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Gesandtschaft Kassel (Bestand)
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Tektonik >> STAATSOBERHAUPT UND OBERSTE STAATSBEHÖRDEN, MINISTERIEN UND ANDERE ZENTRALBEHÖRDEN PREUSSENS AB 1808 >> Auswärtige und Bundes-Angelegenheiten >> Auswärtige Angelegenheiten
Laufzeit: 1809 - 1867
Findmittel: Datenbank; Findbuch, 1 Bd.
Behördengeschichte
Zwischen Brandenburg und Hessen bestanden seit dem späten Mittelalter dichte Beziehungen, die auch im Erbverein ihren Ausdruck fanden. Die beiden Dynastien waren durch zahlreiche Ehen eng miteinander verbunden. <1>
Der rechtliche Rahmen für die außenpolitischen Handlungsspielräume lässt sich in Form eines aktiven und passiven Gesandtschaftsrechts aus dem Bündnisrecht des Westfälischen Friedens von 1648 ableiten. Ein Recht, von dem zunächst jedoch nur wenige Fürsten Gebrauch machten. Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts gab es in erster Linie Sondergesandtschaften mit einzelnen, klar umrissenen Aufträgen. Im Verlauf des 18. Jahrhunderts wurden die Gesandtschaften länger, oftmals wurden sie dennoch weiterhin von Sondergesandtschaften für besondere Verhandlungen flankiert. Dem Kabinettsministerium unterstand der Aufgabenbereich für auswärtige Angelegenheiten. <2> Es gab bereits sehr früh konkrete Regularien für das Gesandtschaftswesen, eine ausgearbeitete Gesamtkonzeption und ein Finanzierungssystem jedoch erst ab 1722/23.
Der Resident hatte wie alle diplomatischen Vertretungen die Aufgabe, den diplomatischen Verkehr zwischen Preußen und den Generalstaaten zu regeln. Darüber hinaus nahm er sich auch der Belange und Probleme sowie der Anliegen und Wünsche einzelner Personen und privater Einrichtungen im zwischenstaatlichen Rechtsverkehr an. Die spezifischen Funktionen der Gesandtschaft in Kassel ergaben sich im Wesentlichen aus der geografischen Lage Kurhessens in der Mitte zwischen Nord- und Süddeutschland und zwischen der Ost- und Westhälfte des preußischen Staates sowie aus der inneren verfassungsrechtlichen Entwicklung in Hessen selbst. Die Bedeutung Hessen-Kassels für Preußen wurde vor allem auf territorialpolitischem und handelspolitischem Gebiet sichtbar. Die Landgrafschaft lag mittig zwischen der West- und der Osthälfte des Königreichs.
1803 wurde die Landgrafschaft zum Kurfürstentum erhoben, was an den diplomatischen Beziehungen keine Veränderung brachte. Auch zur Zeit des Königreichs Westphalen bestand der diplomatische Austausch. 1808 wurden die diplomatischen Beziehungen aufgenommen und Küster per KO am 24. August 1808 als chargé d'affaires in Kassel ernannt. <3> Kurze Zeit später, Mitte März 1809 wurde Graf von Lehnsdorff Gesandter. Nach Auflösung des Königreichs Westphalen nahm Preußen bereits am 13. Februar 1814 zu dem wiedererrichteten Kurfürstentum Hessen-Kassel diplomatische Beziehungen auf. Der Zuständigkeitsbereich der neuen Mission war häufigen Veränderungen unterworfen und ragte sowohl nach Süddeutschland als auch nach Norddeutschland hinein. Der anfangs große Gesandtschaftsbereich, der neben Hessen-Kassel auch Hessen-Darmstadt, Nassau, Waldeck und Würzburg umfasste, wurde bereits im Juni 1814 infolge der Einverleibung Würzburgs in Bayern verkleinert. Eine weitere Reduzierung erfolgte 1816, als Preußen im Großherzogtum Hessen-Darmstadt und in den Vereinigten Generalstaaten der Niederlande eigene Missionen einrichtete (vgl. I. HA Rep. 81 Gesandtschaft Darmstadt sowie I. HA Rep. 81 Den Haag).
