Bauverwaltung (Bestand)
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Tb 60
Stadtarchiv Trier (Archivtektonik)
(1682-1783) 1810, 1820 - 1965
Das kommunale Bauwesen war zunächst den königlichen Baubeamten des Regierungsbezirks unterstellt. Im Zuge der neuen Kreisordnung von 1827 regelte eine Verordnung der Regierung in Trier vom 26. Januar 1827 auch das Kommunalbauwesen neu. Die kommunalen Hoch- und Tiefbauten wurden nun Kommunalbaumeistern übertragen. Auf Antrag der Bauinspektion wurde 1828 das Amt eines besoldeten Stadtbaumeisters eingeführt und mit dem bisherigen Wegebaumeister Johann Georg Wolff erstmals besetzt. Für das Bauwesen der 1852 ausgemeindeten Vororte war der Kommunalbaumeister des Landkreises Trier zuständig. Bis 1858 übte dieses Amt in Personalunion der Stadtbaumeister Johann Baptist Bingler aus. "Über dem gesamten Bauwesen der Stadt stand um 1900 der Stadtbaumeister, der aber nicht letztverantwortlich war, sondern dem Beigeordneten Oster unterstellt war." Stadtbaumeister Mayer führte ab den 1890er Jahren die Amtsbezeichnung "Stadtbaurat". Das Amt eines technischen Beigeordneten wurde 1905 geschaffen und erstmals mit Bauinspektor Balduin Schilling aus Köln besetzt. 1923 stand Regierungsbaumeister Kaurisch einem Dezernat für Bauwesen, Schlachthof, Molkerei u. vorübergehend für die Städtischen Betriebe vor. Die Angelegenheiten "Stadttheater und Orchester" wurden 1936 aus dem Dezernat von Stadtbaurat Schmidt ausgegliedert.
Die Bauverwaltung bildete die Abteilung 6 in der Stadtverwaltung. Innerhalb der städtischen Bauverwaltung existierte seit 1898 eine besondere Abteilung für Tiefbau. Die städtische Hochbauabteilung wurde 1908 zu einer selbständigen Abteilung innerhalb des Bauamts erhoben. Die städtischen Verwaltungsberichte ab 1920 führen unter der Bauverwaltung als eigene Abschnitte zunächst die Einheiten
- Hochbauamt,
- Tiefbauamt,
- Vermessungsamt,
- Garten-Verwaltung (Gartenbauamt) und
- Städtischer Friedhof
auf. Dazu traten dann die
- Baupolizeiverwaltung (ab 1925),
- der Stadtwald (ab 1926) und die
- Städtebauabteilung (ab 1929, bestehend bis 1931).
Im Jahr 1924 war die Bauverwaltung der Dezernat V unter Stadtbaurat Josef Keith zugeordnet:
1. Hoch- und Tiefbau
2. Bau- und Wegepolizei einschließlich Baupolizeigebühren
3. Vermessungswesen
4. Öffentliche Anlagen
5. Friedhofs- und Begräbniswesen
6. Denkmalpflege
7. Städtische Sammlungen
Das Dezernat III unter Stadtbaurat Schmidt war 1937 folgendermaßen eingeteilt:
1. Bauamt
a) Finanzierung und Verdingung von
- Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen
- Wohnungs- und Siedlungsbauten
- sonstigen ordentlichen und außerordentlichen Maßnahmen des Hochbauamtes, Tiefbauamtes und Gartenamtes
- baulichen Maßnahmen der Betriebs- und Hospitienverwaltung
b) Friedhofsangelegenheiten, insbesondere Erwerb von Grabstellen
c) Forst-, Fischerei- und Jagdangelegenheiten
d) Straßenbaukosten nach dem Fluchtliniengesetz und Beiträge nach dem KAG
e) Gebühren für die Straßenreinigung, Kehrichtabfuhr und Kanalreinigung
f) Wegepolizei
2. Hochbauamt (einschließlich Baupflege)
3. Tiefbauamt (einschließlich Fuhrpark, Straßenreinigung und Müllabfuhr)
4. Gartenamt (einschließlich Friedhofsunterhaltung sowie Herrichtung und Unterhaltung von Grabstellen)
5. Vermessungsamt
6. Baupolizeiamt
7. Kunst- und Denkmalpflege
8. Museen
a) Museum der Stadt Trier
b) Deutsches Weinmuseum
9. Stadtbibliothek (einschließlich Stadtarchiv)
10. Handwerkerschule
Das Tiefbauamt besaß 1944 die Abteilungen:
- Stadtentwässerung
- Straßenbau
- Materialienlager
Einer Übersicht von ca. 1945 ist die damalige Einteilung der Bauverwaltung zu entnehmen:
- Dem Dienststellenleiter Oberinspektor Reichert waren damals die Registratur, die Friedhofsverwaltung, der Kriegsgefangeneneinsatz, der Wagen- und übrige Arbeitseinsatz und die Lagerverwaltung direkt zugeordnet.
- Dem Hochbauamt stand Baurat Östreich vor. Ihm scheinen das Neubau- und Luftschutzbauamt, die Gebäude-Unterhaltungsabteilung, die Denkmalpflege und die Stadtplanung zugeordnet gewesen zu sein. Das Tiefbauamt unter Stadtamtmann Wenzel besaß die Kanalbauabteilung sowie die Abteilungen Straßenbau und Fuhrpark.
- Der Baupolizei stand Stadtbaumeister (seit 1941) Heinrich Hemming vor.
- Das Vermessungs- und Grundstücksamt unterstand Stadtoberinspektor Kamp
- Außerdem bestand die Dienststelle Sofortmaßnahmen unter Diplom-Ingenieur van Norden.
Nach der Besetzung Triers durch die Amerikaner und der Ernennung von Friedrich Breitbach zum Zivilleiter amtierte der Bauunternehmer Josef Gorges als Leiter des Bauwesens und der Feuerwehr, der sein Amt zum 1. Mai an Baurat Castor abtrat. "Diesem unterstanden Architekt Schnor als Leiter der Hochbauabteilung und Baurat Dr. Rittgen als Leiter des Tiefbauamtes und Architekt Ewen als Leiter der Denkmalpflege."
Verwaltungsgliederung der Bauverwaltung ab 1946:
- Verwaltungsabteilung
- Gemeinnützige Baugesellschaft mbH
- Feststellungsbehörde (für Kriegsschäden)
- Stadtplanung
- Hochbauamt; Unterabteilung Bauwirtschaft (Beschaffung von Baumaterialien und Ersatzstoffen)
- Tiefbauamt (mit den Bereichen Brückenbau, Straßenbau, Stadtentwässerung, Müllabfuhr, Straßenreinigung, Fuhrpark, Baustofflager)
Am 15. Oktober 1947 war die Bauverwaltung dem vierten Beigeordneten Kraft unterstellt. Das Dezernat war in folgende Bereiche gegliedert:
- C 1 Bauverwaltung, unter Stadtamtmann W. Hermann
- C 2 Hochbauamt und Stadtplanung, unter Stadtbaurat Schagen
- C 3 Tiefbauamt einschl. Fuhrpark und Lager, unter dem Techn. Stadtamtmann Wenzel
- C 4 Vermessungs- und Grundstücksamt, unter Stadtoberinspektor Kamp
- C 5 Baupolizei, unter Techn. Stadtinspektor Joisten
- C 6 Wohnungsamt, unter Stadtoberinspektor Schneider
- D 3 Garten- und Friedhofsamt, unter Stadtamtmann Rettig
- K 4 Denkmalpflege und Museum, unter Architekt Ewen
Das Vermessungs- und Grundstücksamt und das Baupolizeiamt waren inzwischen ausgegliedert. 1921 und 1926 waren Bauamt, Hochbauamt und Baupolizeiamt im Rathaus untergebracht, während sich das Tiefbauamt und Vermessungsamt im Kaufhaus befanden. Ab ca. 1930 war das Rathaus auch Standort des Tiefbauamts. In der zweiten Hälfte der 1930er Jahre bezog die Bauverwaltung ein neues Gebäude in der Brückenstraße 28. 1937 befand sich das Bauamt mit seiner zentralen Dienststelle, der Bauverwaltungsabteilung und dem Vermessungsamt im Rathaus, während die Abteilungen des Tief- und Hochbauamtes im Augustinerhof untergebracht waren. Im Rathaus verblieben war 1938 noch das Baupolizeiamt, während sich Hochbau- und Tiefbauamt in der Brückenstraße befanden und das Vermessungsamt nach wie vor im Kaufhaus untergebracht war. Ende der 1930er Jahre sollten mehrere Abteilungen der Bauverwaltung in den Frauenbau des Augustinerhofs verlegt werden. Das Gartenamt hatte zumeist mit der Friedhofsverwaltung auf dem Friedhof seinen Standort. 1947 befanden sich im Augustinerhof die Bauverwaltung, Hochbauamt und Stadtplanung, das Vermessungs- und Grundstücksamt, die Baupolizei und das Wohnungsamt. Das Tiefbauamt mit Fuhrpark und Lager war im Augustinerhof und in der Saarstaraße 35/37 untergebracht. 1949 finden wir alle Dienststellen der Bauverwaltung (Bauamt, Baupolizei, Hochbau- und Stadtplanungsamt, Tiefbauamt und Vermessungsamt) im Rathaus Augustinerhof 1.
Die Baukommission mit sechs Mitgliedern wurde durch Geschäftsordnung des Rats am 18. Januar 1847 gebildet. Der Kommission gehörten im Unterschied zu den Deputationen nur Stadtverordnete an. Die Baukommission wurde wegen des wachsenden Geschäftskreises 1880 in eine Baudeputation unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters umgewandelt. Auf Grund der Deutschen Gemeindeordnung entschied der Oberbürgermeister im Jahr 1935, dass u.a. Beiräte für Bauangelegenheiten bestellt werden sollten. Am 15. November 1945 beschloss der Beirat der Stadtverwaltung, u.a. den Bauausschuss zu bilden.
