Familienarchiv von Krosigk (Bestand)
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E 231 (Benutzungsort: Dessau)
Landesarchiv Sachsen-Anhalt (Archivtektonik) >> 10. Adelsarchive >> 10.03. Familienarchive und Familienstiftungen >> 10.03.01. Familienarchive
19. Jh. - 20. Jh.
Benutzbarkeit: eingeschränkt benutzbar
Registraturbildner: Im Jahre 1103 wird ein Dedo v. Krosigk (Teto de Crozuc) als Zeuge einer Rechtshandlung in einer Urkunde des Bischofs Walram v. Naumburg erwähnt. Er besaß die Burg und die Herrschaft Krosigk nördlich von Halle, die zum Erzbistum Magdeburg gehörte. Unter seinen Nachkommen sind Dietrich v. Krosigk, 23. Bischof von Halberstadt (1180–1193), Conrad v. Krosigk, 25. Bischof von Halberstadt (1201–1208) und Teilnehmer am Vierten Kreuzzug (1202–1205), sowie Bertradis v. Krosigk, Äbtissin des Freien Reichsstifts Quedlinburg (1222/27–1229), hervorzuheben. Herren der Herrschaft Krosigk waren Dedo I. († 1116), sein Sohn Gunzelin I. (geb. um 1080–1090), dessen Sohn Gunzelin II. († 1157/58) und wiederum dessen Sohn Dedo II. († um 1200). Es folgten als gemeinsame Herren dessen Söhne Friedrich († um 1216–1219) und Gunzelin III. († 1225). Letzterem folgten gemeinsam seine Söhne Konrad und Johann (beide geb. um 1185). Wer die Stammreihe der Familie fortsetzte, ist ungeklärt. Einige Autoren stehen auf dem Standpunkt, dass die Familie der Edelherren v. Krosigk im 13. Jahrhundert ausgestorben sei und ein aus der gleichen Gegend stammendes Ministerialengeschlecht den Namen übernommen habe. Jedenfalls teilt sich die Familie nach Eberhard v. Krosigk (urkundlich erwähnt 1294 und 1327), Burggraf zu Calbe, mit seinen beiden Söhnen Lorenz und Kurt sowie seinem Bruder Karl (Colre) in drei Unterfamilien, die alle das Krosigk’sche Wappen führen.
1. Lorenz v. Krosigk (urkundlich erwähnt 1371) setzt die Familie mit dem Namen v. Krosigk fort und begründet als Pfandherr der Herrschaft Alsleben zugleich ihren Besitz in Alsleben.
2. Kurt v. Krosigk aus dem Winckel (urkundlich erwähnt 1384 und 1392) wird der Stammvater der Familie aus dem Winckel, deren letzter männlicher Vertreter 1975 gestorben ist.
3. Karl (Colre) v. Krosigk (um 1265 – nach 1314) wird der Stammvater der Familie v. Köler/Köhler, die 1727 ausgestorben ist.
Für das Jahr 1450 sind 23 Mitglieder der Familie v. Krosigk namentlich bekannt. Diese Entwicklung setzt sich bis zum Beginn der Neuzeit fort, im Jahre 1600 beläuft sich die Zahl der lebenden Namensträger auf 53. Der Grundbesitz der Familie, der fast durchweg im Erzbistum bzw. Herzogtum Magdeburg und im Fürstentum Anhalt liegt, erstreckt sich im Wesentlichen auf
— Schloß, Stadt und Altedorf Alsleben mit Mukrena, Piesdorf, Strenz, Naundorf, Gnölbzig und Nelben, Haus Zeitz und Belleben sowie den Riesdörfer und Pförter Marken
— Beesen mit Bebitz, Kustrena, Leau, Lebendorf und Trebitz,
— Poplitz, Laublingen, Gröna, Peißen und Plötzkau,
— Hohenerxleben, Rathmannsdorf, Merbitz und Queis,
— Staßfurt, Hohnsdorf, Sandersleben, Beesedau, Göstenitz, Marienthal und Kupferberg,
— Möllendorf, Neu-Asseburg und das Amt Leimbach.
