Die Klage richtet sich gegen eine im Druck erschienene Schrift Quadts, nach der es in der Braunschweiger Fehde, in der Quadt Befehlshaber der hansischen Truppen war, Ziel der Stadt Bremen gewesen sei, das Land des Herzogs Heinrich Julius von Braunschweig-Lüneburg soviel wie möglich zu zerstören und ihn gefangenzunehmen oder zu töten. Sie sehen dies als Beleidigung und betonen, sich lediglich aus hansischer Solidarität an Maßnahmen zur Befreiung der belagerten Stadt Braunschweig beteiligt zu haben. Die Beklagten ihrerseits sehen sich durch eine Druckschrift, in der die Kläger ihren Beleidigungsvorwurf gegen sie verbreiteten, beleidigt. Sie beschreiben das Vorgehen der Hanse und besonders der Stadt Bremen zur Unterstützung Braunschweigs, einer Stadt, die sich gegen ihren Landesherren aufgelehnt und deshalb in die Reichsacht genommen worden sei, als „offenen offensiff Krieg“.
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Die Klage richtet sich gegen eine im Druck erschienene Schrift Quadts, nach der es in der Braunschweiger Fehde, in der Quadt Befehlshaber der hansischen Truppen war, Ziel der Stadt Bremen gewesen sei, das Land des Herzogs Heinrich Julius von Braunschweig-Lüneburg soviel wie möglich zu zerstören und ihn gefangenzunehmen oder zu töten. Sie sehen dies als Beleidigung und betonen, sich lediglich aus hansischer Solidarität an Maßnahmen zur Befreiung der belagerten Stadt Braunschweig beteiligt zu haben. Die Beklagten ihrerseits sehen sich durch eine Druckschrift, in der die Kläger ihren Beleidigungsvorwurf gegen sie verbreiteten, beleidigt. Sie beschreiben das Vorgehen der Hanse und besonders der Stadt Bremen zur Unterstützung Braunschweigs, einer Stadt, die sich gegen ihren Landesherren aufgelehnt und deshalb in die Reichsacht genommen worden sei, als „offenen offensiff Krieg“.
AA 0627, 432 - B 1037/3758
AA 0627 Reichskammergericht, Teil I: A-B
Reichskammergericht, Teil I: A-B >> 2. Buchstabe B
1608-1609 (1606-1617)
Enthaeltvermerke: Kläger: Bürgermeister und Rat der Stadt Bremen Beklagter: Heinrich Quadt von und zu Isengarten, kurbrandenburg. und herzogl.-braunschweig. bestellter Obrist, gewesener Reiter- Obrist der Stadt Braunschweig; Wilhelm Donner, Bruch (Grafschaft Sayn-Wittgenstein); Wolfgang Hoffman Rhenanus, Notar, Wolfenbüttel Prokuratoren (Kl.): Haffner (1608) Prokuratoren (Bekl.): Dr. Daniel Seiblin 1609, 1609, 1609 Prozeßart: Citationis super iniuriis Instanzen: RKG 1608-1609 (1606-1617) Beweismittel: „Des Edlen, Ehrnvesten unnd Mannhafften Heinrich Quaden, von und zu Eisengartten, Obersten, Gründliche, außführliche und warhaffte Verantwortung unnd Bericht, auff etzliche unterschiedliche Articul, darin Er zur ungebühr, unnd wieder die warhaffte Beschaffenheit vom Raht zu Braunschweig, in ihren durch den öffentlichen Truck außgesprengten vermeynten Articulis Defensionalibus, der verübten vielfeltigen Feindlichen Außfälle halben an seinem Adelichen guten Namen, Ehren und Leumuth beschwerlich angriffen, unnd bößlich diffamiret“, auf Begehren des Obersten gedruckt zu Helmstedt durch Jak. Lucius, Buchdrucker daselbst, 1608 (19-113). RKG-Zitationsreskript wider Quadt und Konsorten vom 15. Sept. 1608, Druck, Bremen, durch Johann Wessel, 1608 (149-154). Kaiserl. Achterkärung ./. die Stadt Braunschweig, 1606, mit dazugehöriger Denunziation, Zitation und Mandaten, wie sie auf dem Niedersächs. Kreistag zu Halberstadt am 27. Juni 1611 von dem kaiserl. Gesandten verkündet worden ist, teils Druck, teils handschriftl. (156-186). Schreiben Quadts an den fürstl.-braunschweig. Rat und Sekretär Nikola Theßmar, 1609 (187-191). Schreiben des Braunschweiger Bürgers und ehemal. Quadtschen Reiters Cordt Ölriches an Quadt, 1607 (202f.). Aussage des Rittmeisters Johann von Dreisch über den Ausfall nach Dettum (Detten) (208-215). Von den Reitern beschworener Artikelbrief (276-279). Schreiben Quadts an Johann Koch zu Bremen, 15. Mai 1606 (281f.). Quittung Quadts als bestellter Oberst der Hansestädte, daß ihm der Rat der Stadt Braunschweig auf Grund seiner von den Räten der Städte Bremen und Magdeburg empfangenen Bestallungen für ihn und seine 21 Diener alle seine Ansprüche bezahlt hat, 1606 (283f.). Beschreibung: 4 cm, 286 Bl., lose; Q 1-4, es fehlt Q 2* (Vollmacht Haffner), 24 Beilagen prod. zwischen 5. Juli 1609 und 13. Jan. 1617. Lit.: Kurt Niederau, Zur Geschichte des Bergischen Adels: Die Quad zu Isengarten (1480-1685), in: ZBGV 81 (1964/65) S. 15-90, hier 39- 43.
Diverse Registraturbildner
Sachakte
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
28.04.2026, 08:36 MESZ
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Hierarchie Detailansicht
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- Reichskammergericht AA 0627 (Tektonik)
- Reichskammergericht, Teil I: A-B (Bestand)
- 2. Buchstabe B (Gliederung)