G 670 - Evangelisches Pfarramt Münster (Creglingen) (Bestand)
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G 670
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1590-1995
Einleitung: ===== Ortsgeschichte =====
Der Ort Münster ist am Eintritt des Berbachs in den Herrgottsbach entstanden und wurde erstmals 1232 als „Munsteren“ erwähnt. Der Name lässt sich möglicherweise auf den lateinischen Begriff für Kloster (Monasterium) zurückführen.
Als früheste nachweisbare Inhaber grundherrschaftlicher Rechte erscheinen 1232 die Herren von Hohenlohe. Daneben lassen sich als Besitzinhaber die Herren von Wolmershausen (1357), das Hochstift Augsburg (vor 1388), die Herren von Wiesenbronn (1388), das Stift Möckmühl (1411), die Herren von Leuzenbronn (1434), die Herren von Winkel (1468), letztere als Lehnsträger von Augsburg, nachweisen. Schließlich konnte Hohenlohe im Laufe der Zeit durch Zukäufe einen größeren Teil des Ortes dauerhaft an sich bringen. Die hohenlohische Ortshälfte wurde im 16. Jahrhundert zwar an die Herren von Rosenberg verpfändet, jedoch 1536 wieder eingelöst. Sie gehörte schließlich 1803 der Linie Hohenlohe-Neuenstein.
Die andere Hälfte des Ortes war Eigenbesitz des Hochstiftes Würzburg und mit der Herrschaft Haldenbergstetten gleichfalls an die Herren von Rosenberg verliehen. Nach dem Heimfall an das Hochstift 1632 war sie 1641 an die Herren von Hatzfeld verliehen worden, bis dieser Teil Münsters 1794 endgültig an Würzburg zurückfiel.
Beide Teile gelangten 1803 an Hohenlohe-Bartenstein-Jagstberg und wurden schließlich 1806 württembergisch.
Bis in das 16. Jahrhundert hinein wurde die Hochgerichtsbarkeit vom Zent (Hochgerichtsbezirk) auf der Hardt (bei Creglingen) verwaltet. Seit Anfang genannten Jahrhunderts zerfiel der Zentbezirk. Der hohenlohische Ortsanteil blieb beim Zent Hardt (später Gericht Creglingen), während der würzburgische Teil hingegen zum Zent Haltenbergstetten (bzw. Niederstetten) kam.
Der hohenlohische Ortsteil gehörte zum Amt Weikersheim und der würzburgische zum Ritterkanton Odenwald. Als Folge des Übergangs an Württemberg wurde Münster dem Oberamt (seit 1938 Landkreis) Mergentheim eingegliedert. Im Zug der Gemeindereform wurde Münster 1972 Teil der Gemeinde Creglingen und kam mit dieser dann 1973 zum Main-Tauber-Kreis.
===== Ortskirchengeschichte =====
Zugleich mit der Erstnennung des Ortes wird die Pfarrei Münster erwähnt, deren Einkünfte Grundlage des neu gegründeten Klosters Frauental sein sollten. Das Patronatsrecht besaßen Gottfried und Konrad von Hohenlohe-Brauneck. Dieses Recht blieb dann auch im Besitz verschiedener Linien des Hauses Hohenlohe. Als Filiale waren das im 16. Jahrhundert abgegangene Wiesen sowie Wolkersfelden der Pfarrei Münster zugeordnet. Im Verlauf der Reformation wurde dann Wolkersfelden von Münster getrennt und Lichtel unterstellt.
Die evangelische Predigt hielt schon früh Einzug, endgültig wurde die Reformation dann 1541 durch die Ortsherrschaft eingeführt. In der vorreformatorischen Zeit gehörte die Pfarrei zum Bistum Würzburg und unterstand in der Mitte des 15. Jahrhunderts dem Kapitel Mergentheim. Nach der Reformation war Münster der Superintendentur Weikersheim unterstellt worden (1579), die in der Folge des Übergangs an Württemberg zum Dekanat Weikersheim wurde. Zeitweise war für die Kirchengemeinde Münster das Pfarramt II in Creglingen zuständig. Heute wird sie zusammen mit der benachbarten Kirchengemeinde Niederrimbach vom Pfarramt Münster-Niederrimbach betreut.