1832 wurde der Gesandtschaftsbereich durch die Einbeziehung der bisher von der Mission in Hamburg wahrgenommenen Vertretung bei Hannover, Braunschweig, Schaumburg-Lippe und Lippe-Detmold wieder erweitert, um bereits fünf Jahre später 1837 nach der Errichtung einer Gesandtschaft in Hannover (vgl. I. HA Rep. 81 Hannover) wieder um Hannover, Braunschweig und Schaumburg-Lippe verkleinert zu werden. 1852 kam Schaumburg-Lippe wieder zum Gesandtschaftsbereich Kassel, der nun bis 1866 Hessen-Kassel, Waldeck und beide Lippe umfasste. Hierin liegt begründet, dass in der Überlieferung der Gesandtschaft Hessen-Kassel auch Akten zu diesen Fürstentümern zu finden sind.
Der Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Preußen und Hessen-Kassel am 15. Juni 1866 bedeutete zugleich das Ende der Gesandtschaft Kassel. Kurhessen wurde im Ergebnis des Krieges von 1866 von Preußen annektiert, Waldeck wurde bei Aufrechterhaltung seiner formalen Selbständigkeit von Preußen verwaltet, die Betreuung von Lippe und Lippe-Schaumburg wurde in den Zuständigkeitsbereich der neugegründeten Gesandtschaft Oldenburg (vgl. I. HA Rep. 81 Gesandtschaft Oldenburg) übergeben.
Geschäftsträger, Missionschefs und (außerordentliche) Gesandte
1719: Johann Christoph von Wallenrodt (gest. 1727) <4>
1728-1730: Peter Heinrich von Zastrow <5>
1731: Christoph Wilhelm von Kalckstein <6>
1741: Alexander Friedrich von Korff (1713-1786) <7>
1742: Joseph Piosasque de Non <8>
1751: Freiherr von Wylich <9>
1756: Georg von von Eickstedt <10>
1785: Karl Friedrich Adam Graf von Goertz <11>
1794-1807: Wilhelm Ludwig von Sayn-Wittgenstein (1770-1851) <12>
1808-1810: Johann Emmanuel Küster <13>
1810-1813: Freiherr Senfft von Pilsach <14>
1812-1813: Menco Heinrich von Mettingh, Legationsrat als Vertretung <15>
1813-1819: Carl von Hänlein (1760-1819) <16>
1814: Friedrich Wilhelm Leopold von Gaudi (1765-1823) - Sondermission <17>
1819-1841: Karl von Canitz und Dallwitz (1787-1850)
1841-1844: Wilhelm Ulrich von Thun (1784-1862)
1844-1844: Karl Friedrich von Savigny (1814-1875)
1844-1849: Ferdinand von Galen (1803-1881)
1849-1852: Hermann von Thile (1812-1889)
1853-1859: Gustav von der Schulenburg-Priemern (1814-1890)
1859-1862: Rudolf von Sydow (1805-1872)
1863-1863: Harry von Arnim (1824-1881)
1863-1864: Heinrich VII. Reuß zu Köstritz (1825-1906)
1864-1866: Heinrich von Roeder (1804-1884)
Geschäftsträger und Gesandte in Lippe und in Schaumburg-Lippe
1813-1830: Graf von Grote (gest. 1830)
1830-1832: Graf von Maltzan
ab 1832 von der Gesandtschaft aus Kassel mitbetreut
Geschäftsträger und Gesandte in Waldeck
1813-1832: von Hänlein <18>
ab 1832 von der Gesandtschaft aus Kassel mitbetreut
Bestandsgeschichte
Die Geschichte des Bestands, der 354 Verzeichnungseinheiten (7 lfm) mit einer Laufzeit von 1809 bis 1867 umfasst, ist wechselvoll.
