Mark Meschimoser schwört Urfehde, weil er auf Veranlassung des Abts Jodok ("Jos") [Bentelin] von Weingarten ins Gefängnis gekommen war. Er hatte eine Frau geheiratet, die nicht Leibeigene des Klosters (Ungenossame) war. Außerdem hatte er den Wald, der zu seinem Lehengut gehörte, abgeholzt und gewüstet. Er wird sich für das erlittene Gefängnis nicht rächen, künftig gehorsam und unflüchtig sein, auch keinen fremden Schutz oder Burgrecht anstreben. Bei Streitigkeiten mit dem Kloster und seinen Leuten wird er nur die zuständigen Gerichte anrufen. Wegen der Ungenossamenehe erklärt er sich bereit, bis zum kommenden Lichtmeßtag nach Wahl des Abts vor dem Landvogt Truchseß Johann von Waldburg und dessen Räten oder Ammann und Rat zu Altdorf Recht zu nehmen. Für den unerlaubten Holzeinschlag wird er dem Abt innerhalb der genannten Frist Schadenersatz leisten, alles bei Strafe von 100 lb d. Als Bürgen stellt er seinen Bruder Peter Meschimoser, ferner Hans Hägilin, den alten Kaspar und Thomas Nabholz.
Vollständigen Titel anzeigen
Mark Meschimoser schwört Urfehde, weil er auf Veranlassung des Abts Jodok ("Jos") [Bentelin] von Weingarten ins Gefängnis gekommen war. Er hatte eine Frau geheiratet, die nicht Leibeigene des Klosters (Ungenossame) war. Außerdem hatte er den Wald, der zu seinem Lehengut gehörte, abgeholzt und gewüstet. Er wird sich für das erlittene Gefängnis nicht rächen, künftig gehorsam und unflüchtig sein, auch keinen fremden Schutz oder Burgrecht anstreben. Bei Streitigkeiten mit dem Kloster und seinen Leuten wird er nur die zuständigen Gerichte anrufen. Wegen der Ungenossamenehe erklärt er sich bereit, bis zum kommenden Lichtmeßtag nach Wahl des Abts vor dem Landvogt Truchseß Johann von Waldburg und dessen Räten oder Ammann und Rat zu Altdorf Recht zu nehmen. Für den unerlaubten Holzeinschlag wird er dem Abt innerhalb der genannten Frist Schadenersatz leisten, alles bei Strafe von 100 lb d. Als Bürgen stellt er seinen Bruder Peter Meschimoser, ferner Hans Hägilin, den alten Kaspar und Thomas Nabholz.
Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, B 522 III U 543
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, B 522 III Weingarten, Benediktinerkloster: Urkunden III
Weingarten, Benediktinerkloster: Urkunden III >> Urkunden >> 15. Jahrhundert
1467 Dezember 24 (an dem hailgen Wyhennecht aubend)
27,9 x 33,5 (Höhe x Breite)
Urkunden
Deutsch
Ausstellungsort: Waldburg
Aussteller: Mark Meschimoser
Empfänger: Abt Jodok ("Jos") [Bentelin] von Weingarten
Siegler: Konrad Mangolt, Ammann von Waldburg
Überlieferungsart: Ausfertigung
Siegelbeschreibung: 1 S.
Aussteller: Mark Meschimoser
Empfänger: Abt Jodok ("Jos") [Bentelin] von Weingarten
Siegler: Konrad Mangolt, Ammann von Waldburg
Überlieferungsart: Ausfertigung
Siegelbeschreibung: 1 S.
Bentelin von Ravensburg, Jodok; Abt von Weingarten
Hägilin, Hans
Mangolt, Konrad, Ammann
Meschimoser, Mark
Meschimoser, Peter
Nabholz, Kaspar
Nabholz, Thomas
Waldburg, Johann Truchseß von
Weingarten, Jodok Bentelin; Abt
Altdorf = Weingarten RV; Ammann und Rat
Waldburg RV
Waldburg RV; Ammann
Weingarten RV; Kloster, Leibeigene
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
21.11.2025, 15:23 MEZ
Hierarchie
Hierarchie Detailansicht
- Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik)
- Neuwürttembergische Herrschaften vor 1803/1806-1810 (Tektonik)
- Bistümer, Stifte, Klöster und Pfarreien (Tektonik)
- Augustinerkloster Kreuzlingen - Restituierte Klöster (Tektonik)
- Weingarten, Benediktinerkloster (Bestand)
- Weingarten, Benediktinerkloster: Urkunden III (Bestand)
- Urkunden (Gliederung)
- 15. Jahrhundert (Gliederung)