Die erstmals 1232 erwähnte Chorturmkirche ist in ihrem Kern spätromanisch und verfügt über einen originalen im Erdgeschoss gotisch eingewölbten Turm. Der Chor besitzt ein gotisches Kreuzrippengewölbe. Bemerkenswert sind ein frühgotisches Bogenfries über der ersten Fensterreihe als Abschluss zum ursprünglichen Dach (um 1250) sowie ein Rundbogenfenster mit Rosette über dem Hauptportal. Schließlich gibt es in der Kirche eine Renaissance-Kanzel (1585) sowie einen spätbarocken Altar (1746). Das Patrozinium Allerheiligen wird erstmals 1411 schriftlich erwähnt.
===== Ortsschulgeschichte =====
Erstmals für das Jahr 1570 ist eine Schule in Münster nachweisbar. Im Winter 1760/1761 gab es 93 Schüler. Ein Schulhaus wird in einer Bürgermeisterrechnung schon für 1661 erwähnt. Im Jahr 1841 wurde dann ein neuer Schulhausbau errichtet.
===== Bestandsbeschreibung =====
Erstmals 1766 ist in den Akten von der Pfarrregistratur die Rede. Damals wurde in einem Schreiben des Fürstlich Hohenlohisch-Neuensteinischen Konsistoriums vermerkt, dass jenes Schriftstück in den „Pfarr-Actis in perpetuam rei memoriam wohlverwahrlich aufbehalten werden solle.“ Im 19. Jahrhundert wurde die Pfarrregistratur anlässlich der Amtsübergabe an den neuen Pfarrer jeweils auf ihre Ordnung und Vollständigkeit geprüft. Als 1837 bei der Amtsübernahme durch den neuen Pfarrer Pfister die Konzepte zu den Pfarrberichten nicht gefunden werden konnten, wurde er verpflichtet die Registratur „in die gesetzliche Ordnung“ zu bringen. Dies geschah dann auch, die vermissten Schriftstücke wurden aufgefunden und erleichtert konnte der neue Pfarrer dem Dekanatamt Weikersheim melden, „daß nun alles in Ordnung sei“ und im Hinblick auf die Pfarrberichtskonzepte bemerkte er „es fand sich doch vor“.
Das im Pfarrhaus untergebrachte Pfarrarchiv und die Pfarrbibliothek wurden auf der Grundlage eines Beschlusses des Kirchengemeinderats am 24. Oktober 2007 in das Landeskirchliche Archiv Stuttgart zur Verwahrung und Verwaltung gebracht. Es wurden dabei die Pfarrbibliothek bis 1850, die historischen Kirchenbücher bis 1875, die Bände und die Akten sowie die Überlieferung der Kirchenpflege bis 1966 übernommen.
Das Registraturgut war ursprünglich in einem Archivschrank verwahrt. Die jüngere Überlieferung seit 1901 war nach der Registraturordnung für die Pfarrämter geordnet. Bei der Verzeichnung wurde entsprechend den Richtlinien des Landeskirchlichen Archivs zwischen Amtsbüchern, Akten und Überlieferung der Kirchenpflege unterschieden. Die Akten wurden analog zur Schriftgutverwaltung in eine ältere (bis ca. 1900) und eine jüngere (ab ca. 1901) Zeitschicht geteilt.
Die Kirchenbuchüberlieferung beginnt 1689. Die Aktenüberlieferung setzt 1674 ein und wird im Lauf des 18. Jahrhunderts dichter. Das jüngste Schriftstück datiert aus dem Jahr 1995. Auffallend ist das reiche Material zur Schulgeschichte des 18. Jahrhunderts sowie zur landesherrlichen Kirchenpolitik im gleichen Jahrhundert. Eine Besonderheit ist ein Band mit Schatzungsverzeichnis, Dorfordnung und Zehntverzeichnis aus der Zeit um 1706.
Der Bestand umfasst 298 Nummern und ca. 3,5 m laufende Meter. Aus Gründen der Bestandserhaltung sind die Originalkirchenbücher für die Benutzung gesperrt.
