Preußenbund (Bestand)
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I. HA Rep. 231
Tektonik >> NICHTSTAATLICHE PROVENIENZEN >> Vereine, Verbände, Organisationen >> Innen- und Außenpolitik
Laufzeit: 1913 - 1922
Findmittel: Datenbank; Findbuch, 1 Bd.
Geschichte der Organisation
Der Preußenbund wurde am 14. Juni 1913 u. a. von preußischen Großgrundbesitzern, Vertretern der Beamtenschaft und des Militärs sowie von einigen, der Deutschkonservativen Partei nahestehenden Großindustriellen ins Leben gerufen. Der Bund ging aus der 1912 gegründeten Preußischen Vereinigung hervor (Vgl.: GStA PK I. HA Rep. 231 Preußenbund Nr. 1, Bl. 178) und bestand bis 1934. Der Bund sprach sich gegen jegliche Demokratisierung durch Wahlrechtsreformbewegungen und die Einführung eines parlamentarischen Regierungssystems aus. Er trat für den Fortbestand der Monarchie und für eine dominierende Stellung Preußens im Reich ein. Seine zu Beginn des Ersten Weltkrieges teilweise eingeschränkte Tätigkeit konnte Anfang 1918 u. a. durch eine organisatorische Umstrukturierung und verstärktes Heraustreten in die Öffentlichkeit intensiviert werden. Nach der Novemberrevolution 1918 / 1919 wollte der Preußenbund vor allem die Wiederherstellung und den Erhalt eines "ungeteilten" Preußens auf gesetzlichem Weg erreichen. Die Propaganda gegen die Weimarer Verfassung, den Versailler Vertrag, die sozialdemokratische Regierung und auch gegen das Judentum führte zwischen 1919 und 1924 sogar zu einer vermehrten Einwerbung von Mitgliedern, so dass bis 1925 neun Ortsgruppen gegründet werden konnten. Vorsitzende des Preußenbundes waren Dr. Paul Rocke (1913 - 1918), General Georg Friedrich von Kleist (1918 - 1919), Generalmajor Wilhelm Rogge (1919 - 1925) und zuletzt Generalmajor Wilhelm Ernst Justus von Dommes (1925 - 1934). Bundes- bzw. Hauptversammlungen, so genannte Preußentage, fanden bis 1927 in unregelmäßigen Abständen und nach 1927 jeweils am 8. November meistens in Berlin, Potsdam oder Stettin statt. Die Vereinigung gab zwischen 1913 und 1924 sporadisch die Zeitung "Preußen-Bund. Korrespondenzblatt" heraus. Ab 1925 erschienen offizielle Mitteilungen in der Zeitschrift "Der Aufrechte", dem Organ des Bundes der Aufrechten. Nach 1925 verlor die Organisation zunehmend an Bedeutung und damit auch an Mitgliedern. Am 12. Februar 1934 wurde der Preußenbund von der nationalsozialistischen Regierung verboten.
Bestandsgeschichte
Das Schriftgut des Preußenbundes, das ohne stringente Aktenbildung zwischen 1913 und 1922 bei dem Vorsitzenden Wilhelm Rogge in Wernigerode im Harz entstanden ist, gelangte zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt in das Zentrale Staatsarchiv der DDR - Abteilung 1 - in Potsdam und wurde dort unter der Bestandsbezeichnung ZStA Potsdam 61 Pr 1 geführt. Es umfasst acht Verzeichnungseinheiten mit 0,5 laufenden Metern. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands gingen die Unterlagen auf das Bundesarchiv Berlin über, welches sie mit der neuen Bestandssignatur BArch 61 Pr 1 versah. Am 14.07.1999 wurde der Bestand zuständigkeitshalber vom Geheimen Staatsarchiv PK mit Akzession 23 / 1999 übernommen und mit der Bestandsbezeichnung und der Bestandssignatur GStA PK I. HA Rep. 231 Preußenbund tektonisch in die Gruppe der Nichtstaatlichen Provenienzen, Parteien, Verbände, Organisationen, Innen- und Außenpolitik, eingegliedert.
Bestell- und Zitierhinweise:
Die Archivalien sind wie folgt
zu bestellen: I. HA Rep. 231 Nr. [ ]
und zu zitieren: GStA PK, I. HA Rep. 231 Preußenbund, Nr. [ ].
Letzte vergebene Nummer: Nr. 8
Verweisungen:
GStA PK, Brandenburg Preußisches Hausarchiv, Rep. 192 Nl Dommes, Wilhelm Ernst Justus von
GStA PK, I. HA Rep. 77 Ministerium des Innern, Tit. 4043 Nr. 380: Preußenbund, 1922 - 1932.
Literatur:
Herbert Gottwald: Preußenbund (PB) 1913 - 1914. In: Dieter Fricke (Hrsg.), Lexikon zur Parteiengeschichte. Die bürgerlichen und kleinbürgerlichen Parteien und Verbände in Deutschland (1789 - 1945), Leipzig 1985, Bd. 3, S. 594 - 598
Dirk Stegmann: Die Erben Bismarcks. Parteien und Verbände in der Spätphase des Wilhelminischen Deutschlands. Sammlungspolitik 1897 - 1918, Köln und Berlin 1970, S. 421-430.