An der Spitze der Bauverwaltung standen folgende Stadtbaumeister, Stadtbauräte und Baudezernenten (Liste unvollständig):
- Johann Georg Wolff, Stadtbaumeister (1828 - 1848)
- Johann Baptist Bingler, Stadtbaumeister (1850 - 1868)
- Adam Joseph Mayer, Stadtbaumeister (ab 1868), Stadtbaurat (ca. 1894-1905)
- Balduin Schilling, Beigeordneter, Stadtbaurat (1905 - 1921)
- Josef Keith, Beigeordneter, Stadtbaurat (1921 - 1926)
- Heinrich Kaurisch (1923 in Vertretung des verhafteten Dr. Keith)
- Otto Schmidt, Technischer Beigeordneter, Stadtbaurat (1927 - 1939)
- Hermann Schagen, Technischer Beigeordneter (1939 - 1944), Stadtbaurat, nach dem Zweiten Weltkrieg Leiter des städtischen Hochbauamts
- Alfons Kraft, technischer Beigeordneter, Leiter des Planungs- und Bauaufsichtsamts (1946 - 1949), städtischer Baurat (1950), Leiter des städtischen Hochbauamts (ab 1954), hauptamtlicher technischer Beigeordneter (ab 1958), Bürgermeister
- Alfons Leitl, Technischer Beigeordneter, Stadtbaurat (1949 - 1951)
Der Abteilung Tiefbau standen vor:
- Andreas Henrisch (1898 - 1904), Stadtbaumeister für den Bereich Tiefbau
- Tilmann Schürmann (1904 - 1933), Abteilungsbaumeister, 1920 mit der Bezeichnung Stadtbaumeister, seit 1923 Stadtbaurat
- Max Ettwein (1936 - 1942, 1952 - 1967), Stadtbaumeister, 1940 Baurat, 1967 Stadtbaudirektor
- Erich Wenzel (1942 - 1952), Stadtoberinspektor, Stadtamtmann, 1952 Stadtbaumeister, kommissarischer Leiter des Tiefbauamts, danach Leiter der Stadtentwässerung (bis 1965)
Der Abteilung Hochbau standen vor:
- Nikolaus Monshausen (1908 - 1925), Abteilungsbaumeister, 1920 mit der Bezeichnung Stadtbaumeister, seit 1923 Stadtbaurat
- Wilhelm Zimmermann (1925-1933), 1923 Abteilungsbaumeister, 1929 mit der Beichnung Stadtbaumeister
- Heinrich Otto Vogel (1935 - 1945), Baurat, Leiter des städtischen Hochbauamts
- Hermann Schagen, Stadtbaurat (1946 - 1947)
- Alfons Kraft (ab 1954)
Für die Bestände Tb 1 (erster Teil) und Tb 60 wurde 2016 ein gemeinsames Findbuch erstellt. Eine Exportdatei (Format .mdb) liegt auf Laufwerk G (42, 42 Allgemein, A (Stadtarchiv), Findbücher und Kennkarten, Tb-Bestände).
Einleitung
a) Die Bauverwaltung in Trier
Das kommunale Bauwesen war zunächst den königlichen Baubeamten des Regierungsbezirks unterstellt. Im Zuge der neuen Kreisordnung von 1827 regelte eine Verordnung der Regierung in Trier vom 26. Januar 1827 auch das Kommunalbauwesen neu. Die kommunalen Hoch- und Tiefbauten wurden nun Kommunalbaumeistern übertragen. Auf Antrag der Bauinspektion wurde 1828 das Amt eines besoldeten Stadtbaumeisters eingeführt und mit dem bisherigen Wegebaumeister Johann Georg Wolff erstmals besetzt. Für das Bauwesen der 1852 ausgemeindeten Vororte war der Kommunalbaumeister des Landkreises Trier zuständig. Bis 1858 übte dieses Amt in Personalunion der Stadtbaumeister Johann Baptist Bingler aus. "Über dem gesamten Bauwesen der Stadt stand um 1900 der Stadtbaumeister, der aber nicht letztverantwortlich war, sondern dem Beigeordneten Oster unterstellt war." Stadtbaumeister Mayer führte ab den 1890er Jahren die Amtsbezeichnung "Stadtbaurat". Das Amt eines technischen Beigeordneten wurde 1905 geschaffen und erstmals mit Bauinspektor Balduin Schilling aus Köln besetzt. 1923 stand Regierungsbaumeister Kaurisch einem Dezernat für Bauwesen, Schlachthof, Molkerei u. vorübergehend für die Städtischen Betriebe vor. Die Angelegenheiten "Stadttheater und Orchester" wurden 1936 aus dem Dezernat von Stadtbaurat Schmidt ausgegliedert.
Die Bauverwaltung bildete die Abteilung 6 in der Stadtverwaltung. Innerhalb der städtischen Bauverwaltung existierte seit 1898 eine besondere Abteilung für Tiefbau. Die städtische Hochbauabteilung wurde 1908 zu einer selbständigen Abteilung innerhalb des Bauamts erhoben. Die städtischen Verwaltungsberichte ab 1920 führen unter der Bauverwaltung als eigene Abschnitte zunächst die Einheiten
- Hochbauamt,
- Tiefbauamt,
- Vermessungsamt,
- Garten-Verwaltung (Gartenbauamt) und
- Städtischer Friedhof
auf. Dazu traten dann die
- Baupolizeiverwaltung (ab 1925),
- der Stadtwald (ab 1926) und die
- Städtebauabteilung (ab 1929, bestehend bis 1931).
Im Jahr 1924 war die Bauverwaltung der Dezernat V unter Stadtbaurat Josef Keith zugeordnet:
1. Hoch- und Tiefbau
2. Bau- und Wegepolizei einschließlich Baupolizeigebühren
3. Vermessungswesen
4. Öffentliche Anlagen
5. Friedhofs- und Begräbniswesen
6. Denkmalpflege
7. Städtische Sammlungen
Das Dezernat III unter Stadtbaurat Schmidt war 1937 folgendermaßen eingeteilt:
1. Bauamt
a) Finanzierung und Verdingung von
- Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen
- Wohnungs- und Siedlungsbauten
- sonstigen ordentlichen und außerordentlichen Maßnahmen des Hochbauamtes, Tiefbauamtes und Gartenamtes
- baulichen Maßnahmen der Betriebs- und Hospitienverwaltung
b) Friedhofsangelegenheiten, insbesondere Erwerb von Grabstellen
c) Forst-, Fischerei- und Jagdangelegenheiten
d) Straßenbaukosten nach dem Fluchtliniengesetz und Beiträge nach dem KAG
e) Gebühren für die Straßenreinigung, Kehrichtabfuhr und Kanalreinigung
f) Wegepolizei
2. Hochbauamt (einschließlich Baupflege)
3. Tiefbauamt (einschließlich Fuhrpark, Straßenreinigung und Müllabfuhr)
4. Gartenamt (einschließlich Friedhofsunterhaltung sowie Herrichtung und Unterhaltung von Grabstellen)
5. Vermessungsamt
6. Baupolizeiamt
7. Kunst- und Denkmalpflege
8. Museen
a) Museum der Stadt Trier
b) Deutsches Weinmuseum
9. Stadtbibliothek (einschließlich Stadtarchiv)
10. Handwerkerschule
Das Tiefbauamt besaß 1944 die Abteilungen:
- Stadtentwässerung
- Straßenbau
- Materialienlager
Einer Übersicht von ca. 1945 ist die damalige Einteilung der Bauverwaltung zu entnehmen:
- Dem Dienststellenleiter Oberinspektor Reichert waren damals die Registratur, die Friedhofsverwaltung, der Kriegsgefangeneneinsatz, der Wagen- und übrige Arbeitseinsatz und die Lagerverwaltung direkt zugeordnet.
- Dem Hochbauamt stand Baurat Östreich vor. Ihm scheinen das Neubau- und Luftschutzbauamt, die Gebäude-Unterhaltungsabteilung, die Denkmalpflege und die Stadtplanung zugeordnet gewesen zu sein. Das Tiefbauamt unter Stadtamtmann Wenzel besaß die Kanalbauabteilung sowie die Abteilungen Straßenbau und Fuhrpark.
- Der Baupolizei stand Stadtbaumeister (seit 1941) Heinrich Hemming vor.
- Das Vermessungs- und Grundstücksamt unterstand Stadtoberinspektor Kamp
- Außerdem bestand die Dienststelle Sofortmaßnahmen unter Diplom-Ingenieur van Norden.
Nach der Besetzung Triers durch die Amerikaner und der Ernennung von Friedrich Breitbach zum Zivilleiter amtierte der Bauunternehmer Josef Gorges als Leiter des Bauwesens und der Feuerwehr, der sein Amt zum 1. Mai an Baurat Castor abtrat. "Diesem unterstanden Architekt Schnor als Leiter der Hochbauabteilung und Baurat Dr. Rittgen als Leiter des Tiefbauamtes und Architekt Ewen als Leiter der Denkmalpflege."
Verwaltungsgliederung der Bauverwaltung ab 1946:
- Verwaltungsabteilung
- Gemeinnützige Baugesellschaft mbH
- Feststellungsbehörde (für Kriegsschäden)
- Stadtplanung
- Hochbauamt; Unterabteilung Bauwirtschaft (Beschaffung von Baumaterialien und Ersatzstoffen)
- Tiefbauamt (mit den Bereichen Brückenbau, Straßenbau, Stadtentwässerung, Müllabfuhr, Straßenreinigung, Fuhrpark, Baustofflager)
Am 15. Oktober 1947 war die Bauverwaltung dem vierten Beigeordneten Kraft unterstellt. Das Dezernat war in folgende Bereiche gegliedert:
- C 1 Bauverwaltung, unter Stadtamtmann W. Hermann
- C 2 Hochbauamt und Stadtplanung, unter Stadtbaurat Schagen
- C 3 Tiefbauamt einschl. Fuhrpark und Lager, unter dem Techn. Stadtamtmann Wenzel
- C 4 Vermessungs- und Grundstücksamt, unter Stadtoberinspektor Kamp
- C 5 Baupolizei, unter Techn. Stadtinspektor Joisten
- C 6 Wohnungsamt, unter Stadtoberinspektor Schneider
- D 3 Garten- und Friedhofsamt, unter Stadtamtmann Rettig
- K 4 Denkmalpflege und Museum, unter Architekt Ewen
Das Vermessungs- und Grundstücksamt und das Baupolizeiamt waren inzwischen ausgegliedert. 1921 und 1926 waren Bauamt, Hochbauamt und Baupolizeiamt im Rathaus untergebracht, während sich das Tiefbauamt und Vermessungsamt im Kaufhaus befanden. Ab ca. 1930 war das Rathaus auch Standort des Tiefbauamts. In der zweiten Hälfte der 1930er Jahre bezog die Bauverwaltung ein neues Gebäude in der Brückenstraße 28. 1937 befand sich das Bauamt mit seiner zentralen Dienststelle, der Bauverwaltungsabteilung und dem Vermessungsamt im Rathaus, während die Abteilungen des Tief- und Hochbauamtes im Augustinerhof untergebracht waren. Im Rathaus verblieben war 1938 noch das Baupolizeiamt, während sich Hochbau- und Tiefbauamt in der Brückenstraße befanden und das Vermessungsamt nach wie vor im Kaufhaus untergebracht war. Ende der 1930er Jahre sollten mehrere Abteilungen der Bauverwaltung in den Frauenbau des Augustinerhofs verlegt werden. Das Gartenamt hatte zumeist mit der Friedhofsverwaltung auf dem Friedhof seinen Standort. 1947 befanden sich im Augustinerhof die Bauverwaltung, Hochbauamt und Stadtplanung, das Vermessungs- und Grundstücksamt, die Baupolizei und das Wohnungsamt. Das Tiefbauamt mit Fuhrpark und Lager war im Augustinerhof und in der Saarstaraße 35/37 untergebracht. 1949 finden wir alle Dienststellen der Bauverwaltung (Bauamt, Baupolizei, Hochbau- und Stadtplanungsamt, Tiefbauamt und Vermessungsamt) im Rathaus Augustinerhof 1.
Die Baukommission mit sechs Mitgliedern wurde durch Geschäftsordnung des Rats am 18. Januar 1847 gebildet. Der Kommission gehörten im Unterschied zu den Deputationen nur Stadtverordnete an. Die Baukommission wurde wegen des wachsenden Geschäftskreises 1880 in eine Baudeputation unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters umgewandelt. Auf Grund der Deutschen Gemeindeordnung entschied der Oberbürgermeister im Jahr 1935, dass u.a. Beiräte für Bauangelegenheiten bestellt werden sollten. Am 15. November 1945 beschloss der Beirat der Stadtverwaltung, u.a. den Bauausschuss zu bilden.