Im Jahr 1811 wurden die meisten Akten der Gesandtschaft vernichtet. <19> In der Überlieferung des Geheimen Kabinetts (I. HA Rep. 96) sind allerdings Berichte einzelner Gesandter überliefert. Ein kleiner Rest und später angelegte Akten der Gesandtschaft Kassel gelangten 1844 in das Geheime Staatsarchiv und wurden dort 1856 zu einem Bestand formiert, wobei jedoch fast alle Unterlagen zur Kassation freigegeben und der kleine Rest in Paketen geordnet wurde. <20> Wegen einer weiteren Abgabe in 1866 kam es 1873 zur Neubearbeitung des Bestands, wobei festgestellt wurde, dass inzwischen die Pakete aufgerissen und die Ordnung durcheinandergebracht worden war. Diese Verzeichnung war nur summarisch. <21> 1881 gab das Auswärtige Amt weitere Unterlagen der preußischen Gesandtschaft an das Geheime Staatsarchiv ab. <22>
Die erste Bestandsrevision fand 1923 vor dem Umzug in das Archivmagazin in Dahlem statt. 1929 wurde der Bestand um eine weitere Abgabe ergänzt. <23> In der Übersicht über die Bestände von 1934 wird im Sammelbestand I. HA Rep. 81 die Überlieferung zur Gesandtschaft Kassel genannt. Danach waren die Akten aus der Zeit von 1807 bis 1866 Ende des 19. Jahrhunderts von Bruno Reuter verzeichnet worden, während Unterlagen aus der Zeit des Alten Reichs im Nachlass Wittgenstein verwahrt waren. <24>
Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Bestandsgruppe I. HA Rep. 81 Gesandtschaften (Residenturen) und (General-) Konsulate in die Salzbergwerke Schönebeck und Staßfurt ausgelagert und 1945 in die UdSSR verbracht. Die Rückgabe von beschlagnahmter Archivalien, darunter auch der größte Teil des Gesamtbestands I. HA Rep. 81 an die Regierung der DDR erfolgte am 30. Juni 1955. Darüber hinaus wurden einzelne Archivalien auch erst später in den 1950er-Jahren erstattet.
Als Standort des Archivs wurde das "Karteihaus der Landesversicherungsanstalt Merseburg" in Sachsen-Anhalt gewählt, die administrative Unterstellung erfolgte unter das Zentrale Staatsarchiv Potsdam, Zweigstelle Merseburg. <25> Eine Revision erfolgte hier im Jahr 1955 (roter Haken) und 1962 wurde das handschriftliche Findbuch verfilmt. Im Rahmen der Neuverzeichnung 1973 wurden von dem Bestand zahlreiche Akten ausgegliedert und in den neugebildeten Bestand "I. HA Rep. 81 Gesandtschaft Frankfurt nach 1807" übernommen. <26> Die Verzeichnung wurde 1977 unter der Leitung von Abteilungsleiter Dr. Joachim Lehmann (1933-1996) überarbeitet. Er ordnete den Bestand völlig neu und erstellte zwölf Klassifikationspunkte. <27> Eine Revision wurde 1986 vorgenommen (grüner Haken).
1992 konnten die Archivalien aus Merseburg infolge des Vertrages zwischen der BRD und der DDR über die Herstellung der Einheit Deutschlands wieder an das Preußische Geheime Staatsarchiv übergeben werden. <28> 2005 fiel hier die Entscheidung, den Gesamtbestand "I. HA Rep. 81 Gesandtschaften (Residenturen) und (General-)Konsulate nach 1807" provenienzgerecht als Einzelbestände der jeweiligen Gesandtschaften, Residenturen bzw. (General-)Konsulate aufzustellen, so dass die vorliegenden Archivalien seit dem unter der Bestandsbezeichnung "GStA PK, I. HA Rep. 81 Gesandtschaft Kassel nach 1807" firmierten.
Im Mai 2018 wurde die 1967 getroffene Entscheidung, die Gesandtschaftsüberlieferungen in die "feudalistische" bzw. die "kapitalistische" Epoche zu trennen, wieder rückgängig gemacht. <29> Allerdings gibt es keine Überlieferung einer Gesandtschaft "vor 1808" im GStA PK, so dass diese Entscheidung für diesen Bestand keine Auswirkungen hatte. Zu den diplomatischen Beziehungen Preußens mit Hessen-Kassel vor 1808 ist vor allem die Überlieferung im Geheimen Kabinett heranzuziehen (I. HA Rep. 96).
Quellen und Literatur
- GStA PK, I. HA Rep. 96 Geheimes Kabinett
- GStA PK, III. HA MdA
- Grundriss zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815-1945, Reihe A: Preußen, hg. von Walther Hubatsch, Bd. 12 Teil A: Preußische Zentralbehörden, Marburg/Lahn 1978.
