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Rechnungen des Bronnbacher Hofs zu Würzburg (Bestand)
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Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Wertheim (Archivtektonik) >> Rosenbergisches Archiv >> Selekte und Sammlungen >> Rechnungen
1463/64-1802/03
Der Bronnbacher Hof zu Würzburg und das bronnbachische Klosteramt Würzburg: In Würzburg, das damals geistliches, politisches und wirtschaftliches Zentrum Frankens war, begannen seit dem zweiten Drittel des 12. Jahrhundets die fränkischen Zisterzienserklöster (Ebrach, Heilsbronn, Bronnbach, Langheim, Schöntal und Bildhausen) mit dem Erwerb von Stadthöfen. Auch die in der weiteren Umgebung Würzburgs gelegenen Zisterzienserinnen-Klöster Himmelspforten, Maidbronn und Heiligenthal erwarben dort einen Hof. Im Vergleich zu Ebrach und heilsbronn bekam das Kloster Bronnabch seinen Hof erst relativ spät, was nicht nur darauf zurüchzuführen iat, dass dieses Kloster Würzburg am nächsten lag. Die Beziehungen zwischen dem um 1151 auf der Grenze zwischen den Bistümern Mainz und Würzburg gegründeten Kloster Bronnbach und den Würzburger Bischöfen waren vielmehr in den Anfangsjahren wenig freundschaftlich. Der Hof zu Würzburg war in den fünf Bronnbacher Stadthöfen (Würzburg, Frankfurt, Aschaffenburg, Miltenberg, Wertheim) nicht nur der älteste; er blieb auch bis zur Säkularisierung des Klosters stets der wichtigste. Im Jahr 1170 bestätigte Bischof Herold von Würzburg (1165-1171) einen Gütertausch zwischen seinem Viztum Billung (1154-1176) und dem Kloster Bronnbach. Billung und seine Frau Irmgard von Worms hatten der Zisterze im Taubertal zuvor einen Hof zwischen St. Burkhard und der Mainbrücke und 3 Joch Weinberge in Randersacker geschenkt. Billung vertauschte nun diesen jenseits des Mains gelegenen Hof gegen einen ihm gehörenden, innerhalb der Würzburger Mauern gelegenen anderen Hof an der Erphospforte, dem späteren Ochsentor. 1201 bestätigt König Philipp die Schenkung einer daran anstoßenden, "ad Spizam" genannten Hofstatt durch Ulrich I. von Dürn (1192-1204). Außer diesem gesamten, "Groß bronnbach" genannten Areal ist seit 1325 der lediglich durch eine kleine Gasse vom Haupthof getrennte Hof "Klein Bronnbach" nachzuweisen. Das Kloster erwarb daneben weitere, zum Teil in nächster Nachbarschaft beider Höfe gelegene Hofstätten und Gebäude in Würzburg, die es meist in Pacht ausgab. Haupthof und Sitz des verwalters blieb bis 1802/03 der Komplex in der Bronnbacher Gasse 1-3 und am Inneren Graben 2-6. Unter den Aufgaben eines zisterziensischen Stadthofs ist zuerst die Beherbergung der Klosterinsassen bei ihren Besuchen in der Stadt zu nennen. Ein eigenes "Prälatenzimmer" im Bronnbacher Hof war allein für den Abt reserviert. Die in Würzburg studierenden Bronnbacher Ordensbrüder wurden zwar z.T. im Collegium Sancti Kiliani untergebracht (wofür der Bronnbacher Hof aufzukommen hatte); Anfang des 18. Jahrhunderts finden sich in den Rechnungen des Bronnbacher Hofs jedoch mehrfach Bronnbacher Studenten, die im Hof verköstigt wurden. Auch die Studien- und Promotionskosten dieser Mitbrüder