An der Spitze der Bauverwaltung standen folgende Stadtbaumeister, Stadtbauräte und Baudezernenten (Liste unvollständig):
- Johann Georg Wolff, Stadtbaumeister (1828 - 1848)
- Johann Baptist Bingler, Stadtbaumeister (1850 - 1868)
- Adam Joseph Mayer, Stadtbaumeister (ab 1868), Stadtbaurat (ca. 1894-1905)
- Balduin Schilling, Beigeordneter, Stadtbaurat (1905 - 1921)
- Josef Keith, Beigeordneter, Stadtbaurat (1921 - 1926)
- Heinrich Kaurisch (1923 in Vertretung des verhafteten Dr. Keith)
- Otto Schmidt, Technischer Beigeordneter, Stadtbaurat (1927 - 1939)
- Hermann Schagen, Technischer Beigeordneter (1939 - 1944), Stadtbaurat, nach dem Zweiten Weltkrieg Leiter des städtischen Hochbauamts
- Alfons Kraft, technischer Beigeordneter, Leiter des Planungs- und Bauaufsichtsamts (1946 - 1949), städtischer Baurat (1950), Leiter des städtischen Hochbauamts (ab 1954), hauptamtlicher technischer Beigeordneter (ab 1958), Bürgermeister
- Alfons Leitl, Technischer Beigeordneter, Stadtbaurat (1949 - 1951)
Der Abteilung Tiefbau standen vor:
- Andreas Henrisch (1898 - 1904), Stadtbaumeister für den Bereich Tiefbau
- Tilmann Schürmann (1904 - 1933), Abteilungsbaumeister, 1920 mit der Bezeichnung Stadtbaumeister, seit 1923 Stadtbaurat
- Max Ettwein (1936 - 1942, 1952 - 1967), Stadtbaumeister, 1940 Baurat, 1967 Stadtbaudirektor
- Erich Wenzel (1942 - 1952), Stadtoberinspektor, Stadtamtmann, 1952 Stadtbaumeister, kommissarischer Leiter des Tiefbauamts, danach Leiter der Stadtentwässerung (bis 1965)
Der Abteilung Hochbau standen vor:
- Nikolaus Monshausen (1908 - 1925), Abteilungsbaumeister, 1920 mit der Bezeichnung Stadtbaumeister, seit 1923 Stadtbaurat
- Wilhelm Zimmermann (1925-1933), 1923 Abteilungsbaumeister, 1929 mit der Beichnung Stadtbaumeister
- Heinrich Otto Vogel (1935 - 1945), Baurat, Leiter des städtischen Hochbauamts
- Hermann Schagen, Stadtbaurat (1946 - 1947)
- Alfons Kraft (ab 1954)
b) Die Schriftgutverwaltung im Stadtbauamt Trier
Anhand der Registratursignaturen lassen sich mehrere aufeinander folgende Ordnungssysteme unterscheiden. Die Akten der ältesten Registraturschicht waren im 19. Jahrhunderts nach dem Schema
- Titel
- Sektion
- Nummer des Faches, beziehungsweise Fachstücks
signiert. Das älteste erhaltene Aktenverzeichnis der Bauverwaltung von ca. 1905 führt diese Signaturen auf. Wohl nach 1912 erhielten die Akten mehrteilige Signaturen aus römischen Ziffern (oder solchen ähnlich sehenden Großbuchstabenfolgen), einzelnen Großbuchstaben und arabischen Ziffern. Zu dieser Ordnung passt das jüngste erhaltene Aktenverzeichnis von 1906 bis 1922, in dem diese neuen Signaturen nachgetragen sind. Später, um die Mitte der 1920er Jahre, wurden durchlaufende Aktennummern vergeben. 1931 heißt es, die Akten der Verwaltungsabteilung der städtischen Bauverwaltung seien "der Einfachheit halber durchlaufend nummeriert, wobei Raum für neuanzulegende Akten gelassen" worden sei. Die durchlaufende Numerierung ermögliche es, "auch bei tagebuchlosem Betrieb dem Schriftverkehr gleich die Nummer des zuständigen Aktenheftes zu geben und so den Schriftverkehr schnellmöglichst abzulegen." Damals war die Verwaltungsregistratur in folgende Abschnitte eingeteilt:
- Bauverwaltung
- Lagerverwaltung
- Fuhrpark
- Stadtsiedlung
- Hochbau
- Wasserläufe
- Verkehrsanlagen
- Straßenbau - Straßenbeleuchtung
- Straßenbenutzung
- Straßenreinigung
- Müllabfuhr
- Kanalisation
- Friedhofverwaltung
- Forstwesen
- Abdeckerei
Baupolizei und Vermessungsamt verfügten 1931 über eigene Registraturen. Zuletzt erhielten die Akten eine insgesamt fünfstellige Aktennummer, bei der die ersten drei Ziffern von letzten beiden durch einen Punkt getrennt waren. Etwa 1936 wurde ein Registraturschnitt vorgenommen. Wurden die Akten bisher mit preußischer Fadenheftung zu Faszikeln zusammengenäht, entstand jetzt eine Stehordner-Registratur. Der Vermerk "C 1" auf den Akten des Bestandes deutet auf die Zugehörigkeit zur Registratur des Bauamts, "C 2" zum Hochbauamt und "C 3" zum Tiefbauamt. "C" steht für die Bauverwaltung, während "D" Akten der "Städtischen Betriebe und Anstalten" bezeichnen dürfte. Die wenigen in Tb 60 mit "D 1" bezeichneten Akten müssen aus der Registratur der "Städtischen Betriebe" (Elektrizitätswerk und Hallenbad) stammen. Die meisten Archivalien tragen den in jüngerer Zeit mit Bleistift eingetragenen Vermerk "PG V 1998".
Andere Provenienzen
1862 wurde die Königliche Polizeidirektion Trier aufgelöst und die Verwaltung der Ortspolizei ging durch Verfügung der Regierung vom 19. November 1862 in die Zuständigkeit der Stadt über. Daher gelangte auf die Straßenpolizei bezogenes Schriftgut der Polizeidirektion, beziehungsweise Polizei-Inspektion Trier in den Aktenbestand der städtischen Bauverwaltung. An fremden Provenienzen tauchen außerdem eine Handvoll Akten des Kreisbauamts Trier und von Rechtsanwalt Lorenz Hey auf. Mit den Eingemeindungen der Jahre 1888, 1912 und zuletzt 1930 wurden jeweils Teile des Schriftguts des Bürgermeisteramts der zum 1. November 1851 von Trier abgetrennten Vororte an die Stadtverwaltung ausgefolgt. Das meiste auf die Vororte bezogene Material im Bestand Tb 60 entstammt dieser Provenienz. Die zweite Aktenübernahme vom Bürgermeisteramt der Vororte Trier im Jahr 1912 ist im vorliegenden Bestand dokumentiert. Einer internen Zuständigkeitsverlagerung ist es geschuldet, dass auch eine Akte der städtischen Polizeiverwaltung Eingang in den Bestand der Bauverwaltung gefunden hat.
c) Struktur und Zusammensetzung des Bestands
Der vorliegende Bestand Tb 60 enthält die Unterlagen der städtischen Bauverwaltung, darunter vorwiegend Unterlagen der Bereiche Tiefbauamt, Hochbauamt und Gartenamt. Abschriftlich sind vereinzelte Unterlagen aus der Zeit des Alten Reichs der Jahre 1682 bis 1783 vorhanden. Die eigentliche Überlieferung setzt ab 1810 ein, verstärkt nach der Errichtung der Stadtbaumeisterstelle 1828.
Im Bereich Tiefbau ist die Überlieferung zum Straßen- und Kanalisationsbau bis zum Ersten Weltkrieg am umfangreichsten. Die Neubebauung in der Innenstadt erfolgte ab der Mitte des 19. Jahrhunderts, zunächst vor allem im Westen der Innenstadt. Die Olkstraße stand damals als neue Erschließungsstraße am Beginn einer Entwicklung, bei der bis zum 20. Jahrhundert über die Schaffung neuer Straßen, den Ausbau vorhandener Wege und Straßenverbreiterung die Innenstadt erheblich verändert wurde. Ein wichtiger Einschnitt stellte die Abschaffung der Mahl- und Schlachtsteuer 1875 dar, die eine Voraussetzung für die ab 1876 erfolgte Beseitigung der Stadtmauer ("Burgmauer") war. In der Folge wurden in größerem Umfang als zuvor Freiflächen bebaut und der Alleenring um die Innenstadt geschaffen. Zur Verbesserung der auch in diesem Bestand vielfach belegten schlechten hygienischen Verhältnisse in den Straßen (Problem der Epidemien) wurde 1898 ein einheitliches Kanalisierungsprojekt mit Kläranlagen links und rechts der Mosel begonnen. Bemerkenswert sind die in diesem Zusammenhang hervorgegangenen Kasernenpläne, da entsprechendes Planmaterial aus der Provenienz des Militärbauamts vielfach nicht erhalten sein dürfte. Die notwendigen Tiefbaumaßnahmen ab den 1920er Jahren wurden überwiegend als Notstandsmaßnahmen durchgeführt. Von 1925 bis 1932 spielte der Bau des Hochwasserschutzdamms am Moselufer eine größere Rolle und in Folge davon der Ausbau der Uferstraße in den 1930er Jahren. Gut überliefert sind auch Bau, beziehungsweise Veränderung der beiden ältesten Moselbrücken. Dagegen tritt die in Tb 1 dokumentierte Straßenbeleuchtung kaum in Erscheinung. Dem Tiefbauamt waren auch die Querschnittsaufgaben Fuhrpark und Lagerverwaltung zugeordnet. Hier sind Unterlagen zum städtischen Gemeinschaftslager, beziehungsweise Lager der Deutschen Arbeitsfront (DAF) in der Dietrichstraße während des Zweiten Weltkriegs vorhanden. Bedeutsam sind die Unterlagen zu Straßenbenennung und Hausnumerierung, in denen die jeweiligen Veränderungen dokumentiert sind.
Im Gegensatz zum Tiefbau sind nur relativ wenige auf den Hochbau bezogene Akten vorhanden. Größere Bauprojekte waren v.a. die Kasernen. Eine Reihe von Akten befassen sich mit dem geplanten Umbau der früheren Palastkaserne (Kurfürstliches Palais) zu einem Großmuseum in den 1930er Jahren. Von den städtischen Bauten sticht die Errichtung der Tonhalle (Stadthalle) und des Hallenschwimmbads in der Südallee in den 1920er Jahren hervor. Nach dem Zweiten Weltkrieg standen Räumungs- und Wiederaufbauarbeiten im Vordergrund, worüber sich ebenfalls Unterlagen finden.
Der vielfach umstrittenen Festlegung der Fluchtlinien kam eine zentrale Bedeutung für das geregelte Bauen zu und hatte in einigen Fällen Verwaltungsstreitverfahren zur Folge. Im engeren Bereich der Bebauungsplanung sind lediglich Akten über die Aufstellung des Generalbebauungsplan (Siedlungsplans) für das Moseltal aus den 1920er Jahren vorhanden. Weitere stadtplanerische Konzepte sind nur am Rande berührt. Die Brandgassendurchbrüche 1944 sind im Einzelnen aufgeführt, nicht aber die zugrundeliegenden Planungsvorstellungen.