Stuttgart, im Juni 2009
Dr. Christoph Florian
Einleitung: Der Ort Münster ist am Eintritt des Berbachs in den Herrgottsbach entstanden und wurde erstmals 1232 als ”Munsteren“ erwähnt. Der Name lässt sich möglicherweise auf den lateinischen Begriff für Kloster (Monasterium) zurückführen.
Als früheste nachweisbare Inhaber grundherrschaftlicher Rechte erscheinen 1232 die Herren von Hohenlohe. Daneben lassen sich als Besitzinhaber die Herren von Wolmershausen (1357), das Hochstift Augsburg (vor 1388), die Herren von Wiesenbronn (1388), das Stift Möckmühl (1411), die Herren von Leuzenbronn (1434), die Herren von Winkel (1468), letztere als Lehnsträger von Augsburg, nachweisen. Schließlich konnte Hohenlohe im Laufe der Zeit durch Zukäufe einen größeren Teil des Ortes dauerhaft an sich bringen. Die hohenlohische Ortshälfte wurde im 16. Jahrhundert zwar an die Herren von Rosenberg verpfändet, jedoch 1536 wieder eingelöst. Sie gehörte schließlich 1803 der Linie Hohenlohe-Neuenstein.
Die andere Hälfte des Ortes war Eigenbesitz des Hochstiftes Würzburg und mit der Herrschaft Haldenbergstetten gleichfalls an die Herren von Rosenberg verliehen. Nach dem Heimfall an das Hochstift 1632 war sie 1641 an die Herren von Hatzfeld verliehen worden, bis dieser Teil Münsters 1794 endgültig an Würzburg zurückfiel.
Beide Teile gelangten 1803 an Hohenlohe-Bartenstein-Jagstberg und wurden schließlich 1806 württembergisch.
Bis in das 16. Jahrhundert hinein wurde die Hochgerichtsbarkeit vom Zent (Hochgerichtsbezirk) auf der Hardt (bei Creglingen) verwaltet. Seit Anfang genannten Jahrhunderts zerfiel der Zentbezirk. Der hohenlohische Ortsanteil blieb beim Zent Hardt (später Gericht Creglingen), während der würzburgische Teil hingegen zum Zent Haltenbergstetten (bzw. Niederstetten) kam.
Der hohenlohische Ortsteil gehörte zum Amt Weikersheim und der würzburgische zum Ritterkanton Odenwald. Als Folge des Übergangs an Württemberg wurde Münster dem Oberamt (seit 1938 Landkreis) Mergentheim eingegliedert. Im Zug der Gemeindereform wurde Münster 1972 Teil der Gemeinde Creglingen und kam mit dieser dann 1973 zum Main-Tauber-Kreis.
Zugleich mit der Erstnennung des Ortes wird die Pfarrei Münster erwähnt, deren Einkünfte Grundlage des neu gegründeten Klosters Frauental sein sollten. Das Patronatsrecht besaßen Gottfried und Konrad von Hohenlohe-Brauneck. Dieses Recht blieb dann auch im Besitz verschiedener Linien des Hauses Hohenlohe. Als Filiale waren das im 16. Jahrhundert abgegangene Wiesen sowie Wolkersfelden der Pfarrei Münster zugeordnet. Im Verlauf der Reformation wurde dann Wolkersfelden von Münster getrennt und Lichtel unterstellt.
Die evangelische Predigt hielt schon früh Einzug, endgültig wurde die Reformation dann 1541 durch die Ortsherrschaft eingeführt. In der vorreformatorischen Zeit gehörte die Pfarrei zum Bistum Würzburg und unterstand in der Mitte des 15. Jahrhunderts dem Kapitel Mergentheim. Nach der Reformation war Münster der Superintendentur Weikersheim unterstellt worden (1579), die in der Folge des Übergangs an Württemberg zum Dekanat Weikersheim wurde. Zeitweise war für die Kirchengemeinde Münster das Pfarramt II in Creglingen zuständig. Heute wird sie zusammen mit der benachbarten Kirchengemeinde Niederrimbach vom Pfarramt Münster-Niederrimbach betreut.