bestritt der Würzburger Amtshof. Zu den Weinbergen in Randersacker, die zur Gründungsausstattung gehörten, erwarb der Bronnbacher Hof weitere Lagen im Würzburger Stadtgebiet und in der Umgebung hinzu. Obwohl Bronnbach vor seinen Mauern selbst Weinberge angelegt hatte, scheint der Bedarf am begehrten Würzburger Wein eine tragende Rolle beim Erwerb aund Ausbau des Würzburger Stadthofs gespielt zu haben. (Weinberge in der Würzburger Gegend besaßen zum Beispiel so entfernt liegende Zisterzen wie Altenberg am Niederrhein, Georgenthal in Thüringen und Walkenried am Harz!) Bronnbach hat seine Würzburger Weinberge nie in Pacht gegeben, sondern sie unter der Aufsicht von Weingartmeistern durch Tagelöhner bearbeiten lassen. Diese Eigenwirtschaft behielten auch die Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg bei, bis sie 1807 die Weinberge - mit Ausnahme der Lagen am Stein - an den Würzburger Hoffaktor Jakob Hirsch verkauften. Nach einer im Mai 1807 im Auftrag der löwensteinischen Rentei Würzburg durchgeführten Vermessung gehörten zum Bronnbacher Hof damals an Weinbergen 1 1/2 Morgen 6 Ruten am Mittleren Stein, 8 3/4 Morgen 8 Ruten am Inneren Neuenberg, jenseits des Mains 1 1/4 Morgen 10 Ruten am Vorderen Spittelberg, 3/4 Morgen 10 Ruten im Judenbühl, in Randersacker 1 2/4 Morgen am Hohenbuch sowie an Ellern 2 1/2 Morgen 12 Ruten auf dem Sanderroth, 1 Morgen 4 Ruten am Klitzelberg und 2/4 Morgen am Randersackerer Oberen Hohenbuch. Schon das älteste Zinsbuch verzeichnet im Bronnbacher Hof Keltern und einen Keller. Beim Verkauf des Hofs im Jahr 1807 fanden sich "im Kalterhauß" zwei Keltern mit Zubehör, "in beeden Kellern" Fässer, Kellerleitern, Trichter und Hölzer zum Faßstützen. Gekeltert und ausgebaut wurden hier freilich nicht nur die Würzburger Eigengewächse, sondern auch die Zins- und Zehntweine der vom Hof ausgegebenen Weinberge in der Umgebung. Neben der Versorgung des Klosters Bronnbach mit Wein stand die Versorgung der Abtei mit Waren, die auf dem städtischen Markt angeboten wurden. Mochte es sich nun um Stoffe und Pelze, um Papier und Siegellack, um Geigensaiten oder ganze Musikinstrumente, um Gemälde oder Statuen, um Augsburger Goldschmiedearbeiten, Uhren, Schnupftapakdosen, um Gips und Blattgold für "Tüncher" oder um Lebensmittel wie Artischocken und Blumenkohl, Champagner und Tiroler Roten handeln - nur wenige von auswärts bezogene Güter nahmen ihren Weg nach Bronnbach nicht über Würzburg. Andererseits diente der städtische Markt dem Absatz der in der Abtei erwirtschafteten Überschüsse, insbesondere dem Verkauf von Wein und Getreide. Als weitere Aufgabe war dem Bronnbacher Klosterhof die Sammlung von Geld- und Naturalabgaben in jenen Dörfern übertragen, die östlich der Linie Birkenfeld, Karbach, Marktheidenfeld, Erlenbach, Holzkirchhausen, Steinbach, Großrinderfeld, Grünsfeld und Lauda lagen. Eine wichtige Aufgabe bei der Verwaltung dieses im 18. Jahrhundert etwa 20 Dörfer umfassenden Klosteramts Würzburg (der restliche Klosterbesitz wurde vom Amt Bronnbach aus verwaltet) kam dem Freihof zu Allersheim zu. Der dortige Hofbauer hatte zusammen mit dem Amtsverweser zu