Der Bauverwaltung waren auch das Friedhofswesen und die Grünflächenverwaltung (Gartenamt) zugeordnet. Daher ist neben den städtischen Friedhöfen und Begräbnisplätzen auch die Verwaltung des Weißhausgeländes und des Palastgartens dokumentiert. Es wurden in Tb 60 aus dem Friedhofsbereich aus dem Friedhofsbereich ausschließlich Akten verzeichnet, während die restlichen Bände (Grabregister) der besseren Übersichtlichkeit wegen den bereits erschlossenen Bänden im Bestand Tb 15 beigesellt wurden. Außerdem finden sich Forst- und Jagdakten im Bestand.
Überschneidungen zu anderen Beständen
Zahlreiche Berührungspunkte existieren zu dem ebenfalls der Bauverwaltung zugeordneten Bestand Tb 1 (Bauakten), sowie zum Bestand Tb 15 (Polizei), insbesondere in den Bereichen Forst- und Feldpolizei, Forstwesen, Friedhofspolizei, Luftschutz und Straßenpolizei. Weitere Überschneidungen bestehen zu folgenden Beständen:
- Tb 10 Stadtwerke
- Tb 17 Militärwesen (Militärische Anlagen)
- Tb 27 Eisenbahn und Post
- Tc 68 Denkmalpflegeamt
d) Verzeichnung des Bestandes
Die Verzeichnung des Bestandes erfolgte in der zweiten Jahreshälfte 2015 mit Hilfe des EDV-Programms Augias-Archiv (Version 9). Für den Bestand wurde in Anlehnung an die Gliederung des vorhandenen Aktenverzeichnisses ab 1906 eine neue Systematik entworfen. Die im alten Aktenverzeichnis enthaltenen Hauptgruppen erwiesen sich als brauchbar und wurden in der Regel beibehalten und durch Hinzufügung weiterer, zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch nicht vorhandener Aktengruppen ergänzt. Von der zweiten Gliederungsebene an wurde die Systematik für das Findbuch stärker auf den heute vorhandenen Aktenbestand zugeschnitten. Insbesondere der Bereich Tiefbau wurde der einfacheren Benutzung wegen umstrukturiert. Obwohl im Aktenverzeichnis unter den Straßenakten die Unterlagen zu Neuanlegung von Straßen, Neuregulierung von Straßen und Bürgersteigerstellung unterschiedlichen Aktengruppen zugeordnet werden, war diese Unterscheidung durch die Bauverwaltung nicht konsequent durchgeführt worden, sondern es fanden sich solche Vorgänge tatsächlich oft gemischt in einem einzigen Faszikel. Daher wurde bei der Erstellung der Systematik für den Bestand Tb 60 eine einzige, alphabetisch geordnete Serie von speziellen Straßen- und Wegeakten angelegt, in der die gesammelten Unterlagen aufgeführt sind ohne Rücksicht auf den Entstehungskontext. Die Querschnittsaufgabe "Lagerverwaltung" wurde abweichend vom Aktenverzeichnis der allgemeinen Bauverwaltung und nicht dem Tiefbauamt zugeordnet, dem sie die meiste Zeit zugeordnet war. Einzelne umfangreichere Bauprojekte machten zusätzliche Systematikgruppen notwendig. Auch für Kasernen und militärische Anlagen sowie Bauten der NSDAP wurden eigene Hauptgruppen geschaffen, da für diese Bauten die Stadt, bis auf die städtische Kaserne links der Mosel, nicht selbst federführend war, sondern nur die Planung begleitete.
Im Zuge der Verzeichnung wurden Kassationen vorgenommen. Gleichförmige Gräberakten im Umfang von 1 lfd.m. konnten wegen der parallelen Überlieferung durch die Grabregister in Tb 15 vernichtet werden, ebenso ca. 0,2 lfd.m. diverse Verwaltungsakten, v.a. Generalia, schließlich 0,06 lfd.m. Duplikate und leere Formulare.
Rundverfügungen des Oberbürgermeisters aus der Empfängerprovenienz des Stadtbauamts (1932 - 1941) wurden dem Bestand Tb 12 als Best.Sign. 5095 bis 5100 zugeordnet, da sie zur Bauverwaltung nichts Spezielles enthielten.
Die Schreibweise der Straßennamen wurde bei noch bestehenden Namen gemäß der heutigen Schreibweise normalisiert, was v.a. für die Getrennt- und Zusammenschreibung Konsequenzen hat.
Alle Unterlagen wurde neu signiert, entklammert und in säurefreie Archivboxen verpackt. Der Bestand umfasst 735 Archivalieneinheiten (Tb 60 / 1-735) und 15 lfd.m. Seine Laufzeit ist (1682-1783) 1810, 1820 - 1965.
e) Benutzung des Bestandes
Für die Bestellung von Archivalien und bei Zitaten in wissenschaftlichen Publikationen ist die Best.Sign. anzugeben. Die Indices sind ergänzend zum Inhaltsverzeichnis heranzuziehen. Sie verweisen auf die im Findbuch durchlaufende Nummer ganz links auf jeder Seite. Im Ortsindex wird bei innerhalb der Bundesrepublik Deutschland gelegenen Orten außerhalb des heutigen Stadtgebiets die Kreiszugehörigkeit mit dem amtlichen Kraftfahrzeugkennzeichen angegeben. Eine Konkordanz ermöglicht für jede Best.Sign. die Position im Findbuch anhand der durchlaufenden Nummer zu ermitteln.
Literatur
- Karl-August HEISE: Die alte Stadt und die neue Zeit. Stadtplanung und Denkmalpflege Triers im 19. und 20. Jahrhundert, Trier 1999.
- Heinz MONZ (hg.): Trierer Biographisches Lexikon, Trier 2000.
- Verwaltungsberichte der Stadt Trier.
- Barbara WEITER-MATYSIAK: Vom Kreisbaumeister zum Kreisbauamt. Das Bauwesen im Landkreis Trier und im Kreis Saarburg, in: Jahrbuch Kreis Trier-Saarburg 2016, S. 61-82.
- Emil ZENZ: Die kommunale Selbstverwaltung der Stadt Trier seit Beginn der preußischen Zeit 1814 - 1959 (Schriftenreihe zur Trierischen Landesgeschichte und Volkskunde Bd. 5), Trier 1959.
- Ders.: Geschichte der Stadt Trier in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Bd. 1, 1900 - 1914 (Ortschroniken des Trierer Landes Bd. 12), Trier 1967.
- Ders.: Die Kommunale Reorganisation Triers nach der Besetzung der Stadt durch die Amerikaner. Die Ära Breitbach, in: Kurtrierisches Jahrbuch. - 18 (1978), S. 137-166.
Abkürzungen
Bem. Bemerkung(en)
Best.Sign. Bestellsignatur
Bü. Büschel
Ders. Derselbe
f folgende
fol. Folium (Blatt)
Reg.Sign. Registratursignatur
S. Seite
Schr. Schriftstück(e)
Sign. Signatur
u. und
u.a. unter anderem
v.a. vor allem
/_ Quadrangel-Nummer (Blattnummer im Faszikel)
Der vorliegende Bestand Tb 60 enthält die Unterlagen der städtischen Bauverwaltung, darunter vorwiegend Unterlagen der Bereiche Tiefbauamt, Hochbauamt und Gartenamt. Abschriftlich sind vereinzelte Unterlagen aus der Zeit des Alten Reichs der Jahre 1682 bis 1783 vorhanden. Die eigentliche Überlieferung setzt ab 1810 ein, verstärkt nach der Errichtung der Stadtbaumeisterstelle 1828.
Im Bereich Tiefbau ist die Überlieferung zum Straßen- und Kanalisationsbau bis zum Ersten Weltkrieg am umfangreichsten. Die Neubebauung in der Innenstadt erfolgte ab der Mitte des 19. Jahrhunderts, zunächst vor allem im Westen der Innenstadt. Die Olkstraße stand damals als neue Erschließungsstraße am Beginn einer Entwicklung, bei der bis zum 20. Jahrhundert über die Schaffung neuer Straßen, den Ausbau vorhandener Wege und Straßenverbreiterung die Innenstadt erheblich verändert wurde. Ein wichtiger Einschnitt stellte die Abschaffung der Mahl- und Schlachtsteuer 1875 dar, die eine Voraussetzung für die ab 1876 erfolgte Beseitigung der Stadtmauer ("Burgmauer") war. In der Folge wurden in größerem Umfang als zuvor Freiflächen bebaut und der Alleenring um die Innenstadt geschaffen. Zur Verbesserung der auch in diesem Bestand vielfach belegten schlechten hygienischen Verhältnisse in den Straßen (Problem der Epidemien) wurde 1898 ein einheitliches Kanalisierungsprojekt mit Kläranlagen links und rechts der Mosel begonnen. Bemerkenswert sind die in diesem Zusammenhang hervorgegangenen Kasernenpläne, da entsprechendes Planmaterial aus der Provenienz des Militärbauamts vielfach nicht erhalten sein dürfte. Die notwendigen Tiefbaumaßnahmen ab den 1920er Jahren wurden überwiegend als Notstandsmaßnahmen durchgeführt. Von 1925 bis 1932 spielte der Bau des Hochwasserschutzdamms am Moselufer eine größere Rolle und in Folge davon der Ausbau der Uferstraße in den 1930er Jahren. Gut überliefert sind auch Bau, beziehungsweise Veränderung der beiden ältesten Moselbrücken. Dagegen tritt die in Tb 1 dokumentierte Straßenbeleuchtung kaum in Erscheinung. Dem Tiefbauamt waren auch die Querschnittsaufgaben Fuhrpark und Lagerverwaltung zugeordnet. Hier sind Unterlagen zum städtischen Gemeinschaftslager, beziehungsweise Lager der Deutschen Arbeitsfront (DAF) in der Dietrichstraße während des Zweiten Weltkriegs vorhanden. Bedeutsam sind die Unterlagen zu Straßenbenennung und Hausnumerierung, in denen die jeweiligen Veränderungen dokumentiert sind.
Im Gegensatz zum Tiefbau sind nur relativ wenige auf den Hochbau bezogene Akten vorhanden. Größere Bauprojekte waren v.a. die Kasernen. Eine Reihe von Akten befassen sich mit dem geplanten Umbau der früheren Palastkaserne (Kurfürstliches Palais) zu einem Großmuseum in den 1930er Jahren. Von den städtischen Bauten sticht die Errichtung der Tonhalle (Stadthalle) und des Hallenschwimmbads in der Südallee in den 1920er Jahren hervor. Nach dem Zweiten Weltkrieg standen Räumungs- und Wiederaufbauarbeiten im Vordergrund, worüber sich ebenfalls Unterlagen finden.
Der vielfach umstrittenen Festlegung der Fluchtlinien kam eine zentrale Bedeutung für das geregelte Bauen zu und hatte in einigen Fällen Verwaltungsstreitverfahren zur Folge. Im engeren Bereich der Bebauungsplanung sind lediglich Akten über die Aufstellung des Generalbebauungsplan (Siedlungsplans) für das Moseltal aus den 1920er Jahren vorhanden. Weitere stadtplanerische Konzepte sind nur am Rande berührt. Die Brandgassendurchbrüche 1944 sind im Einzelnen aufgeführt, nicht aber die zugrundeliegenden Planungsvorstellungen.