Ende des 19. Jahrhunderts kam Ostramondra in Thüringen hinzu. Zum Zeitpunkt der Enteignungen 1945 waren folgende Güter im Besitz der Familie:
Poplitz mit Teilen von Beesen, Beesedau, Laublingen und Mukrena, Hohenerxleben, Rathmannsdorf, Merbitz, Großböhla, Tüngeda und Wangenheim, Helmsdorf, Heiligenthal, Ostramondra und Eichenbarleben sowie Kaffeeplantagen in Quitila, Quitondo und Tumba Samba (Angola). Davon wurde Merbitz nach der Wiedervereinigung vom seinerzeitigen Eigentümer zurückerworben. Seit 1997 ist die von Ingrid und Friederike v. Krosigk mitbegründete gemeinnützige „Schloss Theatrum Herberge Hohenerxleben Stiftung“ Eigentümerin des Schlosses Hohenerxleben, während Teile des ehemaligen Landbesitzes in die „Stiftung Bennecke-v. Krosigk“ eingingen.
Bestandsinformationen: Als Eigentümer der familiengeschichtlichen Sammlungen konstituierte sich am 10. Mai 2003 der Verein Krosigksches Familienarchiv e.V. mit Sitz in Barntrup. Der Archivbestand wurde im Oktober/November 2019 von der Familie v. Krosigk übernommen. Einen großen Teil bildet eine namentlich geordnete personengeschichtliche Materialsammlung zu den einzelnen Familienmitgliedern. Weitere Unterlagen betreffen die Tätigkeit des Familienverbandes. Die Übernahme weiterer Unterlagen ist in Vorbereitung. Eine umfangreiche familiengeschichtliche Bibliothek gehört mit zum Bestand.
Zusatzinformationen: Ein großer Teil ist derzeit anhand der Publikation von Dedo Graf Schwerin v. Krosigk und Harald v. Krosigk, Die Familie v. Krosigk. Vollständige Genealogien der Familie v. Krosigk sowie der wappengleichen Teilfamilien v. Köhler und aus dem Winkel, Köln/Bonn 2017, benutzbar. Die in der Genealogie hinter dem jeweiligen Personennamen in Rauten stehende Buchstaben/Zahlenkombination kann dabei als Bestellsignatur verwendet werden.
Vor der Benutzung der Akten ist über das Landesarchiv Sachsen-Anhalt, Abt. Dessau eine Benutzungsgenehmigung des Familienverbands einzuholen.
Registraturbildner: Im Jahre 1103 wird ein Dedo v. Krosigk (Teto de Crozuc) als Zeuge einer Rechtshandlung in einer Urkunde des Bischofs Walram v. Naumburg erwähnt. Er besaß die Burg und die Herrschaft Krosigk nördlich von Halle, die zum Erzbistum Magdeburg gehörte. Unter seinen Nachkommen sind Dietrich v. Krosigk, 23. Bischof von Halberstadt (1180–1193), Conrad v. Krosigk, 25. Bischof von Halberstadt (1201–1208) und Teilnehmer am Vierten Kreuzzug (1202–1205), sowie Bertradis v. Krosigk, Äbtissin des Freien Reichsstifts Quedlinburg (1222/27–1229), hervorzuheben. Herren der Herrschaft Krosigk waren Dedo I. († 1116), sein Sohn Gunzelin I. (geb. um 1080–1090), dessen Sohn Gunzelin II. († 1157/58) und wiederum dessen Sohn Dedo II. († um 1200). Es folgten als gemeinsame Herren dessen Söhne Friedrich († um 1216–1219) und Gunzelin III. († 1225). Letzterem folgten gemeinsam seine Söhne Konrad und Johann (beide geb. um 1185). Wer die Stammreihe der Familie fortsetzte, ist ungeklärt. Einige Autoren stehen auf dem Standpunkt, dass die Familie der Edelherren v. Krosigk im 13. Jahrhundert ausgestorben sei und ein aus der gleichen Gegend stammendes Ministerialengeschlecht den Namen übernommen habe. Jedenfalls teilt sich die Familie nach Eberhard v. Krosigk (urkundlich erwähnt 1294 und 1327), Burggraf zu Calbe, mit seinen beiden Söhnen Lorenz und Kurt sowie seinem Bruder Karl (Colre) in drei Unterfamilien, die alle das Krosigk’sche Wappen führen.
