Forderungen / Verfahrensfragen
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GerKer, 557
GerKer Schöffengericht Kerpen
Schöffengericht Kerpen >> 1 Zivilsachen >> 1.1 Forderungen - Geld / Sachen
1692
Enthält: Die "Hauptsache" der Klage von Peter Wirth gegen den Vikar Johannes Wirtz wird nicht benannt. Offensichtlich geht es um (mobile oder immobile) Güter die Peter Wirth (unrechtmäßigerweise) beansprucht. In seiner Antwort auf die Triplik des Klägers vom 24.3. weist der Vikar die Ansprüche noch einmal als unbegründet zurück. Er verlangt, von der Klage "absolviert" zu werden. Außerdem soll das Gericht 1. seine Nichte [anscheinend die rechtmäßige Besitzerin] bei den Gütern "krafftiglich manuteniren", d. h. bestätigen, 2. dem Kläger befehlen, ein Inventar über die Güter aufzustellen, und 3. ihm selbst die entwendeten ("spoliierten") Güter zurückgeben ("restituiren"), wie er es öffentlich schon versprochen hatte, zu tun; alles bei Verurteilung in die Kosten, versteht sich ("cum refusione expensarum"). Weil aber nach der Quadruplik [der 4. Stufe der Eingaben von Kläger und Beklagtem] keine weiteren Schriften mehr zugelassen werden dürften, soll der Prozess jetzt möglichst abgeschlossen werden. Schon vorher (auf einen Gerichtsbeschluss vom 14.1. hin) hatte Peter Wirth beim Gericht dagegen protestiert, dass ihm ein Schriftstück - "Handbüchlein" - nicht mitgeteilt, geschweige denn eine Kopie davon gestattet worden sei. Dieses Produkt könne aus dem genannten Verfahrensgrund jetzt aber auch nicht weiter berücksichtigt werden. Demgegenüber reicht er dem Gericht zur Bekräftigung seiner Restitutionsforderung ein Attest des Geschworenen Goddert Duister vom 9.4.1692 ein, der damit das Versprechen auf Rückgabe, das Peter Wirth in Gegenwart von Schultheiß Johann Adolff Schreiber, dem Schöffen Werner Sieger und ihm, Duisters, gegeben habe, bestätigt. Erst jetzt erfährt man, dass es sich bei den "Gütern", die Vikar Wirtz zurückverlangt, um Gegenstände (Bücher, eine Bettstatt, ein Tresor, verschiedene Dokumente wie Briefschaften und Teilzettel [z. B. Teilungsurkunden und Schuldscheine]) handelt, die Peter Wirth aus Michael Hamechers Haus für sich mitgenommen hatte, und die der Vikar anscheinend als ihm selbst zustehend betrachtet.
Schriftstücke: 2
Archivale
Wihrt, Peter
Wirtz, Vikar
Forderungen
Protest
Verfahrensfragen
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
09.01.2026, 12:11 PM CET