Der Bauverwaltung waren auch das Friedhofswesen und die Grünflächenverwaltung (Gartenamt) zugeordnet. Daher ist neben den städtischen Friedhöfen und Begräbnisplätzen auch die Verwaltung des Weißhausgeländes und des Palastgartens dokumentiert. Es wurden in Tb 60 aus dem Friedhofsbereich aus dem Friedhofsbereich ausschließlich Akten verzeichnet, während die restlichen Bände (Grabregister) der besseren Übersichtlichkeit wegen den bereits erschlossenen Bänden im Bestand Tb 15 beigesellt wurden. Außerdem finden sich Forst- und Jagdakten im Bestand.
Die Bauverwaltung bildete die Abteilung 6 in der Stadtverwaltung. Innerhalb der städtischen Bauverwaltung existierte seit 1898 eine besondere Abteilung für Tiefbau. Die städtische Hochbauabteilung wurde 1908 zu einer selbständigen Abteilung innerhalb des Bauamts erhoben. Die städtischen Verwaltungsberichte ab 1920 führen unter der Bauverwaltung als eigene Abschnitte zunächst die Einheiten
- Hochbauamt,
- Tiefbauamt,
- Vermessungsamt,
- Garten-Verwaltung (Gartenbauamt) und
- Städtischer Friedhof
auf. Dazu traten dann die
- Baupolizeiverwaltung (ab 1925),
- der Stadtwald (ab 1926) und die
- Städtebauabteilung (ab 1929, bestehend bis 1931).
Im Jahr 1924 war die Bauverwaltung der Dezernat V unter Stadtbaurat Josef Keith zugeordnet:
1. Hoch- und Tiefbau
2. Bau- und Wegepolizei einschließlich Baupolizeigebühren
3. Vermessungswesen
4. Öffentliche Anlagen
5. Friedhofs- und Begräbniswesen
6. Denkmalpflege
7. Städtische Sammlungen
Das Dezernat III unter Stadtbaurat Schmidt war 1937 folgendermaßen eingeteilt:
1. Bauamt
a) Finanzierung und Verdingung von
- Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen
- Wohnungs- und Siedlungsbauten
- sonstigen ordentlichen und außerordentlichen Maßnahmen des Hochbauamtes, Tiefbauamtes und Gartenamtes
- baulichen Maßnahmen der Betriebs- und Hospitienverwaltung
b) Friedhofsangelegenheiten, insbesondere Erwerb von Grabstellen
c) Forst-, Fischerei- und Jagdangelegenheiten
d) Straßenbaukosten nach dem Fluchtliniengesetz und Beiträge nach dem KAG
e) Gebühren für die Straßenreinigung, Kehrichtabfuhr und Kanalreinigung
f) Wegepolizei
2. Hochbauamt (einschließlich Baupflege)
3. Tiefbauamt (einschließlich Fuhrpark, Straßenreinigung und Müllabfuhr)
4. Gartenamt (einschließlich Friedhofsunterhaltung sowie Herrichtung und Unterhaltung von Grabstellen)
5. Vermessungsamt
6. Baupolizeiamt
7. Kunst- und Denkmalpflege
8. Museen
a) Museum der Stadt Trier
b) Deutsches Weinmuseum
9. Stadtbibliothek (einschließlich Stadtarchiv)
10. Handwerkerschule
Das Tiefbauamt besaß 1944 die Abteilungen:
- Stadtentwässerung
- Straßenbau
- Materialienlager
Einer Übersicht von ca. 1945 ist die damalige Einteilung der Bauverwaltung zu entnehmen:
- Dem Dienststellenleiter Oberinspektor Reichert waren damals die Registratur, die Friedhofsverwaltung, der Kriegsgefangeneneinsatz, der Wagen- und übrige Arbeitseinsatz und die Lagerverwaltung direkt zugeordnet.
- Dem Hochbauamt stand Baurat Östreich vor. Ihm scheinen das Neubau- und Luftschutzbauamt, die Gebäude-Unterhaltungsabteilung, die Denkmalpflege und die Stadtplanung zugeordnet gewesen zu sein. Das Tiefbauamt unter Stadtamtmann Wenzel besaß die Kanalbauabteilung sowie die Abteilungen Straßenbau und Fuhrpark.
- Der Baupolizei stand Stadtbaumeister (seit 1941) Heinrich Hemming vor.
- Das Vermessungs- und Grundstücksamt unterstand Stadtoberinspektor Kamp
- Außerdem bestand die Dienststelle Sofortmaßnahmen unter Diplom-Ingenieur van Norden.
Nach der Besetzung Triers durch die Amerikaner und der Ernennung von Friedrich Breitbach zum Zivilleiter amtierte der Bauunternehmer Josef Gorges als Leiter des Bauwesens und der Feuerwehr, der sein Amt zum 1. Mai an Baurat Castor abtrat. "Diesem unterstanden Architekt Schnor als Leiter der Hochbauabteilung und Baurat Dr. Rittgen als Leiter des Tiefbauamtes und Architekt Ewen als Leiter der Denkmalpflege."
Verwaltungsgliederung der Bauverwaltung ab 1946:
- Verwaltungsabteilung
- Gemeinnützige Baugesellschaft mbH
- Feststellungsbehörde (für Kriegsschäden)
- Stadtplanung
- Hochbauamt; Unterabteilung Bauwirtschaft (Beschaffung von Baumaterialien und Ersatzstoffen)
- Tiefbauamt (mit den Bereichen Brückenbau, Straßenbau, Stadtentwässerung, Müllabfuhr, Straßenreinigung, Fuhrpark, Baustofflager)
Am 15. Oktober 1947 war die Bauverwaltung dem vierten Beigeordneten Kraft unterstellt. Das Dezernat war in folgende Bereiche gegliedert:
- C 1 Bauverwaltung, unter Stadtamtmann W. Hermann
- C 2 Hochbauamt und Stadtplanung, unter Stadtbaurat Schagen
- C 3 Tiefbauamt einschl. Fuhrpark und Lager, unter dem Techn. Stadtamtmann Wenzel
- C 4 Vermessungs- und Grundstücksamt, unter Stadtoberinspektor Kamp
- C 5 Baupolizei, unter Techn. Stadtinspektor Joisten
- C 6 Wohnungsamt, unter Stadtoberinspektor Schneider
- D 3 Garten- und Friedhofsamt, unter Stadtamtmann Rettig
- K 4 Denkmalpflege und Museum, unter Architekt Ewen
Das Vermessungs- und Grundstücksamt und das Baupolizeiamt waren inzwischen ausgegliedert. 1921 und 1926 waren Bauamt, Hochbauamt und Baupolizeiamt im Rathaus untergebracht, während sich das Tiefbauamt und Vermessungsamt im Kaufhaus befanden. Ab ca. 1930 war das Rathaus auch Standort des Tiefbauamts. In der zweiten Hälfte der 1930er Jahre bezog die Bauverwaltung ein neues Gebäude in der Brückenstraße 28. 1937 befand sich das Bauamt mit seiner zentralen Dienststelle, der Bauverwaltungsabteilung und dem Vermessungsamt im Rathaus, während die Abteilungen des Tief- und Hochbauamtes im Augustinerhof untergebracht waren. Im Rathaus verblieben war 1938 noch das Baupolizeiamt, während sich Hochbau- und Tiefbauamt in der Brückenstraße befanden und das Vermessungsamt nach wie vor im Kaufhaus untergebracht war. Ende der 1930er Jahre sollten mehrere Abteilungen der Bauverwaltung in den Frauenbau des Augustinerhofs verlegt werden. Das Gartenamt hatte zumeist mit der Friedhofsverwaltung auf dem Friedhof seinen Standort. 1947 befanden sich im Augustinerhof die Bauverwaltung, Hochbauamt und Stadtplanung, das Vermessungs- und Grundstücksamt, die Baupolizei und das Wohnungsamt. Das Tiefbauamt mit Fuhrpark und Lager war im Augustinerhof und in der Saarstaraße 35/37 untergebracht. 1949 finden wir alle Dienststellen der Bauverwaltung (Bauamt, Baupolizei, Hochbau- und Stadtplanungsamt, Tiefbauamt und Vermessungsamt) im Rathaus Augustinerhof 1.
Die Baukommission mit sechs Mitgliedern wurde durch Geschäftsordnung des Rats am 18. Januar 1847 gebildet. Der Kommission gehörten im Unterschied zu den Deputationen nur Stadtverordnete an. Die Baukommission wurde wegen des wachsenden Geschäftskreises 1880 in eine Baudeputation unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters umgewandelt. Auf Grund der Deutschen Gemeindeordnung entschied der Oberbürgermeister im Jahr 1935, dass u.a. Beiräte für Bauangelegenheiten bestellt werden sollten. Am 15. November 1945 beschloss der Beirat der Stadtverwaltung, u.a. den Bauausschuss zu bilden.
An der Spitze der Bauverwaltung standen folgende Stadtbaumeister, Stadtbauräte und Baudezernenten (Liste unvollständig):
- Johann Georg Wolff, Stadtbaumeister (1828 - 1848)
- Johann Baptist Bingler, Stadtbaumeister (1850 - 1868)
- Adam Joseph Mayer, Stadtbaumeister (ab 1868), Stadtbaurat (ca. 1894-1905)
- Balduin Schilling, Beigeordneter, Stadtbaurat (1905 - 1921)
- Josef Keith, Beigeordneter, Stadtbaurat (1921 - 1926)
- Heinrich Kaurisch (1923 in Vertretung des verhafteten Dr. Keith)
- Otto Schmidt, Technischer Beigeordneter, Stadtbaurat (1927 - 1939)
- Hermann Schagen, Technischer Beigeordneter (1939 - 1944), Stadtbaurat, nach dem Zweiten Weltkrieg Leiter des städtischen Hochbauamts
- Alfons Kraft, technischer Beigeordneter, Leiter des Planungs- und Bauaufsichtsamts (1946 - 1949), städtischer Baurat (1950), Leiter des städtischen Hochbauamts (ab 1954), hauptamtlicher technischer Beigeordneter (ab 1958), Bürgermeister
- Alfons Leitl, Technischer Beigeordneter, Stadtbaurat (1949 - 1951)
Der Abteilung Tiefbau standen vor:
- Andreas Henrisch (1898 - 1904), Stadtbaumeister für den Bereich Tiefbau
- Tilmann Schürmann (1904 - 1933), Abteilungsbaumeister, 1920 mit der Bezeichnung Stadtbaumeister, seit 1923 Stadtbaurat
- Max Ettwein (1936 - 1942, 1952 - 1967), Stadtbaumeister, 1940 Baurat, 1967 Stadtbaudirektor
- Erich Wenzel (1942 - 1952), Stadtoberinspektor, Stadtamtmann, 1952 Stadtbaumeister, kommissarischer Leiter des Tiefbauamts, danach Leiter der Stadtentwässerung (bis 1965)
Der Abteilung Hochbau standen vor:
- Nikolaus Monshausen (1908 - 1925), Abteilungsbaumeister, 1920 mit der Bezeichnung Stadtbaumeister, seit 1923 Stadtbaurat
- Wilhelm Zimmermann (1925-1933), 1923 Abteilungsbaumeister, 1929 mit der Beichnung Stadtbaumeister
- Heinrich Otto Vogel (1935 - 1945), Baurat, Leiter des städtischen Hochbauamts
- Hermann Schagen, Stadtbaurat (1946 - 1947)
- Alfons Kraft (ab 1954)
Für die Bestände Tb 1 (erster Teil) und Tb 60 wurde 2016 ein gemeinsames Findbuch erstellt. Eine Exportdatei (Format .mdb) liegt auf Laufwerk G (42, 42 Allgemein, A (Stadtarchiv), Findbücher und Kennkarten, Tb-Bestände).