Die erstmals 1232 erwähnte Chorturmkirche ist in ihrem Kern spätromanisch und verfügt über einen originalen im Erdgeschoss gotisch eingewölbten Turm. Der Chor besitzt ein gotisches Kreuzrippengewölbe. Bemerkenswert sind ein frühgotisches Bogenfries über der ersten Fensterreihe als Abschluss zum ursprünglichen Dach (um 1250) sowie ein Rundbogenfenster mit Rosette über dem Hauptportal. Schließlich gibt es in der Kirche eine Renaissance-Kanzel (1585) sowie einen spätbarocken Altar (1746). Das Patrozinium Allerheiligen wird erstmals 1411 schriftlich erwähnt.
Erstmals für das Jahr 1570 ist eine Schule in Münster nachweisbar. Im Winter 1760/1761 gab es 93 Schüler. Ein Schulhaus wird in einer Bürgermeisterrechnung schon für 1661 erwähnt. Im Jahr 1841 wurde dann ein neuer Schulhausbau errichtet.
Erstmals 1766 ist in den Akten von der Pfarrregistratur die Rede. Damals wurde in einem Schreiben des Fürstlich Hohenlohisch-Neuensteinischen Konsistoriums vermerkt, dass jenes Schriftstück in den ”Pfarr-Actis in perpetuam rei memoriam wohlverwahrlich aufbehalten werden solle.“ Im 19. Jahrhundert wurde die Pfarrregistratur anlässlich der Amtsübergabe an den neuen Pfarrer jeweils auf ihre Ordnung und Vollständigkeit geprüft. Als 1837 bei der Amtsübernahme durch den neuen Pfarrer Pfister die Konzepte zu den Pfarrberichten nicht gefunden werden konnten, wurde er verpflichtet die Registratur ”in die gesetzliche Ordnung“ zu bringen. Dies geschah dann auch, die vermissten Schriftstücke wurden aufgefunden und erleichtert konnte der neue Pfarrer dem Dekanatamt Weikersheim melden, ”daß nun alles in Ordnung sei“ und im Hinblick auf die Pfarrberichtskonzepte bemerkte er ”es fand sich doch vor“.
Das im Pfarrhaus untergebrachte Pfarrarchiv und die Pfarrbibliothek wurden auf der Grundlage eines Beschlusses des Kirchengemeinderats am 24. Oktober 2007 in das Landeskirchliche Archiv Stuttgart zur Verwahrung und Verwaltung gebracht. Es wurden dabei die Pfarrbibliothek bis 1850, die historischen Kirchenbücher bis 1875, die Bände und die Akten sowie die Überlieferung der Kirchenpflege bis 1966 übernommen.
Das Registraturgut war ursprünglich in einem Archivschrank verwahrt. Die jüngere Überlieferung seit 1901 war nach der Registraturordnung für die Pfarrämter geordnet. Bei der Verzeichnung wurde entsprechend den Richtlinien des Landeskirchlichen Archivs zwischen Amtsbüchern, Akten und Überlieferung der Kirchenpflege unterschieden. Die Akten wurden analog zur Schriftgutverwaltung in eine ältere (bis ca. 1900) und eine jüngere (ab ca. 1901) Zeitschicht geteilt.
Die Kirchenbuchüberlieferung beginnt 1689. Die Aktenüberlieferung setzt 1674 ein und wird im Lauf des 18. Jahrhunderts dichter. Das jüngste Schriftstück datiert aus dem Jahr 1995. Auffallend ist das reiche Material zur Schulgeschichte des 18. Jahrhunderts sowie zur landesherrlichen Kirchenpolitik im gleichen Jahrhundert. Eine Besonderheit ist ein Band mit Schatzungsverzeichnis, Dorfordnung und Zehntverzeichnis aus der Zeit um 1706.
Der Bestand umfasst 298 Nummern und ca. 3,5 m laufende Meter. Aus Gründen der Bestandserhaltung sind die Originalkirchenbücher für die Benutzung gesperrt.
