210,73/Studio Zweimann (Bestand)
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210,073/Studio Zweimann
Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek Bielefeld (Archivtektonik) >> Nichtamtliches Schriftgut >> Firmenarchive
Form und Inhalt: Vorwort zum Bestand 210,73/Studio Zweimann
Firmengeschichte
"Studio Zweimann" (auch "Studio 2Mann") wurde als Werbeagentur 1934 von Wilhelm ("Willy") Heiner (1902-1965) und Herbert Viseneber (1907-1964) in Bielefeld gegründet. Beide kannten sich aus Studienzeiten an der Essener Kunstgewerbeschule. Ein Schreiben der ASTA-Werke von 1940 verweist auf eine seit 1933/34 bestehende Geschäftsbeziehung - tatsächlich hatte Heiner die Innenausstattung für das im August 1934 eröffnete Fabrikgebäude gestaltet und damit möglicherweise den Grundstein für lukrative Werbeaufträge gelegt. Viseneber zog Anfang Januar 1934 von Duisburg nach Bielefeld.
In der Bielefelder Gewerbekartei wird die Agentur nicht erwähnt, jedoch liegen zwei separate Gewerbekarten mit den Anmeldenummern 107/37 (Viseneber) und 108/37 (Heiner) und jeweiliger Adresse Niedernstr. 14 vor. Beide Karten geben an, dass das Gewerbe seit dem 1. Mai 1936 bestand und am 2. Februar 1937 angemeldet wurde. Das Bielefelder Adressbuch von 1936 nennt unter dieser Adresse die Firma klassisch "W. Heiner & H. Viseneber" und nicht "Studio Zweimann" (auf Briefköpfen "Studio 2Mann"), was darauf deuten kann, dass es später zu einer Umbenennung kam.
Die Agentur etablierte sich schnell am Markt und zählte namhafte Firmen aus Stadt und Kreis Bielefeld (z. B. Dr. Oetker, Alba, ASTA-Werke, Göricke, Lohmann, Phoenix Nähmaschinen, Seidensticker, Westfälische Neueste Nachrichten) und aus der Region (Bertelsmann) zu ihren Kunden. Aufsehen erregte der 1935 gestaltete Märchenwagen für die Firma Dr. Oetker.
Mit der Einberufung Herbert Visenebers brach das Geschäft spätestens 1941 ab, woran auch, möglicherweise zugunsten einer uk-Stellung erbetene, schriftliche Beteuerungen der geschäftlichen Wertschätzung seitens der ASTA-Werke 1940 nichts änderten. Viseneber wurde am 1. September 1940 zur Wehrmacht eingezogen, Heiner am 5. April 1942. Von Viseneber, der eine Verwendung in einer Propaganda-Kompanie abwenden konnte, sind einige wenige Feldpostbriefe an Heiner erhalten, die bemerkenswert offen die Lage an der Ostfront schildern und Zweifel am Kriegsausgang durchblicken lassen (Bestand 200,164/Nachlass Willy Heiner, Nr. 3).
Hinweise auf eine Gewerbeabmeldung sind nicht zu ermitteln. Nach der mutmaßlichen Aufgabe des gemeinsamen Gewerbes führte Wilhelm Heiner eine eigene Werbeagentur, deren wenige Unterlagen sich im Bestand 200,164/Nachlass Wilhelm Heiner befinden.
Bestandsgeschichte
Die Unterlagen wurden 9. November 2022 als Schenkung von Johanna und Wilhelm Heiner, Düsseldorf, in einem vorgeordneten Zustand übernommen, wobei Dokumente zu einzelnen Unternehmen in verschiedenen Mappen z. T. mehrfach zusammengefasst waren. Diese wurden im Rahmen der Verzeichung zusammengeführt.
Hinweise zur Benutzung
Ein Splitternachlass von Wilhelm Heiner befindet sich im Bestand 200,164/Nachlass Willy Heiner.
- Archivalienbestellung: Bestand 210,73/Studio Zweimann, Nr. #
- Zitation: Stadtarchiv Bielefeld (StARchBI), Bestand 210,73/Studio Zweimann, Nr. #
Literatur
- Böllhoff-Becker, Hanna/Heinrich Becker, Wilhelm Heiner 1902-1965, Ausstellungskatalog Städtisches Kunsthaus Bielefeld, Bielefeld 1966
- Heiner, Johanna/Matthias Heiner/David Riedel (Hg.), Wilhelm Heiner, Bildhauer, Zeichner, Maler, Werther 2018
- Niebelschütz, Wolf v., Indikation in Farbe – Wilhelm Heiner und die ASTA", Asta-Werke AG, Brackwede/Westf. (Hg.), Brackwede 1958
- Pamme-Vogelsang, Gudrun/Johanna Heiner/Matthias Heiner (Hg.), Kerber Verlag, Alles Ton und Schwingung, Wilhelm Heiner", Bielefeld 2002
- Schmidt, Ulrich, Wilhelm Heiner – Der Tanz ist der Ursprung aller Künste, Bielefeld 2007
- Vietta, Egon, Musiker-Porträts, Willi Heiner, Handzeichnungen, Bielefeld 1948
Dr. Jochen Rath
Stadtarchivdirektor
Bielefeld im März 2024
Firmengeschichte
"Studio Zweimann" (auch "Studio 2Mann") wurde als Werbeagentur 1934 von Wilhelm ("Willy") Heiner (1902-1965) und Herbert Viseneber (1907-1964) in Bielefeld gegründet. Beide kannten sich aus Studienzeiten an der Essener Kunstgewerbeschule. Ein Schreiben der ASTA-Werke von 1940 verweist auf eine seit 1933/34 bestehende Geschäftsbeziehung - tatsächlich hatte Heiner die Innenausstattung für das im August 1934 eröffnete Fabrikgebäude gestaltet und damit möglicherweise den Grundstein für lukrative Werbeaufträge gelegt. Viseneber zog Anfang Januar 1934 von Duisburg nach Bielefeld.