Einleitung
a) Die Bauverwaltung in Trier
Das kommunale Bauwesen war zunächst den königlichen Baubeamten des Regierungsbezirks unterstellt. Im Zuge der neuen Kreisordnung von 1827 regelte eine Verordnung der Regierung in Trier vom 26. Januar 1827 auch das Kommunalbauwesen neu. Die kommunalen Hoch- und Tiefbauten wurden nun Kommunalbaumeistern übertragen. Auf Antrag der Bauinspektion wurde 1828 das Amt eines besoldeten Stadtbaumeisters eingeführt und mit dem bisherigen Wegebaumeister Johann Georg Wolff erstmals besetzt. Für das Bauwesen der 1852 ausgemeindeten Vororte war der Kommunalbaumeister des Landkreises Trier zuständig. Bis 1858 übte dieses Amt in Personalunion der Stadtbaumeister Johann Baptist Bingler aus. "Über dem gesamten Bauwesen der Stadt stand um 1900 der Stadtbaumeister, der aber nicht letztverantwortlich war, sondern dem Beigeordneten Oster unterstellt war." Stadtbaumeister Mayer führte ab den 1890er Jahren die Amtsbezeichnung "Stadtbaurat". Das Amt eines technischen Beigeordneten wurde 1905 geschaffen und erstmals mit Bauinspektor Balduin Schilling aus Köln besetzt. 1923 stand Regierungsbaumeister Kaurisch einem Dezernat für Bauwesen, Schlachthof, Molkerei u. vorübergehend für die Städtischen Betriebe vor. Die Angelegenheiten "Stadttheater und Orchester" wurden 1936 aus dem Dezernat von Stadtbaurat Schmidt ausgegliedert.
Die Bauverwaltung bildete die Abteilung 6 in der Stadtverwaltung. Innerhalb der städtischen Bauverwaltung existierte seit 1898 eine besondere Abteilung für Tiefbau. Die städtische Hochbauabteilung wurde 1908 zu einer selbständigen Abteilung innerhalb des Bauamts erhoben. Die städtischen Verwaltungsberichte ab 1920 führen unter der Bauverwaltung als eigene Abschnitte zunächst die Einheiten
- Hochbauamt,
- Tiefbauamt,
- Vermessungsamt,
- Garten-Verwaltung (Gartenbauamt) und
- Städtischer Friedhof
auf. Dazu traten dann die
- Baupolizeiverwaltung (ab 1925),
- der Stadtwald (ab 1926) und die
- Städtebauabteilung (ab 1929, bestehend bis 1931).
Im Jahr 1924 war die Bauverwaltung der Dezernat V unter Stadtbaurat Josef Keith zugeordnet:
1. Hoch- und Tiefbau
2. Bau- und Wegepolizei einschließlich Baupolizeigebühren
3. Vermessungswesen
4. Öffentliche Anlagen
5. Friedhofs- und Begräbniswesen
6. Denkmalpflege
7. Städtische Sammlungen
Das Dezernat III unter Stadtbaurat Schmidt war 1937 folgendermaßen eingeteilt:
1. Bauamt
a) Finanzierung und Verdingung von
- Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen
- Wohnungs- und Siedlungsbauten
- sonstigen ordentlichen und außerordentlichen Maßnahmen des Hochbauamtes, Tiefbauamtes und Gartenamtes
- baulichen Maßnahmen der Betriebs- und Hospitienverwaltung
b) Friedhofsangelegenheiten, insbesondere Erwerb von Grabstellen
c) Forst-, Fischerei- und Jagdangelegenheiten
d) Straßenbaukosten nach dem Fluchtliniengesetz und Beiträge nach dem KAG
e) Gebühren für die Straßenreinigung, Kehrichtabfuhr und Kanalreinigung
f) Wegepolizei
2. Hochbauamt (einschließlich Baupflege)
3. Tiefbauamt (einschließlich Fuhrpark, Straßenreinigung und Müllabfuhr)
4. Gartenamt (einschließlich Friedhofsunterhaltung sowie Herrichtung und Unterhaltung von Grabstellen)
5. Vermessungsamt
6. Baupolizeiamt
7. Kunst- und Denkmalpflege
8. Museen
a) Museum der Stadt Trier
b) Deutsches Weinmuseum
9. Stadtbibliothek (einschließlich Stadtarchiv)
10. Handwerkerschule
Das Tiefbauamt besaß 1944 die Abteilungen:
- Stadtentwässerung
- Straßenbau
- Materialienlager
Einer Übersicht von ca. 1945 ist die damalige Einteilung der Bauverwaltung zu entnehmen:
- Dem Dienststellenleiter Oberinspektor Reichert waren damals die Registratur, die Friedhofsverwaltung, der Kriegsgefangeneneinsatz, der Wagen- und übrige Arbeitseinsatz und die Lagerverwaltung direkt zugeordnet.
- Dem Hochbauamt stand Baurat Östreich vor. Ihm scheinen das Neubau- und Luftschutzbauamt, die Gebäude-Unterhaltungsabteilung, die Denkmalpflege und die Stadtplanung zugeordnet gewesen zu sein. Das Tiefbauamt unter Stadtamtmann Wenzel besaß die Kanalbauabteilung sowie die Abteilungen Straßenbau und Fuhrpark.
- Der Baupolizei stand Stadtbaumeister (seit 1941) Heinrich Hemming vor.
- Das Vermessungs- und Grundstücksamt unterstand Stadtoberinspektor Kamp
- Außerdem bestand die Dienststelle Sofortmaßnahmen unter Diplom-Ingenieur van Norden.
Nach der Besetzung Triers durch die Amerikaner und der Ernennung von Friedrich Breitbach zum Zivilleiter amtierte der Bauunternehmer Josef Gorges als Leiter des Bauwesens und der Feuerwehr, der sein Amt zum 1. Mai an Baurat Castor abtrat. "Diesem unterstanden Architekt Schnor als Leiter der Hochbauabteilung und Baurat Dr. Rittgen als Leiter des Tiefbauamtes und Architekt Ewen als Leiter der Denkmalpflege."
Verwaltungsgliederung der Bauverwaltung ab 1946:
- Verwaltungsabteilung
- Gemeinnützige Baugesellschaft mbH
- Feststellungsbehörde (für Kriegsschäden)
- Stadtplanung
- Hochbauamt; Unterabteilung Bauwirtschaft (Beschaffung von Baumaterialien und Ersatzstoffen)
- Tiefbauamt (mit den Bereichen Brückenbau, Straßenbau, Stadtentwässerung, Müllabfuhr, Straßenreinigung, Fuhrpark, Baustofflager)
Am 15. Oktober 1947 war die Bauverwaltung dem vierten Beigeordneten Kraft unterstellt. Das Dezernat war in folgende Bereiche gegliedert:
- C 1 Bauverwaltung, unter Stadtamtmann W. Hermann
- C 2 Hochbauamt und Stadtplanung, unter Stadtbaurat Schagen
- C 3 Tiefbauamt einschl. Fuhrpark und Lager, unter dem Techn. Stadtamtmann Wenzel
- C 4 Vermessungs- und Grundstücksamt, unter Stadtoberinspektor Kamp
- C 5 Baupolizei, unter Techn. Stadtinspektor Joisten
- C 6 Wohnungsamt, unter Stadtoberinspektor Schneider
- D 3 Garten- und Friedhofsamt, unter Stadtamtmann Rettig
- K 4 Denkmalpflege und Museum, unter Architekt Ewen
Das Vermessungs- und Grundstücksamt und das Baupolizeiamt waren inzwischen ausgegliedert. 1921 und 1926 waren Bauamt, Hochbauamt und Baupolizeiamt im Rathaus untergebracht, während sich das Tiefbauamt und Vermessungsamt im Kaufhaus befanden. Ab ca. 1930 war das Rathaus auch Standort des Tiefbauamts. In der zweiten Hälfte der 1930er Jahre bezog die Bauverwaltung ein neues Gebäude in der Brückenstraße 28. 1937 befand sich das Bauamt mit seiner zentralen Dienststelle, der Bauverwaltungsabteilung und dem Vermessungsamt im Rathaus, während die Abteilungen des Tief- und Hochbauamtes im Augustinerhof untergebracht waren. Im Rathaus verblieben war 1938 noch das Baupolizeiamt, während sich Hochbau- und Tiefbauamt in der Brückenstraße befanden und das Vermessungsamt nach wie vor im Kaufhaus untergebracht war. Ende der 1930er Jahre sollten mehrere Abteilungen der Bauverwaltung in den Frauenbau des Augustinerhofs verlegt werden. Das Gartenamt hatte zumeist mit der Friedhofsverwaltung auf dem Friedhof seinen Standort. 1947 befanden sich im Augustinerhof die Bauverwaltung, Hochbauamt und Stadtplanung, das Vermessungs- und Grundstücksamt, die Baupolizei und das Wohnungsamt. Das Tiefbauamt mit Fuhrpark und Lager war im Augustinerhof und in der Saarstaraße 35/37 untergebracht. 1949 finden wir alle Dienststellen der Bauverwaltung (Bauamt, Baupolizei, Hochbau- und Stadtplanungsamt, Tiefbauamt und Vermessungsamt) im Rathaus Augustinerhof 1.
Die Baukommission mit sechs Mitgliedern wurde durch Geschäftsordnung des Rats am 18. Januar 1847 gebildet. Der Kommission gehörten im Unterschied zu den Deputationen nur Stadtverordnete an. Die Baukommission wurde wegen des wachsenden Geschäftskreises 1880 in eine Baudeputation unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters umgewandelt. Auf Grund der Deutschen Gemeindeordnung entschied der Oberbürgermeister im Jahr 1935, dass u.a. Beiräte für Bauangelegenheiten bestellt werden sollten. Am 15. November 1945 beschloss der Beirat der Stadtverwaltung, u.a. den Bauausschuss zu bilden.