1. Lorenz v. Krosigk (urkundlich erwähnt 1371) setzt die Familie mit dem Namen v. Krosigk fort und begründet als Pfandherr der Herrschaft Alsleben zugleich ihren Besitz in Alsleben.
2. Kurt v. Krosigk aus dem Winckel (urkundlich erwähnt 1384 und 1392) wird der Stammvater der Familie aus dem Winckel, deren letzter männlicher Vertreter 1975 gestorben ist.
3. Karl (Colre) v. Krosigk (um 1265 – nach 1314) wird der Stammvater der Familie v. Köler/Köhler, die 1727 ausgestorben ist.
Für das Jahr 1450 sind 23 Mitglieder der Familie v. Krosigk namentlich bekannt. Diese Entwicklung setzt sich bis zum Beginn der Neuzeit fort, im Jahre 1600 beläuft sich die Zahl der lebenden Namensträger auf 53. Der Grundbesitz der Familie, der fast durchweg im Erzbistum bzw. Herzogtum Magdeburg und im Fürstentum Anhalt liegt, erstreckt sich im Wesentlichen auf
— Schloß, Stadt und Altedorf Alsleben mit Mukrena, Piesdorf, Strenz, Naundorf, Gnölbzig und Nelben, Haus Zeitz und Belleben sowie den Riesdörfer und Pförter Marken
— Beesen mit Bebitz, Kustrena, Leau, Lebendorf und Trebitz,
— Poplitz, Laublingen, Gröna, Peißen und Plötzkau,
— Hohenerxleben, Rathmannsdorf, Merbitz und Queis,
— Staßfurt, Hohnsdorf, Sandersleben, Beesedau, Göstenitz, Marienthal und Kupferberg,
— Möllendorf, Neu-Asseburg und das Amt Leimbach.
Ende des 19. Jahrhunderts kam Ostramondra in Thüringen hinzu. Zum Zeitpunkt der Enteignungen 1945 waren folgende Güter im Besitz der Familie:
Poplitz mit Teilen von Beesen, Beesedau, Laublingen und Mukrena, Hohenerxleben, Rathmannsdorf, Merbitz, Großböhla, Tüngeda und Wangenheim, Helmsdorf, Heiligenthal, Ostramondra und Eichenbarleben sowie Kaffeeplantagen in Quitila, Quitondo und Tumba Samba (Angola). Davon wurde Merbitz nach der Wiedervereinigung vom seinerzeitigen Eigentümer zurückerworben. Seit 1997 ist die von Ingrid und Friederike v. Krosigk mitbegründete gemeinnützige „Schloss Theatrum Herberge Hohenerxleben Stiftung“ Eigentümerin des Schlosses Hohenerxleben, während Teile des ehemaligen Landbesitzes in die „Stiftung Bennecke-v. Krosigk“ eingingen.
Bestandsinformationen: Als Eigentümer der familiengeschichtlichen Sammlungen konstituierte sich am 10. Mai 2003 der Verein Krosigksches Familienarchiv e.V. mit Sitz in Barntrup. Der Archivbestand wurde im Oktober/November 2019 von der Familie v. Krosigk übernommen. Einen großen Teil bildet eine namentlich geordnete personengeschichtliche Materialsammlung zu den einzelnen Familienmitgliedern. Weitere Unterlagen betreffen die Tätigkeit des Familienverbandes. Die Übernahme weiterer Unterlagen ist in Vorbereitung. Eine umfangreiche familiengeschichtliche Bibliothek gehört mit zum Bestand.
Zusatzinformationen: Ein großer Teil ist derzeit anhand der Publikation von Dedo Graf Schwerin v. Krosigk und Harald v. Krosigk, Die Familie v. Krosigk. Vollständige Genealogien der Familie v. Krosigk sowie der wappengleichen Teilfamilien v. Köhler und aus dem Winkel, Köln/Bonn 2017, benutzbar. Die in der Genealogie hinter dem jeweiligen Personennamen in Rauten stehende Buchstaben/Zahlenkombination kann dabei als Bestellsignatur verwendet werden.
Vor der Benutzung der Akten ist über das Landesarchiv Sachsen-Anhalt, Abt. Dessau eine Benutzungsgenehmigung des Familienverbands einzuholen.
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
14.04.2025, 8:12 AM CEST