C Rep. 250-06-01 Baier & Wurm, Buchdruckerei und Buchbinderei (Bestand)
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C Rep. 250-06-01
Landesarchiv Berlin (Archivtektonik) >> C Bestände (Ost-) Berliner Behörden bis 1990 >> C 6 Betriebe und Einrichtungen der Wirtschaft >> C 6.5 Sonstige
1939 - 1955
Vorwort: C Rep. 250-06-01 Baier & Wurm, Buchdruckerei und Buchbinderei
1. Firmengeschichte
Die Firma „Baier & Wurm“ mit Hauptsitz in Frankfurt am Main hatte seit spätestens 1939 eine Zweigniederlassung in Berlin, Neue Jakobstraße 6. Die Betriebstätigkeit bezog sich v.a. auf Buchdruckerei und Buchbinderei.
Schon 1944 schied der Mitinhaber Baier aus dem Geschäft aus.
Nach Kriegsende blieb der in Frankfurt/M. wohnhafte Carl Wurm Inhaber der Firma, zum kommissarischen Betriebsleiter vor Ort in Berlin wurde Karl Wilke bestellt. Wilke meldete dem Bezirksamt Mitte am 17. Mai 1945 den Betrieb als einsatzfähig. Am 18. August gleichen Jahres wurde Wilke auch vom Wirtschaftsamt mit der kommissarischen Leitung beauftragt. Die Firma arbeitete mit Genehmigung der russischen Kommandantur.
Die Bestallung Wilkes wurde am 05. Juni 1946 aufgehoben, da das Unternehmen in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt wurde. Der Gesellschaftsvertrag vom 06. Juni 1946 zwischen Walter Bindrich, Max Weczerek und Carl Wurm machte Bindrich und Weczerek zu persönlich haftenden Gesellschaftern und sowohl Wurm als auch Wilke zu Kommanditisten. Am 27. September 1946 wurde die Firma „Baier & Wurm“ unter der Nr. HRA 2327/NZ ins Handelsregister eingetragen.
Eine wegen vermuteter Herrenlosigkeit geplante Sequestrierung der Firma konnte aufgrund der Einstellung der Sequestrierungen im sowjetischen Sektor Berlins nicht mehr umgesetzt werden. Am 1. März 1950 wurde der Betrieb wieder freigegeben.
Mit einer Verfügung vom 25. September wurde das Gewerbe allerdings widerrufen und die Firma einen Tag darauf im Rahmen der Ost-West-Aktion unter Treuhandverwaltung des VVBB Druck- und Papierverarbeitung gestellt.
Die Produktion wurde beschränkt bis zum 15. März 1951 fortgeführt. Ende März erfolgte die förmliche Auflösung des Betriebes und damit die Entlassung des Personals. Der Betrieb ging an den Magistrat von Groß-Berlin, Verwaltungsstelle für Sondervermögen, über. Das Anlagevermögen der Firma wurde an acht verschiedene VEBs verpachtet.
Als Treuhänder fungierten Willi Schwarz, ab 28. September 1950, Reinhard Schröter, ab 6. November 1950, Rudolf Rettig, ab 2. Juni 1951, Ernst Matthies (*14. Dezember 1895), ab 2. September 1952, und Beier (*14. September 1897), ab 19. März 1953.
Nach Beendigung der Abwicklungsarbeiten galt der Betrieb zum 30. April 1953 als aufgelöst.
Ein Mietvertrag vom 5. August 1955 zwischen dem Magistrat von Groß-Berlin und dem VEB Berliner Druckhaus, Linienstraße 139/140 übertrug dem VEB die Verwaltung der Gegenstände der ehemaligen Firma „Baier & Wurm“.
2. Archivische Bearbeitung
Im August 1967 und im Februar 1972 wurden vom sog. Wirtschaftsarchiv der Finanzverwaltung zunächst 7 Bände an das Verwaltungsarchiv des Magistrats von Berlin übergeben.
Der Bestand gelangte 1991 im Zuge der Vereinigung des Verwaltungsarchivs mit dem Landesarchiv in staatliche Obhut und wurde zunächst der Repositurnummer C Rep. 105 zugeordnet.
Im Rahmen der jetzigen Erschließung erhielt die Überlieferung eine eigene Repositurnummer C Rep. 250-06-01 und die Bestandsbezeichnung „Baier & Wurm, Buchdruckerei und Buchbinderei“.
Die Neuverzeichnung erfolgte mit Augias 7.4; zugleich wurde die Überlieferung nach konservatorischen Gesichtspunkten technisch bearbeitet.
Insgesamt umfasst der Bestand 6 AE (0,15 lfm) aus den Jahren von 1939 bis 1955, wobei der Schwerpunkt in der Zeit nach 1945 liegt.
Eine Akte ist auf Grund archivgesetzlicher Bestimmungen bzw. der EU-Datenschutz-Grundverordnung für die Benutzung befristet gesperrt. Eine Verkürzung der Schutzfristen kann auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es der besonderen Zustimmung des Landesarchivs Berlin.