- Hue de Grais, Robert: Handbuch der Verfassung und Verwaltung in Preußen und dem Deutschen Reiche, Berlin 11. Aufl., 1897.
- Die politische Correspondenz Friedrichs des Großen. 48 Bde. und ein Ergänzungsband, hrsg. von Johann Gustav Droysen, Frank Althoff u.a., Berlin 1879-2015.
- Repertorium der diplomatischen Vertreter aller Länder seit dem Westfälischen Frieden (1648), unter der Leitung von Leo Santifaller 1. Bd. 1648-1715, hg. von Ludwig Bittner, Oldenburg / Berlin 1936 - 2. Bd. 1716-1763, hg. von Friedrich Hausmann, Zürich 1950 - 3. Bd. 1764-1815, hg. von Otto F. Winter, Graz / Köln 1965.
- Bringmann, Tobias C.: Handbuch der Diplomatie, 1815-1963: Auswärtige Missionschefs in Deutschland und Deutsche Missionschefs im Ausland von Metternich bis Adenauer, Berlin 2001.
- Justi, Karl Wilhelm: Grundlage zu einer Hessischen Gelehrten- Schriftsteller- und Künstler-Geschichten vom Jahre 1806 bis zum Jahre 1830, Marburg 1831.
- Straubel, Rolf: Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740-1806/15, 2 Bde., München 2009.
- Strieder, Friedrich Wilhelm: Grundlage zu einer hessischen Gelehrten- und Schriftstellergeschichte, 21 Bde., Göttingen 1763-1868.
Anmerkungen
<1> Vgl. Schönpflug, Daniel: Die Heiraten der Hohenzollern. Verwandtschaft, Politik und Ritual in Europa 1640-1918 (= Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft, Band 207), Göttingen 2013
<2> Vgl. Althoff, Frank: Geheimhaltung von Staatsaktionen. Die Regierung aus dem Kabinett als Mittel der friderizianischen Außenpolitik, in: Jürgen Kloosterhuis (Hrsg.): Streifzug durch Brandenburg-Preußen: Archivische Beiträge zur kulturellen Bildungsarbeit im Wissenschaftsjahr 2010 (Veröffentlichungen aus den Archiven Preußischer Kulturbesitz, Arbeitsberichte 14), Berlin 2011, S. 125-148.
<3> Vgl. GStA PK, III. HA MdA, I Nr. 4203 und I. HA Rep. 178 E, Nr. 567.
<4> I. HA Rep. 96, Nr. 1 U.
<5> I. HA Rep. 96, Nr. 1 V.
<6> Santifaller, Bd. 2, S. 298.
<7> Vgl. Politische Correspondenz, Bd. 1, Nr. 278; Straubel, S. 519.
<8> Santifaller, Bd. 2, S. 298.
<9> Santifaller, Bd. 2, S. 298.
<10> Santifaller, Bd. 2, S. 298.
<11> I. HA Rep. 96, Nr. 36 W.
<12> I. HA Rep. 96, Nr. 169 U; vgl. auch I. HA Rep. 96 A, Nr. 9 G; Gebhardt, Bruno: Sayn-Wittgenstein-Hohenstein, Wilhelm Fürst zu, in: Allgemeine Deutsche Biographie 43 (1898), S. 626-629; Santifaller, Bd. 3, S. 330.
<13> III. HA MdA, I 4203; I. HA Rep. 96 B, Nr. 122; Straubel, Bd. 1, S. 541.
<14> I. HA Rep. 178 E, Nr. 567; III. HA MdA, I. Nr. 4203.
<15> III. HA MdA, I Nr. 4203; I. HA Rep. 178 E, Nr. 567.
<16> Vgl. Artikel Haenlein, Conrad Sigmund Carl von', in: Hessische Biografie online https://www.lagis-hessen.de/pnd/102531153> (Stand: 2.3.2020) [Abruf 23.02.2021].
<17> Vgl. Hessisches Staatsarchiv Marburg, 4 f Preußen, Nr. 965.
<18> Da seine Abberufung der Waldeckischen Regierung 1817 nicht zugegangen war, wurde er instruiert, die Abberufung als nicht angeordnet zu betrachten. Er blieb bis 8.9.1832 Gesandter in der Grafschaft.
