Verkauf der zwei Halbhöfe des verstorbenen Georg Seybold in Stöppach an Georg Eichenmüller von Dietershofen
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E 49/II Nr. 1445
E 49/II Holzschuher/Akten und Rechnungen
Holzschuher/Akten und Rechnungen
19.05.1712 - 10.06.1712
Enthält:
1712 Mai 19: Schreiben des C(hristoph) W(ilhelm) Scheurl, Kastners zu Hersbruck, an Johann Christoph Tetzel in Nürnberg.
Erhielt gestern ein Schreiben des Adressaten, wonach dessen Verwalter (Matthäus Stockmar) einen Hof in Stöppach besichtigen soll. Weiter war wegen einer ins Kastenamt gehörigen Hube ein Schreiber angefordert worden. Herr Pfleger (= Phillipp Jacob Haller lt. Prod. 4) wurde informiert. Der Augenschein soll am kommenden Montag (= 23. Mai) vorgenommen werden.
1712 Mai 28: Schreiben Scheurls, wie vor, an Tetzel in Artelshofen.
Schreiber bedankt sich für gestern erhaltene Guttaten (wohl ein Geschenk), entschuldigt sich aber auch dafür, dass er so viele Unannehmlichkeiten verursacht haben soll. Die Nachfrage bei Nicolaus Schütz (Spitalpfleger Hersbruck) ergab, dass dieser tatsächlich nicht mehr als 200 Gulden von den Erben des verstorbenen Georg Seybold zu fordern hat (s. Nr. 1032).
1712 Juni 9: Schreiben Scheurls, wie vor, an Tetzel in Artelshofen.
Vorgestern war dem hiesigen Stadtschreiber (Georg Löhner) im Namen Beider (= Pfleger und Kastner) befohlen worden, an Tetzel zu schreiben, aber wegen der Nachlässigkeit des Stadtschreibers ging dieses Schreiben nicht, wie geplant, gestern ab. Das Lichtensteinische Gericht zu Pommelsbrunn sowie Herr Pfleger und der Stadtschreiber sind leider schon abgereist, aber Schreiber versichert, dass Tetzel morgen eine ausführliche Relation erhalten werde. Erwähnung von Kaufwilligen für beide Güter des Georg Seybold (s. Prod. 4).
1712 Juni 10: Schreiben des Philipp Jacob Haller, Pflegers, und des C. W. Scheurl, Kastners, an Tetzel in Artelshofen.
Der Tag für den Verkauf der Güter des Georg Seybold zu Stöppach, ins Amt Hersbruck gehörig, fand am letzten Dienstag statt (= 7. Juni). Erhard Ziegler von Steinensittenbach erschien mit einem seiner Söhne und bot nur 1600 Gulden für beide Güter. Auch wollte er nicht die Witwe (Seybold) heiraten, sondern seinen Sohn mit der Tochter der Witwe verheiraten, was aber die Vormünder der übrigen Kinder ablehnten. Wolf Aichenmüller (= Eichenmüller), hiesiger Untertan in Dietershofen, bot 1700 Gulden, nämlich 700 Gulden für den Tetzelischen, und 1000 Gulden für den Hersbruckischen Halbhof, die er für seinen Sohn Georg erwerben will. Er bietet Ratenzahlung an und ist auch bereit, die Witwe zu ehelichen. Problematisch ist allerdings folgende Sache: Der alte Eichenmüller hatte seinen älteren Sohn nach Algersdorf verheiratet, dabei seinen jüngeren Sohn, den jetzigen Kaufinteressenten Georg Eichenmüller jedoch der jüngeren Tochter des Schwiegervaters des älteren Sohnes, Hans Stieglers, versprochen, welch letzterer auf Erfüllung dieses Versprechens besteht. Man muss daher wohl abwarten, wie sich die Sache entwickelt.
1712 Mai 19: Schreiben des C(hristoph) W(ilhelm) Scheurl, Kastners zu Hersbruck, an Johann Christoph Tetzel in Nürnberg.
Erhielt gestern ein Schreiben des Adressaten, wonach dessen Verwalter (Matthäus Stockmar) einen Hof in Stöppach besichtigen soll. Weiter war wegen einer ins Kastenamt gehörigen Hube ein Schreiber angefordert worden. Herr Pfleger (= Phillipp Jacob Haller lt. Prod. 4) wurde informiert. Der Augenschein soll am kommenden Montag (= 23. Mai) vorgenommen werden.