Bütthard die Naturalabgaben des Amtes zu sammeln und nach Würzburg zu liefern. Dafür übernahm der Bronnbacher Hof die Baulast des Allersheimer Freihofs. An weiteren Baulasten fielen an die des Bronnbacher Hofs und der übrigen Würzburger Gebäude sowie die Unterhaltung der Kirchen und Pfarrhäuser der in das Kloster Bronnbach inkorporierten Pfarreien Allersheim und Gaubüttelbrunn. Die Patres, die diesen beiden Pfarreien vorstanden, wurden aus der Kasse des Bronnbacher Hofs besoldet. Der Bronnbacher Hof war seit 1193 von der Pflicht zur Beherbergung des königlichen Gefolges, seit 1230 von der Pflicht zur Beherbergung des Gefolges der Königin befreit. Dagegen scheint er anfangs keine Steuerfreiheit besessen zu haben. Diese erlangte er erst, als die Würzburger Bürger 1296 gewaltsam gegen die überhandnehmenden Zisterzienserhöfe in ihrer Stadt vorgingen und daraufhin 1299 gezwungen wurden, deren Freiheit von Steuern und Abgaben anzuerkennen. Im Lauf der Jahre übernahmen der Bronnbacher Hof allerdings mehr oder weniger freiwillig wieder Pflichten und Abgaben. Die älteste ist wohl die später in Geld abgeleistete Mahlzeit für das Würzburger Stadt- und Brückengericht, die jüngste der ab 1791/92 entrichtete jährlich Beitrag zur Würzburger Stadtbeleuchtung. An weiteren regelmäßigen Abgaben finden sich die seit der Reformation Maulbronns an Ebrach entrichtete Ordenskontribution, die Kanzleitax, die Jägeratzung, die Kanzleimahlzeit, die Assistenz- und Projektionsgelder und die Subsidia charitativa. Am 21.10.1802 ergriff Löwenstein-Wertheim-Rochefort Besitz von der Abtei Bronnbach und ihrem Territorium. Hiervon nicht berührt war unter anderem der zum Fürstbistum Würzburg gehörende Bronnbacher Hof. Auf das Fürstbistum verzichtete Bischof Georg Karl am 28.11.1802 zugunsten Kurbayerns; diesem wurde es auch im Reichsdeputationshauptschluss vom 25.02.1803 zugesprochen. Am 26.12.1805 trat Bayern das Fürstbistum im Frieden von Preßburg an den Kurfürsten von Salzburg, den Habsburger Ferdinand von Toskana ab, der es unter dem Titel "Erzherzog Großherzog von Würzburg" regierte, bis es aufgrund der Pariser Konvention vom 3.6.1814 erneut und endgültig an Bayern kam. Von Bedeutung auch für den Bronnbacher Hof in Würzburg war dagegen die löwensteinische Zivilbesitzergreifung über die Abtei Bronnbach am 26.11.1802. Mit ihr fielen sämtliches Hab und Gut der Abtei an das Haus Löwenstein-Wertheim-Rosenberg. Der Hof diente in der Folge der Unterbringung des löwensteinischen Kammeramts bzw. der Rentei Würzburg. Außerdem bezog Prinz Constantin von Löwenstein-Wertheim-Rochefort (1786-1844) dort bis 1807 ein Zimmer. Im Juli 1807 wurde der Hof an den Würzburger Handelsmann Johann Nikolaus Müller verkauft. Der Rentmeister wohnte allerdings bis zur Auflösung der Rentei Würzburg - nunmehr zur Miete - im alten Bronnbacher Hof. Am 29.12.1811 tauschten der Großherzog von Würzburg und der Fürst von Löwenstein-Wertheim-Rosenberg ihre im ehem. Fürstentum Löwenstein bzw. im Großherzogtum Würzburg gelegenen Rechte, Gefälle und Besitzungen aus. Die löwensteinische Rentei Würzburg war vermutlich schon Mitte 1809 aufgehoben worden (vgl. StAWt-R R 92 Diarium 1808/09). Als letzter Rest des ehemaligen Bronnbacher Besitzes in Stadt und Klosteramt Würzburg blieben in der Hand der Fürsten von Löwenstein-Wertheim-Rosenberg die vom Tausch ausgenommenen, nunmehr 7 1/2 Morgen umfassenden Weinberge im Würzburger Stein. Schon 1250 lässt sich für den Heilsbronner Klosterhof "Baumgarten" in Würzburg ein Hofmeister ("magister curiae") nachweisen. Vermutlich handelte es sich hierbei um einen Konversen. Der erste 1288-1294 genannte Hofmeister des Bronnbacher Hofs namens Heinrich (von Leinach?) stammte wohl aus dem Würzburger Bürgertum; sicher ist dies für den dritten Hofmeister Wolfelinus Weibeler (1313-1320) zu belegen. Auch vier von den Amtleuten des 17. und 18. Jahrhunderts waren gebürtige Würzburger (P. Nikolaus Hoffmann, P. Jakob Schwarz, P. Wilhelm Ebenhöch, P. Bonifaz Dumor). Das Kloster machte sich so die Vertrautheit dieser Mönche mit den Würzburger Verhältnissen zunutze. Im 16./17. Jahrhundert finden sich neben den geistlichen Amtleuten weltliche Hofverwalter; sie führten auch die Rechnungen. Ob sie selbstständig amtierten oder einem geistlichen Amtmann untergeordnet waren muss vorderhand offen bleiben. Die Gleichzeitigkeit von geistlichem und weltlichem "oeconomus" ist bisher in keinem Fall eindeutig nachzuweisen. Mit dem Ausscheiden des Hofverwalters Valtin Söllner 1645 trat eine grundlegende Änderung ein; von nun an hatte der Bronnbacher Hof nur noch einen geistlichen "oeconomus" oder "officialis", der auch die Rechnungen führte. An Bewohnern des Hofs finden sich im 18. Jahrhundert außerdem ein Hofschreiber, eine Köchin und eine Hausmagd. Des weiteren wurden aus der Kasse des Hofs besoldet die schon erwähnten beiden Pfarrherrn von Allersheim und Gaubüttelbrunn, der Sekretär des Klosters Bronnbach, ein Bader und der für das Kloster und alle seine Höfe zuständige Schlotfeger.
Die Rechnungen des Bronnbacher Hofs: Rechnungstermin war seit dem Ende des 16. Jahrhunderts Cathedra Petri, der 22. Februar. Der Amtmann führte das Jahr über in Direktschrift ein Handexemplar ("Manual"); erhalten ab 1609/10, aufgrund dessen er am Jahresende die Reinschrift ("Rechnung") erstellte. Diese wurde mit den Rechnungsbelegen ("Urkunden"; erhalten ab 1666/67) in zweifacher Fertigung an das Kloster Bronnbach übersandt, wo sie anfangs durch Abt und Konvent abgehört wurde (für den Konvent unterschrieb der Prior). Seit dem Ende des 17. Jahrhunderts lieb die Rechnungsabhörung dem Abt vorbehalten. Nach der Revision gingen die Urkunden und ein Rechnungsexemplar zurück an den Bronnbacher Hof. In der Zeit der wirtschaftlichen Zerrüttung Bronnbachs (1615 setzte Bischof Julius Echter den Abt Sebastian Udalrici wegen seiner schlechten Wirtschaftsführung ab; an seine Stelle trat bis 1618 ein Administrator) erfolgte die Revision auf der Würzburger Kanzlei im Beisein der geistlichen Räte durch den Administrator bzw. Abt und den Prior, teilweise sogar durch die geistlichen Räte allein (es unterschrieben meist Generalvikar und Fiskal). Dieses in den Rechnungen 1591/92-1626/27 zu beobachtende Verfahren empfand man in Bronnbach offensichtlich als