Stuttgart, im Juni 2009
Dr. Christoph Florian
Der Ort Münster ist am Eintritt des Berbachs in den Herrgottsbach entstanden und wurde erstmals 1232 als „Munsteren“ erwähnt. Der Name lässt sich möglicherweise auf den lateinischen Begriff für Kloster (Monasterium) zurückführen.
Als früheste nachweisbare Inhaber grundherrschaftlicher Rechte erscheinen 1232 die Herren von Hohenlohe. Daneben lassen sich als Besitzinhaber die Herren von Wolmershausen (1357), das Hochstift Augsburg (vor 1388), die Herren von Wiesenbronn (1388), das Stift Möckmühl (1411), die Herren von Leuzenbronn (1434), die Herren von Winkel (1468), letztere als Lehnsträger von Augsburg, nachweisen. Schließlich konnte Hohenlohe im Laufe der Zeit durch Zukäufe einen größeren Teil des Ortes dauerhaft an sich bringen. Die hohenlohische Ortshälfte wurde im 16. Jahrhundert zwar an die Herren von Rosenberg verpfändet, jedoch 1536 wieder eingelöst. Sie gehörte schließlich 1803 der Linie Hohenlohe-Neuenstein.
Die andere Hälfte des Ortes war Eigenbesitz des Hochstiftes Würzburg und mit der Herrschaft Haldenbergstetten gleichfalls an die Herren von Rosenberg verliehen. Nach dem Heimfall an das Hochstift 1632 war sie 1641 an die Herren von Hatzfeld verliehen worden, bis dieser Teil Münsters 1794 endgültig an Würzburg zurückfiel.
Beide Teile gelangten 1803 an Hohenlohe-Bartenstein-Jagstberg und wurden schließlich 1806 württembergisch.
Bis in das 16. Jahrhundert hinein wurde die Hochgerichtsbarkeit vom Zent (Hochgerichtsbezirk) auf der Hardt (bei Creglingen) verwaltet. Seit Anfang genannten Jahrhunderts zerfiel der Zentbezirk. Der hohenlohische Ortsanteil blieb beim Zent Hardt (später Gericht Creglingen), während der würzburgische Teil hingegen zum Zent Haltenbergstetten (bzw. Niederstetten) kam.
Der hohenlohische Ortsteil gehörte zum Amt Weikersheim und der würzburgische zum Ritterkanton Odenwald. Als Folge des Übergangs an Württemberg wurde Münster dem Oberamt (seit 1938 Landkreis) Mergentheim eingegliedert. Im Zug der Gemeindereform wurde Münster 1972 Teil der Gemeinde Creglingen und kam mit dieser dann 1973 zum Main-Tauber-Kreis.
===== Ortskirchengeschichte =====
Zugleich mit der Erstnennung des Ortes wird die Pfarrei Münster erwähnt, deren Einkünfte Grundlage des neu gegründeten Klosters Frauental sein sollten. Das Patronatsrecht besaßen Gottfried und Konrad von Hohenlohe-Brauneck. Dieses Recht blieb dann auch im Besitz verschiedener Linien des Hauses Hohenlohe. Als Filiale waren das im 16. Jahrhundert abgegangene Wiesen sowie Wolkersfelden der Pfarrei Münster zugeordnet. Im Verlauf der Reformation wurde dann Wolkersfelden von Münster getrennt und Lichtel unterstellt.
Die evangelische Predigt hielt schon früh Einzug, endgültig wurde die Reformation dann 1541 durch die Ortsherrschaft eingeführt. In der vorreformatorischen Zeit gehörte die Pfarrei zum Bistum Würzburg und unterstand in der Mitte des 15. Jahrhunderts dem Kapitel Mergentheim. Nach der Reformation war Münster der Superintendentur Weikersheim unterstellt worden (1579), die in der Folge des Übergangs an Württemberg zum Dekanat Weikersheim wurde. Zeitweise war für die Kirchengemeinde Münster das Pfarramt II in Creglingen zuständig. Heute wird sie zusammen mit der benachbarten Kirchengemeinde Niederrimbach vom Pfarramt Münster-Niederrimbach betreut.