An der Spitze der Bauverwaltung standen folgende Stadtbaumeister, Stadtbauräte und Baudezernenten (Liste unvollständig):
- Johann Georg Wolff, Stadtbaumeister (1828 - 1848)
- Johann Baptist Bingler, Stadtbaumeister (1850 - 1868)
- Adam Joseph Mayer, Stadtbaumeister (ab 1868), Stadtbaurat (ca. 1894-1905)
- Balduin Schilling, Beigeordneter, Stadtbaurat (1905 - 1921)
- Josef Keith, Beigeordneter, Stadtbaurat (1921 - 1926)
- Heinrich Kaurisch (1923 in Vertretung des verhafteten Dr. Keith)
- Otto Schmidt, Technischer Beigeordneter, Stadtbaurat (1927 - 1939)
- Hermann Schagen, Technischer Beigeordneter (1939 - 1944), Stadtbaurat, nach dem Zweiten Weltkrieg Leiter des städtischen Hochbauamts
- Alfons Kraft, technischer Beigeordneter, Leiter des Planungs- und Bauaufsichtsamts (1946 - 1949), städtischer Baurat (1950), Leiter des städtischen Hochbauamts (ab 1954), hauptamtlicher technischer Beigeordneter (ab 1958), Bürgermeister
- Alfons Leitl, Technischer Beigeordneter, Stadtbaurat (1949 - 1951)
Der Abteilung Tiefbau standen vor:
- Andreas Henrisch (1898 - 1904), Stadtbaumeister für den Bereich Tiefbau
- Tilmann Schürmann (1904 - 1933), Abteilungsbaumeister, 1920 mit der Bezeichnung Stadtbaumeister, seit 1923 Stadtbaurat
- Max Ettwein (1936 - 1942, 1952 - 1967), Stadtbaumeister, 1940 Baurat, 1967 Stadtbaudirektor
- Erich Wenzel (1942 - 1952), Stadtoberinspektor, Stadtamtmann, 1952 Stadtbaumeister, kommissarischer Leiter des Tiefbauamts, danach Leiter der Stadtentwässerung (bis 1965)
Der Abteilung Hochbau standen vor:
- Nikolaus Monshausen (1908 - 1925), Abteilungsbaumeister, 1920 mit der Bezeichnung Stadtbaumeister, seit 1923 Stadtbaurat
- Wilhelm Zimmermann (1925-1933), 1923 Abteilungsbaumeister, 1929 mit der Beichnung Stadtbaumeister
- Heinrich Otto Vogel (1935 - 1945), Baurat, Leiter des städtischen Hochbauamts
- Hermann Schagen, Stadtbaurat (1946 - 1947)
- Alfons Kraft (ab 1954)
b) Die Schriftgutverwaltung im Stadtbauamt Trier
Anhand der Registratursignaturen lassen sich mehrere aufeinander folgende Ordnungssysteme unterscheiden. Die Akten der ältesten Registraturschicht waren im 19. Jahrhunderts nach dem Schema
- Titel
- Sektion
- Nummer des Faches, beziehungsweise Fachstücks
signiert. Das älteste erhaltene Aktenverzeichnis der Bauverwaltung von ca. 1905 führt diese Signaturen auf. Wohl nach 1912 erhielten die Akten mehrteilige Signaturen aus römischen Ziffern (oder solchen ähnlich sehenden Großbuchstabenfolgen), einzelnen Großbuchstaben und arabischen Ziffern. Zu dieser Ordnung passt das jüngste erhaltene Aktenverzeichnis von 1906 bis 1922, in dem diese neuen Signaturen nachgetragen sind. Später, um die Mitte der 1920er Jahre, wurden durchlaufende Aktennummern vergeben. 1931 heißt es, die Akten der Verwaltungsabteilung der städtischen Bauverwaltung seien "der Einfachheit halber durchlaufend nummeriert, wobei Raum für neuanzulegende Akten gelassen" worden sei. Die durchlaufende Numerierung ermögliche es, "auch bei tagebuchlosem Betrieb dem Schriftverkehr gleich die Nummer des zuständigen Aktenheftes zu geben und so den Schriftverkehr schnellmöglichst abzulegen." Damals war die Verwaltungsregistratur in folgende Abschnitte eingeteilt:
- Bauverwaltung
- Lagerverwaltung
- Fuhrpark
- Stadtsiedlung
- Hochbau
- Wasserläufe
- Verkehrsanlagen
- Straßenbau - Straßenbeleuchtung
- Straßenbenutzung
- Straßenreinigung
- Müllabfuhr
- Kanalisation
- Friedhofverwaltung
- Forstwesen
- Abdeckerei
Baupolizei und Vermessungsamt verfügten 1931 über eigene Registraturen. Zuletzt erhielten die Akten eine insgesamt fünfstellige Aktennummer, bei der die ersten drei Ziffern von letzten beiden durch einen Punkt getrennt waren. Etwa 1936 wurde ein Registraturschnitt vorgenommen. Wurden die Akten bisher mit preußischer Fadenheftung zu Faszikeln zusammengenäht, entstand jetzt eine Stehordner-Registratur. Der Vermerk "C 1" auf den Akten des Bestandes deutet auf die Zugehörigkeit zur Registratur des Bauamts, "C 2" zum Hochbauamt und "C 3" zum Tiefbauamt. "C" steht für die Bauverwaltung, während "D" Akten der "Städtischen Betriebe und Anstalten" bezeichnen dürfte. Die wenigen in Tb 60 mit "D 1" bezeichneten Akten müssen aus der Registratur der "Städtischen Betriebe" (Elektrizitätswerk und Hallenbad) stammen. Die meisten Archivalien tragen den in jüngerer Zeit mit Bleistift eingetragenen Vermerk "PG V 1998".
Andere Provenienzen
1862 wurde die Königliche Polizeidirektion Trier aufgelöst und die Verwaltung der Ortspolizei ging durch Verfügung der Regierung vom 19. November 1862 in die Zuständigkeit der Stadt über. Daher gelangte auf die Straßenpolizei bezogenes Schriftgut der Polizeidirektion, beziehungsweise Polizei-Inspektion Trier in den Aktenbestand der städtischen Bauverwaltung. An fremden Provenienzen tauchen außerdem eine Handvoll Akten des Kreisbauamts Trier und von Rechtsanwalt Lorenz Hey auf. Mit den Eingemeindungen der Jahre 1888, 1912 und zuletzt 1930 wurden jeweils Teile des Schriftguts des Bürgermeisteramts der zum 1. November 1851 von Trier abgetrennten Vororte an die Stadtverwaltung ausgefolgt. Das meiste auf die Vororte bezogene Material im Bestand Tb 60 entstammt dieser Provenienz. Die zweite Aktenübernahme vom Bürgermeisteramt der Vororte Trier im Jahr 1912 ist im vorliegenden Bestand dokumentiert. Einer internen Zuständigkeitsverlagerung ist es geschuldet, dass auch eine Akte der städtischen Polizeiverwaltung Eingang in den Bestand der Bauverwaltung gefunden hat.
c) Struktur und Zusammensetzung des Bestands
Der vorliegende Bestand Tb 60 enthält die Unterlagen der städtischen Bauverwaltung, darunter vorwiegend Unterlagen der Bereiche Tiefbauamt, Hochbauamt und Gartenamt. Abschriftlich sind vereinzelte Unterlagen aus der Zeit des Alten Reichs der Jahre 1682 bis 1783 vorhanden. Die eigentliche Überlieferung setzt ab 1810 ein, verstärkt nach der Errichtung der Stadtbaumeisterstelle 1828.
Im Bereich Tiefbau ist die Überlieferung zum Straßen- und Kanalisationsbau bis zum Ersten Weltkrieg am umfangreichsten. Die Neubebauung in der Innenstadt erfolgte ab der Mitte des 19. Jahrhunderts, zunächst vor allem im Westen der Innenstadt. Die Olkstraße stand damals als neue Erschließungsstraße am Beginn einer Entwicklung, bei der bis zum 20. Jahrhundert über die Schaffung neuer Straßen, den Ausbau vorhandener Wege und Straßenverbreiterung die Innenstadt erheblich verändert wurde. Ein wichtiger Einschnitt stellte die Abschaffung der Mahl- und Schlachtsteuer 1875 dar, die eine Voraussetzung für die ab 1876 erfolgte Beseitigung der Stadtmauer ("Burgmauer") war. In der Folge wurden in größerem Umfang als zuvor Freiflächen bebaut und der Alleenring um die Innenstadt geschaffen. Zur Verbesserung der auch in diesem Bestand vielfach belegten schlechten hygienischen Verhältnisse in den Straßen (Problem der Epidemien) wurde 1898 ein einheitliches Kanalisierungsprojekt mit Kläranlagen links und rechts der Mosel begonnen. Bemerkenswert sind die in diesem Zusammenhang hervorgegangenen Kasernenpläne, da entsprechendes Planmaterial aus der Provenienz des Militärbauamts vielfach nicht erhalten sein dürfte. Die notwendigen Tiefbaumaßnahmen ab den 1920er Jahren wurden überwiegend als Notstandsmaßnahmen durchgeführt. Von 1925 bis 1932 spielte der Bau des Hochwasserschutzdamms am Moselufer eine größere Rolle und in Folge davon der Ausbau der Uferstraße in den 1930er Jahren. Gut überliefert sind auch Bau, beziehungsweise Veränderung der beiden ältesten Moselbrücken. Dagegen tritt die in Tb 1 dokumentierte Straßenbeleuchtung kaum in Erscheinung. Dem Tiefbauamt waren auch die Querschnittsaufgaben Fuhrpark und Lagerverwaltung zugeordnet. Hier sind Unterlagen zum städtischen Gemeinschaftslager, beziehungsweise Lager der Deutschen Arbeitsfront (DAF) in der Dietrichstraße während des Zweiten Weltkriegs vorhanden. Bedeutsam sind die Unterlagen zu Straßenbenennung und Hausnumerierung, in denen die jeweiligen Veränderungen dokumentiert sind.
Im Gegensatz zum Tiefbau sind nur relativ wenige auf den Hochbau bezogene Akten vorhanden. Größere Bauprojekte waren v.a. die Kasernen. Eine Reihe von Akten befassen sich mit dem geplanten Umbau der früheren Palastkaserne (Kurfürstliches Palais) zu einem Großmuseum in den 1930er Jahren. Von den städtischen Bauten sticht die Errichtung der Tonhalle (Stadthalle) und des Hallenschwimmbads in der Südallee in den 1920er Jahren hervor. Nach dem Zweiten Weltkrieg standen Räumungs- und Wiederaufbauarbeiten im Vordergrund, worüber sich ebenfalls Unterlagen finden.
Der vielfach umstrittenen Festlegung der Fluchtlinien kam eine zentrale Bedeutung für das geregelte Bauen zu und hatte in einigen Fällen Verwaltungsstreitverfahren zur Folge. Im engeren Bereich der Bebauungsplanung sind lediglich Akten über die Aufstellung des Generalbebauungsplan (Siedlungsplans) für das Moseltal aus den 1920er Jahren vorhanden. Weitere stadtplanerische Konzepte sind nur am Rande berührt. Die Brandgassendurchbrüche 1944 sind im Einzelnen aufgeführt, nicht aber die zugrundeliegenden Planungsvorstellungen.
Der Bauverwaltung waren auch das Friedhofswesen und die Grünflächenverwaltung (Gartenamt) zugeordnet. Daher ist neben den städtischen Friedhöfen und Begräbnisplätzen auch die Verwaltung des Weißhausgeländes und des Palastgartens dokumentiert. Es wurden in Tb 60 aus dem Friedhofsbereich aus dem Friedhofsbereich ausschließlich Akten verzeichnet, während die restlichen Bände (Grabregister) der besseren Übersichtlichkeit wegen den bereits erschlossenen Bänden im Bestand Tb 15 beigesellt wurden. Außerdem finden sich Forst- und Jagdakten im Bestand.