beschämend: In der Rechnung 1612/13 ist der Vermerk über die Anwesenheit der geistlichen Räte gelöscht, und am 29.5.1628 justifizierten Abt und Prior von Bronnbach sämtliche Rechnungen seit 1609/10 noch einmal. Die Rechnungen des Bronnbacher Hofs enthalten die Einnahmen und Ausgaben an Geld, Getreide, Hülsenfrüchten und Wein des Klosteramts Würzburg. Unter den Einnahmen an Geld sind jene aus dem Judenbegräbnis zu Allersheim hervorzuheben, da sie häufig die Anzahl der im Vorjahr verstorbenen Juden angeben. Bei den Einnahmen an Wein fällt auf, dass teilweise erhebliche Mengen zugekauft werden mussten. Die Ausgaben an Geld sind unterteilt in Ausgaben für das Kloster Bronnbach und Ausgaben für den Bronnbacher Hof und das Klosteramt Würzburg. Zu den Ausgaben für das Kloster zählten u.a. die schon erwähnten "freiwilligen" Abgaben, Ausgaben für Handels- und Handwerksleute sowie erhebliche Barzahlungen. Die restlichen Ausgaben an Geld enthalten u.a. die oben genannten Baukosten, Ausgaben für Handels- und Handwerksleute, Ausgaben für Verbrauchsgüter und Lebensmittel, die "beständigen Schuldigkeiten" (v.a. Grundzinsen und Steuern), Ausgaben für den Weinbergbau, Herbstkosten, Zehntsammlungs- und Absteinigungskosten, Ausgaben für Porti, Reit- und Fuhrlöhne sowie "Ausgaben an Geld insgemein" (Verschiedenes). Am interessantesten sind dabei zwei Gruppen: Die Ausgaben für Handels- und Handwerksleute zählen nicht nur die vom Hofverwalter erworbenen mannigfaltigen Güter (darunter auch Kunstgegenstände) und die in seinem Auftrag geleisteten Arbeiten auf. Die Urkunden enthalten vielmehr auch Ding- und Kontraktzettel vom einfachen Glaser oder Maurer bis hin zum Glockengießer, Maler oder Bildhauer. Als zweite Gruppe fallen die "Weinbergs-Bau-Kosten" auf. Hier sind, spezifiziert nach den einzelnen Lagen und den anfallenden Arbeiten, in seltener Vollständigkeit die Kosten aufgeführt, die das Jahr über für die Würzburger Weinberge des Bronnbacher Hofs anfielen. Für die Geschichte des Weinbaus in Würzburg zwischen 1600 und 1800 stellen die Rechnungen des Bronnbacher Hofs deshalb eine bedeutende Quelle dar. Am Schluss der Manuale findet sich ein Gast- und Zehrungsregister, das die täglich verköstigten Gäste, teilweise unter Nennung des Namens, und die für alle aufgewandten Ausgaben aufführt. Seit der Mitte des 17. Jahrhunderts wurde dieses Register als Küchenregister geführt; es enthält von da an die täglichen Ausgaben für Fleisch oder Fisch, Gemüse und Eier, Milch, Brot und Butter. Bis Mitte des 17. Jahrhunderts schließt sich an das Gästeregister ein "Register ubern Wein" an. Es führt auf, wieviel Maß Wein an die Zehnt und Gült liefernden Bauern und Weingartleute abgegeben wurden. Während der Amtszeit des Pater Eugen Geigel (1702-1713714) enthalten die Manuale außerdem einen alphabetischen Index über die Ausgaben an Geld. Die bis Ende des 17. Jahrhunderts weitgehend mit Pergamentfragmenten eingebundenen Rechnungen und Manuale wurden auf Veranlassung des fürstlichen Archivinspektors Joseph Schuster von Fachgelehrten untersucht. Die in einigen Bänden eingeklebten Zuschreibungen und Datierungen der