Die erstmals 1232 erwähnte Chorturmkirche ist in ihrem Kern spätromanisch und verfügt über einen originalen im Erdgeschoss gotisch eingewölbten Turm. Der Chor besitzt ein gotisches Kreuzrippengewölbe. Bemerkenswert sind ein frühgotisches Bogenfries über der ersten Fensterreihe als Abschluss zum ursprünglichen Dach (um 1250) sowie ein Rundbogenfenster mit Rosette über dem Hauptportal. Schließlich gibt es in der Kirche eine Renaissance-Kanzel (1585) sowie einen spätbarocken Altar (1746). Das Patrozinium Allerheiligen wird erstmals 1411 schriftlich erwähnt.
===== Ortsschulgeschichte =====
Erstmals für das Jahr 1570 ist eine Schule in Münster nachweisbar. Im Winter 1760/1761 gab es 93 Schüler. Ein Schulhaus wird in einer Bürgermeisterrechnung schon für 1661 erwähnt. Im Jahr 1841 wurde dann ein neuer Schulhausbau errichtet.
===== Bestandsbeschreibung =====
Erstmals 1766 ist in den Akten von der Pfarrregistratur die Rede. Damals wurde in einem Schreiben des Fürstlich Hohenlohisch-Neuensteinischen Konsistoriums vermerkt, dass jenes Schriftstück in den „Pfarr-Actis in perpetuam rei memoriam wohlverwahrlich aufbehalten werden solle.“ Im 19. Jahrhundert wurde die Pfarrregistratur anlässlich der Amtsübergabe an den neuen Pfarrer jeweils auf ihre Ordnung und Vollständigkeit geprüft. Als 1837 bei der Amtsübernahme durch den neuen Pfarrer Pfister die Konzepte zu den Pfarrberichten nicht gefunden werden konnten, wurde er verpflichtet die Registratur „in die gesetzliche Ordnung“ zu bringen. Dies geschah dann auch, die vermissten Schriftstücke wurden aufgefunden und erleichtert konnte der neue Pfarrer dem Dekanatamt Weikersheim melden, „daß nun alles in Ordnung sei“ und im Hinblick auf die Pfarrberichtskonzepte bemerkte er „es fand sich doch vor“.
Das im Pfarrhaus untergebrachte Pfarrarchiv und die Pfarrbibliothek wurden auf der Grundlage eines Beschlusses des Kirchengemeinderats am 24. Oktober 2007 in das Landeskirchliche Archiv Stuttgart zur Verwahrung und Verwaltung gebracht. Es wurden dabei die Pfarrbibliothek bis 1850, die historischen Kirchenbücher bis 1875, die Bände und die Akten sowie die Überlieferung der Kirchenpflege bis 1966 übernommen.
Das Registraturgut war ursprünglich in einem Archivschrank verwahrt. Die jüngere Überlieferung seit 1901 war nach der Registraturordnung für die Pfarrämter geordnet. Bei der Verzeichnung wurde entsprechend den Richtlinien des Landeskirchlichen Archivs zwischen Amtsbüchern, Akten und Überlieferung der Kirchenpflege unterschieden. Die Akten wurden analog zur Schriftgutverwaltung in eine ältere (bis ca. 1900) und eine jüngere (ab ca. 1901) Zeitschicht geteilt.
Die Kirchenbuchüberlieferung beginnt 1689. Die Aktenüberlieferung setzt 1674 ein und wird im Lauf des 18. Jahrhunderts dichter. Das jüngste Schriftstück datiert aus dem Jahr 1995. Auffallend ist das reiche Material zur Schulgeschichte des 18. Jahrhunderts sowie zur landesherrlichen Kirchenpolitik im gleichen Jahrhundert. Eine Besonderheit ist ein Band mit Schatzungsverzeichnis, Dorfordnung und Zehntverzeichnis aus der Zeit um 1706.
Der Bestand umfasst 298 Nummern und ca. 3,5 m laufende Meter. Aus Gründen der Bestandserhaltung sind die Originalkirchenbücher für die Benutzung gesperrt.
