
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E 49/II Nr. 1252
E 49/II Holzschuher/Akten und Rechnungen
Holzschuher/Akten und Rechnungen
16.06.1785 - 23.06.1785
Enthält:
1785 Juni 16: Schreiben des S(tefan) F(riedrich) Solger, Nürnberg, an Verwalter Gröschel, Artelshofen.
Heute beschwerte sich Johann Loos (jr.) aus Artelshofen darüber, dass ihm vom dortigen Dorfvierer das Grasen auf den Gemeindeangern verboten worden sei. Gestern sei ihm durch diesen Vierer eine Sichel gepfändet worden. Bitte um Untersuchung des Falls.
1785 Juni 21: (Konzept und) Schreiben des Johann Conrad Gröschel aus Artelshofen an die Fideikommissadministration in Nürnberg.
Hier der geforderte Bericht des Verwalters über die Pfändung einer Gras-Sichel der Frau des Hans Loos jr. durch den Dorfvierer Georg Bauer in Oberartelshofen. Der Frau war des öfteren untersagt worden, auf den Gemeindeangern in übertriebenem Maße Gras zu machen. Da sie sich nicht daran hielt, nahm Bauer ihr die Sichel ab und gab sie beim Verwalter ab. Bauer verwies auf die Gemeindeordnung, wonach das Grasen auf den Gemeindestücken zwischen Georgi und Michaelis verboten ist.
Verwalter sah daraufhin in der Gemeindeordnung nach und fand folgendes:
Beilage: Extrakt aus der Gemeindeordnung: Fürs 17te soll man zwischen Görgentag und Michaelis auf den Gemein-Flecken nicht Mehen bey Straff 15 Kreuzer. Es steht also nichts vom Grasen geschrieben.
Unterartelshofen ist davon ohnedies kaum betroffen, da es hier, außer dem herrschaftlichen Eichel-Anger im Engethal keine Gemeindeflecken gibt.
Bitte um eine Entscheidung.
Anderer Fall:
Gestern berichtete Georg Leonhard Herbst zu Hirschbach, dass das Pfleg- und Fraischamt Velden durch seinen Fraiß-Hauptmann das Mobiliar des dortigen Einwohners Hans Wolf, der in Nürnberg wegen Diebstahls inhaftiert gewesen war, taxiert und dem Schwiegersohn Bisnack des Wolf übergeben hat, mit der Weisung, den Erlös an das Fraischamt zu senden.
Da Wolf sowohl das diesjährige Schutzgeld, als auch dem Herbst noch 2 Gulden Hauszins schuldet, so fragt es sich, ob nicht erst diese Rückstände abgezogen werden sollen, und der Rest cum protestatione ans Pflegamt Velden überschickt werden soll.
1785 Juni 23: Schreiben des U(lrich) N(ikolaus) Volland, Nürnberg, an Gröschel.
Loos und Frau sollen das Grasen bei schönem Wetter unterlassen, die Gemeindemitglieder sollen aber ihr Zugvieh nicht so häufig dort weiden. Der Pflanzgarten ist mit einer Hecke zu versehen.
Im Falle Wolf sollen die Rückstände abgezogen werden, im Übrigen soll so verfahren werden, wie Gröschel vorschlug.
1785 Juni 16: Schreiben des S(tefan) F(riedrich) Solger, Nürnberg, an Verwalter Gröschel, Artelshofen.
Heute beschwerte sich Johann Loos (jr.) aus Artelshofen darüber, dass ihm vom dortigen Dorfvierer das Grasen auf den Gemeindeangern verboten worden sei. Gestern sei ihm durch diesen Vierer eine Sichel gepfändet worden. Bitte um Untersuchung des Falls.
1785 Juni 21: (Konzept und) Schreiben des Johann Conrad Gröschel aus Artelshofen an die Fideikommissadministration in Nürnberg.