Einbandfragmente aus der Mitte unseres Jahrhunderts gehen auf Angaben von Bernhard Bischoff zurück. Sie wurden bei der Verzeichnung übernommen. leider hatte die Untersuchung der Einbandfragmente auch Nachteile: ein Teil der Einbände wurde abgelöst und befindet sich heute in StAWt-R Lit. A Nr. 2101 und Nr. 2114 sowie, und dies leider in der Mehrzahl, in der völlig ungeordneten Sammlung von Pergamentfragmenten der Abt. Rosenberg. Als Umschläge für die Urkunden dienen die Aktenumschläge alter Wertheimer Manumissionsakten. Die Rechnungen des Bronnbacher Hofs bilden von der Provenienz her einen Mischbestand. Sie enthalten nicht nur die in der Registratur des Bronnbacher Hofs verwahrten Rechnungen, Manuale und Urkunden sondern für einzelne Jahrgänge zugleich oder ausschließlich die nach Bronnbach abgegebenen Rechnungsbände. Manche Exemplare sind entsprechend gekennzeichnet ("pro me", "pro monasterio"). Auffällig ist, dass in einzelnen Fällen die beiden Rechnungsexemplare nicht übereinstimmen. Da die Provenienz Bronnbacher Hof weit überwog, wurde davon abgesehen, eine eigene Serie mit der Provenienz Kloster Bronnbach zu bilden. Die Serie der Rechnungsreinschriften ist anfangs nur lückenhaft erhalten. Aus dem 15. und 16. Jahrhundert fanden sich bisher nur die Rechnungen der Jahre 1463/64-1466/67, 1499/1500 und 1590-1599/1600. Von da an weisen die Rechnungen wie auch die 1609/10 einsetzenden Manuale und die 1666/67 einsetzenden Urkunden allerdings nur noch wenige Lücken auf, wobei sich Rechnungen und Manuale oft ergänzen. Die Rechnungen des Bronnbacher Hofs wurden abschriftlich auch in die ab 1787/88 geführte Hauptrechnung des Klosters Bronnbach (StAWt-R R 79) aufgenommen. Die Rechnungsführung des Bronnbacher Hofs endete am 23.4.1803, fünf Monate nach der Säkularisierung. Der letzte Amtmann, Pater Karl Dumor, wurde als Geistlicher Regierungsrat in die löwensteinische Verwaltung übernommen und besorgte als Resident die Geschäfte des Hauses Löwenstein-Wertheim-Rosenberg in Würzburg. Ihm unterstellt war der Gegenschreiber, Legationskanzlist und schließlich Rentmeister Georg Peter Kern. Die Rechnungen des löwensteinischen Kammeramts bzw. der Rentei Würzburg von 1802/03-1808/09 bilden den Bestand StAWt-R R 92. Zu ihnen liegen Revisions- und Justifikationsakten für 1802-1809 vor (StAWt-R Lit. B Nr. 635 und StAWt-R Lit. St. Nr. 530). An Nebenrechnungen zur Rechnung des Bronnbacher Hofs sind vorhanden die einzelnen Bänden oder Urkundenfaszikeln als Beilagen beigefügten Baurechnungen und die nur sporadisch erhaltenen Allersheimer und Gaubüttelbrunner Zehntrechnungen (unverzeichnet). Gesonderte Rechnungsbände im Bestand R 80 bilden die Baurechnungen 1613/14-1617/18 und 1683-1687 sowie das Küchenregister 1664/65. Eine wichtige Ergänzung zu den Rechnungen sind die Zins- und Gültbücher des Bronnbacher Hofs (unverzeichnet), deren älteste aus den Jahren 1479 (StAWt-R Lit. Br Nr. 878) und 1482 stammen. Die Rechnungen des Bronnbacher Hofs in Würzburg wurden erstmals verzeichnet in dem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts angelegten "Repertorium der Rechnungen und Rechnungsurkunden des Fürstlich Löwenstein-Wertheim-Rosenbergischen Archiv's". Sie erhielten damals die bei der Neuverzeichnung beibehaltenen Nummer 80. Noch nicht bekannt waren damals die Rechnungen des 15. Jahrhunderts, die von Schuster aufgefunden wurden. Der im 19. Jahrhundert noch vorhandene Rechnungsband 1557/58 wird inzwischen vermisst. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die Rechnungen und Manuale auf dem Bandrücken signiert ("Hof-man. pro 1723"). Dabei hat der damalige Archivar (von Feder?) irrtümlich einige Manuale des Klosters Bronnbach dem Bronnbacher Hof zugeschrieben (1665/66, 1669/70-1672/73). Dieser Irrtum wurde im alten Repertorium lediglich für die Bände 1671/72 und 1672/73 verbessert. Im Mai und Juni 1979 volontierte im Staatsarchiv Wertheim der Schüler Stefan Barton. Er ordnete und verzeichnete in dieser Zeit die Rechnungen und Manuale des Bronnbacher Hofs in Würzburg und des Klosters Bronnbach. Diese Arbeiten wurden vom Unterfertigten beaufsichtigt; er verzeichnete im Herbst 1979 die Rechnungsurkunden des Bronnbacher Hofs. Der Bestand StAWt-R R 80 umfasst numehr ca. 6,4 lfd. m in 351 Bänden bzw. Heften und 124 Unterfaszikeln. Wertheim, Dezember 1979 Dr. Norbert Hofmann
Die Amtleute des Bronnbacher Hofs zu Würzburg: Quellen: L. Scherg, Die Zisterzienserabtei Bronnbach im Mittelalter - Würzburg 1976, S. 144 J. Kühles (Hg.), Liber mortuorum monasterii Brunnbacensis. In: AUF 21 (1871) S. 91-158 StAWt-R R 80 1288-1294: Heinrich (von Leinach?) 1304: Ludwig 1313 - 1320: Wolfelinus Weibeler 1463/64 - 1466/67: Jörg Eberwein 1499/1500: F. Antonius + ? Juni 23: P. Andreas Waltz + 1560 Aug. 22: F. Martinus Scheffer genannt 1616 (schon +?): N. Krönertt (seine Frau +1616 Juni 14) - 1590 Apr. 30: Jörg Meyer 1590 Feb. 16 - 1603/04: Johann Konrad Spreng + 1604 Aug. 19: P. Ernestus Thüngen 1608 Dez. 5 - 1609 Apr. 30: Paul Weiss 1609/10 - 1626/27: Michael Schüppel / Schüpplein 1628 Dez. 10 - 1630/31: Valtin Söllner 1633 Feb. 22 - 1634 Mai 1: Andreas Schmidt 1634/35 - 1645 Mai 6: Valtin Söllner 1645 Mai 6 - 1647 Nov. 30: F. Valentin Mammel + 1653 März 18: P. Nicolaus Hoffmann 1662/63 - + 1672 Feb. 20: F. Joseph Blümlein 1676/77 - 1677/78: P. Desiderius Reu 1689 Aug. 24 - 1680 Feb. 22: F. Albericus Seidenspinner 1680 Feb. 22 - 1697 Juni 7: F. Philippus Aysele 1697 Mai 19 - 1702 Aug. 24: F. Jacobus Schwartz 1702 Aug. 24 - + 1713 Juli 13: F. Eugenius Geigel 1714/15 - 1723 Mai 21: P. Edmundus Fuchs 1723 Juni 1- + 1723 Aug. 24: P. Cornelius Widemer / Widermann + 1748 Sept. 17: P. Placidus Schmitt 1726727 - 1741 Mai 10: P. Hieronymus Eisenmann 1741 Mai 10 - 1744 Sept. 10: P. Dominicus Eyrich 1744 Sept. 10 - 1770 Aug. 31: P. Guillelmus Ebenhöch 1770 Sept. 1 - 1789 Mai 22: P. Bonifacius Dumor 1789 Mai 22 - 1800 Juli 1: P. Stephanus Steinam 1800 Juli 1 - 1803 Apr. 23: P. Carolus Dumor