Überschneidungen zu anderen Beständen
Zahlreiche Berührungspunkte existieren zu dem ebenfalls der Bauverwaltung zugeordneten Bestand Tb 1 (Bauakten), sowie zum Bestand Tb 15 (Polizei), insbesondere in den Bereichen Forst- und Feldpolizei, Forstwesen, Friedhofspolizei, Luftschutz und Straßenpolizei. Weitere Überschneidungen bestehen zu folgenden Beständen:
- Tb 10 Stadtwerke
- Tb 17 Militärwesen (Militärische Anlagen)
- Tb 27 Eisenbahn und Post
- Tc 68 Denkmalpflegeamt
d) Verzeichnung des Bestandes
Die Verzeichnung des Bestandes erfolgte in der zweiten Jahreshälfte 2015 mit Hilfe des EDV-Programms Augias-Archiv (Version 9). Für den Bestand wurde in Anlehnung an die Gliederung des vorhandenen Aktenverzeichnisses ab 1906 eine neue Systematik entworfen. Die im alten Aktenverzeichnis enthaltenen Hauptgruppen erwiesen sich als brauchbar und wurden in der Regel beibehalten und durch Hinzufügung weiterer, zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch nicht vorhandener Aktengruppen ergänzt. Von der zweiten Gliederungsebene an wurde die Systematik für das Findbuch stärker auf den heute vorhandenen Aktenbestand zugeschnitten. Insbesondere der Bereich Tiefbau wurde der einfacheren Benutzung wegen umstrukturiert. Obwohl im Aktenverzeichnis unter den Straßenakten die Unterlagen zu Neuanlegung von Straßen, Neuregulierung von Straßen und Bürgersteigerstellung unterschiedlichen Aktengruppen zugeordnet werden, war diese Unterscheidung durch die Bauverwaltung nicht konsequent durchgeführt worden, sondern es fanden sich solche Vorgänge tatsächlich oft gemischt in einem einzigen Faszikel. Daher wurde bei der Erstellung der Systematik für den Bestand Tb 60 eine einzige, alphabetisch geordnete Serie von speziellen Straßen- und Wegeakten angelegt, in der die gesammelten Unterlagen aufgeführt sind ohne Rücksicht auf den Entstehungskontext. Die Querschnittsaufgabe "Lagerverwaltung" wurde abweichend vom Aktenverzeichnis der allgemeinen Bauverwaltung und nicht dem Tiefbauamt zugeordnet, dem sie die meiste Zeit zugeordnet war. Einzelne umfangreichere Bauprojekte machten zusätzliche Systematikgruppen notwendig. Auch für Kasernen und militärische Anlagen sowie Bauten der NSDAP wurden eigene Hauptgruppen geschaffen, da für diese Bauten die Stadt, bis auf die städtische Kaserne links der Mosel, nicht selbst federführend war, sondern nur die Planung begleitete.
Im Zuge der Verzeichnung wurden Kassationen vorgenommen. Gleichförmige Gräberakten im Umfang von 1 lfd.m. konnten wegen der parallelen Überlieferung durch die Grabregister in Tb 15 vernichtet werden, ebenso ca. 0,2 lfd.m. diverse Verwaltungsakten, v.a. Generalia, schließlich 0,06 lfd.m. Duplikate und leere Formulare.
Rundverfügungen des Oberbürgermeisters aus der Empfängerprovenienz des Stadtbauamts (1932 - 1941) wurden dem Bestand Tb 12 als Best.Sign. 5095 bis 5100 zugeordnet, da sie zur Bauverwaltung nichts Spezielles enthielten.
Die Schreibweise der Straßennamen wurde bei noch bestehenden Namen gemäß der heutigen Schreibweise normalisiert, was v.a. für die Getrennt- und Zusammenschreibung Konsequenzen hat.
Alle Unterlagen wurde neu signiert, entklammert und in säurefreie Archivboxen verpackt. Der Bestand umfasst 735 Archivalieneinheiten (Tb 60 / 1-735) und 15 lfd.m. Seine Laufzeit ist (1682-1783) 1810, 1820 - 1965.
e) Benutzung des Bestandes
Für die Bestellung von Archivalien und bei Zitaten in wissenschaftlichen Publikationen ist die Best.Sign. anzugeben. Die Indices sind ergänzend zum Inhaltsverzeichnis heranzuziehen. Sie verweisen auf die im Findbuch durchlaufende Nummer ganz links auf jeder Seite. Im Ortsindex wird bei innerhalb der Bundesrepublik Deutschland gelegenen Orten außerhalb des heutigen Stadtgebiets die Kreiszugehörigkeit mit dem amtlichen Kraftfahrzeugkennzeichen angegeben. Eine Konkordanz ermöglicht für jede Best.Sign. die Position im Findbuch anhand der durchlaufenden Nummer zu ermitteln.
Literatur
- Karl-August HEISE: Die alte Stadt und die neue Zeit. Stadtplanung und Denkmalpflege Triers im 19. und 20. Jahrhundert, Trier 1999.
- Heinz MONZ (hg.): Trierer Biographisches Lexikon, Trier 2000.
- Verwaltungsberichte der Stadt Trier.
- Barbara WEITER-MATYSIAK: Vom Kreisbaumeister zum Kreisbauamt. Das Bauwesen im Landkreis Trier und im Kreis Saarburg, in: Jahrbuch Kreis Trier-Saarburg 2016, S. 61-82.
- Emil ZENZ: Die kommunale Selbstverwaltung der Stadt Trier seit Beginn der preußischen Zeit 1814 - 1959 (Schriftenreihe zur Trierischen Landesgeschichte und Volkskunde Bd. 5), Trier 1959.
- Ders.: Geschichte der Stadt Trier in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Bd. 1, 1900 - 1914 (Ortschroniken des Trierer Landes Bd. 12), Trier 1967.
- Ders.: Die Kommunale Reorganisation Triers nach der Besetzung der Stadt durch die Amerikaner. Die Ära Breitbach, in: Kurtrierisches Jahrbuch. - 18 (1978), S. 137-166.
Abkürzungen
Bem. Bemerkung(en)
Best.Sign. Bestellsignatur
Bü. Büschel
Ders. Derselbe
f folgende
fol. Folium (Blatt)
Reg.Sign. Registratursignatur
S. Seite
Schr. Schriftstück(e)
Sign. Signatur
u. und
u.a. unter anderem
v.a. vor allem
/_ Quadrangel-Nummer (Blattnummer im Faszikel)
Der vorliegende Bestand Tb 60 enthält die Unterlagen der städtischen Bauverwaltung, darunter vorwiegend Unterlagen der Bereiche Tiefbauamt, Hochbauamt und Gartenamt. Abschriftlich sind vereinzelte Unterlagen aus der Zeit des Alten Reichs der Jahre 1682 bis 1783 vorhanden. Die eigentliche Überlieferung setzt ab 1810 ein, verstärkt nach der Errichtung der Stadtbaumeisterstelle 1828.
Im Bereich Tiefbau ist die Überlieferung zum Straßen- und Kanalisationsbau bis zum Ersten Weltkrieg am umfangreichsten. Die Neubebauung in der Innenstadt erfolgte ab der Mitte des 19. Jahrhunderts, zunächst vor allem im Westen der Innenstadt. Die Olkstraße stand damals als neue Erschließungsstraße am Beginn einer Entwicklung, bei der bis zum 20. Jahrhundert über die Schaffung neuer Straßen, den Ausbau vorhandener Wege und Straßenverbreiterung die Innenstadt erheblich verändert wurde. Ein wichtiger Einschnitt stellte die Abschaffung der Mahl- und Schlachtsteuer 1875 dar, die eine Voraussetzung für die ab 1876 erfolgte Beseitigung der Stadtmauer ("Burgmauer") war. In der Folge wurden in größerem Umfang als zuvor Freiflächen bebaut und der Alleenring um die Innenstadt geschaffen. Zur Verbesserung der auch in diesem Bestand vielfach belegten schlechten hygienischen Verhältnisse in den Straßen (Problem der Epidemien) wurde 1898 ein einheitliches Kanalisierungsprojekt mit Kläranlagen links und rechts der Mosel begonnen. Bemerkenswert sind die in diesem Zusammenhang hervorgegangenen Kasernenpläne, da entsprechendes Planmaterial aus der Provenienz des Militärbauamts vielfach nicht erhalten sein dürfte. Die notwendigen Tiefbaumaßnahmen ab den 1920er Jahren wurden überwiegend als Notstandsmaßnahmen durchgeführt. Von 1925 bis 1932 spielte der Bau des Hochwasserschutzdamms am Moselufer eine größere Rolle und in Folge davon der Ausbau der Uferstraße in den 1930er Jahren. Gut überliefert sind auch Bau, beziehungsweise Veränderung der beiden ältesten Moselbrücken. Dagegen tritt die in Tb 1 dokumentierte Straßenbeleuchtung kaum in Erscheinung. Dem Tiefbauamt waren auch die Querschnittsaufgaben Fuhrpark und Lagerverwaltung zugeordnet. Hier sind Unterlagen zum städtischen Gemeinschaftslager, beziehungsweise Lager der Deutschen Arbeitsfront (DAF) in der Dietrichstraße während des Zweiten Weltkriegs vorhanden. Bedeutsam sind die Unterlagen zu Straßenbenennung und Hausnumerierung, in denen die jeweiligen Veränderungen dokumentiert sind.
Im Gegensatz zum Tiefbau sind nur relativ wenige auf den Hochbau bezogene Akten vorhanden. Größere Bauprojekte waren v.a. die Kasernen. Eine Reihe von Akten befassen sich mit dem geplanten Umbau der früheren Palastkaserne (Kurfürstliches Palais) zu einem Großmuseum in den 1930er Jahren. Von den städtischen Bauten sticht die Errichtung der Tonhalle (Stadthalle) und des Hallenschwimmbads in der Südallee in den 1920er Jahren hervor. Nach dem Zweiten Weltkrieg standen Räumungs- und Wiederaufbauarbeiten im Vordergrund, worüber sich ebenfalls Unterlagen finden.
Der vielfach umstrittenen Festlegung der Fluchtlinien kam eine zentrale Bedeutung für das geregelte Bauen zu und hatte in einigen Fällen Verwaltungsstreitverfahren zur Folge. Im engeren Bereich der Bebauungsplanung sind lediglich Akten über die Aufstellung des Generalbebauungsplan (Siedlungsplans) für das Moseltal aus den 1920er Jahren vorhanden. Weitere stadtplanerische Konzepte sind nur am Rande berührt. Die Brandgassendurchbrüche 1944 sind im Einzelnen aufgeführt, nicht aber die zugrundeliegenden Planungsvorstellungen.
Der Bauverwaltung waren auch das Friedhofswesen und die Grünflächenverwaltung (Gartenamt) zugeordnet. Daher ist neben den städtischen Friedhöfen und Begräbnisplätzen auch die Verwaltung des Weißhausgeländes und des Palastgartens dokumentiert. Es wurden in Tb 60 aus dem Friedhofsbereich aus dem Friedhofsbereich ausschließlich Akten verzeichnet, während die restlichen Bände (Grabregister) der besseren Übersichtlichkeit wegen den bereits erschlossenen Bänden im Bestand Tb 15 beigesellt wurden. Außerdem finden sich Forst- und Jagdakten im Bestand.
Bestand
Zahlreiche Berührungspunkte existieren zu dem ebenfalls der Bauverwaltung zugeordneten Bestand Tb 1 (Bauakten), sowie zum Bestand Tb 15 (Polizei), insbesondere in den Bereichen Forst- und Feldpolizei, Forstwesen, Friedhofspolizei, Luftschutz und Straßenpolizei. Weitere Überschneidungen bestehen zu folgenden Beständen:
- Tb 10 Stadtwerke
- Tb 17 Militärwesen (Militärische Anlagen)
- Tb 27 Eisenbahn und Post
- Tc 68 Denkmalpflegeamt
- Tb 10 Stadtwerke
- Tb 17 Militärwesen (Militärische Anlagen)
- Tb 27 Eisenbahn und Post
- Tc 68 Denkmalpflegeamt
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
30.06.2025, 11:55 MESZ