1712 Mai 28: Schreiben Scheurls, wie vor, an Tetzel in Artelshofen.
Schreiber bedankt sich für gestern erhaltene Guttaten (wohl ein Geschenk), entschuldigt sich aber auch dafür, dass er so viele Unannehmlichkeiten verursacht haben soll. Die Nachfrage bei Nicolaus Schütz (Spitalpfleger Hersbruck) ergab, dass dieser tatsächlich nicht mehr als 200 Gulden von den Erben des verstorbenen Georg Seybold zu fordern hat (s. Nr. 1032).
1712 Juni 9: Schreiben Scheurls, wie vor, an Tetzel in Artelshofen.
Vorgestern war dem hiesigen Stadtschreiber (Georg Löhner) im Namen Beider (= Pfleger und Kastner) befohlen worden, an Tetzel zu schreiben, aber wegen der Nachlässigkeit des Stadtschreibers ging dieses Schreiben nicht, wie geplant, gestern ab. Das Lichtensteinische Gericht zu Pommelsbrunn sowie Herr Pfleger und der Stadtschreiber sind leider schon abgereist, aber Schreiber versichert, dass Tetzel morgen eine ausführliche Relation erhalten werde. Erwähnung von Kaufwilligen für beide Güter des Georg Seybold (s. Prod. 4).
1712 Juni 10: Schreiben des Philipp Jacob Haller, Pflegers, und des C. W. Scheurl, Kastners, an Tetzel in Artelshofen.
Der Tag für den Verkauf der Güter des Georg Seybold zu Stöppach, ins Amt Hersbruck gehörig, fand am letzten Dienstag statt (= 7. Juni). Erhard Ziegler von Steinensittenbach erschien mit einem seiner Söhne und bot nur 1600 Gulden für beide Güter. Auch wollte er nicht die Witwe (Seybold) heiraten, sondern seinen Sohn mit der Tochter der Witwe verheiraten, was aber die Vormünder der übrigen Kinder ablehnten. Wolf Aichenmüller (= Eichenmüller), hiesiger Untertan in Dietershofen, bot 1700 Gulden, nämlich 700 Gulden für den Tetzelischen, und 1000 Gulden für den Hersbruckischen Halbhof, die er für seinen Sohn Georg erwerben will. Er bietet Ratenzahlung an und ist auch bereit, die Witwe zu ehelichen. Problematisch ist allerdings folgende Sache: Der alte Eichenmüller hatte seinen älteren Sohn nach Algersdorf verheiratet, dabei seinen jüngeren Sohn, den jetzigen Kaufinteressenten Georg Eichenmüller jedoch der jüngeren Tochter des Schwiegervaters des älteren Sohnes, Hans Stieglers, versprochen, welch letzterer auf Erfüllung dieses Versprechens besteht. Man muss daher wohl abwarten, wie sich die Sache entwickelt.
Archivale
Indexbegriff Person: Eichenmüller, Georg
Indexbegriff Person: Eichenmüller, Wolf
Indexbegriff Person: Haller, Philip Jacob
Indexbegriff Person: Löhner, Georg
Indexbegriff Person: Scheurl, Christof Wilhelm
Indexbegriff Person: Schütz, Nikolaus
Indexbegriff Person: Seybold, Georg
Indexbegriff Person: Stiegler, Hans
Indexbegriff Person: Stockmar, Matthäus
Indexbegriff Person: Tetzel, Johann Christof
Indexbegriff Person: Ziegler, Erhard
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Güterbeschreibungen
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Stöppach
Indexbegriff Person: Eichenmüller, Wolf
Indexbegriff Person: Haller, Philip Jacob
Indexbegriff Person: Löhner, Georg
Indexbegriff Person: Scheurl, Christof Wilhelm
Indexbegriff Person: Schütz, Nikolaus
Indexbegriff Person: Seybold, Georg
Indexbegriff Person: Stiegler, Hans
Indexbegriff Person: Stockmar, Matthäus
Indexbegriff Person: Tetzel, Johann Christof
Indexbegriff Person: Ziegler, Erhard
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Güterbeschreibungen
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Stöppach
Algersdorf
Artelshofen
Dietershofen
Hersbruck
Pommelsbrunn
Steinensittenbach
Stöppach
Stadtschreiber, Hersbruck
Kastner, Hersbruck
Pfleger, Hersbruck
Kastenamt, Hersbruck
Augenschein
Verwalter Artelshofen
Geschenk
Spitalpfleger Hersbruck
Schuldforderung
Kaufinteressenten
Vormünder
Witwenheirat
Ratenzahlung
Eheversprechen
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
05.06.2025, 1:01 PM CEST
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