<19> Vgl. I. HA Rep. Rep. 11 Akten 117g1, fasc. 10 zum 23.2.1811 bzw. I. HA GR Rep. 50, Nr. 18 D (Angaben aus dem Altfindbuch zu I. HA Rep. 81 Kassel).
<20> Vgl. GStA PK, I. HA Rep. 178, Nr. 1901, fol. 85r et v: Bericht über Bearbeitung des annektierten Archivs von Friedländer; GStA PK, VI. HA Nl Friedländer, G, Nr. 6: Bericht über den Besuch des Archivs in Kassel am 18.07.1867.
<21> Vgl. GStA PK, I. HA Rep. 178, Nr. 1974. fol. 20: 1. Politische Korrespondenz 1809-1866 (Jahrgang 1844 fehlt), 2. Korrespondenzen des preußischen und des kurfürstlichen Hauses 1809-1866, 3. Familiensachen des hessischen Hauses 1813-1861; ebd., I. HA Rep. Kassel, Nr. 8-10; ebd., VI. HA Nl. Friedländer, G., Nr. 13.
<22> Vgl. GStA PK, I. HA Rep. 178, Nr. 1974, fol. 93-95: Übersendung der Akten der Ges. Kassel, 31.10.1881.
<23> Akzession 51/1929. Vgl. GStA PK, I. HA Rep. 178 B, Nr. 110, fol. 92v-93v; ebd., Nr. 1932: Jahresbericht 1929.
<24> Vgl. Übersicht über die Bestände des Geheimen Staatsarchivs zu Berlin-Dahlem, I. Hauptabteilung (= Mitteilungen der Preußischen Archiv-Verwaltung Heft 24), hg. von Ernst Müller und Ernst Posner, Berlin 1934.
<25> Vgl. Lehmann, Joachim: Von Staßfurt und Schönebeck nach Merseburg. Nachkriegsschicksale eines deutschen Archivs, in: Jürgen Kloosterhuis (Hrsg.), Aus der Arbeit des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz (Veröffentlichungen aus den Archiven Preußischer Kulturbesitz, Arbeitsberichte 1), Berlin 1996, S. 131-154. Klauschenz, Rita: Verschleppt, zurückgeführt oder noch verborgen? Von der Sowjetunion beschlagnahmte Archivalien des Geheimen Staatsarchivs PK, in: Verlagerung und Verbringung von Kulturgütern infolge des Zweiten Weltkrieges und ihre Rückführung. (Veröffentlichungen der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste 4). Magdeburg 2007, S. 143-170.
<26> Vgl. dazu den Eintrag im Findbuch Rep. 81 Gesandtschaft Kassel; GStA PK, I. HA Rep. 178 E, Nr. 567.
<27> Vgl. GStA PK, I. HA Rep. 178 E, Nr. 534; ebd., I. HA Rep. 178 E, Nr. 567.
<28> "Einigungsvertrag" vom 31. August 1990, Kap. VIII, Art. 35, Ziffer 5, BGBl. Teil II (1990) Nr. 35, S. 885-1245, hier 901.6; Vgl. Carl Ahlgrimm, Rückführung der Bestände des Geheimen Staatsarchivs nach Berlin, in: Der Archivar 48 (1995), Sp. 251-258; Höroldt, Ulrike / Marcus, Paul (Hrsg.): Preußens Akten sind zurück. 25 Jahre Rückkehr der Archivalien des Geheimen Staatsarchivs aus Merseburg nach Berlin, Berlin 2019.
<29> Vgl. Arbeitsbericht über die durchgeführten Abgrenzungsarbeiten im II. Quartal 1967, in: GStA PK, I. HA Rep. 178 E, Nr. 168 sowie GStA PK, TgbNr. 9183/18 (Aktenzeichen C 1/1/1).
Bestandsumfang: 354 VE (7 lfm); 1809 - 1867
Letzte vergebene Nummer: Nr. _- 354 -_
Die Akten sind zu bestellen: I. HA Rep. 81 Kassel, Nr. #
Die Akten sind zu zitieren: GStA PK, I. HA Rep. 81 Gesandtschaft Kassel, Nr. #
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
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