Quellen und Literatur: Quellen: StAWt-R Lit. B Nr. 4649a-b (Der Verkauf des herrschaft. Hauses, s.g. Bronnbacher Hof zu Würzburg, an den Handelsmann Joh. Nicol. Müller allda) StAWt-R Lit. C Nr. 614 (Copia vidimata der Urkunde vom 29. Dezember 1811, den Tauschvertrag mit Besitzungen, Gefällen und Rechten zwischen dem Fürstl. Hause Löwenstein-Wertheim-Rosenberg und dem Großherzogthum Würzburg betr.) StAWt-R Lit. St. Nr. 17 (Das von dem großherzog. Stadtrentamte in Würzburg verlangte Verzeichniß über diejenigen Realitäten, Gefälle und Rechte, welche Seine Durchlaucht der Herr Fürst von Löwenstein-Wertheim in dem jenseitigen Rentamtsbezirk haben und beziehen) Literatur: Friese, Alfred: Die Zisterzienserabtei Bronnbach. Ein geschichtlicher Abriß. In: Reuter, Barbara: Baugeschichte der Abtei Bronnbach - Würzburg 1958 (= Mainfränkische Hefte, Heft 30), S. 3 ff. Hofmann, Hanns Hubert: Franken seit dem Ende des alten Reiches (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken Reihe II Heft 2), München 1955. Kienitz, O: Die Fürstlich Löwenstein-Wertheimischen Territorien und ihre Entwicklung. In: Jahrbuch des Historischen Vereins Alt-Wertheim 1919, S. 33 ff. Scherg, Leonhard: Die Zisterzienserabtei Bronnbach im Mittelalter. Studien zur Geschichte der Abtei von der Gründung bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts (= Mainfränkische Studien Band 14). Würzburg 1976. Schich, Winfried: Die Stadthöfe der fränkischen Zisterzienserklöster in Würzburg. Von den Anfängen bis zum 14. Jahrhundert. In: Zisterzienser-Studien III (1976), S. 45 ff. Vierengel, Rudolf: Bronnbacher Wirtschaftshöfe in Würzburg, Miltenberg und Frankfurt. In: Wertheimer Jahrbuch 1959 (1961), S. 41 ff.
Bestand
Quellen:
StAWt-R Lit. B Nr. 4649a-b (Der Verkauf des herrschaft. Hauses, s.g. Bronnbacher Hof zu Würzburg an den Handelsmann Joh. Nicol. Müller allda...)
StAWt-R Lit. C Nr. 614 (Copia vidimata der Urkunde vom 29. Dezbr. 1811 den Tauschvertrag mit Besitzungen, Gefällen und Rechten zwischen dem Fürstl. Hause Löwenstein-Wertheim-Rosenberg und dem Großherzogthum Würzburg betr.)
StAWt-R Lit. St. Nr. 17 (Das von dem großherzog. Stadtrentamte in Würzburg verlangte Verzeichniß über diejenigen Realitäten, Gefälle und Rechte, welche Seine Durchlaucht der Herr Fürst von Löwenstein-Wertheim in dem jenseitigen Rentamtsbezirk haben und beziehen)
Literatur:
Friese, Alfred: Die Zisterzienserabtei Bronnbach. Ein geschichtlicher Abriß. In: Reuter, Barbara: Baugeschichte der Abtei Bronnbach - Würzburg 1958 (= Mainfränkische Hefte, Heft 30), S. 3 ff.
Hofmann, Hanns Hubert: Franken seit dem Ende des alten Reiches - München 1955 (=Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken Reihe II Heft 2)
Kienitz, O: Die Fürstlich Löwenstein-Wertheimischen Territorien und ihre Entwicklung. In: Jahrbuch des Historischen Vereins Alt-wertheim 1919, S. 33 ff
Scherg, Leonhard: Die Zisterzienserabtei Bronnbach im Mittelalter. Studien zur Geschichte der Abtei von der Gründung bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts - Würzburg 1976 (=Mainfränkische Studien Band 14)
Schich, Winfried: Die Stadthöfe der fränkischen Zisterzienserklöster in Würzburg. Von den Anfängen bis zum 14. Jahrhundert. In: Zisterzienser-Studien III (1976), S. 45 ff.
Vierengel, Rudolf: Bronnbacher Wirtschaftshöfe in Würzburg, Miltenberg und Frankfurt. In: Wertheimer Jahrbuch 1959 (1961), S. 41 ff.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.