Stuttgart, im Juni 2009
Dr. Christoph Florian
Einleitung: Der Ort Münster ist am Eintritt des Berbachs in den Herrgottsbach entstanden und wurde erstmals 1232 als ”Munsteren“ erwähnt. Der Name lässt sich möglicherweise auf den lateinischen Begriff für Kloster (Monasterium) zurückführen.
Als früheste nachweisbare Inhaber grundherrschaftlicher Rechte erscheinen 1232 die Herren von Hohenlohe. Daneben lassen sich als Besitzinhaber die Herren von Wolmershausen (1357), das Hochstift Augsburg (vor 1388), die Herren von Wiesenbronn (1388), das Stift Möckmühl (1411), die Herren von Leuzenbronn (1434), die Herren von Winkel (1468), letztere als Lehnsträger von Augsburg, nachweisen. Schließlich konnte Hohenlohe im Laufe der Zeit durch Zukäufe einen größeren Teil des Ortes dauerhaft an sich bringen. Die hohenlohische Ortshälfte wurde im 16. Jahrhundert zwar an die Herren von Rosenberg verpfändet, jedoch 1536 wieder eingelöst. Sie gehörte schließlich 1803 der Linie Hohenlohe-Neuenstein.
Die andere Hälfte des Ortes war Eigenbesitz des Hochstiftes Würzburg und mit der Herrschaft Haldenbergstetten gleichfalls an die Herren von Rosenberg verliehen. Nach dem Heimfall an das Hochstift 1632 war sie 1641 an die Herren von Hatzfeld verliehen worden, bis dieser Teil Münsters 1794 endgültig an Würzburg zurückfiel.
Beide Teile gelangten 1803 an Hohenlohe-Bartenstein-Jagstberg und wurden schließlich 1806 württembergisch.
Bis in das 16. Jahrhundert hinein wurde die Hochgerichtsbarkeit vom Zent (Hochgerichtsbezirk) auf der Hardt (bei Creglingen) verwaltet. Seit Anfang genannten Jahrhunderts zerfiel der Zentbezirk. Der hohenlohische Ortsanteil blieb beim Zent Hardt (später Gericht Creglingen), während der würzburgische Teil hingegen zum Zent Haltenbergstetten (bzw. Niederstetten) kam.
Der hohenlohische Ortsteil gehörte zum Amt Weikersheim und der würzburgische zum Ritterkanton Odenwald. Als Folge des Übergangs an Württemberg wurde Münster dem Oberamt (seit 1938 Landkreis) Mergentheim eingegliedert. Im Zug der Gemeindereform wurde Münster 1972 Teil der Gemeinde Creglingen und kam mit dieser dann 1973 zum Main-Tauber-Kreis.
Zugleich mit der Erstnennung des Ortes wird die Pfarrei Münster erwähnt, deren Einkünfte Grundlage des neu gegründeten Klosters Frauental sein sollten. Das Patronatsrecht besaßen Gottfried und Konrad von Hohenlohe-Brauneck. Dieses Recht blieb dann auch im Besitz verschiedener Linien des Hauses Hohenlohe. Als Filiale waren das im 16. Jahrhundert abgegangene Wiesen sowie Wolkersfelden der Pfarrei Münster zugeordnet. Im Verlauf der Reformation wurde dann Wolkersfelden von Münster getrennt und Lichtel unterstellt.
Die evangelische Predigt hielt schon früh Einzug, endgültig wurde die Reformation dann 1541 durch die Ortsherrschaft eingeführt. In der vorreformatorischen Zeit gehörte die Pfarrei zum Bistum Würzburg und unterstand in der Mitte des 15. Jahrhunderts dem Kapitel Mergentheim. Nach der Reformation war Münster der Superintendentur Weikersheim unterstellt worden (1579), die in der Folge des Übergangs an Württemberg zum Dekanat Weikersheim wurde. Zeitweise war für die Kirchengemeinde Münster das Pfarramt II in Creglingen zuständig. Heute wird sie zusammen mit der benachbarten Kirchengemeinde Niederrimbach vom Pfarramt Münster-Niederrimbach betreut.