In der Bielefelder Gewerbekartei wird die Agentur nicht erwähnt, jedoch liegen zwei separate Gewerbekarten mit den Anmeldenummern 107/37 (Viseneber) und 108/37 (Heiner) und jeweiliger Adresse Niedernstr. 14 vor. Beide Karten geben an, dass das Gewerbe seit dem 1. Mai 1936 bestand und am 2. Februar 1937 angemeldet wurde. Das Bielefelder Adressbuch von 1936 nennt unter dieser Adresse die Firma klassisch "W. Heiner & H. Viseneber" und nicht "Studio Zweimann" (auf Briefköpfen "Studio 2Mann"), was darauf deuten kann, dass es später zu einer Umbenennung kam.
Die Agentur etablierte sich schnell am Markt und zählte namhafte Firmen aus Stadt und Kreis Bielefeld (z. B. Dr. Oetker, Alba, ASTA-Werke, Göricke, Lohmann, Phoenix Nähmaschinen, Seidensticker, Westfälische Neueste Nachrichten) und aus der Region (Bertelsmann) zu ihren Kunden. Aufsehen erregte der 1935 gestaltete Märchenwagen für die Firma Dr. Oetker.
Mit der Einberufung Herbert Visenebers brach das Geschäft spätestens 1941 ab, woran auch, möglicherweise zugunsten einer uk-Stellung erbetene, schriftliche Beteuerungen der geschäftlichen Wertschätzung seitens der ASTA-Werke 1940 nichts änderten. Viseneber wurde am 1. September 1940 zur Wehrmacht eingezogen, Heiner am 5. April 1942. Von Viseneber, der eine Verwendung in einer Propaganda-Kompanie abwenden konnte, sind einige wenige Feldpostbriefe an Heiner erhalten, die bemerkenswert offen die Lage an der Ostfront schildern und Zweifel am Kriegsausgang durchblicken lassen (Bestand 200,164/Nachlass Willy Heiner, Nr. 3).
Hinweise auf eine Gewerbeabmeldung sind nicht zu ermitteln. Nach der mutmaßlichen Aufgabe des gemeinsamen Gewerbes führte Wilhelm Heiner eine eigene Werbeagentur, deren wenige Unterlagen sich im Bestand 200,164/Nachlass Wilhelm Heiner befinden.
Bestandsgeschichte
Die Unterlagen wurden 9. November 2022 als Schenkung von Johanna und Wilhelm Heiner, Düsseldorf, in einem vorgeordneten Zustand übernommen, wobei Dokumente zu einzelnen Unternehmen in verschiedenen Mappen z. T. mehrfach zusammengefasst waren. Diese wurden im Rahmen der Verzeichung zusammengeführt.
Hinweise zur Benutzung
Ein Splitternachlass von Wilhelm Heiner befindet sich im Bestand 200,164/Nachlass Willy Heiner.
- Archivalienbestellung: Bestand 210,73/Studio Zweimann, Nr. #
- Zitation: Stadtarchiv Bielefeld (StARchBI), Bestand 210,73/Studio Zweimann, Nr. #
Literatur
- Böllhoff-Becker, Hanna/Heinrich Becker, Wilhelm Heiner 1902-1965, Ausstellungskatalog Städtisches Kunsthaus Bielefeld, Bielefeld 1966
- Heiner, Johanna/Matthias Heiner/David Riedel (Hg.), Wilhelm Heiner, Bildhauer, Zeichner, Maler, Werther 2018
- Niebelschütz, Wolf v., Indikation in Farbe – Wilhelm Heiner und die ASTA", Asta-Werke AG, Brackwede/Westf. (Hg.), Brackwede 1958
- Pamme-Vogelsang, Gudrun/Johanna Heiner/Matthias Heiner (Hg.), Kerber Verlag, Alles Ton und Schwingung, Wilhelm Heiner", Bielefeld 2002
- Schmidt, Ulrich, Wilhelm Heiner – Der Tanz ist der Ursprung aller Künste, Bielefeld 2007
- Vietta, Egon, Musiker-Porträts, Willi Heiner, Handzeichnungen, Bielefeld 1948
Dr. Jochen Rath
Stadtarchivdirektor
Bielefeld im März 2024
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.11.2025, 13:59 MEZ