Hier der geforderte Bericht des Verwalters über die Pfändung einer Gras-Sichel der Frau des Hans Loos jr. durch den Dorfvierer Georg Bauer in Oberartelshofen. Der Frau war des öfteren untersagt worden, auf den Gemeindeangern in übertriebenem Maße Gras zu machen. Da sie sich nicht daran hielt, nahm Bauer ihr die Sichel ab und gab sie beim Verwalter ab. Bauer verwies auf die Gemeindeordnung, wonach das Grasen auf den Gemeindestücken zwischen Georgi und Michaelis verboten ist.
Verwalter sah daraufhin in der Gemeindeordnung nach und fand folgendes:
Beilage: Extrakt aus der Gemeindeordnung: Fürs 17te soll man zwischen Görgentag und Michaelis auf den Gemein-Flecken nicht Mehen bey Straff 15 Kreuzer. Es steht also nichts vom Grasen geschrieben.
Unterartelshofen ist davon ohnedies kaum betroffen, da es hier, außer dem herrschaftlichen Eichel-Anger im Engethal keine Gemeindeflecken gibt.
Bitte um eine Entscheidung.
Anderer Fall:
Gestern berichtete Georg Leonhard Herbst zu Hirschbach, dass das Pfleg- und Fraischamt Velden durch seinen Fraiß-Hauptmann das Mobiliar des dortigen Einwohners Hans Wolf, der in Nürnberg wegen Diebstahls inhaftiert gewesen war, taxiert und dem Schwiegersohn Bisnack des Wolf übergeben hat, mit der Weisung, den Erlös an das Fraischamt zu senden.
Da Wolf sowohl das diesjährige Schutzgeld, als auch dem Herbst noch 2 Gulden Hauszins schuldet, so fragt es sich, ob nicht erst diese Rückstände abgezogen werden sollen, und der Rest cum protestatione ans Pflegamt Velden überschickt werden soll.
1785 Juni 23: Schreiben des U(lrich) N(ikolaus) Volland, Nürnberg, an Gröschel.
Loos und Frau sollen das Grasen bei schönem Wetter unterlassen, die Gemeindemitglieder sollen aber ihr Zugvieh nicht so häufig dort weiden. Der Pflanzgarten ist mit einer Hecke zu versehen.
Im Falle Wolf sollen die Rückstände abgezogen werden, im Übrigen soll so verfahren werden, wie Gröschel vorschlug.
Archivale
Indexbegriff Person: Bauer, Georg
Indexbegriff Person: Bisnack, N
Indexbegriff Person: Gröschel, Johann Konrad
Indexbegriff Person: Herbst, Georg Leonhard (Hirschbach)
Indexbegriff Person: Loos, Hans jun
Indexbegriff Person: Solger, Stefan Friedrich
Indexbegriff Person: Volland, Ulrich Nikolaus
Indexbegriff Person: Wolf, Hans
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Vogteiliche Rechte
Indexbegriff Person: Bisnack, N
Indexbegriff Person: Gröschel, Johann Konrad
Indexbegriff Person: Herbst, Georg Leonhard (Hirschbach)
Indexbegriff Person: Loos, Hans jun
Indexbegriff Person: Solger, Stefan Friedrich
Indexbegriff Person: Volland, Ulrich Nikolaus
Indexbegriff Person: Wolf, Hans
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Vogteiliche Rechte
Artelshofen - Oberes Dorf
Artelshofen - Unteres Dorf
Artelshofen, Eichelanger im Engental
Artelshofen, Engental - Eichelanger
Artelshofen, Pflanzgarten
Hirschbach
Velden
Hieronymus Wilhelm Ebner'sche Fideikommiss-Administration
Verwalter Artelshofen
Gemeindevierer Artelshofen
Gemeindeordnung, Artelshofen
Zitat aus Gemeindeordnung Artelshofen
Pfändung
Sichel
Grasen
Mähen
Gemeindeanger
Pfleg- und Fraischamt, Hersbruck
Fraischamt, Hersbruck
Fraischhauptmann
Mobiliar
Taxation
Haft
Diebstahl
Schutzgeld
Hauszins
Schulden
Protestation
Pflegamt Velden
Hecdke
Flurname
Zugvieh
Weide
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.06.2025, 13:00 MESZ