Die erstmals 1232 erwähnte Chorturmkirche ist in ihrem Kern spätromanisch und verfügt über einen originalen im Erdgeschoss gotisch eingewölbten Turm. Der Chor besitzt ein gotisches Kreuzrippengewölbe. Bemerkenswert sind ein frühgotisches Bogenfries über der ersten Fensterreihe als Abschluss zum ursprünglichen Dach (um 1250) sowie ein Rundbogenfenster mit Rosette über dem Hauptportal. Schließlich gibt es in der Kirche eine Renaissance-Kanzel (1585) sowie einen spätbarocken Altar (1746). Das Patrozinium Allerheiligen wird erstmals 1411 schriftlich erwähnt.
Erstmals für das Jahr 1570 ist eine Schule in Münster nachweisbar. Im Winter 1760/1761 gab es 93 Schüler. Ein Schulhaus wird in einer Bürgermeisterrechnung schon für 1661 erwähnt. Im Jahr 1841 wurde dann ein neuer Schulhausbau errichtet.
Erstmals 1766 ist in den Akten von der Pfarrregistratur die Rede. Damals wurde in einem Schreiben des Fürstlich Hohenlohisch-Neuensteinischen Konsistoriums vermerkt, dass jenes Schriftstück in den ”Pfarr-Actis in perpetuam rei memoriam wohlverwahrlich aufbehalten werden solle.“ Im 19. Jahrhundert wurde die Pfarrregistratur anlässlich der Amtsübergabe an den neuen Pfarrer jeweils auf ihre Ordnung und Vollständigkeit geprüft. Als 1837 bei der Amtsübernahme durch den neuen Pfarrer Pfister die Konzepte zu den Pfarrberichten nicht gefunden werden konnten, wurde er verpflichtet die Registratur ”in die gesetzliche Ordnung“ zu bringen. Dies geschah dann auch, die vermissten Schriftstücke wurden aufgefunden und erleichtert konnte der neue Pfarrer dem Dekanatamt Weikersheim melden, ”daß nun alles in Ordnung sei“ und im Hinblick auf die Pfarrberichtskonzepte bemerkte er ”es fand sich doch vor“.
Das im Pfarrhaus untergebrachte Pfarrarchiv und die Pfarrbibliothek wurden auf der Grundlage eines Beschlusses des Kirchengemeinderats am 24. Oktober 2007 in das Landeskirchliche Archiv Stuttgart zur Verwahrung und Verwaltung gebracht. Es wurden dabei die Pfarrbibliothek bis 1850, die historischen Kirchenbücher bis 1875, die Bände und die Akten sowie die Überlieferung der Kirchenpflege bis 1966 übernommen.
Das Registraturgut war ursprünglich in einem Archivschrank verwahrt. Die jüngere Überlieferung seit 1901 war nach der Registraturordnung für die Pfarrämter geordnet. Bei der Verzeichnung wurde entsprechend den Richtlinien des Landeskirchlichen Archivs zwischen Amtsbüchern, Akten und Überlieferung der Kirchenpflege unterschieden. Die Akten wurden analog zur Schriftgutverwaltung in eine ältere (bis ca. 1900) und eine jüngere (ab ca. 1901) Zeitschicht geteilt.
Die Kirchenbuchüberlieferung beginnt 1689. Die Aktenüberlieferung setzt 1674 ein und wird im Lauf des 18. Jahrhunderts dichter. Das jüngste Schriftstück datiert aus dem Jahr 1995. Auffallend ist das reiche Material zur Schulgeschichte des 18. Jahrhunderts sowie zur landesherrlichen Kirchenpolitik im gleichen Jahrhundert. Eine Besonderheit ist ein Band mit Schatzungsverzeichnis, Dorfordnung und Zehntverzeichnis aus der Zeit um 1706.
Der Bestand umfasst 298 Nummern und ca. 3,5 m laufende Meter. Aus Gründen der Bestandserhaltung sind die Originalkirchenbücher für die Benutzung gesperrt.
Stuttgart, im Juni 2009
Dr. Christoph Florian
Evangelisches Pfarramt Münster [Creglingen]
3,5 lfd. m
Bestand
Münster, Creglingen, Main-Tauber-Kreis
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
11.08.2025, 11:05 MESZ