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Gesandtschaft Rastatt (Bestand)
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Tektonik >> STAATSOBERHAUPT UND OBERSTE STAATSBEHÖRDEN, MINISTERIEN UND ANDERE ZENTRALBEHÖRDEN PREUSSENS AB 1808 >> Auswärtige und Bundes-Angelegenheiten >> Auswärtige Angelegenheiten
(1777) 1790, 1795, 1797 - 1799
Findmittel: Datenbank, Findbuch, 1 Bd.
Behördengeschichte
Die Gesandtschaft Rastatt wurde zum Friedenskongress 1797-1799 in Rastatt eingerichtet. Dieser hatte zum Ziel, die Beschlüsse des Friedens von Campo Formio umzusetzen, insbesondere die Abtretung des linken Rheinufers an Frankreich. Die dadurch betroffenen weltlichen Herrscher sollten durch Säkularisierung kirchlicher Territorien entschädigt werden. 1799 wurde der Kongress ohne Ergebnisse abgebrochen, da Österreich der russischen Armee den Durchmarsch erlaubte, um die Schweiz in der militärischen Auseinandersetzung gegen Napoleon zu unterstützen. Das wertete Napoleon als Kriegserklärung, woraufhin der Friedenskongress ohne rechtskräftigen Friedensschluss beendet wurde.
In den am 17. Januar 1798 von den drei Gesandten Goertz, Jacobi-Klöst und Dohm erlassenen Bestimmungen über den Geschäftsgang wurde dem Legationsrat Graf von Bernstorff die Ordnung und Aufbewahrung der Akten übertragen. Die Gesandten konnten schriftlich Akten für die Arbeit zu Hause oder für ihre Mitarbeiter ausleihen. Das Chiffrieren der ausgehenden Sachen hatten Bernstorff und die Legationssekretäre von Jordan und Bever zu besorgen. Für das Dechiffrieren sorgten Legationsrat von Finckenstein und die Legationssekretäre von Jordan und von Matolai. Auch die weiteren Kanzleiarbeiten (Journalführung, Bearbeitung der eingehenden Post, Ausfertigung der ausgehenden Berichte und Schreiben, Kassenführung) wurden Einzelnen des Gesandtschaftspersonals zugeteilt. Das Unterschreiben der abgehenden Schreiben behielten sich die drei Gesandten vor (auf den Konzepten Zeichnung mit ihren Namenskürzeln). Die Kanzlei hatte von 9 bis 14 Uhr und von 17 bis 20 Uhr an den Posttagen geöffnet und musste mit jeweils zwei Mitgliedern der Gesandtschaft besetzt sein.
Die Überlieferung dieser Sonder-Gesandtschaft Rastatt bildet die Gegenüberlieferung zu den im Bestand I. HA GR, Rep. 67 B - Reichskrieg mit Frankreich - erhaltenen Dokumenten zum Verlauf des Reichskriegs und zur Aufnahme der Friedensverhandlungen: Korrespondenz, Vollmachten, Abrechnungen der Personal- und Unterhaltskosten der Rastatter Gesandtschaft sind darin überliefert. Ebenso kann ergänzend der Nachlass des dritten Bevollmächtigten VI. HA, Nl Dohm, Christian Wilhelm von, für weitere Recherchen herangezogen werden.
