Nachlass Prof. Adolf Jensen (Bestand)
Vollständigen Titel anzeigen
NLA AU, Rep. 220/80
Nds. Landesarchiv, Abt. Aurich (Archivtektonik) >> Gliederung >> 2 Nichtstaatliche Bestände >> 2.5 Private Nachlässe >> 2.5.2 G - M
Geschichte des Bestandsbildners: Prof. Adolf Jensen, geb. 23.01.1878 in Landwehr bei Kiel, gest. 06.02.1965 in Aurich, war ein bedeutender Reformpädagoge. Nachdem er zunächst von 1899 bis 1902 als Leher tätig war und nebenbei Ferienkurse an der Universität Kiel gegeben hatte, trat er 1904 in den Hamburgischen Volksschuldienst ein. 1920 ging Jensen als Lehrer an die Rütlischule in Berlin-Neukölln, der er später als Rektor vorstand. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Schule zu einer "Lebensgemeinschaftsschule". Im September 1929 wurde er ohne die übliche akademische Vorbildung und Habilitation zum außerordentlichen Professor für Methodik und Didaktik an die Technischen Hochschule Braunschweig berufen.
Als langjähriges Mitglied der Sozialdemokraten und als Reformpädagoge war er von Beginn seiner Tätigkeit in Braunschweig an umstritten und wurde1932 vom dortigen Volksbildungsminister Dietrich Klagges auf Grund des § 126 des Braunschweigischen Staatsbeamtengesetzes in den Ruhestand versetzt. Jensens endgültige Entlassung erfolgte zum 1. Okotber 1933. Da er weniger als 10 Jahre Beamter war, hatte er keinen Anspruch auf ein Ruhegehalt und erhielt aus Härtefallgründen ein kleines wiederrufliche Ruhegehalt.
Geschichte des Bestandsbildners: Er ließ sich in Berlin nieder, fand dort jedoch keine Erwerbstätigkeit. Nach 1940 stellte Jensen sich der Wehrmacht für die Betreuung der Besatzungstruppen in den Niederlanden zur Verfügung. 1943 wurde er nach einer Denunziation wegen defätistischer Umtriebe entlassen und für 3 Wochen unter Hausarrest gestellt. Aus Angst vor einer Verhaftung durch die Gestapo versteckte er sich bis Kriegsende bei seiner Schwester in der Nähe von Aurich.
1946 wurde Jensen rehabilitiert und in die Rechte eines entpflichteten außerordentlichen Professors mit entsprechenden Bezügen eingesetzt. Doch er kehrte nicht nach Braunschweig zurück.
Stattdessen richtete er 1950 eine kleine Privatschule bei Aurich ein.
Von 1947 bis 1951 war er zudem Mitglied des Niedersächsischen Landtages für die SPD (Wahlkreis 93 - Emden). 1958 wurde er zum Stadtrat von Aurich gewählt.
Bestandsgeschichte: Der Bestand wurde in zwei Akzessionen (2014/33 und 2015/13) von Albert Gröneveld, Aurich, dem Archiv übergeben. Es handelt sich bei diesem Bestand allem Anschein nach um einen Teilchnachlass. Der Hauptteil des Nachlasses wurde 1990 von Jensens Erbin Hedwig Orth an das Bezirksamt Neukölln von Berlin, Abteilung Volksbildung, Otto-Suhr-Volkshochschule abgegeben.
Als langjähriges Mitglied der Sozialdemokraten und als Reformpädagoge war er von Beginn seiner Tätigkeit in Braunschweig an umstritten und wurde1932 vom dortigen Volksbildungsminister Dietrich Klagges auf Grund des § 126 des Braunschweigischen Staatsbeamtengesetzes in den Ruhestand versetzt. Jensens endgültige Entlassung erfolgte zum 1. Okotber 1933. Da er weniger als 10 Jahre Beamter war, hatte er keinen Anspruch auf ein Ruhegehalt und erhielt aus Härtefallgründen ein kleines wiederrufliche Ruhegehalt.
Geschichte des Bestandsbildners: Er ließ sich in Berlin nieder, fand dort jedoch keine Erwerbstätigkeit. Nach 1940 stellte Jensen sich der Wehrmacht für die Betreuung der Besatzungstruppen in den Niederlanden zur Verfügung. 1943 wurde er nach einer Denunziation wegen defätistischer Umtriebe entlassen und für 3 Wochen unter Hausarrest gestellt. Aus Angst vor einer Verhaftung durch die Gestapo versteckte er sich bis Kriegsende bei seiner Schwester in der Nähe von Aurich.
1946 wurde Jensen rehabilitiert und in die Rechte eines entpflichteten außerordentlichen Professors mit entsprechenden Bezügen eingesetzt. Doch er kehrte nicht nach Braunschweig zurück.
Stattdessen richtete er 1950 eine kleine Privatschule bei Aurich ein.
Von 1947 bis 1951 war er zudem Mitglied des Niedersächsischen Landtages für die SPD (Wahlkreis 93 - Emden). 1958 wurde er zum Stadtrat von Aurich gewählt.
Bestandsgeschichte: Der Bestand wurde in zwei Akzessionen (2014/33 und 2015/13) von Albert Gröneveld, Aurich, dem Archiv übergeben. Es handelt sich bei diesem Bestand allem Anschein nach um einen Teilchnachlass. Der Hauptteil des Nachlasses wurde 1990 von Jensens Erbin Hedwig Orth an das Bezirksamt Neukölln von Berlin, Abteilung Volksbildung, Otto-Suhr-Volkshochschule abgegeben.
Bestand
Literatur: Wettern, Michael/ Weßelhöft, Daniel: Opfer nationalsozialistischer Verfolgung an der Technischen Hochschule Braunschweig 1930-1945, Hildesheim-Zürich-New York 2010 Simon, Barbara: Abgeordnete in Niedersachsen 1946–1994: Biographisches Handbuch, Hannover 1996, S. 183 Anikó Szabó: Vertreibung, Rückkehr, Wiedergutmachung: Göttinger Hochschullehrer im Schatten des Nationalsozialismus, mit einer biographischen Dokumentation der entlassenen und verfolgten Hochschullehrer: Universität Göttingen – TH Braunschweig – TH Hannover – Tierärztliche Hochschule Hannover, Göttingen, 2000, S. 586f Jensen, Adolf: Der Weg zum eigenen Stil: ein Aufsatzpraktikum für Lehrer und Laien, Braunschweig 1923 Jensen, Adolf: Unster Schulaufsatz ein verkappter Schundliterat: ein Versuch zur Neugründung des deutschen Schulaufsatzes für Volksschule und Gymnasium, Braunschweig 1922
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
16.06.2025, 11:33 MESZ