Der Bestand ist wie folgt zu zitieren:
Landesarchiv Berlin, C Rep. 250-06-01 Baier & Wurm, Buchdruckerei und Buchbinderei, Nr. ...
Berlin, im September 2004 Marie Schmidt
1. Firmengeschichte
Die Firma „Baier & Wurm“ mit Hauptsitz in Frankfurt am Main hatte seit spätestens 1939 eine Zweigniederlassung in Berlin, Neue Jakobstraße 6. Die Betriebstätigkeit bezog sich v.a. auf Buchdruckerei und Buchbinderei.
Schon 1944 schied der Mitinhaber Baier aus dem Geschäft aus.
Nach Kriegsende blieb der in Frankfurt/M. wohnhafte Carl Wurm Inhaber der Firma, zum kommissarischen Betriebsleiter vor Ort in Berlin wurde Karl Wilke bestellt. Wilke meldete dem Bezirksamt Mitte am 17. Mai 1945 den Betrieb als einsatzfähig. Am 18. August gleichen Jahres wurde Wilke auch vom Wirtschaftsamt mit der kommissarischen Leitung beauftragt. Die Firma arbeitete mit Genehmigung der russischen Kommandantur.
Die Bestallung Wilkes wurde am 05. Juni 1946 aufgehoben, da das Unternehmen in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt wurde. Der Gesellschaftsvertrag vom 06. Juni 1946 zwischen Walter Bindrich, Max Weczerek und Carl Wurm machte Bindrich und Weczerek zu persönlich haftenden Gesellschaftern und sowohl Wurm als auch Wilke zu Kommanditisten. Am 27. September 1946 wurde die Firma „Baier & Wurm“ unter der Nr. HRA 2327/NZ ins Handelsregister eingetragen.
Eine wegen vermuteter Herrenlosigkeit geplante Sequestrierung der Firma konnte aufgrund der Einstellung der Sequestrierungen im sowjetischen Sektor Berlins nicht mehr umgesetzt werden. Am 1. März 1950 wurde der Betrieb wieder freigegeben.
Mit einer Verfügung vom 25. September wurde das Gewerbe allerdings widerrufen und die Firma einen Tag darauf im Rahmen der Ost-West-Aktion unter Treuhandverwaltung des VVBB Druck- und Papierverarbeitung gestellt.
Die Produktion wurde beschränkt bis zum 15. März 1951 fortgeführt. Ende März erfolgte die förmliche Auflösung des Betriebes und damit die Entlassung des Personals. Der Betrieb ging an den Magistrat von Groß-Berlin, Verwaltungsstelle für Sondervermögen, über. Das Anlagevermögen der Firma wurde an acht verschiedene VEBs verpachtet.
Als Treuhänder fungierten Willi Schwarz, ab 28. September 1950, Reinhard Schröter, ab 6. November 1950, Rudolf Rettig, ab 2. Juni 1951, Ernst Matthies (*14. Dezember 1895), ab 2. September 1952, und Beier (*14. September 1897), ab 19. März 1953.
Nach Beendigung der Abwicklungsarbeiten galt der Betrieb zum 30. April 1953 als aufgelöst.
Ein Mietvertrag vom 5. August 1955 zwischen dem Magistrat von Groß-Berlin und dem VEB Berliner Druckhaus, Linienstraße 139/140 übertrug dem VEB die Verwaltung der Gegenstände der ehemaligen Firma „Baier & Wurm“.
2. Archivische Bearbeitung
Im August 1967 und im Februar 1972 wurden vom sog. Wirtschaftsarchiv der Finanzverwaltung zunächst 7 Bände an das Verwaltungsarchiv des Magistrats von Berlin übergeben.
Der Bestand gelangte 1991 im Zuge der Vereinigung des Verwaltungsarchivs mit dem Landesarchiv in staatliche Obhut und wurde zunächst der Repositurnummer C Rep. 105 zugeordnet.
Im Rahmen der jetzigen Erschließung erhielt die Überlieferung eine eigene Repositurnummer C Rep. 250-06-01 und die Bestandsbezeichnung „Baier & Wurm, Buchdruckerei und Buchbinderei“.
Die Neuverzeichnung erfolgte mit Augias 7.4; zugleich wurde die Überlieferung nach konservatorischen Gesichtspunkten technisch bearbeitet.
Insgesamt umfasst der Bestand 6 AE (0,15 lfm) aus den Jahren von 1939 bis 1955, wobei der Schwerpunkt in der Zeit nach 1945 liegt.
Eine Akte ist auf Grund archivgesetzlicher Bestimmungen bzw. der EU-Datenschutz-Grundverordnung für die Benutzung befristet gesperrt. Eine Verkürzung der Schutzfristen kann auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es der besonderen Zustimmung des Landesarchivs Berlin.
Der Bestand ist wie folgt zu zitieren:
Landesarchiv Berlin, C Rep. 250-06-01 Baier & Wurm, Buchdruckerei und Buchbinderei, Nr. ...
Berlin, im September 2004 Marie Schmidt
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
Für nähere Informationen zu Nutzungs- und Verwertungsrechten kontaktieren Sie bitte info@landesarchiv.berlin.de.
22.08.2025, 11:21 AM CEST