Mitglieder der preußischen Gesandtschaft waren:
- erster Bevollmächtigter: wirklicher geheimer Staats- und Kriegsminister Johann Eustach von Schlitz, genannt von Görtz (1737-1821)
- zweiter Bevollmächtigter: außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister am Großbritannischen Hof Constans Philipp Wilhelm Freiherr von Jacobi-Klöst (1745-1817)
- dritter Bevollmächtigter: Gesandter am niederrheinischen-westfälischen Kreis und bevollmächtigter Minister am Kur-Kölnische Hof Christian Wilhelm von Dohm (1751-1820)
- Kammerherr und Legationsrat Graf von Bernstorff
- Legationsrat Karl Friedrich Albrecht, Graf Finck von Finckenstein (1772-1811)
- Legationssekretär Jordan
- Legationssekretär von Matolai, Rat und brandenburgischer Lehenprobst in Wien
- geheimer Archivar Lang als Legationssekretär, aus Bayreuth
- geheimer Sekretär Bever als Legationssekretär, aus Ansbach
- Hofrat Höffelein, Agent der Pfälzer Protestanten, aus Stuttgart
- Horn, Privatsekretär des Ministers von Dohm
Bestandsgeschichte
Der überwiegende Teil der Akten ist in französischer Sprache geführt. Diese beinhalten den Schriftverkehr zwischen den Kongress-Gesandtschaften, Friedrich Wilhelm III., Napoleon, beteiligten Regierungen und Ministern. Die im Ablieferungsverzeichnis von Legationssekretär Jordan am 29. April 1799 aufgeführten Akten wurden bis auf die Nr. 20, welche eine "Beilage zu den gedruckten bereits abgelieferten Reichsfriedensprotokollen" enthielt, vollständig in das Archiv überführt.
Die Erstverzeichnung stammt von dem Staatsarchivar Richard Doebener, der von 1885 bis 1893 im Geheimen Staatsarchiv wirkte. 1943 wurde der Bestand als Teil der I. Hauptabteilung, Repositur 81 Gesandtschaften und Konsulate in die kriegsbedingte Archivgutauslagerung in die Bergwerke Staßfurt und Schönebeck überführt.
Nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs wurden die Akten von der Sowjetunion beschlagnahmt und 1955 an die Regierung der DDR zurückgegeben. Die Archivalien wurden im Deutschen Zentralarchiv, Abt. Merseburg im heutigen Sachsen-Anhalt aufbewahrt. Im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands erfolgte die Rückführung der Akten im Jahr 1993 in die Zuständigkeit des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz. 2005 fiel die Entscheidung, den Gesamtbestand I. HA Rep. 81 Gesandtschaften (Residenturen) und (General-) Konsulate nach 1807 provenienzgerecht als Einzelbestände der verschiedenen Gesandtschaften etc. aufzustellen, so dass die vorliegenden Archivalien nun unter der Bestandsbezeichnung GStA PK, I. HA Rep. 81 Gesandtschaft Rastatt geführt werden. Im Jahr 2019 erfolgte die Retrokonversion des Bestandes durch eine Praktikantin. Dabei wurden die Angaben bei der Übertragung aus dem Findbuch in die Datenbanken überprüft, gegebenenfalls korrigiert und zum Teil durch Enthält-Vermerke ergänzt. Hinzugefügt wurden eine einfache Klassifikation und neue laufende Nummern.
Bestandsumfang: 1 lfm, 40 Verzeichnungseinheiten
Laufzeit: 1797 - 1799
Letzte vergebene Nummer:
Bestellweise: GStA PK I. HA, Rep. 81 Rastatt, Nr....
Zitationsweise: GStA PK I. HA, Rep. 81 Gesandtschaft Rastatt, Nr....
Quellen und weiterführende Literatur:
- Handbuch Des Congresses Zu Rastadt: Mit einem Anhange über die Negociation in Seltz,
Rastadt [u.a.] 1798 (Permalink: http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb10556477-2 , zuletzt aufgerufen 9.4.2019)
- Protocoll der Reichs-Friedens-Deputation zu Rastatt, hrsg. von Heinrich Freiherr Münch von Bellinghausen, Rastatt 1798-1800, 6 Bände
- Peter Hank /Heinz Holeczek, Martina Schilling: Rastatt und die Revolution von 1848/49. Vom Rastatter Kongress zur Freiheitsfestung, Rastatt, 1999, besonders Kapitel 1
- Rüdiger Wischemann: Letzte Belagerung der Festung Ehrenbreitstein, Die kurtrierischen Truppen in den Revolutionskriegen und die Belagerung der kurtrierischen, kaiserlichen und Reichsfestung Ehrenbreitstein durch die französischen Revolutionstruppen 1795-1799; Berlin 2003, S. 516
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.