Berlin, im April 2007 (Eva Drechsler)
Zitierweise: GStA PK, I. HA Rep. 231
Geschichte der Organisation
Der Preußenbund wurde am 14. Juni 1913 u. a. von preußischen Großgrundbesitzern, Vertretern der Beamtenschaft und des Militärs sowie von einigen, der Deutschkonservativen Partei nahestehenden Großindustriellen ins Leben gerufen. Der Bund ging aus der 1912 gegründeten Preußischen Vereinigung hervor (Vgl.: GStA PK I. HA Rep. 231 Preußenbund Nr. 1, Bl. 178) und bestand bis 1934. Der Bund sprach sich gegen jegliche Demokratisierung durch Wahlrechtsreformbewegungen und die Einführung eines parlamentarischen Regierungssystems aus. Er trat für den Fortbestand der Monarchie und für eine dominierende Stellung Preußens im Reich ein. Seine zu Beginn des Ersten Weltkrieges teilweise eingeschränkte Tätigkeit konnte Anfang 1918 u. a. durch eine organisatorische Umstrukturierung und verstärktes Heraustreten in die Öffentlichkeit intensiviert werden. Nach der Novemberrevolution 1918 / 1919 wollte der Preußenbund vor allem die Wiederherstellung und den Erhalt eines "ungeteilten" Preußens auf gesetzlichem Weg erreichen. Die Propaganda gegen die Weimarer Verfassung, den Versailler Vertrag, die sozialdemokratische Regierung und auch gegen das Judentum führte zwischen 1919 und 1924 sogar zu einer vermehrten Einwerbung von Mitgliedern, so dass bis 1925 neun Ortsgruppen gegründet werden konnten. Vorsitzende des Preußenbundes waren Dr. Paul Rocke (1913 - 1918), General Georg Friedrich von Kleist (1918 - 1919), Generalmajor Wilhelm Rogge (1919 - 1925) und zuletzt Generalmajor Wilhelm Ernst Justus von Dommes (1925 - 1934). Bundes- bzw. Hauptversammlungen, so genannte Preußentage, fanden bis 1927 in unregelmäßigen Abständen und nach 1927 jeweils am 8. November meistens in Berlin, Potsdam oder Stettin statt. Die Vereinigung gab zwischen 1913 und 1924 sporadisch die Zeitung "Preußen-Bund. Korrespondenzblatt" heraus. Ab 1925 erschienen offizielle Mitteilungen in der Zeitschrift "Der Aufrechte", dem Organ des Bundes der Aufrechten. Nach 1925 verlor die Organisation zunehmend an Bedeutung und damit auch an Mitgliedern. Am 12. Februar 1934 wurde der Preußenbund von der nationalsozialistischen Regierung verboten.
Bestandsgeschichte
Das Schriftgut des Preußenbundes, das ohne stringente Aktenbildung zwischen 1913 und 1922 bei dem Vorsitzenden Wilhelm Rogge in Wernigerode im Harz entstanden ist, gelangte zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt in das Zentrale Staatsarchiv der DDR - Abteilung 1 - in Potsdam und wurde dort unter der Bestandsbezeichnung ZStA Potsdam 61 Pr 1 geführt. Es umfasst acht Verzeichnungseinheiten mit 0,5 laufenden Metern. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands gingen die Unterlagen auf das Bundesarchiv Berlin über, welches sie mit der neuen Bestandssignatur BArch 61 Pr 1 versah. Am 14.07.1999 wurde der Bestand zuständigkeitshalber vom Geheimen Staatsarchiv PK mit Akzession 23 / 1999 übernommen und mit der Bestandsbezeichnung und der Bestandssignatur GStA PK I. HA Rep. 231 Preußenbund tektonisch in die Gruppe der Nichtstaatlichen Provenienzen, Parteien, Verbände, Organisationen, Innen- und Außenpolitik, eingegliedert.
Bestell- und Zitierhinweise:
Die Archivalien sind wie folgt
zu bestellen: I. HA Rep. 231 Nr. [ ]
und zu zitieren: GStA PK, I. HA Rep. 231 Preußenbund, Nr. [ ].
Letzte vergebene Nummer: Nr. 8
Verweisungen:
GStA PK, Brandenburg Preußisches Hausarchiv, Rep. 192 Nl Dommes, Wilhelm Ernst Justus von
GStA PK, I. HA Rep. 77 Ministerium des Innern, Tit. 4043 Nr. 380: Preußenbund, 1922 - 1932.
Literatur:
Herbert Gottwald: Preußenbund (PB) 1913 - 1914. In: Dieter Fricke (Hrsg.), Lexikon zur Parteiengeschichte. Die bürgerlichen und kleinbürgerlichen Parteien und Verbände in Deutschland (1789 - 1945), Leipzig 1985, Bd. 3, S. 594 - 598
Dirk Stegmann: Die Erben Bismarcks. Parteien und Verbände in der Spätphase des Wilhelminischen Deutschlands. Sammlungspolitik 1897 - 1918, Köln und Berlin 1970, S. 421-430.
Berlin, im April 2007 (Eva Drechsler)
Zitierweise: GStA PK, I. HA Rep. 231
Umfang: 0,2 lfm (8 VE); Angaben zum Umfang: 0,2 lfm (8 VE)
Bestand
deutsch
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
19.08.2025, 12:19 MESZ